Bin jobmäßig ähnlich wie eape unterwegs. Arbeite bei Kaufland, 25h/Woche für 1.700 brutto zzgl. Zuschläge (Spätöffnung, Nacht, letztere zur Hälfte steuerfrei).
Habe Großhandelskaufmann gelernt, wurde danach übernommen vom Ausbildungsbetrieb und bekam schlappe 1.5 brutto. Hatte dabei noch einen Arbeitsweg von 85 km (einfache Strecke wohlgemerkt). Habe mich dann auf einen Studienplatz beworben und wurde angenommen, sodass ich nach etwas über einem Jahr den Job gekündigt habe. War aus heutiger Sicht ein Fehler (Fehler meines Lebens quasi), habe hart verkackt

Dinge wie Mathematik oder Makroökonomie waren ein Buch mit sieben Siegeln für mich, hatte null Plan davon und es erschien mir einfach nur fernab jedweder Realität

Die Motivation ging natürlich abwärts. War zwar sieben Semester eingeschrieben, aber gemacht habe ich nicht wirklich was (außer vielleicht alibimäßig Vorlesungen besucht) und daher auch keinen Abschluss. War also nur noch arbeiten bei Kaufland, was ich damals als Nebenjob zum Studium begonnen hatte. Da allerdings nur zwei Mal die Woche für ein paar Stunden. Da hatte ich ja noch Bafög was ich nach einem Jahr jedoch nicht mehr verlängert habe. Somit kam zum Versagen auch noch finanzieller Engpass hinzu (trotz Wohnen bei den Eltern), ganz zu schweigen von der Sorge, was Familie und Freunde von mir denken.
Habe mich daher lange Zeit (sehr lange Zeit) durchgewurschtelt, ohne jemandem davon zu erzählen. Wobei eigentlich erst das der Fehler meines Lebens war, ich hätte viel eher die Reißleine ziehen sollen. Aber durch mehr Stunden wurde es zumindest finanziell besser bei immer noch viel Freizeit (war immer abends arbeiten, somit gab es immer Zuschläge), sodass ich damit lebte.
Als ich es irgendwann doch mal gebeichtet habe, waren die Reaktionen eigentlich auch nicht schlimm. Was der ein oder andere im Stillen darüber gedacht hat, steht womöglich auf einem anderen Blatt. Von meiner Mutter weiß ich nur, dass sie von einer Bekannten (mit der ich selbst absolut null zu tun habe) mal gefragt wurde, ob ich denn ewig "auspacken" will, wo ich mir nur gedacht habe, was die sich bitte über mich den Kopf zerbricht

Denn eigentlich kann es denen und mir egal sein, ich muss ja schließlich damit leben. Dass das alles scheiße gelaufen ist, weiß ich auch selbst.
Ok, das hatte ich mit meinem Post eigentlich gar nicht vor, aber jetzt habt ihr ne kleine Lebensgeschichte von mir
Die 25h gehe ich offiziell erst seit diesen Monat, nachdem ich vor kurzem eine Änderungsvereinbarung mit dem Chef ausgemacht habe. (Davor waren es halt viele Mehrstunden.) Somit gehe ich fünf mal die Woche für je vier bis sechs Stunden arbeiten. Das ist an sich schon ganz nice, um 6 anzufangen und um 12 Uhr Feierabend zu haben oder wie gestern von 10 bis 16 zu arbeiten.
Keine Ahnung, wie lange ich das machen werde. In meinen alten Job werde ich kaum wieder rein kommen, da inzwischen zu viel Zeit vergangen sind. Ende September werde ich 30. Ob ich noch was Neues beginnen soll? Ich weiß es nicht. Es wäre zumindest nicht zu spät.