All the Boys Love Mandy Lane:
Mandy Lane (Amber Heard) ist heiß. So heiß, dass wirklich jeder Junge der Schule hinter ihr her ist und jedes Mädchen so sein möchte wie sie. Zusammen mit einer Gruppe Jungs und Mädels unternimmt Mandy einen Wochenendausflug zu einer abgeschieden Farm, mitten in Texas. Noch ahnt Niemand, dass der, von Alkohol und anderen Drogen begleitete, Trip ein unglückliches Ende finden wird, da ein psychopathischer Killer beginnt Jagd auf die Jugendlichen zu machen...
Die Story von "All the Boys Love Mandy Lane" klingt nach einem typischen Teenie-Slasher und, oberflächlich betrachtet, ist es auch ein solcher. Es gibt jedoch einige Dinge, die diesen Film über das Genremittelmaß hinausheben.
Zum einen wäre da die hinreißende Hauptdarstellerin. Amber Heard verkörpert die, sexy und den Jungen den Kopf verdrehende, Superbraut grandios, ohne dabei in irgendeiner Form eingeblidet zu wirken, was hübsche Mädels in Filmen ja meistens tun. Ohne Amber Heard und ihr hervorragendes Schauspiel würde dieser Film nicht funktionieren, da ihr Charakter nicht nur der Namensgeber des Films, sonder der Dreh- und Angelpunkt fast jeder Einstellung ist. Es gibt keine 3 Minuten, in denen Mandy Lane nicht einmal die Szene betritt - und wenn dies nur dazu dient den (männlichen) Zuschauer mit ihrer leicht schüchternen, sexy Art zu begeistern.
Auch die anderen Schauspieler wissen zu überzeugen. Zwar könnte man sie, ohne Probleme, durch andere Darsteller ersetzten, gut spielen tun sie aber trotzdem.
Ein weiterer Pluspunkt des Films ist die Inszenierung. Regisseur Jonathan Levine, der mit "All the Boys Love Mandy Lane" sein Regiedebüt abliefert, schafft es typische Horror-Klischees in ein jugendliches Gewand zu packen, ohne dabei auf eine große Portion 70er Jahre-Horror-Film-Flair zu verzichten. Das Bild ist "grieselig", erinnert stellenweise sogar ein wenig an das Grindhouse-Kino, der Soundtrack perfekt in die teils wunderschönen, ruhigen Aufnahmen eingebunden, es gibt einige gute Schockmomente, genretypische, blutige, aber nie zu heftige, Szenen und das übliche "Sex, Drugs & Rock 'n' Roll"-Teenie-Gelaber. All das erinnert an geradlinige Horror-Streifen aus den 70er Jahren. Angenehm frisch sind dagegen schnelle Schnitte, die Verwendung von Zeitlupen, sowie Zeitraffern (natürlich nur ganz selten - nicht, dass hier einer meint, es handelt sich um einen Effektgeladenen Actionfilm) und vor allem der extrem überraschende Storytwist. Gerade dieser macht "All the Boys Love Mandy Lane" zu einem der besseren Genrevertreter.
Trotzdem gibt es auch einige, nicht immer kleine, Kritikpunkte. Beispielsweise ist die erste Filmhälfte sehr zäh und stellenweise fast schon langweilig. Es vergehen ganze 40 Minuten bis das erste Mal etwas passiert. Zuvor werden in endlos wirkenden Szenen, unter Verwendung von sinnbefreiten Dialogen, die Charaktere vorgestellt. An sich ist das zwar nicht schlecht und - hier muss ich die Inszenierung nochmals loben - die wunderbare audiovisuelle Präsentation macht Laune, aber es hätte um einiges flotter abgehandelt werden können bzw. müssen. Die sich immer wieder wiederholenden "Mandy ist so geil"-Dialoge sind irgendwann einfach abgenutzt.
Zum Glück schafft es der Film meistens gerade noch die Kurve zu bekommen, bevor man, mit letzter Kraft, kurz vor dem Langeweiletod, versucht die Vorspultaste auf der Fernbedienung zu erreichen. Kann aber auch an mir liegen - ich stehe einfach nicht auf dieses ganze Teenie-Gelaber in Filmen. Wenn man keine Probleme mit diesem nichtssagenden, pubertären Geblubber hat, wird man sicherlich noch mehr Spaß haben.
"All the Boys Love Mandy Lane" ist ein überraschend guter Genrevertreter. Zwar konnte nicht jedes Klischee übergangen werden und die Handlung ist, vor allem in der ersten Filmhälfte, sehr zäh, aber trotzdem kann dieser Film in vielen Beziehungen punkten: der Spagat zwischen old-schooliger und moderner Inszenierung ist gelungen, die Schauspieler überzeugen und die finale Wendung ist brachial. Wenn man sich von diesen, in meinen Augen positiven, Dingen jedoch nicht begeistern lassen kann, bekommt man "nur" einen durchschnittlichen Film geboten. Ich finde diesen Tennie-Horror aber sehr ansprechend, wenn auch lange nicht perfekt.
7/10 Punkte