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Der Politikthread

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Und ich dachte im KT bliebe ich von so einem Scheiß verschont. Das halbe Internet ist ja mittlerweile voll mit dieser Kacke. Seit Jahren!
 
Manchmal benötigt es einfach zivilen Ungehorsam. Die Leute denen das ein Dorn im Auge ist und starr mit aktueller Rechtslage gegen die NGOs argumentieren, sind interessanterweise oft auch die Leute denen die zivile Ungehorsamkeit der Friday for Future Bewegung ebenso missfällt und der Meinung sind, dass sich die Schüler lieben fügen und ihren Rechten und Pflichten nachgehen sollen. Law & Order.

[Sarkasmus]

Gleichzeitig sind sie aber bei Facebook und WhatsApp in mehreren Abzock... äh... Wegelagerer... äh Blitzkontroll-Warngruppen ^^

[/Sarkasmus]
 
Ich lasse mich auf dieses Spielchen überhaupt nicht ein irgendwelche Zahlenwerte und ihre Veränderungen und die möglichen Gründe für diese Veränderungen zu diskutieren.
In welchen Logiken bewegen wir uns denn da, die wir durch das Mitdiskutieren und den Austausch von Argumenten anerkennen? Damit diskutieren wir, wie wir uns abschotten; und zwar vor dem Leid und dem jämmerlichen Tod von Menschen. Und jetzt kommt das entscheidende: von unseren Mitmenschen. Ich komme später darauf zurück.

Ein kleiner Blick zurück in der Geschichte:
Die Zahl der Flüchtlinge steigt von Tag zu Tag. Viele Staaten haben ihre Grenzen geschlossen, es kommt zu Einreisestopps und Zurückweisungen. Die Szenen im Niemandsland zwischen den Schlagbäumen sind Ausdruck hoffnungslosen Elends. Derweil bilden sich vor den ausländischen Botschaften und Konsulaten lange Schlangen, Menschen hoffen auf die begehrten Visa. Aufgrund rigoroser Bestimmungen warten indes fast alle vergebens auf rettende, gültige Ausreisepapiere.

Das klingt wie Nachrichten aus der gegenwärtigen globalen Flüchtlingskrise. Es handelt sich jedoch um beschämende historische Momentaufnahmen aus dem Jahr 1938: Die von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Deutschen und Österreicher - niemand wollte sie aufnehmen.

In Gänze zu lesen hier: Évian 1938 - Als die Welt sich abwandte (Spiegel-EINESTAGES)

Die Konferenz in Évian, auf der die globale Staatengemeinschaft über die Aufnahme von deutsch-jüdischen und österreichisch-jüdischen Verfolgten entscheiden wollte, blieb quasi ergebnislos:
So war das Konferenzergebnis, verkündet am 15. Juli 1938, mehr als schmal: vage Absichtserklärungen, ansonsten nur die Gründung eines Flüchtlingsrats in London.
[...] Jubeln konnten allein die Nazis - und taten es überschwänglich. "Niemand will sie haben", kommentierte das NSDAP-Sprachrohr "Völkischer Beobachter" das läppische Resultat und fügte hämisch hinzu, dass die Konferenz Vorsorge getroffen habe, "sich vor einem Zustrom jüdischer Einwanderer zu schützen, weil man die Nachteile einer Verjudung klar erkannt hat".

Vermutlich niemand hier würde in Abrede stellen, dass das Handeln bzw. Nicht-Handeln der Weltgemeinschaft im Rückblick absolut beschämend war. Und schlicht falsch.
Es hatte ganz konkret den Tod von Menschen zur Folge, die ganz konkret hätten gerettet werden können wenn zum damaligen Zeitpunkt Mitmenschlichkeit vor Abschottung und Protektionismus "nationaler Interessen" gestanden hätte.

Im Text ebenfalls erwähnt: Die Irrfahrt des Dampfers "St. Louis" (Spiegel-EINESTAGES), auf dem sich 937 Juden und Jüdinnen befanden, die nach Kuba bzw. in die USA fliehen wollten.
In Havanna angekommen:
Am 27. Mai 1939 macht die "St. Louis" frühmorgens am Pier von Havanna fest. Die Kapelle spielt "Freut euch des Lebens", die ersten Passagiere gehen von Bord. Verwandte, die schon früher nach Kuba flüchten konnten, erwarten sie. Doch dann zwingen Bewaffnete alle zurück und besetzen die Gangway.
Schließlich vor den Häfen der USA und weiterer Länder:
Das Drama von Kuba wiederholt sich. Widersprüchliche Funksprüche schwirren um die Welt, fordern zum Warten oder zur Umkehr auf, sprechen Mut zu, bitten um Geduld. Schröder pendelt im Zickzack zwischen Kuba und Florida. Mal zerschlägt sich eine versprochene Landung in der Dominikanischen Republik, dann auf der kubanischen Insel Pinosa, dann in New York. Zwei weiteren Schiffen sollte es später ähnlich gehen.
Am Ende der Irrfahrt landen die Zufluchtsuchenden irgendwo in Europa, das von den deutschen Armeen überrannt wird, mindestens 254 der ehemaligen Passagier*innen der "St. Louis" sterben in Vernichtungslagern.
Diese Menschenleben hätten - und ich wiederhole mich hier - ganz konkret gerettet werden können, hätten die Staaten jenseits des Atlantiks die Menschen aufgenommen.
Ihre Rettung wurde jedoch verwehrt, weil sie nicht als Mitmenschen angesehen wurden.
Auch hier: wohl niemand, der dieses lavieren aus der Verantwortung der damaligen Regierungen nicht verurteilt, das letztlich Menschen mit dem Leben bezahlen mussten.

Ich will noch einen ganz spezifischen Aspekt dieser Flucht aufgreifen, und zwar die Verzweiflung der notleidenden Menschen auf dem Schiff:
In dieser Situation stirbt Moritz Weiler, 63, einst Professor der Uni Köln, an einem Herzinfarkt. Er wird nachts auf See bestattet, um die Einreise auf Kuba nicht zu gefährden. Das löst die nächste Tragödie aus, wie der Kapitän schildert:"Kaum war die Bestattung beendet, als ein junger Balte an derselben Stelle über Bord sprang, an der der Sarg an der Reling gestanden hatte. Ich drehte das Schiff sofort um, ließ ein Boot aussetzen, das ganze Gebiet mit Scheinwerfern ableuchten - vergebens."
[...]Misstrauen schlägt in Wut um, trotz des besonnenen Kapitäns, der mit einem Komitee aus Passagieren die Kontrolle wahren will. Der Jurist Max Loewe, 47, schneidet sich die Pulsadern auf und stürzt sich ins Meer, zwei Matrosen springen hinterher und retten ihn. Danach plant der Kapitän nächtliche "Selbstmordverhütungsrundgänge".
[...]Derweil bildet Schröder nach zahllosen Nervenzusammenbrüchen ein Seelsorger-Komitee. Als das Öl knapp wird und er nach Europa zurückkehren soll, sagen ihm die Passagiere: "Wir fürchten das KZ mehr als den Tod."

Trotz dieser Verzweiflung wurden die Menschen nicht aufgenommen.

So wie es damals Antisemitismus war ("Fast wie ein höhnisches Echo klingt auch der Satz, den 1939 ein hochrangiger kanadischer Einwanderungsbeamter zur Aufnahme von Juden in Kanada äußerte: "None is too many" - keiner ist schon zu viel."), der das jüdische Schicksal von "unserem" Schicksal entkoppelte, ist es heute Rassismus.

Ich frage alle hier: wie kann man zu dem Schluss kommen, dass die den Juden und Jüdinnen verwehrte Hilfe falsch und beschämend war und gleichzeitig die unterlassene Hilfe der Europäischen "Gemeinschaft" im Mittelmeer rechtfertigen?

Der Kapitän der "St. Louis" schrieb in seinen Memoiren:
"Niemals möge die Mahnung vergessen werden, die das tragische Schicksal der schwergeprüften Passagiere für die gesamte Menschheit bedeutet: damit sich Grausamkeit und Unmenschlichkeit nie wieder breitmachen können."

Die Grausamkeit und Unmenschlichkeit konnte sich wieder breit machen. Und auch hier wiederholt sich Geschichte auf tragische Art und Weise:
Roosevelt will zwar Flüchtlinge aufnehmen, doch sein Außenminister Cordell Hull, später Friedensnobelpreisträger, und andere Demokraten sind strikt dagegen.
Auch die EU ist Friedensnobelpreisträgerin.
 
Großartige Werbekampagne für meine Wahlheimat!

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:kotz:Bei diesen Leuten wird einem immer wieder nur Speiübel!

Ekelhaftes Pack. Bringen kaum 2 Sätze ohne Stammeln zustande aber führen sich auf wie die arische Elite. Da hab ich jeden Tag mehrer Ausländer im Laden, die sich besser artikulieren können und vor allem äußerlich ein gepflegteren und zivilisierteren Eindruck hinterlassen.
 
Ich lasse mich auf dieses Spielchen überhaupt nicht ein irgendwelche Zahlenwerte und ihre Veränderungen und die möglichen Gründe für diese Veränderungen zu diskutieren.
In welchen Logiken bewegen wir uns denn da, die wir durch das Mitdiskutieren und den Austausch von Argumenten anerkennen? Damit diskutieren wir, wie wir uns abschotten; und zwar vor dem Leid und dem jämmerlichen Tod von Menschen. Und jetzt kommt das entscheidende: von unseren Mitmenschen. Ich komme später darauf zurück.

Ein kleiner Blick zurück in der Geschichte:
Die Zahl der Flüchtlinge steigt von Tag zu Tag. Viele Staaten haben ihre Grenzen geschlossen, es kommt zu Einreisestopps und Zurückweisungen. Die Szenen im Niemandsland zwischen den Schlagbäumen sind Ausdruck hoffnungslosen Elends. Derweil bilden sich vor den ausländischen Botschaften und Konsulaten lange Schlangen, Menschen hoffen auf die begehrten Visa. Aufgrund rigoroser Bestimmungen warten indes fast alle vergebens auf rettende, gültige Ausreisepapiere.

Das klingt wie Nachrichten aus der gegenwärtigen globalen Flüchtlingskrise. Es handelt sich jedoch um beschämende historische Momentaufnahmen aus dem Jahr 1938: Die von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Deutschen und Österreicher - niemand wollte sie aufnehmen.

In Gänze zu lesen hier: Évian 1938 - Als die Welt sich abwandte (Spiegel-EINESTAGES)

Die Konferenz in Évian, auf der die globale Staatengemeinschaft über die Aufnahme von deutsch-jüdischen und österreichisch-jüdischen Verfolgten entscheiden wollte, blieb quasi ergebnislos:
So war das Konferenzergebnis, verkündet am 15. Juli 1938, mehr als schmal: vage Absichtserklärungen, ansonsten nur die Gründung eines Flüchtlingsrats in London.
[...] Jubeln konnten allein die Nazis - und taten es überschwänglich. "Niemand will sie haben", kommentierte das NSDAP-Sprachrohr "Völkischer Beobachter" das läppische Resultat und fügte hämisch hinzu, dass die Konferenz Vorsorge getroffen habe, "sich vor einem Zustrom jüdischer Einwanderer zu schützen, weil man die Nachteile einer Verjudung klar erkannt hat".

Vermutlich niemand hier würde in Abrede stellen, dass das Handeln bzw. Nicht-Handeln der Weltgemeinschaft im Rückblick absolut beschämend war. Und schlicht falsch.
Es hatte ganz konkret den Tod von Menschen zur Folge, die ganz konkret hätten gerettet werden können wenn zum damaligen Zeitpunkt Mitmenschlichkeit vor Abschottung und Protektionismus "nationaler Interessen" gestanden hätte.

Im Text ebenfalls erwähnt: Die Irrfahrt des Dampfers "St. Louis" (Spiegel-EINESTAGES), auf dem sich 937 Juden und Jüdinnen befanden, die nach Kuba bzw. in die USA fliehen wollten.
In Havanna angekommen:
Am 27. Mai 1939 macht die "St. Louis" frühmorgens am Pier von Havanna fest. Die Kapelle spielt "Freut euch des Lebens", die ersten Passagiere gehen von Bord. Verwandte, die schon früher nach Kuba flüchten konnten, erwarten sie. Doch dann zwingen Bewaffnete alle zurück und besetzen die Gangway.
Schließlich vor den Häfen der USA und weiterer Länder:
Das Drama von Kuba wiederholt sich. Widersprüchliche Funksprüche schwirren um die Welt, fordern zum Warten oder zur Umkehr auf, sprechen Mut zu, bitten um Geduld. Schröder pendelt im Zickzack zwischen Kuba und Florida. Mal zerschlägt sich eine versprochene Landung in der Dominikanischen Republik, dann auf der kubanischen Insel Pinosa, dann in New York. Zwei weiteren Schiffen sollte es später ähnlich gehen.
Am Ende der Irrfahrt landen die Zufluchtsuchenden irgendwo in Europa, das von den deutschen Armeen überrannt wird, mindestens 254 der ehemaligen Passagier*innen der "St. Louis" sterben in Vernichtungslagern.
Diese Menschenleben hätten - und ich wiederhole mich hier - ganz konkret gerettet werden können, hätten die Staaten jenseits des Atlantiks die Menschen aufgenommen.
Ihre Rettung wurde jedoch verwehrt, weil sie nicht als Mitmenschen angesehen wurden.
Auch hier: wohl niemand, der dieses lavieren aus der Verantwortung der damaligen Regierungen nicht verurteilt, das letztlich Menschen mit dem Leben bezahlen mussten.

Ich will noch einen ganz spezifischen Aspekt dieser Flucht aufgreifen, und zwar die Verzweiflung der notleidenden Menschen auf dem Schiff:
In dieser Situation stirbt Moritz Weiler, 63, einst Professor der Uni Köln, an einem Herzinfarkt. Er wird nachts auf See bestattet, um die Einreise auf Kuba nicht zu gefährden. Das löst die nächste Tragödie aus, wie der Kapitän schildert:"Kaum war die Bestattung beendet, als ein junger Balte an derselben Stelle über Bord sprang, an der der Sarg an der Reling gestanden hatte. Ich drehte das Schiff sofort um, ließ ein Boot aussetzen, das ganze Gebiet mit Scheinwerfern ableuchten - vergebens."
[...]Misstrauen schlägt in Wut um, trotz des besonnenen Kapitäns, der mit einem Komitee aus Passagieren die Kontrolle wahren will. Der Jurist Max Loewe, 47, schneidet sich die Pulsadern auf und stürzt sich ins Meer, zwei Matrosen springen hinterher und retten ihn. Danach plant der Kapitän nächtliche "Selbstmordverhütungsrundgänge".
[...]Derweil bildet Schröder nach zahllosen Nervenzusammenbrüchen ein Seelsorger-Komitee. Als das Öl knapp wird und er nach Europa zurückkehren soll, sagen ihm die Passagiere: "Wir fürchten das KZ mehr als den Tod."

Trotz dieser Verzweiflung wurden die Menschen nicht aufgenommen.

So wie es damals Antisemitismus war ("Fast wie ein höhnisches Echo klingt auch der Satz, den 1939 ein hochrangiger kanadischer Einwanderungsbeamter zur Aufnahme von Juden in Kanada äußerte: "None is too many" - keiner ist schon zu viel."), der das jüdische Schicksal von "unserem" Schicksal entkoppelte, ist es heute Rassismus.

Ich frage alle hier: wie kann man zu dem Schluss kommen, dass die den Juden und Jüdinnen verwehrte Hilfe falsch und beschämend war und gleichzeitig die unterlassene Hilfe der Europäischen "Gemeinschaft" im Mittelmeer rechtfertigen?

Der Kapitän der "St. Louis" schrieb in seinen Memoiren:
"Niemals möge die Mahnung vergessen werden, die das tragische Schicksal der schwergeprüften Passagiere für die gesamte Menschheit bedeutet: damit sich Grausamkeit und Unmenschlichkeit nie wieder breitmachen können."

Die Grausamkeit und Unmenschlichkeit konnte sich wieder breit machen. Und auch hier wiederholt sich Geschichte auf tragische Art und Weise:
Roosevelt will zwar Flüchtlinge aufnehmen, doch sein Außenminister Cordell Hull, später Friedensnobelpreisträger, und andere Demokraten sind strikt dagegen.
Auch die EU ist Friedensnobelpreisträgerin.

Ein schöner Beitrag, der den widerwärtigen „Menschen“ eindrucksvoll dokumentiert. Es bleibt einem nichts anderes mehr übrig, als sich in Grund und Boden zu schämen.... Aber auch das reicht nicht aus.
 
Mal ein anderes Thema. Wenn man sich die Kommentare bei spon.de unter dem Artikel zur nutriscore Debatte anschaut muss man sich schon fragen, wie dumm Menschen eigentlich generell so sind. Da wird gegen die Einführung gewettet, als würde einem dadurch etwas weggenommen. Unfassbar.

Und das ist ja nicht das einzige Thema, das so gehandhabt wird. Werden Menschen eigentlich wirklich immer dümmer oder sind nur wieder die Idioten laut?
 
Großartige Werbekampagne für meine Wahlheimat!

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:kotz:Bei diesen Leuten wird einem immer wieder nur Speiübel!
Der Begriff "Untermensch" trifft hier ziemlich genau. Ohne diese Leute wäre die Welt ein besserer Ort. Was für ekelhafte, strunzdumme Wichser!
 
Also auch 18 Sitze sind zu viel, damit könnten sie Ihre aktuelle Fraktion immer noch verdoppeln ... Aber immerhin wäre das ein feiner Dämpfer und sie würden damit für eine Regierungsbildung absolut keine Rolle spielen.
 
Recht und Gesetz einhalten alles schön und gut, aber doch nur bei den Ausländern und Linken und nicht bei der AfD :D
 
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