Rock of Ages ist eine Musicalverfilmung. Daher wird darin auch - Wer hätte es gedacht? - reichlich gesungen. Wer also mit singenden Stars, überzeichneten Musicalnummern oder 80er Jahre Rock nichts anfangen kann - Wobei ich mir sicher bin, dass JEDER etwas für die 80er übrig hat. Ist schließlich nicht ohne Grund das beste Jahrzehnt ever, auch von denen, die noch kommen werden!

- macht besser einen großen Bogen um
Rock of Ages. Wer sich hingegen mit oben erwähnten Faktoren identifizieren kann, bekommt hier rock-musikalisches Gute-Laune-Kino auf höchstem Niveau geboten.
Ok, ich gebe es zu, die Story haut einen jetzt nicht gerade aus den Karottenjeans, setzt sich aus altbekannten Klischee-Bausteinen zusammen und verliert zwischenzeitlich auch etwas an Fahrt, was sogar akustisch durch eher langsame Rock-Balladen hörbar wird. Aber sind wir mal ehrlich, bei einer Musicalverfilmung steht anderes im Vordergrund: Nämlich die Musik. Und die kann sich hier hören lassen. Um mal ein paar Titel zu nennen:
Here I Go Again, Hit Me With Your Best Shot, Don't Stop Believin', We Built This City, und viele mehr. Für hochkarätigen, die Bude abbrennenden Rock ist also gesorgt. Auch wenn nicht jeder Song an sein Original herankommt, haben die spiel- und gesangsfreudigen Schauspieler zudem so einiges aus den Nummern gemacht und sie absolut brauchbar interpretiert.
Begeistern kann an dieser Stelle vor allem Tom Cruise, der nicht nur wandelbar wie kaum ein anderer ist, sondern hier im wahrsten Sinne des Wortes rockt. Und zwar so als hätte er nie etwas anderes getan. Unterstützt wird er von einer Vielzahl bekannter Gesichter (u.a. Alec Baldwin, Bryan Cranston, Catherine Zeta-Jones, Russell Brand), sowie zwei austauschbar bleibenden Newcomern in den Hauptrollen. Obwohl ich von Julianne Hough in Zukunft gerne mehr sehen würde. Die junge Frau scheint Talent zu haben und wenn sie zu
Rock You Like a Hurricane einen heißen Lapdance vorführt, kommt nicht nur Tom Cruise ins schwitzen.

Der heimliche Star ist aber eindeutig Pavian Hey Man, welcher doch tatsächlich mehr drauf hat als sein männlicher Hauptdarstellerkollege Diego Boneta... Ok, so schwer ist das nun auch wieder nicht.
Insgesamt wurde mir genau das serviert, was ich erwartet bzw. mir erhofft hatte: 2 Stunden und 15 Minuten gänsehauthervorrufende Rockmusik, gut aufgelegte (und sexy) Schauspieler und eine fetzige Inszenierung. Von einigen Längen, etwas Kitsch und der seichten 08/15-Handlung mal abgesehen, ist das der perfekte Spaßmacher für Kinder der 80er.
Also: Toupiert euch die Haare, zieht die neonfarbenen Stulpen über und haut
Rock of Ages in den Player.
Die Blu-ray ist im UK übrigens bereits mit deutschem Ton und im hübscher lila Glitzer-Hülle erschienen.

Ach ja, und Soundtrack kaufen nicht vergessen!