Dr. Acula
"Ein gewisser User"
Ich glaube, viele können sich dieses Gefühl, das man in der ersten Woche des Monats bereits weiß, das man ab der zweiten oder dritten schon fast kein Geld mehr für ein Brot hat, gar nicht vorstellen.
Mal ganz davon abgesehen, was eine kaputte Waschmaschine bedeuten würde.
Kann letzten Endes irgendwo jeden treffen in Bereiche zu kommen, wo Sozialhilfe ein Segen ist und man dankbar ist, obwohl das Geld nicht mal ausreichen würde, um aktiv am sozialen Leben teilzunehmen.
Bis dahin ist es ja auch ein gewisser Weg.
Fallen ist immer leichter als Aufsteigen. Deswegen finde ich es extrem kurzsichtig, wenn man dort immer weiter kürzen will.
Für Leute aus meinem alten Team, die sowieso schon recht wenig verdienen sorgt sowas für Angst den Job zu verlieren. Geht über das man sich ausbeuten und zugrunde richten lässt, nur weil man trotz Niedriglohn ja doch noch mehr hat, als mit Bürgergeld (und da sowieso noch eine ganze Menge mitkommt).
Das stellen sich einige wohl aus einer privilegierten Position extrem blumig vor und sind wohl auch nahe den Leuten, die denken, Flüchtlinge kommen mit wehenden Fahnen auf einem Partyboot hier an.
Edit: und nicht auszudenken was irgendwann in Richtung Ruhestand kommt, wenn man schon weiß, das man eigentlich nix sparen kann.
Ja das Gefühl hab ich auch.
Auf der einen Seite hätte ich gern auf die Zeit verzichten können, als meine Frau keinerlei Einkommen hatte und paradoxerweise den Höchstsatz bei der Krankenvesicherung zahlen musste. Sie war halt über die Regelstudienzeit und hat kein Bafög mehr erhalten. Unterstützung durch ihre Eltern war nicht möglich, da ihre Mutter nicht arbeiten gehen konnte und ihr Vater nur soviel verdient hat, dass es für die beiden gereicht hat (mit Aufstockung durchs Amt). Wir haben teilweise echt überlegt ob wir mal ne Woche nur Nudeln essen...
Auf der anderen Seite weis man durch so eine Erfahrung erstmal, wie sich das eben anfühlt. Ich bin froh, dass ich nie Arbeitslosengeld bezogen habe und mittlerweile können wir recht gut leben, aber die Zeit werd ich nie vergessen und will das auch nie wieder erleben. Das war psychisch extrem belastend.