Ich kann auch dieses "Ja, aber die Amerikaner ... ja, aber das Kosovo, aber der Irakkrieg" im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine nicht mehr hören. Gerade politisch weit links verortete Personen neigen zu einem Reflex, Russland ständig verteidigen zu müssen, indem man versucht, Putin mit Washington gleichzusetzen. Auch Thilo Jung - den ich sehr schätze! - bläst gern in dieses Horn.
Ich verstehe das nicht. Zum einen tritt Russland alles mit Füßen, für das linke Politik steht: Gleichberechtigung, Umverteilung, Diversität. In Moskau herrscht eine Reichen-Mafia, die 99% der Bevölkerung in bitterer Armut hält, Jagd auf Homosexuelle macht und sich für Menschenrechte nicht interessiert. All das müsste linke Politiker/Menschen empören - stattdessen kommt auf jede Kritik an Russland reflexartig das "Ja, aber die Amerikaner"-Argument. Selbst nach diesem verbrecherischen Angriffskrieg kommen diese Leute nicht aus ihrer Haut und können nicht anders, als auf den Irak und Co zu verweisen.
Zum anderen: Ich halte den Irakkrieg für ein gewaltiges Verbrechen. Den Drohnenkrieg der USA ebenfalls. Die Amerikaner haben in den zurückliegenden 50 Jahren fürchterliche (Kriegs-)verbrechen begangen und durch Interventionen großes Leid in anderen Ländern ausgelöst. Es ist aber auch nicht schwarz-weiß, wie es gerne von links gezeichnet wird. Das Kosovo - völkerrechtlich umstritten - konnte durch das Eingreifen doch befriedet und stabilisiert werden - immerhin spielte sich dort ein grausiger Völkermord vor den Augen der UN ab! In Syrien halfen die Amis, den IS zu bekämpfen, eine Terrororganisation direkt aus dem Mittelalter. Und vergessen wir bitte nicht, dass es die Amerikaner waren, die unter gewaltigem Aufwand und vielen hunderttausend Toten halb Europa Demokratie und Frieden gebracht haben. Die USA haben Westdeutschland nicht bestraft oder ausgebeutet, sondern aufgebaut - was die Sowjets derweil mit Ostdeutschland gemacht haben, kann jeder selbst in einem Geschichtsbuch nachschlagen.
Und ich wehre mich dagegen, die Streitkräfte der USA trotz aller Defizite und trotz der zuweilen umstrittenen Politik Washingtons mit den Streitkräften Russlands gleichzusetzen. Die USA sind eine funktionierende Demokratie mit einem funktionierenden Rechtsstaat - ganz anders als Russland. Die US-Armee funktioniert nach modernen westlichen Grundsätzen - wird dort ein Rekrut misshandelt, hat er die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen.
Die russische Armee ist ein Sklavenheer, in dem die einfachen Soldaten geschlagen, erniedrigt und misshandelt werden. Es sterben jährlich bis zu 500 (!!!) russische Soldaten an den Folgen von Misshandlungen durch Vorgesetzte. 500!!!
Zudem sind die USA eine Demokratie - ein gewaltiger Unterschied, den die Linke in Deutschland endlich zur Kenntnis nehmen darf. Wer hat den Vietnam-Krieg beendet? Der US-Präsident? Nein, es waren die Bürger der USA, die zu Millionen auf die Straße gegangen sind und protestiert haben. In Russland? Undenkbar! Da entscheidet eine kleine Clique nach Gutdünken über Krieg und Frieden - und wenn sie Bock haben so wie jetzt gerade - überziehen sie halt irgendein Land mit Krieg. Why not?
Die Politik der USA hingegen ist eingebettet in ein System der Checks und Balances und unterlegt mit freien Medien. Jede Entscheidung eines Politikers muss dieser rechtlich und argumentativ ständig verteidigen. Da gibt es keine kleine Clique, die mal einfach so andere Länder mit Krieg überzieht, ohne Angst haben zu müssen, bei der nächsten Wahl durchzufallen. Überhaupt: Wahlen! Vielleicht sollten einige Linke mal googlen, was das ist ...
Haben die USA u.a. im Irak Kriegsverbrechen begannen? Ja, leider. Und das ist schlimm! Aber zumindest wurden einzelne Soldaten dafür verurteilt, weil sich die US-Armee nicht im rechtsfreien Raum bewegt, solange die Politik Verbrechen wie den Drohnenkrieg nicht deckt. Das ist nicht perfekt, das ist nicht mal gut. Aber es ist auch weit vom Niveau eines Putin-Russland entfernt. Sehr weit sogar. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass Russland selbst keinen einzigen seiner Soldaten für Plünderungen, Morde und dergleichen in der Ukraine vor Gericht stellen wird ...
Letzter Punkt: Die USA annektieren nicht - ein großer Unterschied zu Russland! Der Irak ist heute nicht der 51. Staat der USA, auch das Kosovo nicht. Russland hingegen krallt sich die Krim und scheint die Annektion weiterer Gebiete in Georgien und der Ukraine vorzubereiten. Das ist Politik wie im Zarenreich. Ein Mann (heute Putin) zeigt mit dem Finger auf ein anderes Land, und dann verleibt man sich das ein. Wie kann irgendein links denkender Mensch das nicht abgrundtief verwerflich finden? Und zwar so abgrundtief verwerflich, dass man nicht direkt im Nebensatz sein "Aber die Amerikaner" bringen muss? Denn eines steht fest: Putin ist nur noch einen Holocaust von einem Hitler-Vergleich entfernt. Der gehört gesondert genannt und verurteilt und steht ganz sicher nicht auf einer Stufe mit den US-Amerikanern und ihrer Außenpolitik.
Ich verstehe das nicht. Zum einen tritt Russland alles mit Füßen, für das linke Politik steht: Gleichberechtigung, Umverteilung, Diversität. In Moskau herrscht eine Reichen-Mafia, die 99% der Bevölkerung in bitterer Armut hält, Jagd auf Homosexuelle macht und sich für Menschenrechte nicht interessiert. All das müsste linke Politiker/Menschen empören - stattdessen kommt auf jede Kritik an Russland reflexartig das "Ja, aber die Amerikaner"-Argument. Selbst nach diesem verbrecherischen Angriffskrieg kommen diese Leute nicht aus ihrer Haut und können nicht anders, als auf den Irak und Co zu verweisen.
Zum anderen: Ich halte den Irakkrieg für ein gewaltiges Verbrechen. Den Drohnenkrieg der USA ebenfalls. Die Amerikaner haben in den zurückliegenden 50 Jahren fürchterliche (Kriegs-)verbrechen begangen und durch Interventionen großes Leid in anderen Ländern ausgelöst. Es ist aber auch nicht schwarz-weiß, wie es gerne von links gezeichnet wird. Das Kosovo - völkerrechtlich umstritten - konnte durch das Eingreifen doch befriedet und stabilisiert werden - immerhin spielte sich dort ein grausiger Völkermord vor den Augen der UN ab! In Syrien halfen die Amis, den IS zu bekämpfen, eine Terrororganisation direkt aus dem Mittelalter. Und vergessen wir bitte nicht, dass es die Amerikaner waren, die unter gewaltigem Aufwand und vielen hunderttausend Toten halb Europa Demokratie und Frieden gebracht haben. Die USA haben Westdeutschland nicht bestraft oder ausgebeutet, sondern aufgebaut - was die Sowjets derweil mit Ostdeutschland gemacht haben, kann jeder selbst in einem Geschichtsbuch nachschlagen.
Und ich wehre mich dagegen, die Streitkräfte der USA trotz aller Defizite und trotz der zuweilen umstrittenen Politik Washingtons mit den Streitkräften Russlands gleichzusetzen. Die USA sind eine funktionierende Demokratie mit einem funktionierenden Rechtsstaat - ganz anders als Russland. Die US-Armee funktioniert nach modernen westlichen Grundsätzen - wird dort ein Rekrut misshandelt, hat er die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen.
Die russische Armee ist ein Sklavenheer, in dem die einfachen Soldaten geschlagen, erniedrigt und misshandelt werden. Es sterben jährlich bis zu 500 (!!!) russische Soldaten an den Folgen von Misshandlungen durch Vorgesetzte. 500!!!
Zudem sind die USA eine Demokratie - ein gewaltiger Unterschied, den die Linke in Deutschland endlich zur Kenntnis nehmen darf. Wer hat den Vietnam-Krieg beendet? Der US-Präsident? Nein, es waren die Bürger der USA, die zu Millionen auf die Straße gegangen sind und protestiert haben. In Russland? Undenkbar! Da entscheidet eine kleine Clique nach Gutdünken über Krieg und Frieden - und wenn sie Bock haben so wie jetzt gerade - überziehen sie halt irgendein Land mit Krieg. Why not?
Die Politik der USA hingegen ist eingebettet in ein System der Checks und Balances und unterlegt mit freien Medien. Jede Entscheidung eines Politikers muss dieser rechtlich und argumentativ ständig verteidigen. Da gibt es keine kleine Clique, die mal einfach so andere Länder mit Krieg überzieht, ohne Angst haben zu müssen, bei der nächsten Wahl durchzufallen. Überhaupt: Wahlen! Vielleicht sollten einige Linke mal googlen, was das ist ...
Haben die USA u.a. im Irak Kriegsverbrechen begannen? Ja, leider. Und das ist schlimm! Aber zumindest wurden einzelne Soldaten dafür verurteilt, weil sich die US-Armee nicht im rechtsfreien Raum bewegt, solange die Politik Verbrechen wie den Drohnenkrieg nicht deckt. Das ist nicht perfekt, das ist nicht mal gut. Aber es ist auch weit vom Niveau eines Putin-Russland entfernt. Sehr weit sogar. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass Russland selbst keinen einzigen seiner Soldaten für Plünderungen, Morde und dergleichen in der Ukraine vor Gericht stellen wird ...
Letzter Punkt: Die USA annektieren nicht - ein großer Unterschied zu Russland! Der Irak ist heute nicht der 51. Staat der USA, auch das Kosovo nicht. Russland hingegen krallt sich die Krim und scheint die Annektion weiterer Gebiete in Georgien und der Ukraine vorzubereiten. Das ist Politik wie im Zarenreich. Ein Mann (heute Putin) zeigt mit dem Finger auf ein anderes Land, und dann verleibt man sich das ein. Wie kann irgendein links denkender Mensch das nicht abgrundtief verwerflich finden? Und zwar so abgrundtief verwerflich, dass man nicht direkt im Nebensatz sein "Aber die Amerikaner" bringen muss? Denn eines steht fest: Putin ist nur noch einen Holocaust von einem Hitler-Vergleich entfernt. Der gehört gesondert genannt und verurteilt und steht ganz sicher nicht auf einer Stufe mit den US-Amerikanern und ihrer Außenpolitik.

