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Der "Ich könnte kotzen" Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Eben einen für die jeweilige Arbeit angemessenen. Was weiß ich...
nimm doch mal deine liste und ordne jedem punkt zeit zu, die du am tag gerne hättest. ausgehend von 24h minus 7-8h schlaf.

tut mir leid, ich halte das für vollkommen weltfremd und absolut utopisch. so wenig kannst du nicht arbeiten, damit das alles in dein leben passt.
 
Also gerade bei diesem Beispiel wäre es das einfachste der Welt die Arbeit so umzustrukturieren, dass sie auf mehrere Schultern verteilt wird und insgesamt jede*r weniger und flexibler arbeiten könnte.
Es ist nur eine Frage des Wollens.

Nein, das ist eben nicht so einfach. Ich bin zb 100% fremdgesteuert in meinem Berufsfeld der Finanzierung und Dienstleistung und auf andere angewisen, nämlich auf Banken.
Um 21 Uhr ruft hier kein Kunde (wir haben nur gewerbliche Kunden, B2B Geschäft) mehr an, weil die alle zu Hause sitzen und Feierabend haben. Zudem wäre auch keiner von der Bank mehr da, der meine Weitergaben bearbeiten könnte.
Heisst also die einen hätten viel mehr zu tun, weil eben in der Maintime Leute zu wenig da wären.
Und die andere, die später kommen, könnten nur schlafen weil weder wer anruft noch jemand anderes etwas bearbeiten könnte.
So einfach ist es also bei aller Liebe eben nicht immer.
 
Wegen der Zeit mit dem Kind: Mein Sohn macht das ganz gewieft und bleibt einfach wach, bis ich vor ihm einpenne. :ugly: Zeit für meine Frau und mich ist da aktuell sehr rar gesät.
 
Dann such Dir eben einen Halbtagsjob. Da kriegst Du das alles unter einen Hut.
Aber dann ist halt auch nix mehr mit Haus und Wohnung und Auto und neuer Fernseher und und und.
Kann man ja durchaus auch für sich entscheiden, warum nicht.
Nur alles zusammen geht halt halt nicht.
Du kannst nicht auf der einen Seite so wenig wie möglich arbeiten und auf der anderen Seite dann aber rundum sorglos mit Geld ausgestattet sein.
 
So einfach ist es also bei aller Liebe eben nicht immer.
Du hast von einem Büro geschrieben, das Kernarbeitszeiten von 9-17 Uhr hat.
Anstatt dass Person A durchgängig von 9-17 Uhr Arbeit X erledigt, wird Arbeit X auf Person A und Person B aufgeteilt.
Anstatt dass Person A montags und dienstags Arbeit X durchführt, führt Person A nur montags Arbeit X durch und dienstags macht es Person B.
Ja, das ist super heruntergebrochen. Aber ich behaupte einfach mal, dass es kein Hexenwerk ist, in vielen Branchen die 39-Stunden-Woche in - sagen wir - eine 30-Stunden-Woche umzuwandeln. Der Willen dazu vorausgesetzt!!!
 
Naja gut, umso mehr ist es aber Argument gegen die klassische 39-Stunden-Woche, oder nicht?
aus meiner sicht nicht, denn hart gesagt sind wir hier nicht bei "wünsch dir was".

am liebsten wäre ich so reich, dass ich niemals arbeiten müsste. dann könnte ich allen interessen nachgehen, die ich so habe. ich selber definiere mich nicht über meinen job und brauche die arbeit nicht. ich mache lieber andere dinge. es gibt ja viele leute, die das anders sehen... aber zurück zum punkt: natürlich kann ich mir wünschen, für all das zeit zu haben. es gibt sicher auch mittel und wege um für vieles davon zeit zu haben. ich kann mir aber keine situation vorstellen, in der man alles unter einen hut bekommt. man muss einfach abstriche machen und ich denke, dass es verkraftbar ist in einer woche die 168h hat und von der man 49h bis 56h mit schlafen verbringt, 40h zu arbeiten. das ist nicht einmal ein viertel der zeit.

wenn man das nicht möchte: okay, kein problem. es gibt genug möglichkeiten weniger zu arbeiten und mehr zeit zu haben. es gibt auch möglichkeiten in berufen zu arbeiten, die einem fortbildungsmöglichkeiten bieten. man kann auch auszeiten nehmen und sich um sein kind kümmern... irgendwas fällt aber immer hinten runter: wenn ich weniger arbeite, habe ich mehr zeit für meine kinder und/oder interessen verdiene aber auch weniger geld. dann kann ich bspw. nicht mehr zentral in der stadt wohnen und keine ökologisch halbwegs vertretbare nahrung kaufen...

wie so oft im leben gilt hier: man kann einfach nicht alles haben.
 
Dann such Dir eben einen Halbtagsjob. Da kriegst Du das alles unter einen Hut.
Aber dann ist halt auch nix mehr mit Haus und Wohnung und Auto und neuer Fernseher und und und.
Kann man ja durchaus auch für sich entscheiden, warum nicht.
Na klar, das wäre für mich persönlich schön wenn das funktioniert.
Ich glaube aber, dass es von gesellschaftlichem Nutzen wäre, wenn die Voraussetzung dazu flächendeckend und branchenübergreifend gegeben wären, weil damit Arbeit imo gerechter verteilt werden könnte.
Aber es ist ein weiter Weg, der noch beschritten werden muss. Ist ja auch ok, erwarte ich auch gar nicht anders.
 
Ich versteh das noch immer nicht.
Bei deinem obigen Beispiel erledigen 2 Leute die Arbeit von einem.
Ja, das wäre irgendwie machbar, auch wenn ich da Versatz hätte weil Person B sich erstmal immer in das einlesen und einarbeiten müsste was Person A gemacht hat. Aber gut, sagen wir mal es würde so funktionieren.
Dann würde aber auch jeder nur die Hälte des Gehaltes von mir bekommen ... ich sehe da jetzt nicht den grossen Nutzen oder wie Arbeit dadurch gerechter verteilt werden würde.
Denn Halbtagsjobs hats doch schon immer gegeben.
 
Ich versteh das noch immer nicht.
Bei deinem obigen Beispiel erledigen 2 Leute die Arbeit von einem.
Ja, das wäre irgendwie machbar, auch wenn ich da Versatz hätte weil Person B sich erstmal immer in das einlesen und einarbeiten müsste was Person A gemacht hat. Aber gut, sagen wir mal es würde so funktionieren.
Dann würde aber auch jeder nur die Hälte des Gehaltes von mir bekommen ... ich sehe da jetzt nicht den grossen Nutzen oder wie Arbeit dadurch gerechter verteilt werden würde.
Denn Halbtagsjobs hats doch schon immer gegeben.
Gut, wenn man aus einem Job zwei Halbtagsjobs machen kann dann kann man auch aus drei vollen Stellen vier 75%-Stellen machen. Das ganze anders etikettiert und wir sind bei der 30-Stunden-Woche und vier 100%-Stellen.
Und zum Punkt Verteilungsgerechtigkeit: klassisches Beispiel. Der Mann hat eine 100%-Stelle (40 Stunden), die Frau arbeitet halb (20 Stunden). Wobei natürlich auch die Frau voll arbeitet, denn üblicherweise bleiben Aufgaben wie Haushalt, Erziehung, Pflege, etc. eher an ihr hängen, aber das sind alles keine entlohnten Tätigkeiten. Die Frau zahlt weniger Sozialabgaben, erhält im Alter eine bescheidene Rente etc.
Im gleichen (an Stereotypen orientierten) Beispiel könnten sowohl Mann als auch Frau jeweils 30 Stunden arbeiten, sich Haushalt und Erziehung gleichermaßen aufteilen, es gäbe also kein Ungleichgewicht zwischen entlohnter und unentlohnter Arbeit zwischen den (Ehe)Partner*innen.
 
Gut, wenn man aus einem Job zwei Halbtagsjobs machen kann dann kann man auch aus drei vollen Stellen vier 75%-Stellen machen. Das ganze anders etikettiert und wir sind bei der 30-Stunden-Woche und vier 100%-Stellen.
Und zum Punkt Verteilungsgerechtigkeit: klassisches Beispiel. Der Mann hat eine 100%-Stelle (40 Stunden), die Frau arbeitet halb (20 Stunden). Wobei natürlich auch die Frau voll arbeitet, denn üblicherweise bleiben Aufgaben wie Haushalt, Erziehung, Pflege, etc. eher an ihr hängen, aber das sind alles keine entlohnten Tätigkeiten. Die Frau zahlt weniger Sozialabgaben, erhält im Alter eine bescheidene Rente etc.
Im gleichen (an Stereotypen orientierten) Beispiel könnten sowohl Mann als auch Frau jeweils 30 Stunden arbeiten, sich Haushalt und Erziehung gleichermaßen aufteilen, es gäbe also kein Ungleichgewicht zwischen entlohnter und unentlohnter Arbeit zwischen den (Ehe)Partner*innen.

Das kann man von mir aus gerne so machen.
Es ist halt, wie in meinem Beispiel oben, halt nicht immer und überall möglich.
Wenn es Projekte gibt, die sich über mehrere Tage ziehen, dann müsste sich jemand immer schlau machen, nachforschen, weiss nicht direkt Bescheid. Das ist nicht optimal, das geht halt dann nicht überall, vorallem nicht bei kleineren Betrieben.
Ansonsten sollte das aber möglich sein, da muss man eben einen geeigneten Arbeitgeber finden und eine Arbeit, bei der das tatsächlich so nahtlos geht. Wenn es denn dann so nahtlos und gerecht geht.
Was ja auch nicht immer der Fall ist.
Kenne zb ein Modell bei der Bank, da hat sich einer auserbeten immer Freitags frei zu haben. Kein Problem, also die Stunden runtergerechnet, Gehalt angepasst. Alles tutti.
So, jetzt klingelt aber am Freitag da das Telefon und es wird auf die anderen Mitarbeiter umgeleitet oder Emails und Faxe gehen ein.
Manche Sachen, die nicht eilig sind lässt man dem dann liegen, andere eilige Sachen müssen von anderen dann miterledigt werden, ohne dass die dafür mehr Geld bekommen. Also so ganz gerecht ist es dann auch nicht.
Und wie gesagt auch von den Abläufen manchmal schwierig zu gestalten oder nur mit Mehraufwand.
Aber wie gesagt dass man 75% Jobs kriegen kann ist möglich und Verhandlungssache, nur dass man darauf eine Maxime für alle machen kann geht halt nicht.
 
Der Wille dazu vorausgesetzt und es ginge, davon bin ich überzeugt. Natürlich würden Dinge dann anders ablaufen, Arbeitsprozesse verändert, Zuständigkeiten neu geregelt. Das ist ja auch nichts, was von heute auf morgen realisiert werden würde.
Aber lange Rede, kurzer Sinn: dass der (politische und gesellschaftliche) Wille dazu fehlt, ist ja unverkennbar. Ich finde das schade, andere finden das ok.
Strich drunter.

edit: Abschließend noch, aus einem anderen Thread ist dieser Beitrag auch hier interessant


Auch hier kann man sich fragen, ob nicht eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit eine Möglichkeit wäre, Menschen tatsächlich in gute Jobs zu bringen statt ihnen Beschäftigungsmaßnahmen abzuverlangen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na, wo sollte der Wille fehlen?
Es ist halt kein alltäglicher Wunsch, ein Halbtagsjob ist da einfach etablierter.
Und es ist ja auch nichts was es nicht so geben würde, das ist eben vom Arbeitgeber abhängig.
 
Ich denke ich habe deutlich gemacht, dass ich nicht finde, dass es sich bei dem Wunsch nach Arbeitszeitreduzierung alleine um einen persönlichen Spleen handelt, sondern dass damit durchaus Fragen der sozialen Gerechtigkeit berührt werden. Weshalb es in meinen Augen auch keine Lösung sein kann, dies je individuell zu verhandeln.
Aber ich denke wir kommen nicht weiter als zu diesen Standpunkten, also belassen wir es doch dabei.
 
Denkt mal dran wie es noch 1-2 Generationen vorher war. Ja da wurde malocht, aber es musste nur einer arbeiten gehen. Der andere Partner konnte sich komplett um Haus/Wohnung und Kinder kümmern. Und die hatten ein Auto und sogar sehr oft ein Haus. Das hat Jahrzehnte lang so funktioniert. Heute geht es schon ans Ersparte ran, wenn während der Kindeserziehung einer nur halbtags arbeiten geht.
 
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