Hell
Kleiner und feiner Endzeitfilm aus deutschem Lande, unglaublich gut gefilmt und gemessen an dem doch eher überschaubaren Budget sehr kreativ umgesetzt. Am Anfang als Zombie-Film geplant, hat man sich wohl auch aufgrund der vielen Fördergruppen zu einem eher unblutigen Setup bewegt, auch wenn man sagen muss das dieser Schritt wohl nur zum Vorteil war, da diese ganze Sache mit der Sonne um ein vielfaches interessanter und frischer daherkommt. Die immense Sonnenstrahlung ist ein permanentes Thema im Film, in den Tag-Szenen schneidet das grelle Licht geradezu durch alle Risse und Löcher, lässt die Landschaften glühen und taucht die Grundstimmung in eine ungewohnte Schwere, da die Bedrohung eine unausweichliche ist.
Wie schon vermutet ist die größte Stärke des Films wohl das Schauspiel, die latente Spannung und das Misstrauen innerhalb der Gruppe. Dadurch das die Hauptfigur weiblich ist, steht sie auch völlig anderen Konflikten gegenüber, man verfolgt im Grunde die Rolle des weiblichen Anhängsels und wie sie sich im Verlauf des Films gegenüber ihren männlichen Begleitern versucht zu behaupten.
Der Film bewegt sich eher im kleinen Rahmen und unternimmt keine Weltreise, erzeugt aber eine permanente Spannung und ist auch immer sehr nah bei seinen Charakteren. Gegen Ende zieht man sogar noch die Terror-Film-Schublade auf und serviert einen Hauch von Backwood-Slasher. Man sollte allerdings keine Splatter- oder Action-Orgie erwarten, aber einen spannenden Endzeit-Film der vor allem durch die Tatsache profitiert, das er keinen Hollywood-Stempel trägt (auch wenn Emmerich anscheinend ausführender Produzent war).


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