Irgendwie kann ich das "Frag doch mal die Opfer/Angehörigen der Opfer" nicht mehr hören. Es ist egal wie oft man es erklärt. Mit geradezu unglaublicher Ignoranz halten viele Leute am Glauben fest, es wäre ein gute Sache, die Opfer zum Richter zu machen - im Ernst? Hat hier wirklich jemand die ernsthafte Meinung, ein Mensch, der gerade einen Geliebten aus Freundeskreis oder Familie verloren habe oder einem, dem gerade die Frau vergewaltigt worden ist, könne ein gerechtes Urteil sprechen? Falls ja, können wir mit der Diskussion hier aufhören - Hopfen und Malz verloren.
Und generell gilt: Ja, die wenigsten hier haben Ahnung von Rechtsprechung und das ist ja auch o.k. Was mich aber wirklich ankotzt ist der Umstand, dass so viele Leute so wenig Achtung vor unserem Rechtssystem haben. Wissen Menschen wie du eigentlich, wie wertvoll so ein Rechtssystem ist? Wie viel Freiheiten uns das sichert?
Manchem würde ich echt mal ein paar Tage in einem Land wünschen, wo das Rechtssystem wirklich versagt...
Und bevor mir jetzt wieder wer kommt, man könne natürlich auch alles als super hinnehmen und nichts hinterfragen... Dann geht halt mal live in eine Verhandlung (diese sind u.a. gerade deshalb öffentlich, damit man den Gerichten auf die Finger schauen kann), beschäftigt euch vorher mit dem Fall und den Akten. Dann - in Kenntnis der Fakten - könnt ihr euch ein Urteil bilden, wie gut oder schlecht unser Rechtsstaat ist. Was ihr hier macht, ist Fischen im Trüben mit null Ahnung vom Rechtssystem und ein paar Fakten aus dem Internet...