Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Nahostkonflikt

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ähm das ist knapp 80 Jahre her, wir reden 3-4 Generationen später... gegen deren Willen ist gar nichts passiert. Und so glasklar kann es nicht sein, sonst hätte es nicht 77 Jahre gedauert. Reine Symbolpolitik.
Ja, natürlich ist das in erster Linie Symbolpolitik. Du hast den sachverständigen Wissenschaftler doch selbst zitiert, der von einem "wichtigen (sic!) symbolischen Akt der Wiedergutmachung" gesprochen hat.

Und zum Thema Betroffenheit der Nachfolgegenerationen kann ich dir nur sagen, dass es so etwas wie Transgenerationale Weitergabe gibt. Im Zuge vererbter familiärer Traumata kann also auch gegenüber Personen, die den Holocaust nicht unmittelbar erlebt haben, Wiedergutmachung betrieben werden.

Zu allem anderen kann und will ich nicht mehr viel schreiben, weil ich ehrlich gesagt dein Problem nicht verstehe. Ich habe das Gefühl, du arbeitest dich an einem Gesetz ab, von dem wir beide schon festgestellt haben, dass es in erster Linie symbolischer Natur ist - trotzdem tust du so, als ob das der Sargnagel deutscher Einbürgerungspraxis wäre oder zumindest als ein Beispiel dafür herhalten könnte.
Dann schreibst du weiter oben, du hättest für die Familien Verständnis, die aus ihrer Perspektive alles mögliche versuchen um ihren Angehörigen zu helfen - nur um jetzt zu schreiben, es würde dich stören, dass dieser "Notnagel" von den Familien genutzt werden würde.
 
Ähm das ist knapp 80 Jahre her, wir reden 3-4 Generationen später... gegen deren Willen ist gar nichts passiert. Und so glasklar kann es nicht sein, sonst hätte es nicht 77 Jahre gedauert. Reine Symbolpolitik.

Sorry aber so viel Blödsinn und Halbverständnis hab ich ja noch NIE erlebt (leider nicht wahr, das ist unter Trumpisten und AfD Wählern Alltag)...

Sowas nennt man späte Wiedergutmachung und es ist sehr gut, dass bestimmte Ansprüche nicht verjähren können... Was kann denn die 3. oder 4. Generation dafür, dass den Großeltern die Deutsche Staatsangehörigkeit weggenommen wurde oder sie diese zum überleben abgeben mussten? Sie wären heute Deutsche, wenn dies nicht passiert wäre. Und dass sie heute keinen Bezug zum Land haben (nur deiner bescheidenen Meinung nach, wie du gleich sehen wirst) ist, wenn es so ist, auch nicht ihre Schuld.

Zudem ist das auch keine Symbolpolitik... Sondern ist deswegen erst 2021 so verabschiedet worden, weil eine US-Amerikanerin seit 2013 gerichtlich darum gekämpft hat wieder Deutsche zu werden, weil Ihre Vorfahren geflohen sind. Sie musste bis vor Bundesverfassungsgericht und bekam 2020 Recht. Daraufhin musste das Gesetz angepasst werden (logischer Weise). Dieser Fall zeigt auch, dass es sehr wohl Menschen gibt, denen es gegen den Strich ging und die wahrscheinlich davor an Deutschland und ihrer Herkunft interessiert waren, aber es wegen den Hürden aufgeben mussten oder eben erst erkämpfen.

Steht alles in den Links oben, die man nur mal anklicken muss, statt seine dämlichen Floskeln und unbegründeten Meinungen kund zu tun.

Gern geschehen.


Ich selbst wurde erst kurz nach 1989 eingebürgert... geboren 1986 in Polen. Wieso? Weil meine Familie Deutsch war, mein Großvater noch für die Deutsche Wehrmacht gekämpft hat an der Ostflanke im 2. WK und nach der Gefangenschaft dann zu Müde war aus dem nun zu Polen gewordenen Schlesien auszuwandern und sich ein Leben aufzubauen wo es einst begonnen hat. Er hat bis ins Alter von 97 Jahren und seinem Tod 2023 nicht verarbeitet, dass er einer von zwei Überlebenden seiner Panzerersatzeinheit war und der andere psychisch daran kaputt gegangen ist und sich nicht mehr an ihn erinnern konnte (er hat Jahrzehnte lang nach ihm gesucht)....

Ohne, dass mein Vater (er, meine Mutter und ich gebürtige Polen seither) seinem Traum von Deutschland bis hin zur angedrohten Scheidung von meiner Mutter durchgezogen hätte und damals dafür gekämpft hätte, dass wir nach dem Fall der Mauer wieder Deutsche werden, hätte der Deutsche Staat einen Scheiß dafür getan meinem Großvater was gutes zu tun...

So ist er 1992 nachgezogen, genoss eine großartige, wohlverdiente Rente, und wir sind alle Deutsche, so wie es sein sollte.

Und da gab es gewiss noch weitaus schlimmere Schicksale. Und trotzdem muss man sich den größten Scheiß aus dem braunen Lager anhören, das wahrscheinlich nicht mal halb so viel für Deutschland getan hat oder tut..
 
Zuletzt bearbeitet:
@Saftsack : Ich glaube Du hast nur einen Teil von dem gelesen was ich geschrieben hatte, anders kann ich mir den Bogen zu Deiner Familiengeschichte nicht erklären.

Schade, dass Du es auch nicht schaffst ohne Beleidigungen auszukommen, sonst hätte ich Dir ein "Gefällt mir" hinterlassen. Die Info mit der Amerikanerin hatte ich tatsächlich nicht.
 
"Blödsinn und Halbverständnis"? Oder um welche Beleidigung geht es?

War jedenfalls nicht direkt an dich gerichtet, sondern an die Tatsache, dass viele gar nicht mehr lesen (sogar nicht was gepostet wird, weil da ja auch der Teil mit der Amerikanerin drin stand weiter oben im Link). Darauf war auch das allgemein gehaltene "dämlichen Floskeln und unbegründeten Meinungen kund zu tun." Ich hab ja nicht geschrieben DEINE...

Aber kann wohl so aufgefasst werden. Sorry.
 
das ist bezogen auf:


Und was die versehentliche Tötung der drei Geiseln angeht, so trägt an dessen Tot einzig und allein die Hamas die volle Verantwortung und sonst niemand. Wer das anders sieht, der sollte mal dringend seinen Kompass justieren

Ganz genau.
Worüber diskutieren wir hier überhaupt? Eine Terrororganisation (die sich öffentlich dazu bekennen Israel zerstören und alle Juden Töten zu wollen) überfällt Israel, Vergewaltigt, Mordet, und nimmt Geiseln. Das ganze wird dann auch noch voller stolz überall verbreitet.
Aber die IDF sind jetzt die Arschlöcher weil durch einen Fehler einige Geiseln (die ohne die HAMAS jetzt zuhause wären) versehentlich Töten? Und das auch noch öffentlich kommunizieren?

Ich bin ganz sicher kein Freund der derzeitigen Israelischen Regierung und empfinde auch viel Empathie für die Palästinenser. Aber die scheisse jetzt geht einzig und alleine auf das Konto der Hamas und deren Sugardaddy, den Iran und keinem anderen.
 
Die Priorität Israels lag nie darauf die Geiseln zu retten sondern die Gunst der Stunde zu nutzen und den "Rasen zu mähen" wie es in Israels Militär genannt wird. Mit einem solchen Rambo-Vorgehen bringt man die Geiseln maximal in Gefahr. In jedem Banküberfallszenario fangen die Geiselnehmer an die Geiseln zu erschießen sobald die Polizei das Gebäude betritt.
 
Das "Rasen mähen" beschreibt aber nicht das was Israel jetzt macht.
Das beschreibt die Taktik die Hamas so klein zu halten das sie keine zu große Gefahr darstellen, also die Typischen kleinen Einsätze gegen Munitionsdepots, Posten usw. die Identifiziert wurden. Also das was Israel vor dem Terroranschlag der Hamas gemacht hat.
Jetzt will man die Hamas so weit es geht vernichten, weil die oben genannte Strategie eben nicht funktioniert hat.

Und was sollen die jetzt auch anderes machen? Weiter machen wie bisher und warten bis der nächste Überfall kommt?
Denn man muss auch bedenken das es mit der Hamas auch niemals ein Freies Palestina geben kann, die Hamas akzepiert nur ganz Israel und alle Juden sollen sterben. Das steht auch genau so in ihrer Charta.
Free Palestine kann es also faktisch nur ohne die Hamas oder etwaige Nachfolgeorganisationen geben. Die MÜSSEN weg damit es da unten endlich mal frieden geben kann.
 
Wenn du das so analysierst, was hätten sie denn machen sollen?
Umgekehrt gefragt: Was machst Du in einem Banküberfallszenario mit Geiselnahme um möglichst alle Geiseln zu retten? Sofort stürmen?

Ich glaube Israel hatte die Chance die Entführer international so unter Druck zu setzen, dass alle Geiseln über einen Austausch frei gekommen wären. Zudem hätten sie nach dem brutalen Überfall weltweit die Sympathie auf ihrer Seite gehabt.

Die Hardliner Netanjahu und Co haben das alles verspielt. Das Vorgehen ist nicht nur für die Geiseln lebensgefährlich, es ist auch strategisch eine absolute Vollkatastrophe, weltweit wenden sich immer mehr Länder von Israel ab. Selbst die USA mahnen mittlerweile offen zur Zurückhaltung.
 
Ich glaube Israel hatte die Chance die Entführer international so unter Druck zu setzen, dass alle Geiseln über einen Austausch frei gekommen wären.
Du hast die aber schon mal angesehen wie das in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten immer so abgelaufen ist?
Da werden immer Geiseln gegen verurteilte (Großteils, teileweise noch in U-Haft) Verbrecher getauscht. Ich glaube das letzte was Israel jetzt braucht ist noch mehr Terroristen frei zu lassen.
Ob das ganze Vorgehen so jetzt langfristig für für eine Verbesserung sorgt? Keine Ahnung, das wird sich Zeigen müssen. In den letzten Jahren hat man die Hamas aber weitestgehend freie Hand in Gaza gelassen und rausgekommen ist eben genau das jetzt.

Und btw. sind die Hardliner in Israel richtig sauer weil die IDF für die viel zu Rücksichtsvoll vorgeht. Wir können uns ja sicher alle an die Aussage erinnern das man Gaza zu einem Parkplatz machen sollte. Das wäre zwar Außenpolitischer Selbstmord, sollte für das Israelische Militär aber locker in unter 48std. machbar sein.

Und ich hatte weiter oben ja auch schon geschrieben das ich ganz sicher kein Freund der jetzigen Regierung in Israel bin, aber ich glaube auch eine gemäßigtere Regierung würde da jetzt nicht anders Reagieren. Das Problem war ja eher das Regierungsgedeckte vorgehen der "Siedler" im Westjordanland (das Israel schon lange hätte zurückgeben müssen) und nicht Gaza. Da hat man die ja wie gesagt weitestgehend machen lassen.
 
Krieg im Gaza-Streifen - Israelisches Militär tötet versehentlich drei Geiseln der Hamas

Israels Militär hat mitgeteilt, versehentlich drei israelische Geiseln im Gazastreifen getötet zu haben.

https://www.deutschlandfunk.de/isra...versehentlich-drei-geiseln-der-hamas-100.html

"Versehentlich" suggeriert als wären sie von einem Querschläger oder dergleichen getroffen worden. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, wurden die Geiseln ganz gezielt getötet. Das einzige Versehen ist, dass das israelische Militär sie irrtümlich für Palästinenser bzw. einer "Bedrohung" hielten. Obwohl sie halbnackt waren und eine weiße Fahne schwenkten...
 
Du hast die aber schon mal angesehen wie das in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten immer so abgelaufen ist?
Da werden immer Geiseln gegen verurteilte (Großteils, teileweise noch in U-Haft) Verbrecher getauscht. Ich glaube das letzte was Israel jetzt braucht ist noch mehr Terroristen frei zu lassen.
Wirklich Verurteilte Terroristen scheinen bisher weniger dabei gewesen zu sein, dafür viele jüngere Personen, die auf Verdacht festgehalten werden:
Wer sind diese Gefangenen? Die israelische Regierung hat inzwischen eine Liste mit 300 Namen veröffentlicht. Darunter sind 33 Frauen und Jugendliche von 14 bis 18 Jahren. Der überwiegende Teil ist unter Militärrecht verhaftet worden und wurde bisher nicht verurteilt. Die Vorwürfe reichen von nicht spezifizierter "Aufwiegelung" oder "Gefährdung der nationalen Sicherheit" über "Steinewerfen" bis hin zu zwei Fällen versuchten Mordes durch Messerattacken in Ost-Jerusalem.
Auch nicht rechtsstaatlich:
Ein großer Teil, schätzungsweise 3.000 Menschen, befindet sich dabei in sogenannter Administrativhaft. Das bedeutet eine Verhaftung kann bereits wegen der Vermutung erfolgen, jemand habe möglicherweise eine Straftat geplant, und sie kann endlos verlängert werden. Es gibt kein ordentliches Gerichtsverfahren, die Prozessakten unterliegen der Geheimhaltung und können auch nicht von Anwälten eingesehen werden.
https://www.zeit.de/politik/2023-11/gefangenenaustausch-geiseln-hamas-israel-haeftlinge

Ob das ganze Vorgehen so jetzt langfristig für für eine Verbesserung sorgt? Keine Ahnung, das wird sich Zeigen müssen. In den letzten Jahren hat man die Hamas aber weitestgehend freie Hand in Gaza gelassen und rausgekommen ist eben genau das jetzt.
Ich glaube globalstrategisch katastrophal, die meisten Länder der Welt solidarisieren sich mit den Palästinensern. Und das trotz des Anschlags. China z.B. zeigt auf Karten kein Israel mehr.

Gewähren lassen ist gut:
Netanyahu: Money to Hamas part of strategy to keep Palestinians divided
“Now that we are supervising, we know it’s going to humanitarian causes,” the source said, paraphrasing Netanyahu.
The prime minister also said that, “whoever is against a Palestinian state should be for” transferring the funds to Gaza, because maintaining a separation between the PA in the West Bank and Hamas in Gaza helps prevent the establishment of a Palestinian state.
https://www.jpost.com/arab-israeli-...-strategy-to-keep-palestinians-divided-583082

Das Problem war ja eher das Regierungsgedeckte vorgehen der "Siedler" im Westjordanland (das Israel schon lange hätte zurückgeben müssen) und nicht Gaza.
Die Israelis müssten aus eigenem Interesse dafür sorgen, dass die Palästinenser ein lebenswertes Leben führen können. Egal ob Gaza oder Westjordanland. Ich glaube nur dann wird man weiteres Morden langfristig verhindern können. Diese Gewaltspirale bringt gar nichts außer mehr Gewalt. Einer muss sie durchbrechen und das kann eigentlich nur die stärkere Partei.
 
Zurück
Oben