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Wenn ich jetzt Umziehen würde, ich würde nicht mehr eine so tolle Wohnung finden. Ja mich hält es hier, an meine Heimat an meinen Freunde- und Familienkreis. Ich will hier nicht weg und nehme dafür ohne zu murren den langen Fahrweg in kauf. Ich habe mir das mehrfach überlegt und habe mich genau so entschieden. Ich Verdiene nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass ich mir im Speckgürtel ein Haus bauen könnte. Und in eine hässliche Platte im Umland will ich auch nicht wohnen.

Das ist der Preis den ich zu zahlen habe, wenn ich mir meine Qualitäten bewahren möchte und nicht absteigen möchte in Sachen "Wohnqualität und Umgebung".

Gut, dann geht es dir aber auch entsprechend "gut" und den Status Quo beim Fahrtweg nimmst du in Kauf.

Tischler, Sozialkräfte oder andere Geringverdiener leben eigentlich nirgendwo wirklich gut.

Und doch, es ist auch ein Verdienstproblem. Berlin hat für eine Großstadt ausserordentlich geringe Verdienste. Aber normale Mieten. Wenn man Berlin nicht isoliert betrachtet liegt das Ungleichgewicht eher beim Verdienst der Menschen. Denn Mieten richten sich überall nicht nur danach, was der Durchschnittsbürger sich leisten kann.
 
Gut, dann geht es dir aber auch entsprechend "gut" und den Status Quo beim Fahrtweg nimmst du in Kauf.

Tischler, Sozialkräfte oder andere Geringverdiener leben eigentlich nirgendwo wirklich gut.

Und doch, es ist auch ein Verdienstproblem. Berlin hat für eine Großstadt ausserordentlich geringe Verdienste. Aber normale Mieten. Wenn man Berlin nicht isoliert betrachtet liegt das Ungleichgewicht eher beim Verdienst der Menschen. Denn Mieten richten sich überall nicht nur danach, was der Durchschnittsbürger sich leisten kann.


Und nochmal. Es ist eher ein Miet-Problem, weil diese explodiert sind. Oder glaubt hier ernsthaft einer, dass sich im selben Maß der Verdienst innerhalb von Berlin für gewisse Jobs im gleichen Maße anpassen wird? Der Verdienst dieser Leute muss hoch, da stimme ich dir zu, aber da das nur langsam geschieht sind die Mieten das tatsächliche Problem, denn diese sind in Rekordzeit explodiert.
 
Verzeiht mir, dass ich da so vehement versuche gegen zu halten. Ich versteh einfach nur nicht wieso eine Wohnung (etwas so essenzielles) Jahrzehnte lang zwischen 400-600 Euro zu haben gewesen ist (und selbst für den Vermieter profitabel war) und plötzlich innerhalb der letzten 6+ Jahre nun 1000+ Euro kosten soll. Angebot und Nachfrage ist mir hier völlig wurscht. Es geht um Wohnraum und nicht um Luxus Güter die man nicht unbedingt kaufen muss.

Wer profitiert den davon in der Gesellschaft? Richtig Niemand, bis auf der Vermieter/Aktionäre und Menschen die eh schon in Kohle schwimmen. Wie man das "normalisieren" und "verteidigen" möchte verstehe ich einfach nicht. Daher kann es mir in diesem Bereich (weil es um etwas so essenzielles geht) nicht radikaler gehen um das ganze aufzuhalten und abzubremsen.

Ich krieg bei dem ganzen Turbo Kapitalismus der sich nun auch in Berlin im Wohnraum zeigt einfach nur noch das Kotzen.
 
Handwerker? Die verdienen ne Schweinekohle. Wenn sich einer die Mieten leisten kann, dann die :D.
Wer heutzutage als (ausgebildeter) Handwerker schlecht verdient, der macht irgendwas grundfalsch... Ganz besonders in einer Großstadt.
giphy.gif


Es gibt genug fähige Handwerker wie mich, die am Existenzminimum leben. Nicht jeder Handwerker ist im Bau- oder Kfz Bereich tätig bei denen es um ganz andere Summen geht als beim Friseur oder Schuhmacher.

Gemessen an meiner Miete müsste ich 1800€ netto verdienen, davon kann ich nur träumen, so gehen locker 50% nur für die scheiß Miete drauf.
 
Wer profitiert den davon in der Gesellschaft? Richtig Niemand, bis auf der Vermieter/Aktionäre und Menschen die eh schon in Kohle schwimmen. Wie man das "normalisieren" und "verteidigen" möchte verstehe ich einfach nicht.

Leute mit Kohle wollen, dass diese Kohle sich dann auch noch selbst vermehrt.

So lange es keine widersprechenden Regeln gibt, gilt: Was sich pressen lässt, wird gepresst.

Sachen wie ein Mindestlohn sind entgegen dem Angebot und Nachfrage-Wahn, aber bieten zumindest eine gewisse Barriere.
 
Leute mit Kohle wollen, dass diese Kohle sich dann auch noch selbst vermehrt.

So lange es keine widersprechenden Regeln gibt, gilt: Was sich pressen lässt, wird gepresst.

Sachen wie ein Mindestlohn sind entgegen dem Angebot und Nachfrage-Wahn, aber bieten zumindest eine gewisse Barriere.

Richtig, Wohnraum ist zurzeit leider einfach noch nicht ausreichend geschützt.
Die Mietpreisbremse geht mir da aktuell auch nicht weit genug.

Ein Recht auf (menschenwürdiges) Wohnen?

Im Grundrechtskatalog des Grundgesetzes (GG) findet sich über den Schutz der Unverletzlichkeit der Wohnung hinaus kein ausdrücklicher Bezug aufs Wohnen. Die Väter und Mütter des GG waren der Ansicht, dass einklagbare soziale Grundrechte in der Verfassung nicht verankert werden sollten. Dahinter stand das Verständnis, dass soziale Menschenrechte vor allem Leistungsrechte seien und es dem demokratischen Gesetzgeber vorbehalten sein sollte, die Sozialpolitik auszugestalten.[1] Versuche, das Wohnen als Grundrecht oder – wie es Bündnis 90/Die Grünen und SPD in der Gemeinsamen Verfassungskommission nach der Wiedervereinigung beantragten[2] – als Staatsziel in das GG aufzunehmen, scheiterten allesamt. Noch am Ende der vergangenen Legislaturperiode des Bundestags brachte die Fraktion Die Linke erfolglos einen anspruchsvollen Gesetzesentwurf zur Aufnahme sozialer Grundrechte in das GG ein, der unter anderem folgenden Artikel vorsah: "(1) Jeder Mensch hat das Recht auf eine menschenwürdige und diskriminierungsfrei zugängliche Wohnung und auf Versorgung mit Wasser und Energie. Die Miete muss einkommensgerecht sein. (2) Der Staat sorgt für Mieterschutz und gleicht Miet- und Wohnbelastungen aus. Er sichert den Zugang zu Wasser und Energie. (3) Die Räumung von Wohnraum ist unzulässig, wenn kein zumutbarer Ersatzwohnraum zur Verfügung gestellt wird."[3]


Quelle: bpb

Ich finde so etwas sollte unbedingt her. Wohnraum sollte nicht hauptsächlich der Geldvermehrung, sondern der Allgemeinheit Dienen und die Anzahl der Luxus-Wohnungen sollten reglementiert werden.
 
@Cycron Ich glaube, das grösste Problem ist einfach, dass Nicht-Berliner-Städter diese Umstände einfach schon ihr Leben lang nicht anders kennen. Die Mieten steigen überall, nicht nur in Berlin. In anderen (Groß)Städten waren die Mieten aber schon immer sehr hoch. Das muss ja bei euch für Metropol-Verhältnisse damals sehr günstig gewesen sein. Gut, gemessen am Einkommen halt nicht. Aber frag halt auch mal den Ur-Stuttgarter Handwerker, wo er sich seine Bude leisten kann... der konnte das vor 20 Jahren aber auch nicht anders.

@Mattze1988

Du kommst doch aus Ostdeutschland, oder?

In unserer Region verdienen Handwerker (Bau) echt ziemlich gut. Mag auch daran liegen, dass man auch Monate warten muss, bis mal einer kommt, denn die Auftragsbücher sind voll. Als ich vor 10 Jahren gebaut habe war es ein echtes Problem eine Firma zu finden, die uns den Estrich macht...

@dweezzu

Ich bin seit jeher dafür, dass der Mindestlohn deutlich (!) angehoben wird. Und es sollte auch keine Schlupflöcher mehr geben. Mit den Löhnen steigen aber auch schon immer die Kosten. Die Mieten halt auch. Man könnte natürlich nicht nur eine Mietpreisbremse einführen sondern eine Mietsperre auf X Jahre. Aber wer investiert dann noch in Wohnraum? Egal ob Neubau oder Sanierung. Würdest du als Investor Millionen in die Erschaffung von Wohnraum investieren, wenn man dann nur 500€-Wohnungen anbieten darf?

So kannst du privaten Wohnraum nicht regulieren. Der Staat hätte seiner Verantwortung hier nachkommen müssen und neuen, sozialen Wohnraum schaffen. Wobei man in so einer hochverschuldeten Stadt wie Berlin natürlich auch fragen muss, wie sich das Land das hätte leisten können soll.
 
In Ost DE wartet man auch lange auf Handwerker weil die Bücher voll sind, gerade bei großprojekten wie Hausbau, und trotzdem gehen fast alle noch nebenher schwarz um paar kröten mehr in der tasche zu haben.
 
hier gehen sie nun mal (überwiegend) nicht nebenher arbeiten um sich nen amg zu kaufen, und ja manchmal kann man auch auf den Staat scheißen, lasse mich da gern bestehlen wenn es den leuten hilft besser über die runden zu kommen, und beim Thema steuern gibt's ganz andere kaliber als so nen kleinen Handwerker der sich krumm buckelt um sich auch noch bisschen was neben seinen Fixkosten leisten zu können, da brauchste mir jetzt nicht mit Lehrern etc kommen, auch wenn es im grunde natürlich stimmt ist das in Anbetracht des ermessens vernachlässigbar
 
Übrigens halte ich die derzeitige Mietpreisbremse eh für einen schlechten Witz.

Wenn man als Hausbesitzer nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, sind immernoch in kurzer Zeit wahnwitzige Mietsteigerungen möglich, die weit über den Lohnsteigerungen liegen. Das kommt einem Realverlust für die Menschen gleich. Zudem hat die Mietpreisbremse Eigentümer eher noch ermutigt, bestehende Mieter "raus zu modernisieren" um beim Folgemieter direkt höhere Mieten eintreiben zu können. Daran ändert die Neuregelung 2019 auch nichts wirklich. Und neuer Wohnraum ist komplett ausgeschlossen. Wie gesagt, wer investiert Millionen, um nur 500€ bekommen zu können...?
 
Nach neuen Berechnungen des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider und des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) werden dem deutschen Fiskus in diesem Jahr durch Schattenwirtschaft „nur“ 330 Milliarden Euro an Wertschöpfung entgehen – rund sechs Milliarden weniger als im Vorjahr. Unter dem Begriff subsummieren Wissenschaftler zum einen Schwarzarbeit, also all jene Tätigkeiten, die zwar ihrem Wesen nach legal sind, aber vom Anbieter ohne Rechnung und somit ohne Steuer- und Sozialabgaben am Staat vorbei erbracht werden. Bau- und Handwerkerarbeiten fallen ebenso in diese Kategorie wie Babysitterdienste, Haushaltshilfe, Reparaturen an Kraftfahrzeugen oder Nachhilfeunterricht.

Was das für den Staat und somit für jeden von uns bedeutet...
 
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