Das Problem an der ganzen Debatte eigentlich ist, dass man den ganzen Wohnraummangel und die Mietpreis Situation aus rein Marktökonomischer Sicht erklärt (ergibt ja auch Sinn: Angebot und Nachfrage halt), es sich dann aber einfach macht und es dann auch ausschließlich mit rein Marktökonomischen Mechanismen lösen will. Gleichzeitig das Soziale (der Menschen, die Gesellschaft) einfach stumpf beiseite geschoben wird, beziehungsweise bei dieser rein Marktökonomischen Lösung nur noch als Schachfigur und auf sein Kapital reduziert wird. Es geht hier nicht mehr um den Mensch, sondern um ein paar Schachfiguren. Diese lassen sich auch sehr viel einfacher verschieben. Die Kapital schwachen (Bauernopfer) kommen ins Umland - völlig egal ob sie in der Stadt gebraucht werden oder nicht (Lehrer, Frisöre, Bäcker, Handwerker ect.) und die Kapitalstarken verschiebt man einfach in die Mitte um den König.
Viele Menschen wollen in die Stadt und der Platz fehlt halt.
So betrachtet löst man das Problem natürlich äußerst effizient und zügig.
Was diese Lösung dann natürlich auch so äußerst attraktiv macht, da so simpel und einfach.
Dann erzählt der Typ, dass der Mietpreisdeckel eine Art Teilenteignung ist, weil hier ja massiv in den Cashflow der Eigentümer eingegriffen wird. Da man mit solch Eingriff nicht mehr das Einfahren kann was der Markt nach rein (freier-)Marktökonomischer Sicht hergeben würde. Und dann erdreistet er sich noch das Ganze salopp mit diesen Worten zu garnieren:
"Dann heißt das, dass die Differenz aus diesem Cashflow, wird Ihnen weggenommen und den Mietern übergeben", "Der Mietpreisdeckel ist eine Teilenteignung des Vermieters und ein teilweise Eigentumsübergang an den Mieter". Rahmt das Ganze geschickt als etwas unethisches ein, weil die de-facto anhaltende Umverteilung von Unten nach Oben gebremst wurde. Zur Erinnerung:
Anhang anzeigen 138570
https://de.statista.com/statistik/d...e/mietpreise-auf-dem-wohnungsmarkt-in-berlin/
Ich finde auch nicht, dass die steigenden Mieten und eine Anpassung des Markts das Problem an sich sind.
Viel mehr die Schnelligkeit, der Härte und Brutalität in der dies in Deutschlands Städten gerade geschieht, weil sie vielen Mietern einfach gerade kaum Raum zum Atmen, Entfalten und Entwickeln gibt und einfach seitens Mietern Sicherheit fehlt. Diese Entwicklung im Turboschritt ist einfach eine Sozioökonomische Katastrophe. Und ich bin der Meinung, dass hier irgendwie - für den gesellschaftlichen frieden und einer gewissen Stabilität - eingreifen werden muss. Die angespannte Wohnungssituation (zu wenig Wohnraum) muss nicht mit der Brechstange durch eine Turbo-Gentrifizierung gelöst werden, in den man einfach in Rekordzeit die Mieten in die Höhe schnellen lässt und Altmieter reihenweise auf die Straße setzt.
Meiner Meinung nach muss das Thema fehlender Wohnraum in den Ballungsgebieten auf höchster Ebene erstmal als essenzielles Problem Anerkannt werden um es dann auch auf Bundesebene anzugehen. In der Stadt, auf dem Land und Kommunen fehlt es einfach an Geld um hier schnell für Entspannung zu sorgen. Sind daher viel zu abhängig von der Privatwirtschaft, die halt überwiegend alles andere baut als gebraucht wird.
Allgemein müsste man aber mal Gesellschaftlich klären wie wir in einer Gemeinschaft in den Städten mit dem Thema Mangel an Wohnraum umgehen wollen. Da auch die Städte durch den Geringverdiener (Pädagogen, Handwerker, Bäcker ect.) erst lebt. Sollen die alle in 20 Jahren am Stadtrand in Käfighochhaus wohnen?