snowman schrieb:
Okay also in meiner Welt messe ich jemanden an seinem selbst gesteckten Ziel.
Es steht jedem frei, das Ziel gem. den geänderten Umständen anzupassen.
Du tust Kritik aber relativ süffisant als Schwachsinn ab weil Du davon ausgehst, dass der Ausbau in Zukunft schneller voran getrieben wird.
Du kannst das gerne so machen, wenn du das unbedingt willst. Ich sage lediglich, dass das Ziel "1 Millionen öffentliche Ladepunkte bis 2030" Blödsinn ist und dass ich deswegen auch keinen Sinn darin sehe, die Regierung an diesem unsinnigen Ziel zu messen. Wenn wir bis 2030 tatsächlich 1 Million Ladepunkte haben sollten (was ich bezweifle), wären die schlicht kaum ausgelastet und damit ist letztlich auch keinem geholfen.
Irgendjemand muss die Dinger am Ende auch bezahlen - und das sind am Ende die Nutzer. Je schlechter frequentiert die Ladesäulen sind, desto teurer wird man tendenziell den Ladestrom verkaufen müssen, um am Ende trotzdem noch seinen Schnitt zu machen.
Ich gehe unter anderem deshalb davon aus, dass der Ausbau in der Zukunft schneller vorangehen wird, weil das auch in der Vergangenheit schon so war (vgl.:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1229437/umfrage/ladesaeulen-in-deutschland/ ; bitte beachten: 2022 war zum Zeitpunkt, als diese Datei hochgeladen wurde noch nicht zu Ende). Es ist einfach logisch, dass das Wachstum steigt, wenn gleichzeitig auch immer mehr E-Autos auf den Markt kommen und damit auch die Nachfrage nach öffentlichem Ladestrom steigt - genauso wie es in der Vergangenheit auch schon passiert ist. Das ist keine Quantenmechanik oder eine wahnwitzig verwegene Annahme, sondern gesunder Menschenverstand.
Um nochmal auf die 1 Million zurückzukommen: Eine ganz entscheidende Frage wird sein, wie viele davon Schnellladepunkte sind und was 'schnell' überhaupt heißt. Hätten wir, um mal ein Extrembeispiel zu bringen, im Jahr 2030 900.000 Schnellladepunkte mit 150kw+ und 100.000 AC Lader, wäre das schlicht und ergreifend absolut lächerlich. Selbst wenn wir bis dorthin 13 Millionen reine E-Autos auf den Straßen hätten und selbst wenn jedes einzelne dieser Autos einmal pro Woche von 10 auf 80% laden würde und das ausschließlich an den Schnellladern, wären das gerade mal ~14 Ladevorgänge pro Schnellladepunkt (2 Ladevorgänge a 20, 25 Minuten pro
Tag!). Sprich: die Dinger würden 97% der Zeit ungenutzt rumstehen. Das wäre schlicht Geldverschwendung par excellence und die Preise müssten vermutlich enorm sein, damit sich die Betreiber die Dinger leisten können.
Viel sinnvoller wäre es, zwischen AC- und DC Ladern zu unterscheiden und für beide separate Ziele aufzustellen, wobei ich hier zusammengenommen nicht mal annähernd den Bedarf für eine Million sehe.
snowman schrieb:
Am Ende ist das aber auch nicht wichtig, denn die Ladeinfrakstruktur ist ja gar nicht so schlecht oder eher "ziemlich gut" weil.....
ja weil es bei Dir ja passt und damit hätten wir ja eine neue Referenz erschaffen

Jetzt lass Dir gesagt sein, es gibt viele Gegenden, da passt es einfach überhaupt nicht.
Und ja, die zahlreiche Kritik am langsamen Ausbau mag DICH nicht zu treffen aber andere eben schon und scheint im Kern dann schon irgendwo berechtigt.
Sicherlich gibt es auch Ecken, in denen das ganze noch nicht passt, das möchte ich doch gar nicht anzweifeln. "Ziemlich gut" ist eben "ziemlich gut" und nicht perfekt. Es ist ohne Zweifel weiteres Wachstum notwendig, aber das wird auch ganz zwangsläufig passieren. Ich bin kein Fan davon, der Automobilindustrie das Ziel "1 Million Ladepunkte" von den Lippen abzulesen und dann so zu tun, als ob das tatsächlich notwendig wäre. Klar, wäre ich der VDA würde ich auch 1 Million fordern oder 5 Millionen oder 500 Millionen Ladepunkte. Je mehr, desto besser. Aber nochmal: irgendjemand muss das am Ende auch bezahlen.
snowman schrieb:
Klimapolitisch sind wir eigentlich auf gar keinem schlechten Weg aber der Verkehr haut da leider eine fette Kerbe rein was bedeutet, man wird das <selbst gesteckte Ziel> bis 2030 vermutlich nicht erreichen aber ist ja nicht so schlim, weiß ich ja spätestens seit heute.
Nehm Norwegen als Beispiel.
Da wollte der Staat, dass elektrisch gefahren wird und jetzt hören einzelne Hersteller auf, dort Verbrenner zu verkaufen, da der Absatzmarkt schlicht kaum bis nicht vorhanden ist.
Vielleicht aber jetzt unter jeden kritischen Bericht von ADAC & Co. die Fußnote *aber Steffko hat gesagt es ist schon ganz okay
Jemand, der ohne eigene Wallbox und Lademöglichkeit beim AG nich einen Gedanken an ein E-Auto verschwendet hätte weil....die optionalen Lademöglichkeiten kaum bis gar nicht vorhanden sind. Weil es hier eben nicht okay ist.
"Leider" sind wir nicht Norwegen. Norwegen z.B. hat keine nennenswerte eigene Automobilindustrie, die haben also nicht Rücksicht darauf zu nehmen, dass diese Unternehmen sich Stück für Stück umstellen müssen. Und wenn man sich da z.B. mal bei Spanien, Italien oder Frankreich umschaut, stehen wir in Sachen Ladeinfrastruktur ziemlich gut da.
Um auf den ADAC zurückzukommen - der sagt sogar nicht nur "ziemlich gut", sondern "gut"
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/ladestationen-europa/