Man kann die Ukraine nicht "kurzfristig" aufnehmen.
Die EU ist nicht wie die NATO ein niederschwelliges Verteidigungsbündnis, sondern ein tiefgreifendes Staatenbündnis, bei dem ALLE teilnehmenden Staaten in vielen Bereichen der Gesellschaft Mindestmaße aufweisen müssen, bei dem langwierige Gesetzangleichungsverfahren notwendig sind und es ist ein vollkommen offener Wirtschaftsraum
Hier muss man imo tierisch aufpassen, im jetzigen Trubel keine Fehler zu machen. Die Ukraine muss auch in Friedenszeiten zur EU passen, sie muss die Rechte und Pflichten vollunmfänglich erfüllen können.
Und machen wir uns nix vor - bei aller Einheit jetzt gegen das Unrecht weiß ich nicht, ob die Ukraine bereit ist, in der EU Mitglied zu sein. Bis vor wenigen Jahren war der (damalige) ukrainische Präsident klar prorussisch. Die Ukraine und deren Bevölkerung sind zu bedeutenden Teilen ethnische Russen und deren Kultur und Selbstverständnis auch russisch geprägt. Es ist KEIN klassisches europäisches Land, was die Kultur und Geschichte angeht - es liegt nur geographisch in Europa, seit Lenin den Staat der Ukraine geschaffen hat.
Abgesehen davon muss man nicht denken, dass Russland aufhört, auf die Ukraine zu schielen, solange Putin und Nachfahren mit ähnlichen Überzeugungen an der Macht sind. Aus geopolitischer Sicht würde man die EU an der Ostflanke zu einem nicht absehbaren Konfliktherd machen.
Ich weiß nicht, ob es das wert ist, aus etlichen Gründen.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich den Verein EU jetzt schon deutlich zu groß finde. Mit dieser Vielfalt an Meinungen und dem Einstimmungkeitsprinzip ists schon jetzt ein Graus, da wirklich etwas zu bewegen. Das darf nicht noch mehr werden.