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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Wundert mich ehrlich gesagt jetzt nicht, aber so leid es mir tut, dann bist du und dein Umfeld halt nicht Teil der Mittelschicht. Und falls gehaltsmäßig doch, spare ich mir den Kommentar, denn der wäre bestimmt zu frech.
Das sind durchaus Leute aus der Mittelschicht.
Aber das sind auch alles keine Frugalisten. :ulgy:

Weiß jetzt aber auch nicht so recht, warum du das ganze gerade so auf der persönlichen Ebene austragen möchtest.
 
Ich glaube der Lebensabend lässt sich mit einem Nettovermögen jenseits der Millionenmarke dennoch gut genießen. Ansonsten hat man vielleicht doch nicht so sinnvoll vorgesorgt.
Das Problem ist doch, dass 1 Million Euro vielleicht eine schöne Zahl ist, aber ohne Relation zur Kaufkraft nicht viel aussagt. Ein Millionär im Jahr 2000 hatte dieselbe Kaufkraft wie jemand der heute 1.566.000 Millionen besitzt (https://www.finanzen-rechner.net/inflationsrechner.php). Daher ist 1 Million auch lange nicht mehr die Schallmauer wie früher und in 20 Jahren schon gar nicht.

Kann man auch schön am Immobilienmarkt sehen. Mit 1 Million EUR ist man da ein kleiner Fisch. Mehr als ein solides Einfamilienhaus lässt sich damit nicht finanzieren.

Ich bin per se nicht gegen seine Vermögenssteuer, aber bitte den Einstieg so hoch ansetzen, dass es auch wirklich Reiche trifft. Wenn es so wie immer läuft, trifft es wieder nur die Mittelschicht und die wirklich Reichen nutzen Steuervermeidungstricks und zahlen gar nichts. Ist doch bei Erbschaftsteuer und Co genauso.
 
Das sind durchaus Leute aus der Mittelschicht.
Aber das sind auch alles keine Frugalisten. :O_o:

Weiß jetzt aber auch nicht so recht, warum du das ganze gerade so auf der persönlichen Ebene austragen möchtest.


Man muss kein Frugalist sein, um Geld übrig zu haben... Und das mit der persönlichen Ebene hat sich nur durch den Kommentar ergeben. Korrigiere mich wenn ich falsch liege, aber du bist doch afaik im Bereich der Sozialwissenschaft tätig und politisch klar links. Üblicherweise ein Bereich der in der Regel nicht überdurchschnittlich gut bezahlt ist. Dementsprechend ist dann ja meist auch das erweiterte Umfeld ausgerichtet. Deshalb (und nur deshalb) würde es mich nicht wundern, wenn das Geld in der Bubble knapper ist.

Ich persönlich könnte nur im Strahl kotzen bei dieser Anspruchshaltung, die bei vielen Menschen vorherrscht. Selbst nie wirklich Mühen auf sich genommen, aber alles vom Staat haben wollen und der soll es sich dann von denen holen, die den Meter weiter gegangen sind.
 
Das ist korrekt, als „Beweisführung“ habe ich daher auch die Statistik angeführt, nach der eben gerade mal 1,5% der Menschen von einer entsprechenden Vermögenssteuer betroffen wären. Und die ist eben Fakt.

Ich verstehe durchaus, dass Vermögenswerte nicht nur die Euros auf dem Konto sind.
Und der Nachrichtenwert bezüglich der Umfrage lag ja gerade darin, dass die Vermögenssteuer ja gerade nicht ausschließlich von einer dezidiert linken Klientel befürwortet wird. Von daher verstehe ich den Verweis auf ein vermeintlich „linkes Milieu“ nicht so ganz.

Anekdotische Beweisführung? ;)

Wer eine abbezahlte Eigentumswohnung im Düsseldorfer Zentrum hat, der hat in erster Linie eine abbezahlte Eigentumswohnung im Düsseldorfer Zentrum. Wenn du verstehst was ich meine.


Ich habe mir Deinen Link nun mal angeschaut. Grundlage für die Annahme, nur 1,5% der Deutschen seien betroffen, sind Befragungen (!) von 2.000 Haushalten. Das Sample erscheint mir sehr klein, aber ich bin da kein Experte. Was mich stutzig macht: es fußt auf Befragungen. Und da fängt es schon an. Viele wissen gar nicht, dass sie potenzielle Vermögensmillionäre sind, weil sie keine Ahnung haben, was das Finanzamt alles an Vermögen ansetzen würden. Die Studie liefert daher wichtige Anhaltspunkte, aber ist meiner Meinung nach kein Beleg dafür, dass tatsächlich nur 1,5% betroffen wären.

Aber am Ende kommt es sehr auf die Ausgestaltung der Vermögensabgabe ab. Würde man eigengenutzte Immobilien und Firmen, von denen man lebt, per se steuerfrei stellen, wäre schon viel gewonnen.

Edit: Deinen Einwurf bezüglich der Düsseldorfer Eigentumswohnung verstehe ich nicht.
 
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Ich habe mir Deinen Link nun mal angeschaut. Grundlage für die Annahme, nur 1,5% der Deutschen seien betroffen, sind Befragungen (!) von 2.000 Haushalten. Das Sample erscheint mir sehr klein, aber ich bin da kein Experte. Was mich stutzig macht: es fußt auf Befragungen.
Dass hier mit Befragungen gearbeitet wird hat witzigerweise u.a. damit zu tun, dass eben die Vermögenssteuer schon so lange ausgesetzt ist und es einfach keine zentral erfassten Daten über tatsächliche Vermögenswerte gibt.
Ich gehe Mal davon aus, dass die zugrundeliegende Studie den Gütekriterien entspricht, also die Aussagen valide sind.

Aber grundsätzlich: ich bin an anderen Studien und Statistiken interessiert, meine Frage danach was durchaus ernst gemeint.
Aber am Ende kommt es sehr auf die Ausgestaltung der Vermögensabgabe ab.
Total! Wenn man grundsätzlich für eine Vermögensabgabe für Millionäre (was ja auch eher eine politische/symbolische Grenze ist), dann muss man ja noch lange nicht Befürworten, dass die Omi gezwungen wird ihr Geburtshaus zu verkaufen und dergleichen. Es ist ja nur ein Auftrag aus dem gesellschaftlichen Diskurs heraus an die Politik, dies in politische Programme und Gesetzesinitiativen zu überführen.
Man muss kein Frugalist sein, um Geld übrig zu haben... Und das mit der persönlichen Ebene hat sich nur durch den Kommentar ergeben. Korrigiere mich wenn ich falsch liege, aber du bist doch afaik im Bereich der Sozialwissenschaft tätig und politisch klar links. Üblicherweise ein Bereich der in der Regel nicht überdurchschnittlich gut bezahlt ist. Dementsprechend ist dann ja meist auch das erweiterte Umfeld ausgerichtet. Deshalb (und nur deshalb) würde es mich nicht wundern, wenn das Geld in der Bubble knapper ist.
Fair enough. Aber auch diese "Bubble" ist Teil der Mittelschicht und das ist Fakt.
 
Ich persönlich könnte nur im Strahl kotzen bei dieser Anspruchshaltung, die bei vielen Menschen vorherrscht. Selbst nie wirklich Mühen auf sich genommen, aber alles vom Staat haben wollen und der soll es sich dann von denen holen, die den Meter weiter gegangen sind.

Du weißt schon, das es bei dieser Debatte darum geht, das Geld in Sachen wie Bildung, Wirtschaft, Digitalisierung etc zu stecken und damit Fortschritt in diesen Bereichen zu erzielen? Das soll also nicht an diese gigantische Masse an 52.000 arbeitsunwillige Bürgergeldempfänger (3 % aller, Zahl aus 2021), die du so sehr verachtest, verschwendet werden, sonder muss ganz einfach in den Erhalt der Infrastruktur gesteckt werden.

Ihre Aussetzung im Jahr 1996 hat die öffentlichen Haushalte bisher 380 Milliarden Euro an Mindereinnahmen gekostet. Dies geht aus einer Studie hervor, die das Netzwerk Steuergerechtigkeit und die Nichtregierungsorganisation Oxfam am Dienstag veröffentlichten. Diese Summe entspricht rund 80 Prozent des Bundeshaushaltes für dieses Jahr.

https://taz.de/Ausgesetzte-Vermoegenssteuer/!6021305/

Und mir brauch keiner erzählen, das dieses Geld was bei den reichsten Menschen in Deutschland dabei raus kommt, auch nur irgendwo Relevanz hat. Die sind trotzdem reich und bleiben es auch. Da macht keiner die Pustebacken und weiß jetzt nicht mehr, wie er eine kaputte Waschmaschine ersetzen soll. Anders als ein extrem großer Teil von in Deutschland lebenden Menschen.

Ach verdammt, ich hau schon wieder auf die armen gebeutelten Reichen aus der Mittelschicht drauf. Ich bin ja schon wieder weg....
 
Du weißt schon, das es bei dieser Debatte darum geht, das Geld in Sachen wie Bildung, Wirtschaft, Digitalisierung etc zu stecken und damit Fortschritt in diesen Bereichen zu erzielen?

Achsoooo, na klar. Hat ja bei sämtlichen Steuermehreinnahmen in den letzten Jahrzehnten auch immer so gut geklappt und das Geld ist immer bei der Bildung, Wirtschaft und Infrastruktur gelandet, aber jetzt mit einer Vermögenssteuer, da wird diesmal wirklich alles anders!

Was den Rest von deinem Post angeht, der typische Bullshit von jemandem, der noch nie in seinem Leben mal selbst was in die Hand genommen hat oder Fehler bei sich gesucht hat, sondern immer von Mama den Arsch abgewischt bekommen hat und diese mütterliche Rolle dann bis zum Sarg vom Staat erwartet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Achsoooo, na klar. Hat ja bei sämtlichen Steuermehreinnahmen in den letzten Jahrzehnten auch immer so gut geklappt und das Geld ist immer bei der Bildung, Wirtschaft und Infrastruktur gelandet, aber jetzt mit einer Vermögenssteuer, da wird diesmal wirklich alles anders!

Keine Sorge. Auch mit Vermögenssteuer kannst noch weiterhin in deinem unterkomplexen Denken bleiben und nach unten treten. Brauchst da gar nicht so viel dran ändern.

Was den Rest von deinem Post angeht, der typische Bullshit von jemandem, der noch nie in seinem Leben mal selbst was in die Hand genommen hat oder Fehler bei sich gesucht hat, sondern immer von Mama den Arsch abgewischt bekommen hat und diese mütterliche Rolle dann bis zum Sarg vom Staat erwartet.

Hach, triggered. :D
Lies ruhig mal den Link. Erweitert Horizont. Keine Sorge, auch hier brauchst du nicht plötzlich Empathie entwickeln.
 
Was den Rest von deinem Post angeht, der typische Bullshit von jemandem, der noch nie in seinem Leben mal selbst was in die Hand genommen hat oder Fehler bei sich gesucht hat, sondern immer von Mama den Arsch abgewischt bekommen hat und diese mütterliche Rolle dann bis zum Sarg vom Staat erwartet.
Arsch abgewischt bekommen Mal anders gedacht:

"Deutschland ist in puncto Vermögensungleichheit eine der ungleichsten Demokratien in der Welt. Der Hauptgrund hierfür liegt in Erbschaften und Schenkungen. Schon heute ist mehr als die Hälfte aller Vermögen nicht selbst erarbeitet, sondern geerbt oder geschenkt. Das bedeutet, dass wir per Definition bereits eher eine Erben- denn eine Leistungsgesellschaft sind." https://www.freitag.de/autoren/mart...durch-erbschaften-die-deutsche-spermalotterie

Wenn wir also vom reichsten 1,5% der Bevölkerung ausgehen (und solange hier niemand andere Zahlen vorzuweisen hat müssen wir das wohl), die Vermögensmillionär*innen sind, hätte ich gerne Mal den Anteil dieses Vermögens gewusst, das einfach gekommen ist, ohne dass auch nur jemals was selbst in die Hand genommen werden musste.

Ich hab keinen Bock das Spiel zu spielen, aber ich weiß nicht ob Unvermögende beim Thema "das Geld fällt mir in den Schoß" wirklich als Sieger hervorgehen.
 
Ich will hier auch gar nicht falsch verstanden werden. Ich finde, wir können grundsätzlich über eine Vermögenssteuer reden. Ich wollte nur deutlich machen, dass lange nicht jeder Vermögensmillionär Schampus saufend mit der Limo durch die Gegend fahren kann. Meiner Erfahrung nach ist das vielen einfach nicht bewusst.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen mit so aberwitzigem Reichtum, dass wir durchaus über eine stärkere Besteuerung nachdenken sollten.
 
Arsch abgewischt bekommen Mal anders gedacht:

"Deutschland ist in puncto Vermögensungleichheit eine der ungleichsten Demokratien in der Welt. Der Hauptgrund hierfür liegt in Erbschaften und Schenkungen. Schon heute ist mehr als die Hälfte aller Vermögen nicht selbst erarbeitet, sondern geerbt oder geschenkt. Das bedeutet, dass wir per Definition bereits eher eine Erben- denn eine Leistungsgesellschaft sind." https://www.freitag.de/autoren/mart...durch-erbschaften-die-deutsche-spermalotterie

Wenn wir also vom reichsten 1,5% der Bevölkerung ausgehen (und solange hier niemand andere Zahlen vorzuweisen hat müssen wir das wohl), die Vermögensmillionär*innen sind, hätte ich gerne Mal den Anteil dieses Vermögens gewusst, das einfach gekommen ist, ohne dass auch nur jemals was selbst in die Hand genommen werden musste.

Ich hab keinen Bock das Spiel zu spielen, aber ich weiß nicht ob Unvermögende beim Thema "das Geld fällt mir in den Schoß" wirklich als Sieger hervorgehen.

Erbschaftssteuer ist ja wieder ein ganz anderes Thema. Damit habe ich kein Problem, solange die Einnahmen sinnvoll verwendet würden. Dafür bräuchten sie aber erst mal ne Steuer-Reform, um das Thema Stiftungen, Unternehmen etc. anzugehen und dort sinnvolle/faire Lösungen zu finden (und zwar vor allem fair gegenüber der Mehrheit, die keine dieser Umgehungsstrategien nutzen kann).
 
Und man braucht auch nicht viel Finanzbildung, um entsprechend vorzusorgen. Eigentlich braucht man sogar nur einen ETF oder Immobilien. Und die Disziplin, sein Geld nicht komplett für den Konsum auszugeben. Die Menschen die das nicht haben (aber genug verdienen, um vorzusorgen) sollten sich das lieber auch schnell aneignen, wenn sie nicht in der Altersarmut landen wollen.
Hierzu habe ich heute Morgen zufälligerweise ein passendes Zitat von Karl Marx gefunden:

Die Selbstentsagung, die Entsagung des Lebens und aller menschlichen Bedürfnisse, ist ihr Hauptlehrsatz. Je weniger du ißt, trinkst, Bücher kaufst, in das Theater, auf den Ball, zum Wirtshaus gehst, denkst, liebst, theoretisierst, singst, malst, fichtst etc., um so [mehr] sparst du, um so größer wird dein Schatz, den weder Motten noch Raub fressen, dein Kapital. Je weniger du bist, je weniger du dein Leben äußerst, um so mehr hast du, um so größer ist dein entäußertes Leben, um so mehr speicherst du auf von deinem entfremdeten Wesen. Alles, was dir der Nationalökonom an Leben nimmt und an Menschheit, das alles ersetzt er dir in Geld und Reichtum, und alles das, was du nicht kannst, das kann dein Geld: Es kann essen, trinken, auf den Ball, ins Theater gehn, es weiß sich die Kunst, die Gelehrsamkeit, die historischen Seltenheiten, die politische Macht, es kann reisen, es kann dir das alles aneignen; es kann das alles kaufen; es ist das wahre Vermögen. Aber es, was all dies ist, es mag nichts als sich selbst schaffen, sich selbst kaufen, denn alles andre ist ja sein Knecht, und wenn ich den Herrn habe, habe ich den Knecht und brauche ich seinen Knecht nicht. Alle Leidenschaften und alle Tätigkeit muß also untergehn in der Habsucht. Der Arbeiter darf nur soviel haben, daß [er] leben will, und darf nur leben wollen, um zu haben.
(Ökonomische und philosophische Manuskripte, 1844)
 
Teilweise sicher nicht falsch, wenn auch in der heutigen Zeit weit übertrieben. Aber er und Engels haben ja auch keine praktikable Alternative gefunden, um mal auf dein Wolkenkuckucksheim zurück zu kommen. Und wenn man sich auf den Staat nicht mehr verlassen kann, dann muss man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Oder übergibt sein Schicksal halt voll und ganz an den Staat, in der Hoffnung, dass er es lösen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Teilweise sicher nicht falsch, wenn auch weit übertrieben
War es das im Jahr 1844?
Aber er und Engels haben ja auch keine praktikable Alternative gefunden, um mal auf dein Wolkenkuckucksheim zurück zu kommen.
Marx und Engels haben zeitlebens für eine praktikable Alternative gekämpft. Dass heute, also ca. 150 Jahre nach ihrem Ableben, das System des globalisierten Kapitalismus derart zu einer zweiten Natur geworden ist, verstellt den Blick drauf, dass im 19. Jahrhundert der intellektuelle und praktische Kampf um Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme sich vielmehr als ein kontingentes Geschehen gezeigt hat, dessen Ausgang unklar war.
Und wenn man sich auf den Staat nicht mehr verlassen kann, dann muss man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Oder übergibt sein Schicksal halt voll und ganz an den Staat, in der Hoffnung, dass er es lösen wird.
Ich finde das immer merkwürdig, wenn die Kritik, man könne sich nicht mehr auf den Staat verlassen, aus einer Position kommt, die gleichzeitig einen Staat möchte, auf den sich Leute überhaupt nicht verlassen können sollen.
 
Zu Punkt 1 hatte ich meinen Post noch geändert, damals passten ihre Ausführungen sicher besser als heute.

Und dass der Ausgang der Gesellschafts-/Wirtschafts-System damals offen war, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein. Unter den Philosophen? Sicherlich. In der Realität war der Kapitalismus in der ein oder anderen Form aber schon Jahrtausende vorher eine zwangsläufige natürliche Entwicklung, sobald es um mehr Menschen als um eine kleine Kommune ging. Und deshalb hat der Marxismus auch noch nie irgendwo funktioniert und wird auch niemals irgendwo funktionieren, weil er einfach ein unrealistischer Plan auf Papier ist, der das menschliche Verhalten außer acht lässt und Annahmen trifft, die nie eintreten.

Und zum letzten Punkt, die Ansicht vertrete ich nicht. Ich bin der Meinung, dass es in Europa und Ländern wie Deutschland im speziellen viel zu viel Staat gibt. Deshalb haben wir ja auch die komplexesten Steuergesetze der Welt und eines der komplexesten und teuersten Sozialsysteme der Welt. Aber ich bin für einen Staat der so schlank wie möglich, aber so involviert wie nötig ist. Zwischen komplettem Sozialstaat und rein kaltem Kapitalismus gibt es meiner Ansicht nach genügend Abstufungsmöglickeiten, die man vertreten kann.
 
Und dass der Ausgang der Gesellschafts-/Wirtschafts-System damals offen war, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein. Unter den Philosophen? Sicherlich. In der Realität war der Kapitalismus in der ein oder anderen Form aber schon Jahrtausende vorher eine zwangsläufige natürliche Entwicklung, sobald es um mehr Menschen als um eine kleine Kommune ging. Und deshalb hat der Marxismus auch noch nie irgendwo funktioniert und wird auch niemals irgendwo funktionieren, weil er einfach ein unrealistischer Plan auf Papier ist, der das menschliche Verhalten außer acht lässt und Annahmen trifft, die nie eintreten.
Marx war aber ja eben kein Idealist sondern Materialist. Und als solcher hat er auch den Kapitalismus als "natürliche" Entwicklung anerkannt und beschrieben mit den Entwicklungsstufen von Stammes- oder Urgesellschaft (Urkommunismus), Sklavenhaltergesellschaft, Feudaler Gesellschaft und schließlich Kapitalistischer Gesellschaft.
Auch erkennt der Marxismus durchaus positive Eigenschaften des Kapitalismus an, es geht ihm entsprechend ja auch um die Überwindung des Kapitalismus, weil er die Probleme erkennt und beschreibt, die mit dem Kapitalismus einhergehen und die sich entsprechend potenzieren wenn sich der Kapitalismus quasi als "Endstufe" etabliert.
Marx und Engels wollten aber keinesfalls eine Rückkehr zum Urkommunismus, die irgendwo im Lokalen stattfinden könne, sondern eine Weiterentwicklung des Kapitalismus - und wenn dieser globalisiert wirksam ist dann entsprechend auch auf globaler Ebene.
 
Superreiche werden noch superreicher (spon.de)

Superreiche in Deutschland haben ihre Finanzvermögen im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten steigern können. Das geht aus dem an diesem Mittwoch erscheinenden Global Wealth Report der Boston Consulting Group (BCG) hervor. Demnach legten die Vermögen von Menschen mit mehr als 100 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent zu.
Je geringer die Vermögen waren, umso bescheidener fiel laut BCG auch der Zuwachs aus. So kamen Menschen mit bis fünf Millionen US-Dollar noch auf ein Plus von mehr als fünf Prozent. Vermögen bis zu 250.000 Dollar verzeichneten hingegen nur ein Wachstum von 1,5 Prozent – und damit weniger als die Inflationsrate.

Vielleicht können wir hier eher zu einem Konsens kommen, was das für eine Ungerechtigkeit ist.
 
Die Vermögensteuer muss ja letzten Endes einfach auch nur ordentlich umgesetzt werden, dann ist sie ja auch in Ordnung.

Die Wirtschaftswoche sieht zwar grundsätzlich die Problematik darin, dass der Vermögensstamm eigentlich nicht angegriffen werden dürfte, sondern so gesehen "nur" die Erträge bzw. der Wertzuwachs.

https://www.wiwo.de/politik/deutsch...zen-einfacher-gesagt-als-getan-/29887306.html

Die selbst von der wiwo zitierte Hans Böckler Stiftung hat aber eine ganz interessante Abhandlung darüber geschrieben, dass sie eigentlich keinen Bruch des Grundgesetzes sieht, da es besondere Zeiten sind. Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen und gleichzeitig herrscht ein enormes Ungleichgewicht zwischen arm und reich. Was letzten Endes die Vermögensteuer auch rechtlich zulassen würde.

https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-vermoegensteuer-verfassungsrechtlich-47456.htm

Sie muss eben nur gut ausgestaltet sein. Am Ende geht es aus meiner Sicht eigentlich nur um das Thema Freibeträge bzw. Befreiung. Und das ist das größte Problem - die Definition wann fängt reich im Sinne der Vermögensteuer eigentlich an. Das sollte nüchtern angegangen werden. Dass da viele gleich auf die Palme steigen weil der Mob schreit: "wer über 1 Mio verfügt soll zahlen" ist imho klar.

Es wurde ja schon ausgeführt, dass es im normalen mittleren Einkommen und vernünftig gewirtschaftet eben möglich ist gut zu sparen und damit ja auch privat fürs Alter vorzusorgen. Und es kann aus meiner Sicht nicht sein, dass das diejenigen sind die am Ende wieder in der Mühle sind. Es soll doch hier um die Superreichen gehen. Von daher würde ich auch eher über den angedachten Freibetrag von 2 Mio nachdenken, wenn nicht sogar etwas mehr. Das würde auch die Verwaltung enorm entlasten, da eben deutlich weniger unter die Steuererklärungspflicht fallen würden. Und damit wäre dann doch auch alles soweit gut finde ich.

Aber die aufgeheizte Diskussion wo wieder wild mit Fingern auf "die" (bitte einsetzen je nach Wahl: Reichen/Schmarotzer) gezeigt wird, helfen natürlich nicht weiter und sorgen ja auch nur weiter für Zwietracht in Deutschland. Ich denke die Aldibrüder und Co sind sich schon klar darüber wie unverschämt reich sie sind und wie wenig Argumente sie aktuell gegen eine Vermögensteuer hätten. Umgekehrt verstehe ich, wenn ein Grundschullehrerpaar mit eigenen Haus und noch einem geerbten oder auch selbst durch Finanzierung gekauften Mietshaus sich aufregt und angegangen fühlt als böse "Reiche" die doch bitte blechen sollen.
 
Ich weiß nicht, ob ich da als Laie zu naiv bin, aber ich würde mir statt Freibeträge eine ganz pragmatische, einfache Lösung vorstellen:

Jede und jeder darf eine Immobilie und Wertpapiere einer Firma vermögenssteuerfrei halten - ob das jetzt die Anteil der selbst aufgebauten GmbH sind oder Aktien von Mercedes, ist egal. Da darf man eben jeweils eins auswählen. Alles darüber hinaus wird mit einberechnet. Damit wären die von mir beschriebenen Grenzfälle außen vor und es träfe nur Menschen, die mehr Immobilien und Wertpapiere besitzen, als sie zum Leben brauchen. Das würde meiner Ansicht nach viel herumrechnen und Verwaltungsaufwand sparen, da man einfach zwei Größen aus dem Vermögen auswählen darf, die dann nicht weiter beachtet werden.
 
Ich weiß nicht, ob ich da als Laie zu naiv bin, aber ich würde mir statt Freibeträge eine ganz pragmatische, einfache Lösung vorstellen:

Jede und jeder darf eine Immobilie und Wertpapiere einer Firma vermögenssteuerfrei halten - ob das jetzt die Anteil der selbst aufgebauten GmbH sind oder Aktien von Mercedes, ist egal. Da darf man eben jeweils eins auswählen. Alles darüber hinaus wird mit einberechnet. Damit wären die von mir beschriebenen Grenzfälle außen vor und es träfe nur Menschen, die mehr Immobilien und Wertpapiere besitzen, als sie zum Leben brauchen. Das würde meiner Ansicht nach viel herumrechnen und Verwaltungsaufwand sparen, da man einfach zwei Größen aus dem Vermögen auswählen darf, die dann nicht weiter beachtet werden.

Das ist halt tatsächlich zu einfach gedacht. Dann macht endgültig jeder Selbständige ne Holding, die selbst an zig Firmen beteiligt ist und alles ist frei. Und warum wird eine 60 QM Eigentumswohnung dann genauso behandelt wie die 20 Mio Villa wenn ich sonst nichts besitze? Genau in solchen Details liegen aber ja auch die praktischen Probleme.
 
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