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Der Politikthread

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@Bexter du darfst nicht den Fehler machen, Entwicklungen, die du in Echtzeit wahrnimmst, sofort als große Lageveränderung oder Wendepunkt zu interpretieren. Wir schauen hier live einem Krieg zu. Und Kriege dauern in der Regel, gerade, wenn sich die Kriegsparteien mehr oder weniger auf Augenhöhe befinden. Militär ist schwerfällig - Umgruppierungen, Verschiebungen von Kräften, Nachführen von Nachschub - all das dauert.

Du darfst nicht vergessen, dass die 35 Kampftage dieses Konflikts, der womöglich Jahre dauern wird, später vielleicht zwei Zeilen im zugehörigen Wikipedia-Artikel füllen werden. Wir blicken total verkürzt auf die Geschichte zurück, was unser Verständnis von Kriegen beeinflusst. Für viele ist der Zweite Weltkrieg in Europa eine Abfolge bekannter Schlachten: Überfall auf Polen, Überfall auf Frankreich, Überfall auf Russland, Stalingrad, D-Day, Schlacht um Berlin. Diese wenigen Schlagworte haben aber in Wirklichkeit 6 Jahre gefüllt - und jeden Tag ist an allen Fronten irgendetwas passiert.

Ein letzter Weltkriegs-Vergleich:
Der bekannte D-Day fand am 6. Juni 1944 statt. Tatsächlich brauchten die Alliierten aber bis Ende Juli 1944, um aus ihrem Brückenkopf in der Normandie auszubrechen und in einer großangelegten Offensive die Deutschen aus Frankreich zu werfen.

Stell dir vor, du hättest damals gelebt und die Ereignisse jeden Tag in der Zeitung verfolgt. In diesem langen Zeitraum von fast zwei Monaten gab es Fortschritte, aber auch deutsche Gegenangriffe und Rückzüge. Erst die Zeit zeigte, wie die Sache tatsächlich ausging. Du hättest aber wahrscheinlich jeden deutschen Gegenangriff zum Anlass genommen, um an das Scheitern der Offensive zu glauben ...

Back to Ukraine:
Wir neigen hier im Westen dazu, dass ukrainische Narrativ über den Kriegsverlauf für bare Münze zu nehmen. Ich warne da zur Vorsicht. Die Russen mögen massivste Verluste erlitten haben, aber sie sind alles andere als geschlagen. Ich würde die aktuelle Ruhephase als Versuch bewerten, den Schwerpunkt der Offensive zu verschieben - dazu passt auch das aktuelle politische Gebaren des Kreml. Russland scheint erkannt zu haben, dass Kiew kurzfristig nicht zu knacken ist - nicht mit den verfügbaren Kräften jedenfalls - daher könnte man nun dazu übergehen, die Entscheidung im Osten des Landes zu suchen, indem man dort die ukrainische Armee einkesselt und vernichtet.

Die Messe ist hier noch nicht gelesen und wir sollten nicht den Fehler machen, Russland zu unterschätzen.
 
Sollte der Angriff auf russischen Gebiet echt sein wäre das allerdings schon ein bisschen Peinlich für die Russen die meinen den Luftraum zu kontrollieren.
 
Sollte der Angriff auf russischen Gebiet echt sein wäre das allerdings schon ein bisschen Peinlich für die Russen die meinen den Luftraum zu kontrollieren.
Kann sein dass ich falsch liege, aber zwei so tief fliegende Helikopter werden nicht vom Radar der AA-Anlagen wahrgenommen.

Und wenn man da schnell zuschlägt wie es den Anschein macht, kann man damit dann auch die Bodentruppen mit ihren MANPADs überraschen, die das natürlich schnell abwehren könnten (ich gehe mal davon aus, dass die russische Armee irgendwelche zielsuchenden tragbaren Raketenwerfer hat)
 
Dass man durch tief fliegen das Radar austricksen kann gilt für moderne Radar Anlagen afaik nicht mehr. Und die Russen haben in dem Bereich sehr moderne Anlagen. Vielleicht stimmt auch einfach die Ausbildung nicht, denn in der Ukraine bemerken die Russen ja scheinbar auch nichts am Himmel.
 
Ich denke wir alle feiern natürlich jeden kleinen Erfolg der Ukrainer. Ich meine auch hier gab es nicht wenige die Anfangs der Meinung waren, dass die Ukrainer keine Chance gegen Russland haben werden. Und inzwischen sieht das schon anders aus. Russland wollte zu schnell zu viel und mit dem vier Frontenkrieg einen unverzeihlichen strategischen Fehler begangen, der viel Material und Menschenleben gekostet hat. Das haben die Ukrainer nun ausgenutzt und im Norden zurück geschlagen. Umgekehrt ist es aber auch so, dass die Russen eben im Süden wohl sehr erfolgreich sind. Und auch die Ukrainer große Verluste haben und Russland da eben seine Macht schon ausspielen kann. Insbesondere da dort die Versorgung auch steht. Die Ukrainer leisten hier zwar starken Widerstand, aber insgesamt darf man davon ausgehen, dass Russland dort die Überhand gewinnt. Und ich denke ab dann wird es auch eher auf einen "klassischen" Stellungskrieg hinaus laufen der lang und zäh wird ohne große Zugewinne für die ein oder andere Seite. Im ersten Monat war hier extrem viel Bewegung in der Sache. Aber so lange die Ukraine weiter vom Westen mit Waffen und Ausrüstung beliefert wird, werden sie den Russen absolut die Stirn bieten können. Wie "verzweifelt" Russland ist, sieht man doch schon daran, dass sie sogar syrische Söldner aufnehmen. Wäre Russlands Heer so groß und stark, hätten sie das überhaupt nicht nötig.

Von daher wird ab einem gewissen Punkt auch die Frage sein wie lange die Parteien sich einen solchen Stellungskrieg dann geben wollen um dann am Ende am Verhandlungstisch wirklich über das Ende des Krieges zu verhandeln. Der Schaden für die Weltgemeinschaft ist aber so oder so da und wird uns noch lange beschäftigen.

Kudos übrigens auch an die Belarussischen Schienenarbeiter. Die haben wohl das Schienensystem sabotiert um russische Züge entgleisen zu lassen. Und auch Teile des Heeres haben sich wohl dagegen gewehrt in die Ukraine einzumarschieren, weswegen aus Belarus bisher keinerlei Unterstützung für Russland kam. Das sind alles kleine Helden die der großen Sache helfen. Finde ich in Bezug aufs Menschsein wieder mutmachend.
 
Würde ein Ende der Gaslieferungen sogar den Zusammenbruch deutscher Chemiekonzerne herbeiführen – mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Industrie? Wahrscheinlich kann niemand die vollen Konsequenzen absehen, die ein Importstopp mit sich brächte; nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa.

Das ist allerdings der springende Punkt...
 
Wie ich weiter oben schon zitierte und auch seit Wochen vertrete. Mit 10% an Energieeinsparungen könnte man auf so gut wie die gesamten Öl-Lieferungen aus Russland verzichten. Das wäre immerhin ein Anfang und ein klares Signal. Trotz all der schlimmen Bilder und der Flüchtlingsströme, hat man in Deutschland offenbar an den entscheidenden Stellen noch nicht verstanden, was hier passiert. Es wird alles auf Putin geschoben, der allerdings auch wahlweise krank, alt oder irre ist. Die russische Bevölkerung nimmt man eher in Schutz, die werden wahlweise unterdrückt oder nicht richtig informiert. Mit dem Move bringt Putin allerdings seine Bevölkerung nachhaltig hinter seine Politik. Die Russen schweigen nicht nur aus Angst, sie tun es auch weil sie sein Vorgehen mindestens billigen, oft sicher auch gutheißen. Er gehört jetzt gestoppt, man muss ihn jetzt knallhart gegen eine Wand fahren lassen. Dazu muss Europa auch energiepolitisch viel enger zusammenwachsen. Ich hatte zuletzt bei Olaf nicht den Eindruck, dass er das wirklich möchte. Wie er das „freiwillig“ immer wieder betonte.
 
Das ist allerdings der springende Punkt...
Eben.

Man darf nicht übersehen, dass in der Industrie in ganz weiten Teilen Gas benötigt wird. Ihr werdet lachen, aber dann sind selbst Hamsterkäufe an Klopapier gar nicht mehr so dämlich, wie sie zunächst wirken. Ich habe letztens einen Bericht einer deutschen Firma gesehen, die die Papp-Rollen innerhalb der Klopapierrollen herstellen. Die können ohne Gasversorgung ihren Laden dicht machen. Ich habe mir vor ein paar Jahren mal die Fertigung im VW-Werk von Fahrwerksteilen aus Aluminium angesehen, für die trifft das Gleiche zu.

Das soll keine Wertung sein wie verabscheuungswürdig dieser Krieg ohne Frage ist, aber die Leute sollten sich klar darüber sein, dass es bei einer echten Rezession vielleicht nur noch 50% Kurzarbeitergeld gibt, irgendwann vielleicht sogar gar keins mehr und ein gekürztes Hartz 4 winkt.

Es werden die Stimmen kommen: "und das für die Ukraine?" Die Antwort darauf sollte jeder für sich selbst jetzt schon einmal überlegen.

Mögest du in beschissenen Zeiten leben oder so ähnlich lautet ein chinesisches Sprichwort. :(
 
Wenn es kein Problem ist, warum wird es dann nicht gemacht?
und bei Kohle auch (nach Polen bspw.). Der Transport von Gas funktioniert aber nicht genau so wie bei Öl und Kohle.

Genau deswegen haben die Russen auch noch nicht den Gashahn zugedreht. Die Pipelines hat man ja nicht aus Spaß an der Sache gebaut. Bis die ähnliche Mengen bspw. nach China liefern könnten, wären erstmal sehr große Investitionen in neue Pipelines nötig.
 
und bei Kohle auch (nach Polen bspw.). Der Transport von Gas funktioniert aber nicht genau so wie bei Öl und Kohle.

Genau deswegen haben die Russen auch noch nicht den Gashahn zugedreht.
Die Pipelines hat man ja nicht aus Spaß an der Sache gebaut. Bis die ähnliche Mengen bspw. nach China liefern könnten, wären erstmal sehr große Investitionen in neue Pipelines nötig.

Genau. Es ist auch kaum möglich die Förderung ohne großen Aufwand und Risiko zu drosseln.

Deswegen ist es auch von unserer Seite ein mächtiges Druckmittel. Ich habe wenig Hoffnung, dass es Scholz zielführend einsetzt.
 
Ich schaff das zuschauen schon nicht, imagine man müsste da durchfahren
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Weggeräumt hatte man die dann so:
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Balls of Steel
 
Sollte das real sein, wurden die Wodka-Rationen an russische Minenleger wohl erhöht. Genau so wie dargestellt, kann man die dann nämlich räumen. :O
 
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