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Der Politikthread (1 Betrachter)

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Mir ist Spargel auch völlig egal, aber es geht ja um mehr, als um die weißen Wurzeln. Erntehelfer werden überall in der Landwirtschaft benötigt, egal ob das Äpfel, Birnen, Trauben oder eben Spargel ist. Und das ist etwas, was man halt nicht auf irgendwann verschieben kann. Das Zeug muß jetzt geerntet werden, sonst ist es zu spät.
Na dann, melde dich doch dafür. Aber bitte beschwere dich nicht über die Entlohnung, kannst froh sein dass du überhaupt was dafür bekommst. :)
 
Dann lassen wir doch einfach nur noch Ausländer für 'nen scheiss Lohn für uns arbeiten. Dann geht es denen ja vermeintlich gut.

Maßstäbe definiert man nicht nur für das eigene Volk, wenn, dann für alle.

So ein Schwachsinn. Wenn wir mal ein paar Ebenen höher gehen wird man sehen, dass Schweizer für die gleiche Arbeit deutlich mehr verdienen als die Deutschen auf der anderen Seite der Grenze. Lohnniveaus passen sich an die lokalen Gegebenheiten an. Deswegen zieht es Deutsche zum Arbeiten in die Schweiz und Rumänen nach Deutschland. Das war schon immer das Problem mit wirtschaftspolitischen Einstellungen im linken (und rechten) Spektrum. Für sie ist nicht eine möglichst wertneutrale Betrachtung, sondern immer eine wertende Meinung Grundlage aller Entscheidungen. Und die damit einhergehende Arroganz, dass gefälligst niemand zu einer anderen Wertung zu kommen habe. Schon gar nicht die Betroffenen, über die man entscheiden möchte, denn die sind ja Opfer, die können keine eigene Entscheidung treffen.
 
So ein Schwachsinn. Wenn wir mal ein paar Ebenen höher gehen wird man sehen, dass Schweizer für die gleiche Arbeit deutlich mehr verdienen als die Deutschen auf der anderen Seite der Grenze. Lohnniveaus passen sich an die lokalen Gegebenheiten an. Deswegen zieht es Deutsche zum Arbeiten in die Schweiz und Rumänen nach Deutschland. Das war schon immer das Problem mit wirtschaftspolitischen Einstellungen im linken (und rechten) Spektrum. Für sie ist nicht eine möglichst wertneutrale Betrachtung, sondern immer eine wertende Meinung Grundlage aller Entscheidungen. Und die damit einhergehende Arroganz, dass gefälligst niemand zu einer anderen Wertung zu kommen habe. Schon gar nicht die Betroffenen, über die man entscheiden möchte, denn die sind ja Opfer, die können keine eigene Entscheidung treffen.
Was man hier ausblendet: Wenn es überall gerechte Löhne gäbe hätte niemand das Bedürfnis ins Ausland abzuwandern, da man vor Ort genausogut verdienen kann als woanders. Positiver Nebeneffekt: Die ärmeren und armen Länder der Welt werden nicht ausgeblutet.
 
Was man hier ausblendet: Wenn es überall gerechte Löhne gäbe hätte niemand das Bedürfnis ins Ausland abzuwandern, da man vor Ort genausogut verdienen kann als woanders. Positiver Nebeneffekt: Die ärmeren und armen Länder der Welt werden nicht ausgeblutet.

Ja, und in etwa so realistisch wie an Bäumen wachsende Nutella.

Eure zum Kapitalismus alternativen Systeme haben alle einen kapitalen Fehler. Sie gehen entweder direkt von einem falschen Menschenbild aus, wie schon Marx damals, oder aber, was noch schlimmer ist, sie wollen den Menschen formen. Menschen ändern sich aber nur auf zwei Wegen. Entweder wenn die Verhaltensänderung ihnen Vorteile bringt, oder durch Zwang. Letzteres ist in der Regel nie von Dauer und ersteres. Tja, in tausenden Jahren Menschheitsgeschichte hat sich bisher nichts gegen kapitalistische Systeme durchgesetzt. Aber wer weiß, vielleicht erlebt ihr den Wandel ja doch noch mit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, und in etwa so realistisch wie an Bäumen wachsende Nutella.
Wie sagte jemand einst so schön (sinngemäß): "Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam jemand der das nicht wusste und hat es einfach gemacht."

Wo ein Wille, da auch ein Weg würde ich sagen. Aber mir ist schon klar dass die Profiteure unseres kapitalistischen Systems es nicht wollen dass es den anderen besser gehen könnte, schmälert ja ihren Profit.
 
Nicht nur das. Sondern auch der Wohlstand derer die dieses System halten und Verteidigen.
Denn teilen würde ja bedeutet, etwas von seinem abzugeben.
Das ist ja der große Witz daran aus meiner Sicht: Die, die die Profiteure des Systems sind, haben mehr als genug dass ihnen immer noch genügend übrig bleibt WENN sie nur ein wenig ihres Reichtums mit denen teilen die jetzt nicht unbedingt die Gewinner des Systems sind (aus welchen Gründen auch immer).
 
Allerdings eignet es sich aus meiner Sicht auch nicht besonders, um jetzt die große Kapitalismuskritik daran aufzuhängen. Da gibt es doch bessere Beispiele.
Ja na klar, deswegen muss man den Kapitalismus bei jeder Gelegenheit kritisieren, weil der Kapitalismus so grundlegend etabliert ist, dass er in beinahe allen Lebensbereichen greift und es quasi keine gesellschaftliche Prozesse (mehr) gibt, die frei von kapitalistischen Logiken sind.

Der Spargel ist nur eines der Beispiele, auf das dies zutrifft.
Und sicher kann man entgegnen, dass es am unterschiedlichen Lohnniveau liegt, dass man andernfalls die Lebensgrundlage der Menschen zunichte macht, die dafür möglicherweise sogar 'gerne' nach Deutschland zum arbeiten kommen und so weiter und so fort.
Das greift aber in so fern nicht, weil man natürlich weiter in der Systemlogik gefangen bleibt. Natürlich ist es scheiße für rumänische Erntehelfer*innen, wenn ihnen die Einnahmen wegbrechen auf die sie möglicherweise angewiesen sind.
Aber das ist ja nicht die Kritik, zumindest nicht meine. Ich kritisiere das System, dass genau für diese Konstellation verantwortlich ist.

Das Problem ist jedoch, dass in den meisten Diskussionen (so wie auch hier) die Phantasie einer 'kapitalismusbefreiten' Welt so eindimensional ist, dass die einzig vorstellbare Alternative ein gescheiterter Sozialismus zu sein scheint.
Das erschwert natürlich jede Diskussion; denn eine Alternative zum Kapitalismus - selbst eine abstrakte - scheint unvorstellbar und alle weiteren Argumente sind quasi tautologisch: dass z.B. ein unterschiedliches Lohnniveau herrscht etc. ist ja gerade ein Ergebnis des kapitalistischen Wettbewerbs und damit ebenso in der Kritik mitgemeint.

Das große Problem in der Nahrunsgmittelproduktion ist nunmal, dass sie - mit allen Vor- und Nachteilen - nach kapitalistischer Logik funktioniert. Das heißt, dass es einen Markt gibt, auf dem es Angebot und Nachfrage gibt und genau danach geregelt ist. Und der Lebens- und Arbeitsbedingungen, Ethik, Hunger und dergleichen höchstens mittelbar nachgeschaltet sind.

Wenn Lebensmittel in erster Linie also Kapital sind, dann folgt eben sowas:
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Das Angebot ist da, aber es gibt keine kapitalgestützte Nachfrage. Um Markt und Preise zu schützen werden die nicht absetzbaren Produkte dem Markt durch Vernichtung entzogen. Geschieht natürlich ebenso in Europa.
Es gibt hungernde Menschen und es gibt genügend Lebensmittel, aber in einer kapitalisitischen Marktlogik finden diese zwei Entitäten nicht zusammen.

Das gleiche passiert mit dem Spargel.
Da steckt weniger ein nahrhaftes Lebensmittel im Boden als vielmehr gebundenes Kapital, das vernichtet werden würde, wenn es nicht bald da rausgeholt wird.
Und im Kapitalismus zählt eben nur das Kapital, weshalb es auch politischer Wille es zu schützen.
Da diskutiert man dann einerseits, ob es unter dem Vorwand von Seuchenschutz wohl noch erlaubt ist, sich in München alleine auf eine Parkbank zu setzen und ein Buch zu lesen.
Und fernab davon, in einer scheinbar anderen Realität, werden Sonderflüge eingesetzt um Menschenmassen von A nach B zu transportieren um Kapital zu schützen.

Das ist dann eben meine grundsätzliche Kritik am Kapitalismus: dass die Logiken so weit greifen, dass sie letztlich fast schon gegensätzlich zum gesunden Menschenverstand stehen.
Und da frage ich mich einfach, ob es wirklich so geil ist in einem Gesellschaftssystem zu leben, dass vom gesunden Menschenverstand und vom Wohle der Menschen so weit entkoppelt ist, wie es im Kapitalismus nun mal in vielen Fällen ist:

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Aber die Alternative ist wohl SoZiAlIsMuS aka es gibt keine Alternative.


edit: Ich hab auch schon verständlicher formuliert aber jetzt ist der Beitrag geschrieben und naja
 
Man könnte natürlich auch hinzufügen, dass wir im März ungefähr ein halbes Dutzend Dow Jones Rekorde seit den 30er Jahren hatten. Positiv wie negativ. Oder dass staatliche Subventionen, als das Gegenteil vom Markt, eine nicht unerhebliche Rolle bei der Überproduktion und ineffizienten Verwendung von Lebensmitteln spielen. Jedes System hat seine Probleme, und der Kapitalismus hat einen Riesenhaufen davon. Das sind aber immer noch weniger als bei allen anderen, die man bisher ausprobiert hat. Aber da unsere Welt ja auf Wettbewerb beruht, kann die kapitalismusfreie Phantasie ja mal zeigen, was sie kann.
 
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