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Gast
Meine Befürchtung liegt eher darin, dass Selenskyi nicht der ist, der er vorgibt zu sein und daher auch nicht der richtige Verhandlungspartner für Putin in einer solchen Auseinandersetzung ist.
https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article131474811/Der-kalte-Krieg-der-Oligarchen.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Ihor_Kolomojskyj
Wenn das der Mann hinter Selenskyi sein sollte, wovon ich ausgehe, wird sich Putin keinen Millimeter bewegen. Dass es es sich bei dem Konflikt um einen Stellvertreterkrieg handelt, sollte jedem klar sein. Aber die beteiligten Parteien sind m. E. ganz und gar nicht offensichtlich.
Mit Verlaub, zu einem StellvertreterKRIEG hat Putin ihn erst gemacht!
Dass es in der Ukraine (so wie in vielen anderen Regionen der Welt) auch um Geopolitische Interessen, Einfluss und somit auch um die Einmischungen im Inneren sowie aus dem Ausland geht (Speziell im Dreier-Machtspiel Westen / Russland / China) ist leider nichts neues. Aber zu einem Krieg (!) hat Putin ihn erst gemacht.
Und ich sag dir jetzt auch wieso:
Weil sich Putin mit seinem zutiefst Korrupten und autokratisch rückwärtsgewandten Staat ...
- Pressefreiheitsranking auf Platz 150 von 180 [Link]
- Im Ranking Einkommen pro Kopf auf Platz 68 [Link] liegt, obwohl es international laut geschätztem BIP auf Platz 11 [Link] mitspielt.
- Nirgends auf der Welt klafft die Lücke zwischen arm und reich so groß wie in Russland [Link]
...
schwer damit zu kämpfen hat ausländische Machthaber und dessen Bevölkerungen (insbesondere der nach Freiheit und Frieden strebenden Welt) für den "russischen Weg" bzw. seine Geopolitischen Interessen zu überzeugen. Verbündete und Strategische Partner findet er eigentlich nur noch unter seines Gleichen, Machthaber die mit gleichen oder noch härteren Mitteln ihre Machtposition gegenüber der eigenen Bevölkerung auf erdrücken (siehe Belarus). Und auch mit seiner Weltweit operierenden Desinformationskampagnen (die Softpower die er via Fakenews-Schleudern wie RT, Spunik ect. im Ausland für seine Propaganda einsetzt um dort die Bevölkerung Links wie Rechts gegen den Staat aufzuwiegeln), gelingt ihm die Einflussnahme - weil solch offensichtliche Propaganda und schlecht gemacht - im Ausland nicht. Auch mit seinen gelegentlichen Morden und Giftanschlägen gegen Dissidenten gelingt es ihm nicht im Ausland die Bevölkerung, durch pure Abschreckung, zum schweigen zu bringen. Ebenso mit seinem Cyber- und Informationskrieg zur Beeinflussung der Wahlen/Bevölkerung gelingt es ihm nicht seine Interessen im Ausland durchzusetzen, bzw. Personen und Machtstrukturen (in Westen vor allem die Far-Right Bewegungen) zu etablieren die dann in seinem Interesse agieren. Alles was er in der jüngsten Vergangenheit getan hat, alles was man aus russischen Vasallenstaaten hört, liest und sieht und alles zudem Russland unter Putin geworden ist ... führt dazu, dass sich alle der noch nach Freiheit und Demokratie strebenden Staaten sich von Russland zunehmend entfremden und dem Westen ganz freiwillig in die Arme fallen. Und sich tatsächlich (und jetzt ganz real) durch Russland bedroht sehen.
Vom diplomatischen Weg hat sich Putin in der multilaterale Weltordnung längst verabschiedet. Ihm ist schon lange nicht mehr zu trauen. Und ja, mag sein dass der Westen auf das neuerstandene Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion mit wenig Rücksicht und Respekt begegnet ist. Mag sein, dass man Russland nicht auf Augenhöhe betrachtet hat und mag sein, dass man vorrangig eigene Interessen (Nato Erweiterung) verfolgt hat. Aber die Nato ist und war zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Russland. Denn dass wovor sich Putin und der Kreml tatsächlich fürchten ist die Demokratisierung der Ukraine und dass sich diese Demokratisierung in diesem teils auch russisch-sprachigen Land auf die Russische Förderation überspringen könnte. Deswegen führt er Krieg. Nicht weil er in der Nato eine militärische Bedrohung fürs eigene Land sieht und sich deswegen gegen den Westen stark machen muss. Und auch nicht weil er seine ökonomische Macht und Einfluss in der Ukraine schwinden sieht. Sondern einzig und allein weil er Angst vor einem ähnlichen Demokratisierungsprozess in eigenem Land (Welches er Notfalls auch mit harter Hand, Lug und Trug an der eigenen Bevölkerung weiterführt) hat. Denn Russland ist PutinsLand und Putin möchte halt ewig herrschen, international mitbestimmen und notfalls souveräne Staaten und dessen Entscheidungen mit dem Krieg oder dem Atomkrieg bedrohen.
Aber mach du ruhig weiter mit deinem "aber Selenskyi...", "aber die Nato...", "aber, aber..."-Spielchen.
Dass unsere "Demokratie" längst nicht so lupenrein, korruptionsfrei und sauber ist.
Und wir auch Völkerrechtswidrige Kriege führten bzw. uns dazu hinreißen lassen haben. Ist nichts neues, wird und wurde vielfach Kritisiert und dagegen Demonstriert und ist nichts was WIR uns in der Zivilgemeinschaft wünschen.
Aber jetzt führt gerade der zum Diktator mutierende und Demokratien und Freiheiten bekämpfende Putin Krieg in der Ukraine.
Also lass doch einfach mal diesen wahnsinnig blödsinnigen und unsäglichen Whataboutismus weg.
Der Feind der Demokratie sitzt weder in der Ukraine, noch in der USA bzw. in der Europäischen Union, sondern im Kreml.
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