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Der Politikthread

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Idioten gibt es in allen Schichten und Einkommensklassen!

Nunja, natürlich kann man AFD-Wähler pauschal als "Idioten" bezeichnen und die Sache abhaken. Aber genau diese Arroganz hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass die AFD überhaupt erst so stark werden konnte. Ich würde eher die Frage stellen, wieso viele Menschen diese Partei wählen, zumal nicht wenige davon offenbar auch "nur" Protestwähler sind. Diese Leute werden erst dann wieder andere Parteien wählen, wenn man deren Sorgen und Probleme ernstnimmt. Und genau darin hat unsere aktuelle Regierung bisher kläglich versagt.
 
Ihr haltet euch vermutlich für schlauer, als ihr wirklich seid, wenn für euch die Wahlanalyse aus "AfD-Wähler = dumm" besteht.
Erstens, es gibt intelligente und weniger intelligente Menschen. So what? Es ist kein Verbrechen nicht schlau zu sein.
Zweitens, es gibt genug "dumme" Menschen, die nicht die AfD wählen. Was machen wir damit?
 
@mushaaleste und @Gerri : Einfach zu sagen, dass nur die geistig Unterbemittelten und Bürger der unteren Schichten die AFD wählen, halte ich aber auch für gefährlich. Es gibt genügend Stimmen, die sagen, dass die AFD mittlerweile von nicht zu unterschätzenden Teilen der Mittelschicht gewählt wird. Und anders kann ich mir Wahlergebnisse von an die 20% auch nicht erklären. Man darf hierbei nicht die Zukunfts- und Abstiegsängste der Mittelschicht unterschätzen. Wenn man das ignoriert oder nicht wahrhaben möchte, dann stellt man auch nie die richtigen Fragen. Nämlich woher die Zukunftsängste kommen und wie man diesen effektiv begegnen kann.

man kann nicht allen Zukunftsängsten begegnen, schon 3mal nicht wenn sie irrational sind. Man muss den leuten eben sagen dass sich Dinge ändern müssen aber die aktuell noch vorhandene Mehrheit ist ja selbst zu blöd/ignorant/rückwärtsgewandt E-Autos statt Verbrenner zu akzeptieren oder Windräder statt Kohlegruben, selbst bei solchen simplen und eben nicht einschneidenden Dingen hört es schon auf und dann muss man auch garnicht erst anfangen komplexe Zusammenhänge zu erklären wenn sie nichtmal das raffen.
 
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man kann nicht allen Zukunftsängsten begegnen, schon 3mal nicht wenn sie irrational sind. Man muss den leuten eben sagen dass sich Dinge ändern müssen aber die aktuell noch vorhandene Mehrheit ist ja selbst zu blöd/ignorant/rückärtsgewandt E-Autos statt Verbrenner zu akzeptieren oder Windräder statt Kohlegruben, selbst bei solchen simplen und eben nicht einschneidenden Dingen hört es schon auf und dann muss man auch garnicht erst anfangen komplexe Zusammenhänge zu erklären wenn sie nichtmal das raffen.

Das kannst Du ja gerne so sehen, ändert aber nunmal nichts an der Situation. Vielleicht liegt es auch daran, dass diverse politische Maßnahmen derzeit an der Lebensrealität vieler Menschen vorbeigehen oder schlicht nicht ausreichend kommuniziert wurden. Man kann bei sowas nicht immer von sich selbst auf andere schließen. Wir leben in einer Demokratie, wo (fast) jeder wählen darf und dementsprechend auch irgendwie mitgenommen werden muss. Ansonsten wird man mit Wahlergebnissen wie denen der AFD schlicht leben müssen. Da kann man dann noch so sehr über die vermeintliche Dummheit der anderen wettern.
 
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man kann nicht allen Zukunftsängsten begegnen, schon 3mal nicht wenn sie irrational sind. Man muss den leuten eben sagen dass sich Dinge ändern müssen aber die aktuell noch vorhandene Mehrheit ist ja selbst zu blöd/ignorant/rückärtsgewandt E-Autos statt Verbrenner zu akzeptieren oder Windräder statt Kohlegruben, selbst bei solchen simplen und eben nicht einschneidenden Dingen hört es schon auf und dann muss man auch garnicht erst anfangen komplexe Zusammenhänge zu erklären wenn sie nichtmal das raffen.

Die Stimmungsmache genau solcher Themen gegenüber ist aber auch das, was dies zum scheitern verurteilt hat.
Es gab eine monate-, wenn nicht jahrelange Kampagne um genau gegen diese Änderungen vorzugehen das sich die "Verbote- und Gängelungspolitik" komplett in den Köpfen festgesetzt hat.

Ist zwar nur anekdotische Evidenz meinerseits aber viele Leute mit denen ich gesprochen und aufgeklärt habe, wie klein Änderungen - gerade beim Thema Klima und Ernährung - sein können, da kam schon deutlich mehr Verständnis rum. Viele zucken ja schon beim Wort "vegan" zusammen... und da hab ich allein schon bessere Erfahrungen gemacht wenn ich das eigentlich deutlich bösere Wort "tierleidfrei(er)" benutze.
In den Köpfen vieler dieser Personen steckt drin "Du bist schuld das es der Welt schlecht geht", "Du musst dich radikal ändern damit es besser wird", "Wir verbieten dir jetzt Fleisch und Auto".

Klar, auch bei diesen Gesprächen gab es affige Themen wie "Ich fahre doch nicht nur 140" aber okay, das ist halt irgendwo so.

Natürlich letzten Endes auch fraglich, wie weit meine Gespräche da irgendwas anders gemacht haben. Wie immer ist es aber ein Prozess der in Gang gesetzt wird... und entweder hat man da Bock zu oder auch nicht. Bei all den Probleme den der Mittelstand und vor allem alles darunter hat - Zukunft, Geld, Schulden, Wohnung, Ernährung und irgendwie Lebensstandard halten oder sich irgendwie erarbeiten, Altersarmut - ist es ohnehin extrem schwer das man sich dann auch noch mit Politik befassen soll und dem "was man nicht mit den eigenen Augen sieht".

EDIT: Und wenn man irgendwo ehrlich ist: jeder kann seinen Teil dazu beitragen, aber ändern und nachhaltig verbessern steht irgendwo nicht in der Macht der "normalen" Bevölkerung. Leider...
 
Nunja, natürlich kann man AFD-Wähler pauschal als "Idioten" bezeichnen und die Sache abhaken. Aber genau diese Arroganz hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass die AFD überhaupt erst so stark werden konnte. Ich würde eher die Frage stellen, wieso viele Menschen diese Partei wählen, zumal nicht wenige davon offenbar auch "nur" Protestwähler sind. Diese Leute werden erst dann wieder andere Parteien wählen, wenn man deren Sorgen und Probleme ernstnimmt. Und genau darin hat unsere aktuelle Regierung bisher kläglich versagt.

Dumm ist wer Dummes tut! AFD wählen ist saudumm!

Die meisten der AFD-Wähler sind für die anderen Parteien verloren. Denen ist nicht zu helfen und die wollen auch gar nicht geholfen haben!

Das die anderen Parteien einen besseren Job machen könnten steht außer Frage.
 
ein Teil der AFD Wähler kann sicher abgegriffen werden aber 10% Rechtsradikale sind halt leider in jeder Bevölkerung dabei und denne ist halt nicht mehr zu helfen, die können sich höchstens selbst helfen. Rechte sind idR aber wenig selbstreflektierend.
 
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@mushaaleste und @Gerri : Einfach zu sagen, dass nur die geistig Unterbemittelten und Bürger der unteren Schichten die AFD wählen, halte ich aber auch für gefährlich. Es gibt genügend Stimmen, die sagen, dass die AFD mittlerweile von nicht zu unterschätzenden Teilen der Mittelschicht gewählt wird. Und anders kann ich mir Wahlergebnisse von an die 20% auch nicht erklären. Man darf hierbei nicht die Zukunfts- und Abstiegsängste der Mittelschicht unterschätzen. Wenn man das ignoriert oder nicht wahrhaben möchte, dann stellt man auch nie die richtigen Fragen. Nämlich woher die Zukunftsängste kommen und wie man diesen effektiv begegnen kann.
Sag ja nicht ausschließlich sondern hauptsächlich. Bzw. Nicht ich, sondern die umfragen und Wahlforscher:

https://www.br.de/nachrichten/deuts...se-war-nie-richtig-wer-waehlt-die-afd,TlteeVQ

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass AfD-Wähler vor allem männlich sind und ein mittleres Alter haben. Mehr Menschen im Osten und auf dem Land wählen die Partei. Die Wähler sind häufig voll erwerbstätig, aus einfachen bis gehobenen Berufen der Arbeiterschicht und haben ein geringes Einkommen

Natürlich gibt es da auch mittelständler und reiche. Für die ist das auch valide, so wie die CDU zu wählen. An der Tabelle von @Gerri sieht man ja das die von deren Politik am meisten profitieren.

So gesehen müsste ich die AFD wählen, da ich einkommensstark bin. Ich war noch nie arbeitslos und könnte jetzt sagen "joh schafft die stütze ab und Sorgt für schöne niedriglöhner, dann bekomme ich auch bald mein gärtner und Koch"

Ich mag aber lieber eine Welt in der sozial starke, die schwachen stützen (auch wenn mir die Steuern auf den Sack gehen).
 
Sag ja nicht ausschließlich sondern hauptsächlich. Bzw. Nicht ich, sondern die umfragen und Wahlforscher:

https://www.br.de/nachrichten/deuts...se-war-nie-richtig-wer-waehlt-die-afd,TlteeVQ



Natürlich gibt es da auch mittelständler und reiche. Für die ist das auch valide, so wie die CDU zu wählen. An der Tabelle von @Gerri sieht man ja das die von deren Politik am meisten profitieren.

So gesehen müsste ich die AFD wählen, da ich einkommensstark bin. Ich war noch nie arbeitslos und könnte jetzt sagen "joh schafft die stütze ab und Sorgt für schöne niedriglöhner, dann bekomme ich auch bald mein gärtner und Koch"

Ich mag aber lieber eine Welt in der sozial starke, die schwachen stützen (auch wenn mir die Steuern auf den Sack gehen).

von der AfD profitieren auch nicht die einkommensstarken Bevölkerungsschichten, deren Politik würde Deutschland so weit zurückwerfen und die Wirtschaft derart nachhaltig schaden, dass würden dann auch die Besserverdienenden und Erben merken.
Deswegen kann man schon relativ platt sagen, dass man dumm sein muss um die AfD zu wählen. Und/oder sehr asozial.
 
Habe mich falsch ausgedrückt. Bin sowas von enttäuscht und der schrecken wird kommen wenn Bundestagswahlen sind. Habe keine Lust mehr. diese warterei wird doch nur noch unerträglich und die AfD wird trotzdem gewählt, wegen was genau kann mir keiner erklären
Nunja, würden die regierenden Parteien und große Teile der Opposition seit Jahren nicht Scheisse am Fließband fabrizieren, hätten wir das Thema überhaupt nicht
 
Und hätte unsere wohlstandsverwöhnte Gesellschaft ein bisschen mehr Charakter und paar gefestigte Werte würde man diverse Krisensituationen wesentlich souveräner durchstehen ohne immer gleich in totale Panik und endzeitstimmung zu verfallen. Aber mittlerweile geht ja schon für manchen die Welt unter wenn das mit Ramsch gefüllte amazonpaket ne Stunde zu spät kommt. Da braucht man sich dann bei echten Problemen nicht wundern dass viele die Fassung verlieren.
Positiv ist zu vermerken, wir können uns trotz aller Unannehmlichkeiten immer noch reichlich um den Verstand fressen und um unser Leben kaufen. Die die jetzt jammern haben schon immer gejammert und denen den es schon immer schlecht ging schiebt man stellvertretend vor sich her obwohl die nie jemanden interessiert haben. Deutschland sollte mal schön das maul und den Ball flach halten.
 
Diese Mär vom "rechtsradikale Slogans nachplappern stärkt nur die AFD" sollte nach diesen Ergebnissen jetzt auch zur Vergangenheit gehören.
Dieser Spruch ist selbst längst zum allseits nachgeplapperten Slogan geworden.
Vorhin haben sie im Ersten eine Umfrage gezeigt, nach der - ohne Gewähr, Gedächtnisprotokoll - 68% der Befragten (ich weiß gerade nicht, ob deutschland- oder bayernweit) der Meinung sind, dass die Zuwanderung unbedingt begrenzt werden müsse.
Selbst bei Anhängern der Grünen lag der Wert bei fast 50%. Eine ernstzunehmende Forderung also, schließlich schreien längst auch Bürgermeister und Landräte der SPD um Hilfe, weil die Kapazitäten überall weitgehend erschöpft sind.
Ist eine solche Forderung nun eurer Meinung nach auch AfD-Nachgeplappere, oder ist das Ignorieren dieser Problematik nicht vielmehr buchstäbliches Am-Volk-Vorbeiregieren? Ich bin die politische Mitte und verabscheue die AfD so sehr man sie nur verabscheuen kann - und doch kann man Themen, die die AfD besetzt hat und mit denen sie nachweislich einem großen Teil der Bevölkerung aus der Seele spricht, nicht einfach ignorieren.
Im Gegenteil muss es zwangsläufig dazu kommen, dass einzelne AfD-Positionen auch mal mit denen der Union oder FW überlappen. Absurd, das überhaupt so erklären zu müssen. Aber es bestätigt den überall um sich greifenden Trend, in der politischen Wahrnehmung keinerlei Grautöne mehr zu kennen.
 
Und die Problematik der Migrationspolitik rechtfertigt deiner Meinung nach rechtsradikale Parteien zu wählen?
Dann können entsprechende Wähler vllt noch bis zum Mittagessen denken aber nicht mehr weiter.

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