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Der Politikthread (3 Betrachter)

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Gejammert wird schnell in Deutschland. Allerdings nicht von jenen, die wirklich einen Grund dafür haben (z.B. jene, die von den 12 Euro profitieren).

Eine Mitarbeiterin von mir wohnt 40km entfernt, weil sie da draussen gebaut haben. Nun werden Teile der Strecke auch noch instandgesetzt, weswegen die Heimfahrt oft sehr lange dauert. Die sitzt nun da, pöbelt und jammert sich regelmäßig über die steigenden Spritpreise aus. Eines ihrer Lieblingsthemen. Der Staat sollte am besten eingreifen. Neulich fängt sie plötzlich an das 9-Euro-Ticket schlecht zu reden. Sie hätte da nen Beitrag im TV gesehen und da hätte auch irgendwer gesagt, dass bringe den Pendlern nix. Ich sach so: Aber DU selbst, wenn du - wie früher - mit der S-Bahn kommen würdest, du würdest doch in den nächsten drei Monaten enorm Spritkosten sparen durch das Ticket. Durch die Baustelle wäre es zeitlich in etwa das selbe. Es ist auch eine recht bequeme Strecke. Selbst wenn sie das nur 2 oder 3 Mal die Woche machen würde, hätte sie deutlich gespart. Na ja, aber das Sitzen mit Maske in den öffentlichen, das verträgt sie nicht. Bla…
So schlimm kann es dann wohl nicht sein …
 
Wenn sie selber gebaut haben, haben sie es ja selbst in der Hand.
PV und n Zoe und das pendeln wird günstig wie nie.
Das kann man auch auf dem Schirm haben, bevor der Sprit über 2 Euro klettert.
Jetzt ist der Drops erst mal gelutscht denn die aktuellen Preise und Lieferzeiten sind halt nur noch krank. Zoe war komplett von der Homepage weg und soll jetzt ab 36k in der einfachsten Version zurückkehren.

Aber als Pendler mit 2x40km hätte ich da halt rechtzeitig was gemacht.

Meine Frau nimmt auch Mehraufwand in Kauf und hat sich das 9 Euro Ticket gekauft.
Das ist jetzt zeitlich deutlich anspruchsvoller denn die drei Tage, an denen sie arbeitet, sind teilweise minutiös ausgetacktet aber der Verbrenner bleibt stehen.
 
Alles richtig, sie arbeiten auch daran. Allerdings ist das auch verfahrene Lebenszeit, die da flöten geht. Mein Ding wäre das nicht. Ich hab gerne Feierabend und muss mich danach nicht um nen Hof kümmern und die Hühner füttern. Aber jedem das seine.
 
Bei einem Mindestlohn von 12 Euro und einer 40-Stunden-Woche hat man am Ende 2080 Euro raus - brutto wohlgemerkt. Momentan wäre es ein Bruttolohn von 1700 Euro. Ganz ehrlich, ich weiß nicht was man bei so einem Gehalt dann noch an Abzügen hat, aber das ist für mich eigentlich der Punkt, an dem ich auch schon keine Lust mehr zum diskutieren habe.

Deshalb müsste schon seit über 20 Jahren (!) das Thema LOHNNEBENKOSTEN senken RICHTIG angegangen worden sein...
 
Das eine hat doch aber mit dem anderen nichts zu tun.
Wenn ich Dich richtig verstehe, fehlt es dir an Verständnis, dass sie sich für Haus und Hof (und die damit verbundene Arbeit) diesen Arbeitsweg aufbürdet.
Viele macht das eben happy. Nachbarn meiner Mom mit deren Kids unsere gut befreundet sind, haben da auch ihr Ding entwickelt. Neben dem fetten Pool ist unmittelbar ein großes Hühnergehege. Für sie normal. Wenn ich da kurz rüber gehe, denke ich WTF der Gestank ist ja die Hölle und direkt in diesem Geruch planschen die Kinder.
Aber das ist ihr Ding und die zelebrieren das nebst Job, Kind und Kegel.
Meins wäre es nicht. Mir reicht unser Garten schon aber ich finde es schön und sinnvoll.
Und hin und wieder bekommen wir frische Eier. Leider geil.
80% von dem Grünzeug, was wir zwei mal die Woche bei meiner Mutter essen ist aus eigenem Anbau.
Jetzt haben unsere Kinder eigene Beete bekommen die sie bewirtschaften unter freundlicher
Anleitungen. Find das top. Quasi Haus und Hof light.
 
Sorry, pil. Aber jeder geistig gesunde Mensch sagt sich doch, für Mindestlohn gibt‘s Mindestleistung.

Sorry , aber das ist Bullshit. NIEMAND wird gezwungen für den Mindestlohn zu arbeiten! ABER wenn man durch persönliche Umstände, Schulbildung,Bequemlichkeit etc. in EGAL welchem Job arbeitet sollte man diesen auch so gut wie möglich versuchen zu machen!

Genau wegen dieser Einstellung "Mindestlohn=Mindestleistung" erreichen die meisten nichts in ihrem Job und/oder werden nie einen anderen besseren Job finden!

Wir hatten vor XX Jahren als 3 Mann (Startup)Firma einen sehr netten und fähigen UPS Fahrer der für uns zuständig war.
Als wir "expandiert" haben und jemand fürs Lager & Versand
gesucht haben habe ich ihn als erstes gefragt und er hat sofort zugesagt.
Später hatten wir dann 5 Leute im Lager und Versand.
Dann wo die Firma auf 30 Leute angewachsen war hat der ehemalige UPS Fahrer bei uns die Lager- & Versandleitung gemacht.
Der hatte Hauptschulabschluss und null Ahnung von Bürotätigkeiten - hat sich aber durchgebissen und alles super bewältigt!
Und er war später zusammen mit einer Büromitarbeiterin verantwortlich das in der Firma alles rundlief wenn meine Frau und ich nicht im Haus waren!

Insgesamt war er bis wir die Firma verkauft haben über 16 Jahre bei uns tätig und wir sind heute noch befreundet und haben Kontakt!

Er hat gutes Geld bei uns verdient und einen Mercedes E Klasse Kombi als Dienstwagen gehabt!

So kann es auch gehen!
 
Absolut. Aber dann muss man sich auch nicht ständig über den Arbeitsweg auskotzen. Die Entscheidung haben sie mal getroffen. Bzw. ihr Mann hat ja nen Weg von 10 Minuten zur Arbeit. Dafür hat sie sich mal entschieden, mit allem was da dranhängt, Zeit, Sprit und Arbeit. Einen Eierhandel gibt es bei uns mittlerweile auch.
 
Sorry , aber das ist Bullshit. NIEMAND wird gezwungen für den Mindestlohn zu arbeiten! ABER wenn man durch persönliche Umstände, Schulbildung,Bequemlichkeit etc. in EGAL welchem Job arbeitet sollte man diesen auch so gut wie möglich versuchen zu machen!

Genau wegen dieser Einstellung "Mindestlohn=Mindestleistung" erreichen die meisten nichts in ihrem Job und/oder werden nie einen anderen besseren Job finden!

Wir hatten vor XX Jahren als 3 Mann (Startup)Firma einen sehr netten und fähigen UPS Fahrer der für uns zuständig war.
Als wir "expandiert" haben und jemand fürs Lager & Versand
gesucht haben habe ich ihn als erstes gefragt und er hat sofort zugesagt.
Später hatten wir dann 5 Leute im Lager und Versand.
Dann wo die Firma auf 30 Leute angewachsen war hat der ehemalige UPS Fahrer bei uns die Lager- & Versandleitung gemacht.
Der hatte Hauptschulabschluss und null Ahnung von Bürotätigkeiten - hat sich aber durchgebissen und alles super bewältigt!
Und er war später zusammen mit einer Büromitarbeiterin verantwortlich das in der Firma alles rundlief wenn meine Frau und ich nicht im Haus waren!

Insgesamt war er bis wir die Firma verkauft haben über 16 Jahre bei uns tätig und wir sind heute noch befreundet und haben Kontakt!

Er hat gutes Geld bei uns verdient und einen Mercedes E Klasse Kombi als Dienstwagen gehabt!

So kann es auch gehen!

Freu mich für ihn. Es ist aber ein Irrtum zu glauben, dass im Niedriglohnsektor unter prekären Arbeitsbedingungen Fleiß allein ausreicht, um sich da herauszuarbeiten. Ausnahmen gibt es immer, es ist aber nicht die Regel.
 
Das mit dem Mindestlohn ist wirklich ein zweischneidiges Schwert. Natürlich ist es gut und richtig, dass auch diese Jobs mehr verdienen. Zu mehr Entlassungen hat ja auch die ursprüngliche Einführung nicht geführt wie befürchtet wurde. Allerdings ist halt der Effekt davon, dass letztlich alles teurer wird. Ist ja logisch. Wenn der Bäcker seinen Angestellten 20% mehr zahlen muss, wird er das letztlich umlegen auf die Verkaufspreise. Somit geht das Thema Inflation in diesen Bereichen munter weiter. Oder eben die Qualität wird weniger um Preise annähernd halten zu können. Und das sind eben Themen die am Ende auch wieder eher diejenigen treffen die an der unteren Einkommensgrenze verdienen wie die meisten Ktler. Nur dass eben schon irgendwann der Punkt kommt, andem die Preise sich nicht weiter erhöhen lassen und dann wirds eben für manche Unternehmen eng. Bei uns hat zb unser Pizzaservice bei dem wir gerne bestellen, die Preise in den letzten 3 Jahren dermaßen erhöht, dass für mich da auch ne Grenze überschritten wurde, dass wir da nicht mehr bestellen. Tja, durch Mindestlohn wird dessen Situation nicht besser werden.

Es ist eben leider so, dass viele Unternehmen nicht die große Rendite erwirtschaften und es dann eben richtig schwer wird, wenn dann so eine Lohnerhöhung kommt. Ich verstehe da schon was Pil meint. Gerade Kino ist eh ne schwierige Branche. Und dass da die Personalkosten jetzt nochmal deutlich steigen wird es nicht leichter machen. Aber wir beschweren uns ja jetzt schon wie ach so teuer Kino im Verhältnis ist. Viele sind also selbst nicht bereit für Leistungen so zu zahlen wie sie vergütet werden müsste, beschweren sich aber über die bösen Unternehmer die sich die Säcke voll machen wollen. Da denke ich immer an @Zerfikka der sich den Arsch aufreisen muss um über die Runden zu kommen, aber auch im Prinzip theoretisch pauschaliert Feindbild vieler ist, weil ja Unternehmer. Und denen geht es perse ja zu gut. Von daher wäre ja eher die Frage wie man so etwas gestaltet bekommt, dass es die richtigen trifft wie Amazon und Co, den kleineren Unternehmen aber eine gewisse Handlungsfreiheit lässt.

Aber wir werden sehen wo wir in ein paar Jahren stehen und sich die aktuelle Inflation einpendelt.
 
Freu mich für ihn. Es ist aber ein Irrtum zu glauben, dass im Niedriglohnsektor unter prekären Arbeitsbedingungen Fleiß allein ausreicht, um sich da herauszuarbeiten. Ausnahmen gibt es immer, es ist aber nicht die Regel.

Der ausschlaggebende Punkt war aber ZUERST das er einen "Scheissjob" als Paketfahrer so GUT wie möglich trotzdem jeden Tag gemacht hat!
Sonst hätte ich ihm keinen Job angeboten!
 
Absolut. Aber dann muss man sich auch nicht ständig über den Arbeitsweg auskotzen. Die Entscheidung haben sie mal getroffen. Bzw. ihr Mann hat ja nen Weg von 10 Minuten zur Arbeit. Dafür hat sie sich mal entschieden, mit allem was da dranhängt, Zeit, Sprit und Arbeit. Einen Eierhandel gibt es bei uns mittlerweile auch.

Da hast du natürlich recht.
Das muss nicht sein.
 
Der ausschlaggebende Punkt war aber ZUERST das er einen "Scheissjob" als Paketfahrer so GUT wie möglich trotzdem jeden Tag gemacht hat!
Sonst hätte ich ihm keinen Job angeboten!

Ich schätze, jeder in prekären Arbeitsverhältnissen checkt erstmal ab, ob der Betrieb ihn Aufstiegsmöglichkeiten bietet und verhält sich dann entsprechend. Bin ich da als Billiglöhner eingestellt, um die ungeliebte Drecksarbeit zu machen? Wechselt da oft das Personal? Werden inkompetente Organisationsstrukturen letztlich auf mir abgeladen? Bin ich der Idiot, der hier an der Front steht und alles ausbaden muss? Hab ich vermutlich auch keine Lust hier mein Leben lang zu arbeiten, auch nicht in einer besseren Position. Baut da gerade jemand etwas auf, so wie bei dir und ich bin der richtige Mensch am richtigen Ort? Dann fordere ich mein Glück heraus und lege mich ins Zeug.
 
Ich schätze, jeder in prekären Arbeitsverhältnissen checkt erstmal ab, ob der Betrieb ihn Aufstiegsmöglichkeiten bietet und verhält sich dann entsprechend. Bin ich da als Billiglöhner eingestellt, um die ungeliebte Drecksarbeit zu machen? Wechselt da oft das Personal? Werden inkompetente Organisationsstrukturen letztlich auf mir abgeladen? Bin ich der Idiot, der hier an der Front steht und alles ausbaden muss? Hab ich vermutlich auch keine Lust hier mein Leben lang zu arbeiten, auch nicht in einer besseren Position. Baut da gerade jemand etwas auf, so wie bei dir und ich bin der richtige Mensch am richtigen Ort? Dann fordere ich mein Glück heraus und lege mich ins Zeug.

und welche Aufstiegsmöglichkeiten hat der UPS Fahrer denn da wohl gewittert ?
 
Deshalb müsste schon seit über 20 Jahren (!) das Thema LOHNNEBENKOSTEN senken RICHTIG angegangen worden sein...

Ehrlich gesagt, ich zahle lieber über Steuern für das Allgemeinwohl, für Infrastruktur, sozialen Wohnungsbau, Schulen usw. als das es am Ende in den Taschen der Konzerne landet. Spritpreise sollen ja auch schon wieder steigen. Das wird allgemein so hingenommen, dass damit spekuliert wird. Aber 12 Euro Mindestlohn? Dann kosten ja die Brötchen noch mehr Geld …
 
Ehrlich gesagt, ich zahle lieber über Steuern für das Allgemeinwohl, für Infrastruktur, sozialen Wohnungsbau, Schulen usw. als das es am Ende in den Taschen der Konzerne landet. Spritpreise sollen ja auch schon wieder steigen. Das wird allgemein so hingenommen, dass damit spekuliert wird. Aber 12 Euro Mindestlohn? Dann kosten ja die Brötchen noch mehr Geld …
???
Wenn die Lohnnebenkosten gesenkt werden hat nicht nur der Arbeitgeber weniger Kosten sondern der Mitarbeiter auch mehr Netto vom Brutto!
 
Ich schätze, jeder in prekären Arbeitsverhältnissen checkt erstmal ab, ob der Betrieb ihn Aufstiegsmöglichkeiten bietet und verhält sich dann entsprechend. Bin ich da als Billiglöhner eingestellt, um die ungeliebte Drecksarbeit zu machen? Wechselt da oft das Personal? Werden inkompetente Organisationsstrukturen letztlich auf mir abgeladen? Bin ich der Idiot, der hier an der Front steht und alles ausbaden muss? Hab ich vermutlich auch keine Lust hier mein Leben lang zu arbeiten, auch nicht in einer besseren Position. Baut da gerade jemand etwas auf, so wie bei dir und ich bin der richtige Mensch am richtigen Ort? Dann fordere ich mein Glück heraus und lege mich ins Zeug.

Du willst es nicht verstehen , oder?
Er hat sich schon VORHER in seinem Paketfahrer-Job trotz "Mindestlohn" ins Zeug gelegt und einen besseren Job wie seine "Kollegen" gemacht.
Deshalb ist er mir (uns) positiv aufgefallen und wir haben ihm einen Job angeboten!
 
Hat der dann nicht im Lager auch als billige Arbeitskraft angefangen?
Nein - denn er war der erste und damals einzige Mitarbeiter im Lager/Versand für rund 1 Jahr.
Selbe Arbeitszeit und etwas mehr Geld wie bei UPS.
Ihm war wichtig(er) das er nicht mehr den ganzen Tag in der Gegend herumrasen muss(te).
 
???
Wenn die Lohnnebenkosten gesenkt werden hat nicht nur der Arbeitgeber weniger Kosten sondern der Mitarbeiter auch mehr Netto vom Brutto!

Und wieviel wäre das dann deiner Meinung nach? 5o Euro netto? Die dann sofort in versteuerten Konsum investiert werden müssen, da alles teurer wird? Wo genau willst du die Abstriche bei den Lohnnebenkosten machen? Die sind ja bei Mindestlohnempfängern schon niedriger.
 
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