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Der Ukrainekrieg

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Das ist doch im wesentlichen das gleiche, was auch beim Deutschlandfunk steht, oder :?

Und klar ist das nicht an die Ukraine und den Westen gerichtet - zumindest nicht an den Teil, der noch geistig dazu in der Lage ist 2 und 2 zusammenzuzählen. So verwirrt kann Putin gar nicht sein, dass er glaubt, das wäre in irgend einer Weise akzeptabel.

Jau, das stimmt. Ich hatte den Deutschlandfunk-Bericht erstmal gar nicht angeklickt, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass da meist nur ein oder zwei Sätze mehr drin stehen, als hier schon zu lesen ist. Aber diesmal gibts da ja nen längeren Text.
 
So hab ich das auch nicht verstanden, dass da irgendwo ein Junarmija-Regiment an der Front steht. Ich verstehe es so, dass es junge Männer an der Front gibt, die diese Ausbildung durchlaufen haben.
 
Der hat sich schon bewusst so ausgedrückt, dass man das so verstehen kann.

Eine vormilitärische Ausbildung ist nichts ungewöhnliches, hatten wir damals in der DDR auch.
 
Ich kann nicht beurteilen, wie die vormilitärische Ausbildung in Russland oder anderen Staaten abläuft.

Du solltest das aber beurteilen können, wenn du damit in der DDR Erfahrungen gemacht hast. Hier geht es um eine politische Indoktrinierung von jungen Menschen. Kinder, die acht Jahre alt sind! Das sagt doch eigentlich alles. Den Kindern wird von Beginn an Patriotismus eingeimpft und die Geschichte vom stets siegreichen und immer bedrohten, großartigen Russland. Man wächst in der selbstverständlichen Vorstellung auf, dass man eines Tages Russland verteidigen muss. Es reicht nicht, sein Land zu lieben. Man muss bereit sein, sein Leben dafür zu geben. Dafür werden da die Grundlagen gelegt.
 
Du solltest das aber beurteilen können, wenn du damit in der DDR Erfahrungen gemacht hast. Hier geht es um eine politische Indoktrinierung von jungen Menschen. Kinder, die acht Jahre alt sind! Das sagt doch eigentlich alles. Den Kindern wird von Beginn an Patriotismus eingeimpft und die Geschichte vom stets siegreichen und immer bedrohten, großartigen Russland. Man wächst in der selbstverständlichen Vorstellung auf, dass man eines Tages Russland verteidigen muss. Es reicht nicht, sein Land zu lieben. Man muss bereit sein, sein Leben dafür zu geben. Dafür werden da die Grundlagen gelegt.
Uns hat man auch von klein auf mit sozialistischen Geblubber vollgequatscht, besonders beim Fahnenappell. Erst war man Jungpionier (blaues Halstuch), dann Thälmannpionier (rotes Halstuch) und mit 14 war man dann in der FDJ (Blauhemd). Die Sowjetunion und die DDR waren die Guten und der Westen die Bösen. Besonders die USA waren das absolute Feindbild. Das hat man permanent versucht, uns zu vermitteln, jedoch mit mäßigem Erfolg. Die meisten von uns haben über die DDR geschimpft oder sich lustig gemacht. Mit 15 gab es dann die vormilitärische Ausbildung, die Jungs mussten in ein Wehrlager, die Mädchen hatten Zivilverteidigung. Ich habe bei den Mädels mitgemacht, weil ich schon ab 12 eine dauerhafte Sportbefreiung hatte. Da wurde ein beigebracht, wie man im Wald Karte und Kompass benutzt. Dann musste man mit alten unscharfen Hand- und Stielgranaten werfen üben. Danach wurde in der Schule jeder Junge gefragt, ob man bei einem Zwischenfall an der Grenze schießen würde. Als Kind/Jugendlicher fand ich das nicht schlimm, als Erwachsener sieht man das natürlich mit anderen Augen. Gerade die Frage, ob man auf jemanden schießen würde, finde ich im Nachhinein schon heftig.

Also wenn ich was von vormilitärischer Ausbildung höre, ist das erst mal für mich nichts Ungewöhnliches, heißt aber nicht, dass ich das gut oder richtig finde. So etwas gibt es auch in anderen Ländern. In den USA gehen jedes Jahr eine halbe Million Kinder und Jugendliche in patriotische oder militärische Camps. Da kriegen die auch ihre Gehirnwäsche.

Mit der Junarmija hatte ich mich noch gar nicht befasst, scheint aber deutlich schlimmer zu sein.
Habe da einen Artikel von 2023 auf zdf.de gefunden.

Russische Junarmija
Wo Kinder lernen, für Moskau zu sterben (zdf.de)
 
Die DDR war halt auch in ihrer Propaganda eher steif, spießig und uncool. Da hat man kaum jemanden mit abgeholt. In die Junarmija wird sehr viel Geld gesteckt. Für Kinder aus armen Verhältnissen ist das sicherlich ein militärisches Disneyland. Dieses Weltbild zieht sich durch die ganze Gesellschaft und endet nicht am Kasernentor. Um im Hinblick auf die russische Aggression, dem Krieg und das innerhalb weniger Jahre die Organisation auf über eine Mio angeschwollen ist, kriegt das Ganze schon von der Tendenz her dritte-Reich-Vibes. Man macht sowas doch nicht einfach so. Man möchte hier eine Gesellschaft systematisch auf eine lange Zeit des Krieges einschwören.

Was ich dabei so unfassbar finde, ist, dass wir das so viele Jahre nicht sehen wollten. Wir, die das alles schon mal in unserem Land erlebt haben.
 
Noch unfassbarer ist eigentlich, dass es so viele gibt, die es auch heute nicht sehen wollen. Die Sowjetunion hat die DDR ausbluten lassen, was teilweise als Folge des 2. Weltkriegs verständlich war. Diese Indoktrinierung, die Sowjets wären die Besten und unsere Brüder, scheint sich in den östlichen Bundesländern kollektiv vererbt zu haben, anders kann ich mir diese positive Haltung zu Russland und Putin nicht erklären. Vielleicht sowas wie das Stockholm-Syndrom.
Ausser der Befreiung (Ost)Deutschlands von den Nazis ist an den Russen wirklich wenig Gutes zu finden.
 
Noch unfassbarer ist eigentlich, dass es so viele gibt, die es auch heute nicht sehen wollen. Die Sowjetunion hat die DDR ausbluten lassen, was teilweise als Folge des 2. Weltkriegs verständlich war. Diese Indoktrinierung, die Sowjets wären die Besten und unsere Brüder, scheint sich in den östlichen Bundesländern kollektiv vererbt zu haben, anders kann ich mir diese positive Haltung zu Russland und Putin nicht erklären. Vielleicht sowas wie das Stockholm-Syndrom.
Ausser der Befreiung (Ost)Deutschlands von den Nazis ist an den Russen wirklich wenig Gutes zu finden.

Ich lese das anders: Die Ostdeutschen sind nicht per se Russland-freundlicher, sie sind USA-kritischer. In der DDR waren die USA der große Feind, während Westdeutschland mit den USA und ihren kulturellen Einflüssen Aufbau, wirtschaftlichen Aufstieg, Sicherheit und Wohlstand verbinden. Aus diesem Grund sind die Westdeutschen viel empfänglicher dafür, die US-Sicht auf die Welt zu übernehmen. Den Ostdeutschen fehlt diese positive USA-Erfahrung. Sie haben mit Russland auch vorwiegend negative Erfahrungen gemacht, und das wissen sie auch. Ich glaube, dass nur eine kleine Minderheit in Ostdeutschland wirklich Kreml-unkritisch ist. Gleichzeitig aber sehen viele Ostdeutsche nicht, warum die USA besser oder moralisch höher sein sollten als Putin-Russland (eine Ansicht, die ich nicht teile).
 
Diese These ist halt Quatsch, weil die Indoktrinierung bei den meisten gar nicht geklappt hat.

Mag sein, aber wie erklärst du es dir? Bei mir hat es auch nicht geklappt, wie auch bei vielen, die ich kenne. Mir fällt es wirklich schwer irgendwas mit den ehemaligen Ostblockländern (östlich Deutschlands) anzufangen, z.B. dort Urlaub zu machen, weil da im Hinterkopf immer die Abneigung gegen den diktatorischen Kommunismus präsent ist. Daher frage ich mich schon, was in den Köpfen der Putin-Befürworter los ist? Man hat uns in der DDR eingesperrt und wollte uns auf Befehl der Russen zu linientreuen Nicht-Denkern heranzüchten. Scheint alles vergessen zu sein.
 
Hatten auf der Arbeit mal einen. Im Osten geboren und aufgewachsen. Der böse böse Westen und was die Russen früher doch alles für einen getan haben. Der böse kapitalismus… aber selbst ne Wohnung für dick Geld vermieten…
 
Diese These ist halt Quatsch, weil die Indoktrinierung bei den meisten gar nicht geklappt hat.

Mag sein, dass es bei den meisten nicht geklappt hat, aber ein nicht unerheblicher Teil hat die negativen Seiten der DDR entweder schon wieder vergessen, oder aber die Indoktrination hat super geklappt...Man muss sich doch nur die Umfragewerte für AfD und BSW anschauen. Wenn schon im Kindesalter eine Militarisierung stattfindet, dann macht das was mit den Leuten, auch wenn viele wie du sagen, dass sie darüber, bzw. über den Staat gelacht haben...
 
Mag sein, aber wie erklärst du es dir? Bei mir hat es auch nicht geklappt, wie auch bei vielen, die ich kenne. Mir fällt es wirklich schwer irgendwas mit den ehemaligen Ostblockländern (östlich Deutschlands) anzufangen, z.B. dort Urlaub zu machen, weil da im Hinterkopf immer die Abneigung gegen den diktatorischen Kommunismus präsent ist. Daher frage ich mich schon, was in den Köpfen der Putin-Befürworter los ist? Man hat uns in der DDR eingesperrt und wollte uns auf Befehl der Russen zu linientreuen Nicht-Denkern heranzüchten. Scheint alles vergessen zu sein.
Ist wie mit den Geburtswehen, schreckliches wird einfach vergessen sonst wären wir längst ausgestorben :grins:
 
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