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Der Politikthread

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Was zentral und was Umkreis ist, hängt ja auch stark von der Größe der Stadt ab. Was heißt denn für Dich zentral bzw. Umkreis?
zentral heißt für mich innestadtkern. so wie es im ruhrgebiet zumindest gang und gäbe (wie schreibt man eigentlich dieses wort??) ist. da wo der punk abgeht. der papst im kettenhemd steppt. in einer stadt wie berlin bspw. wird sich das eher auf die kerne der jeweiligen stadtteile beziehen.
wobei berlin dahingehend wirklich ein schlechtes beispiel ist, weil ja anscheinend der großteil deutschlands unbedingt dort leben will, was bedeutet, dass es dort überall teuer wird (witzigerweise hieß es vor ein paar jahren noch wie billig berlin zum wohnen sei).

und das liegt für mich in der natur der sache und ist auch nicht verwerflich: wenn viele leute sich für ein objekt interessieren, wird es nunmal teurer. so einfach ist das. nur spekulanten sollte man imo einen riegel vorschieben.
 
Da bin ich echt froh, dass einige Politiker in Berlin in Erdkunde nicht so gut aufgepasst haben wie du und versuchen die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Bei normalen, stabilen Preisen wäre ja ein anderer Wettbewerb zwischen Wohnungssuchenden gegeben. Da würde man z.B. mich mit Freundin, die seit Geburt hier leben und seit zehn Jahren hier arbeiten gegenüber einem 18-jährigen Studenten aus Baden-Württemberg, der wahrscheinlich in 3 Jahren wieder wegzieht, bevorzugen. Das ist halt nur nicht mehr so, wenn ich mir die Wohnung gar nicht erst leisten kann. Das ist kein gesunder Markt und ich denke auch nicht, dass der richtige Weg ist, dass ich jetzt die Stadt verlassen soll und dann dort in der Nähe einen Job finden muss.
 
Da bin ich echt froh, dass einige Politiker in Berlin in Erdkunde nicht so gut aufgepasst haben wie du und versuchen die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Bei normalen, stabilen Preisen wäre ja ein anderer Wettbewerb zwischen Wohnungssuchenden gegeben. Da würde man z.B. mich mit Freundin, die seit Geburt hier leben und seit zehn Jahren hier arbeiten gegenüber einem 18-jährigen Studenten aus Baden-Württemberg, der wahrscheinlich in 3 Jahren wieder wegzieht, bevorzugen. Das ist halt nur nicht mehr so, wenn ich mir die Wohnung gar nicht erst leisten kann. Das ist kein gesunder Markt und ich denke auch nicht, dass der richtige Weg ist, dass ich jetzt die Stadt verlassen soll und dann dort in der Nähe einen Job finden muss.
und über wen schimpfst du, wenn ihr diese wohnung nicht bekommt, weil euch ein ehepaar im mittleren alter ohne kinder oder tiere vorgezogen wird? nochmal: preise hin oder her, es können einfach nicht alle in der stadt wohnen. das ist physikalisch schon nicht möglich. irgendein art von aussortiererei wird es immer geben und irgendeiner ist immer der leidtragende.
 
Wie sich hier sorgen um die Investoren gemacht wird. Die armen, armen Investoren.

Mensch Leute, wir leben in einer "Sozialen-Marktwirtschaft", wenn der Markt Asozial agiert wird gegengesteuert. Punkt.

Wer da den letzten Punkt setzt, wird man dann ja sehen. Wenn sich der Staat an so einem Unsinn beteiligen sollte und ich das auch noch anteilig über Steuern finanzieren darf, platzt mir der Kragen.
 
In Zeiten von Nullzins ist Wohnraum aber nun mal DAS Spekulationsobjekt. Das ist seit Jahren Realität.

Als wir unsere Wohnung vor ca 12 Jahren bekamen, hatten wir Glück, denn sie war mietpreisgebunden, weil sie in den 80ern mit Steuermitteln gebaut wurde. Normalerweise hätten wir dafür nen WBS gebraucht, aber das war zu der Zeit ausgesetzt. Ein paar Jahre später hätten wir die Bude ohne Kinder gar nicht bekommen. So konnten wir sicher und in Ruhe die Familie planen. Damals hat die Wohnung 680 warm gekostet. Was man heute bezahlen würde ... gute Frage, aber sicher über 1000 Euro
 
Wer da den letzten Punkt setzt, wird man dann ja sehen. Wenn sich der Staat an so einem Unsinn beteiligen sollte und ich das auch noch anteilig über Steuern finanzieren darf, platzt mir der Kragen.


Willkommen in der Sozialen Marktwirtschaft. Ich hoffe du ärgerst dich nicht auch Behinderte und Arbeitslose Unterstützen zu müssen. ;)

Nee versteh, das schon. Der größte Aufreger ist dass die Stadt was den Wohnungsbau angeht missgewirtschaftet hat. Aber was soll den jetzt die Lösung sein? Das Problem der Wohnungsnot ignorieren?
 
und über wen schimpfst du, wenn ihr diese wohnung nicht bekommt, weil euch ein ehepaar im mittleren alter ohne kinder oder tiere vorgezogen wird? nochmal: preise hin oder her, es können einfach nicht alle in der stadt wohnen. das ist physikalisch schon nicht möglich. irgendein art von aussortiererei wird es immer geben und irgendeiner ist immer der leidtragende.

Da eine Balance zu finden ist Aufgabe der Politik. Aktuell ist die Balance aber nicht gegeben. Da kriegt die Wohnung der Höchstbietende, der nach zwei Jahren wieder auszieht, damit man dann wieder die Preise anheben kann.
Du machst es dir imo sehr einfach mit der Marktwirtschaft.
 
Willkommen in der Sozialen Marktwirtschaft. Ich hoffe du ärgerst dich nicht auch Behinderte und Arbeitslose Unterstützen zu müssen. ;)

Nee versteh, das schon. Der größte Aufreger ist dass die Stadt was den Wohnungsbau angeht missgewirtschaftet hat. Aber was soll den jetzt die Lösung sein? Das Problem der Wohnungsnot ignorieren?

Man könnte vielleicht ähnlich wie Dänemark den Verkauf von Immobilien an ausländische Investoren limitieren bzw. an strikte Vorgaben knüpfen. Man müsste die übertriebenen deutschen Bauvorschriften lockern und die Bürokratie abbauen, damit sowohl schneller, als auch wieder kostengünstiger gebaut werden kann. Und Staat und Kommunen müssen wieder mehr selbst bauen. Nichts davon wirkt über Nacht, aber Schaden, der über Jahre angerichtet wurde, kann auch nicht über Nacht behoben werden. Ich bin jedenfalls nicht bereit, auch nur einen Cent für diesen linkspopulistischen Blödsinn beizusteuern.
 
Ich denke sie könnten es gar nicht selbst zahlen. Soweit ich gelesen habe ist das Kreditrating von Berlin jetzt schon so miserabel, dass sie nach einem Rückkauf so weit herabgestuft würden, dass die Kreditkosten für zukünftige Kredite zu teuer würden. Da müsste dann wohl also irgendwie der Bund einspringen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da eine Balance zu finden ist Aufgabe der Politik. Aktuell ist die Balance aber nicht gegeben. Da kriegt die Wohnung der Höchstbietende, der nach zwei Jahren wieder auszieht, damit man dann wieder die Preise anheben kann.
Du machst es dir imo sehr einfach mit der Marktwirtschaft.
was heißt ich mach es mir einfach? angebot und nachfrage ist nunmal ein recht einfaches prinzip. und wieso das im immobilienbereich ausgehebelt werden soll erschließt sich mir nicht. vor allem wenn die alternative andere mechanismen sind, wo wieder jemand benachteiligt wird.

du findest das jetzt blöd, weil du dir keine wohnung in zentraler lage leisten kannst. du gehst davon aus, dass du eine wohnung bekommen würdest, wenn sie nur billiger wären. ganz grundsätzlich gehst du sogar davon aus, dass du ein anrecht auf solch eine wohnung hättest. ich verstehe nunmal eben nicht, woher dieses anrecht stammen soll oder wer die garantiert, dass du bei günstigeren mieten, diese wohnung auch bekommen würdest. vielleicht gehen zentrale wohnungen dann nur noch an menschen mit behinderung, damit die es nicht so weit bis zum arzt oder zum einkaufen haben.

und nur um irgendwelchen spekulationen vorzubeugen: ich wohne selber nicht zentral und nehme jeden tag ca. 2h pendeln in kauf, weil mir die alternative zu teuer wäre. man kann einfach nicht alles haben.
 
Wir haben da einfach ein komplett anderes Fundament. Ich bin eben nicht der Meinung, dass der Wohnungsmarkt in dem Maße von kapitalistischen Grundprinzipien, Angebot und Nachfrage, bestimmt werden darf.

Ich glaube nicht, ich hätte ein Anrecht darauf, zentral in Berlin zu wohnen. Ich halte es aber nicht für richtig, die Fluktuation und steigende Mieten und die Verdrängung der Stammberliner in die Außenbezirke, zu begünstigen. Und ich glaube auch nicht, dass die Stadt- und Landflucht das Problem in Berlin hinreichend beschreibt.
 
Wir haben da einfach ein komplett anderes Fundament. Ich bin eben nicht der Meinung, dass der Wohnungsmarkt in dem Maße von kapitalistischen Grundprinzipien, Angebot und Nachfrage, bestimmt werden darf.

Geh doch einfach mal vom kapitalistischen Gedanken weg (was @BitByter ja auch tut). Wenn Berlin morgen diese Wohnungen verstaatlicht und die Mieten senkt, wird es ja nur noch mehr Bewerber auf jede einzelne Wohnung geben. Das zieht ja dann sogar Menschen an, die vorher garnicht an eine Bude im Stadtbereich gedacht hätten.

Da müsstest du ja dann weiter selektieren, wer überhaupt ein "Recht" auf eine solche Wohnung hätte.

Bei uns hat der enorme Zuzug von Luxemburgern auch die Grundstückspreise in die Höhe getrieben (immerhin eine Vervierfachung zu Spitzenzeiten). Die Konsequenzen waren klar. Dann haben die Kommunen aktiv Bauland gekauft, um das zu "regeln". Ende vom Lied ist, dass immernoch überwiegend Luxemburger das Bauland kaufen... :ugly:

Ich bin ja selbst eher linksorientiert, aber das klingt schon alles spooky.
 
Jeder hat so seine bestimmten Dinge, die ihn stören oder die ihm zu weit gehen.

@BitByter
warst du es nicht, der wiederholt gemeckert hat, weil er kein schnelles Internet am Arbeitsplatz bekäme?
Und wenn man da jetzt sagt: "Ist halt Angebot und Nachfrage. Zu wenig lohnenswert, als dass die Anbieter da jetzt buddeln und verlegen würden."?

Dann kommt vermutlich, dass die Politik eingreifen muss, damit wir nicht den Anschluss verlieren und so. Aber ab einem gewissen Maß finde ich es auch nachvollziehbar, dass man nach dem Staat ruft, wenn es darum geht, dass nicht abertausende Leute aus ihrer Sozialisation gerissen werden. Zu wohnen ist wohl nahezu das grundlegendste Bedürfnis und man muss überlegen wie/ab wann/womit der Staat da helfen kann.

(Ohne damit zu sagen, dass ich jetzt für ne Enteignung in diesem Fall wäre)
 
Jeder hat so seine bestimmten Dinge, die ihn stören oder die ihm zu weit gehen.

@BitByter
warst du es nicht, der wiederholt gemeckert hat, weil er kein schnelles Internet am Arbeitsplatz bekäme?
Und wenn man da jetzt sagt: "Ist halt Angebot und Nachfrage. Zu wenig lohnenswert, als dass die Anbieter da jetzt buddeln und verlegen würden."?

Dann kommt vermutlich, dass die Politik eingreifen muss, damit wir nicht den Anschluss verlieren und so. Aber ab einem gewissen Maß finde ich es auch nachvollziehbar, dass man nach dem Staat ruft, wenn es darum geht, dass nicht abertausende Leute aus ihrer Sozialisation gerissen werden. Zu wohnen ist wohl nahezu das grundlegendste Bedürfnis und man muss überlegen wie/ab wann/womit der Staat da helfen kann.

(Ohne damit zu sagen, dass ich jetzt für ne Enteignung in diesem Fall wäre)
nicht ganz, ich kritisiere den internetausbau in deutschland generell und in den ballungszentren im besonderen. das ist zum einen weder vergleichbar (mit der telekom als halbstaatlichem unternehmen, der misslungenen geschichte des glasfaser ausbaus der letzten 20 jahre, vectoring und der zusage, dass die telekom beim glasfaserausbau durch andere anbieter ihre kabel dazulegen darf) und zum anderen geht es hier um infrastrukturelle dinge. das ist also eher so, als würde die straße zum haus oder der wohnung fehlen.
 
Geh doch einfach mal vom kapitalistischen Gedanken weg (was @BitByter ja auch tut). Wenn Berlin morgen diese Wohnungen verstaatlicht und die Mieten senkt, wird es ja nur noch mehr Bewerber auf jede einzelne Wohnung geben. Das zieht ja dann sogar Menschen an, die vorher garnicht an eine Bude im Stadtbereich gedacht hätten.

Da müsstest du ja dann weiter selektieren, wer überhaupt ein "Recht" auf eine solche Wohnung hätte.

Bei uns hat der enorme Zuzug von Luxemburgern auch die Grundstückspreise in die Höhe getrieben (immerhin eine Vervierfachung zu Spitzenzeiten). Die Konsequenzen waren klar. Dann haben die Kommunen aktiv Bauland gekauft, um das zu "regeln". Ende vom Lied ist, dass immernoch überwiegend Luxemburger das Bauland kaufen... :ugly:

Ich bin ja selbst eher linksorientiert, aber das klingt schon alles spooky.

Ne, das sehe ich anders. In Berlin waren die Mieten immer extrem niedrig und trotzdem waren Wohnungen gut verfügbar. Es ist nicht so, dass mehr Menschen nach Berlin ziehen werden wollen, wenn die Mieten sinken.
Berlin hat verglichen mit anderen Bundesländern und Städten sehr niedrige Gehälter (auf dem Niveau zwischen Kiel und Dresden), aber die Mieten steigen exorbitant durch Menschen aus wohlhabenden Ecken, die dann um Wohnungen konkurrieren oder sie direkt aufkaufen. Würden die Mieten stabil bleiben, auf dem Niveau der Berliner Gehälter, gäbe es weniger Gründe überhaupt in den Wohnungsmarkt zu investieren von außen und man wäre als Berliner zumindest im Wettbewerb "gleichauf" mit anderen Wohnungssuchenden, während man jetzt durch sein Berliner Gehalt verdrängt wird.

Was hier abläuft ist so fernab eines gesunden Marktes und einer gesunden Stadtentwicklung. Und ehrlich gesagt sind sich da auch Politiker ziemlich einig, glaube ich. Das ist DAS Thema in Berlin. Enteignung habe ich übrigens nie befürwortet oder überhaupt in irgendeiner Weise diskutiert.
 
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