Die russische Armee setzt offenbar nur noch in begrenztem Umfang ihre Angriffe auf
Bachmut fort. Wie das Institute for the Study of War (ISW) in seiner
täglichen Analyse schreibt, sind die russischen Streitkräfte auf die Fernstraße T0504 südwestlich von Bachmut sowie im Westen und Norden der Stadt
vorgerückt. Nach ukrainischen Angaben werden die in der Stadt kämpfenden Wagner-Söldner dabei von russischen Luftlandetruppen und
anderen konventionellen russischen Einheiten unterstützt. Laut dem ISW könnten die regulären Einheiten bald die Wagner-Truppen ersetzen.
Geolokalisiertes Material zeigt, dass die
Ukraine Abschnitte der Autobahn E40 nördlich von Bachmut
zurückerobern konnte. Zudem sollen ukrainische Truppen nach
Angaben des ukrainischen Generalstabs Angriffe auf die Stadt selbst sowie auf Ortschaften westlich von Bachmut abgewehrt haben.
Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums ist der russische Angriff auf Bachmut weitgehend zum Stillstand zurückkommen. Wie das Ministerium in seinem
täglichen Geheimdienstbericht schreibt, liegt das an der starken Zermürbung der russischen
Streitkräfte und Spannungen zwischen dem russischen Verteidigungsministerium und der Wagner-Gruppe, die beide Truppen in diesem Bereich stellen. Allerdings bringt der Kampf um Bachmut auch für die Ukraine hohe Verluste.
Wie bereits in den vergangenen Tagen verstärken die russischen Streitkräfte ihre Angriffe auf die Stadt Awdijiwka. Der
ukrainische Generalstab meldeterfolglose russische Offensiven auf Awdijiwka selbst sowie mehrere kleinere Orte im Norden und Westen der Stadt. Der ukrainische Militärsprecher Olexij Dmytraschkiwskyj sagte der Zeitung
Ukrajinska Prawda, die Gegend von Awdijiwka sei derzeit eine der aktivsten an der ukrainischen Front, aber die russischen Truppen seien dort "erschöpft". Insgesamt habe es in den vergangenen 24 Stunden 31 russische Angriffe im Gebiet Donezk gegeben, darunter 15 in Richtung Awdijiwka. Russische Kräfte versuchen demnach, die Stadt weiter einzukreisen.
zeit.online