Das im Artikel verlinkte Interview lohnt sich aber auch nochmal zu lesen.
- Die Genossenschaften "Gemeinnützigen Baugenossenschaft Steglitz" und "bauen wohnen vertrauen" steigen aus dem Projekt Wohnungsbau auf den Buckower Feldern aus.
- Die Berliner Genossenschaft "bauen wohnen vertrauen", dessen Durchschnittsmiete sie in ihrem aktuellen Bestand mit 5,50 Eu/m² angeben, begründet das so: Da es ihnen an zusätzlichem Kapital fehle (6,5 Millionen Euro), weil man ursprünglich geplant habe alle 3 Jahre die Mieten im Bestand um knapp 5% zu erhöhen und man neben den geplanten 120 Wohnungen am Buckower Feld schon in Bauprojekte in Berlin investiere für knapp 600 - 700 Wohnungen die man allerdings bauen werde. Das Geld reiche nur halt nicht mehr auch noch für das geplante Projekt am Buckower Feld aufgrund fehlender eingeplanten zukünftigen Mehreinnahmen.
Das ist natürlich ärgerlich, dass der Mietendeckel zum teil leider auch die trifft die eigentlich nicht das große Problem am Wohnungsmarkt darstellen. Andererseits beweist diese Genossenschaft, mit dem geplanten Bau von 600 - 700 neuen Wohnungen, dass es sich trotz Mietendeckel lohnt in Berlin in Neubau zu investieren. Und wären alle Investoren so human und würden nur alle 3 Jahre die Mieten um 5% erhöhen (um in weiteren Wohnbau zu investieren). Bräuchte es so drastische Schritte wie den Mietendeckel nicht. Denn das Problem sind und waren ja nie die Genossenschaften in Berlin, auch wenn sie leider indirekt nun mit vom Mietendeckel betroffen sind. Das Problem sind die Privaten Investoren, die dafür gesorgt haben dass die Mieten in Berlin innerhalb von 10 Jahren um 104% angestiegen sind.
Und um diesen Wahnsinn zu stoppen braucht es nun mal so etwas wie den Mietendeckel (da 2 Versuche mit der Mietpreisbremse schon nicht funktioniert haben). In Berlin sind die Mieten auf einem Preisniveau angelangt, wo sich kein Investor mehr über zuwenig Rendite beklagen kann. Der Mietendeckel ist richtig, da notwendig. Gehört aber vielleicht etwas angepasst, damit sowas wie am Buckower Feld nicht noch weiter den zähen Bau in Berlin ausbremst.
Aber so ein Artikel ist natürlich das gefundene Fressen für alle Mietendeckel-Gegener, die aber selbst keine Lösung haben wie man in Berlin die Mietexplosion stoppen/bremsen kann. Was wäre den die Alternative? Mietendeckel weg, die Berliner weiterhin mit exorbitant steigenden Mieten konfrontieren. Es würde im Gegenzug dafür etwas mehr gebaut. Allerdings trotzdem weiterhin weit hinter jeglicher Nachfrage -> was wieder dafür führt dass die Mieten erstmal weiter so steigen. Mit der Brechstange die Gentrifizierung in Rekordzeit vorangetrieben wird und Wohnen in Berlin zum Luxus wird mit all seinen Folgen. Wer soll den in Berlin irgendwann noch die Brötchen backen oder Kioskgeschäfte führen? Die armen Schweine die überteuert in heruntergekommenen und unattraktiven Ghettos im Speckgürtel wohnen? Ist das eure Vorstellung des zukünftigen Miteinanders des Lebens in einer Stadt?
Ihr habt doch ganz ehrlich gesagt auch überhaupt gar keinen Plan zur Lösung des Problems.