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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Prinzipiell bin ich ja gegen die Todesstrafe und würde eine wirklich lebenslange Sicherheitsverwahrung vorziehen, aber wenn ich daran denke, dass irgendein Verrückter meine Kinder umbringt, dann sehe ich das sicher anders.

Ich glaube, könnte ich wie ich wollte, dann würden Saw 1-6 wie Kindergeburtstag aussehen.
 
Mondknallschlumpf schrieb:
Dow Jones schrieb:
und der moralische Rest irgendwie unter den Teppich gekehrt wird.

Naja, Schwerverbrecher haben ein Recht auf ein faires juristisches Verfahren. Mehr nicht aus meiner Sicht. Und schon gar nicht haben sie in irgendeiner Hinsicht noch was mit Moral zu tun.

Also wie wir mit den Menschen umgehen, die wir nicht mehr an unserer Gesellschaft haben wollen ist für mich eins der großen Gebiete der Moral. Ein anderes ist die Frage was man tun muss, um nicht mehr Mitglied zu sein. Wenn nicht hier, wo denn dann?
 
Das Problem mit der Todesstrafe ist doch auch, dass es letztlich immer auch ein politisches Mittel ist. Das sieht man doch auch in den USA, wie Politiker sich daran profilieren können.
Hier in Deutschland wurde sie damals nur aus einem Grund abgeschafft, nämlich um hochrangige Nazis davor zu schützen. Wenige Jahre später wollte afaik die CSU sie wieder einführen. Zum Glück hat es nicht geklappt.
 
Ich wäre nur für eine Todesstrafe , damit mehrfache Mörder für immer aus dem Verkehr gezogen würden. Damit sie auch nie mehr die Chance haben , auf irgendeine Art wieder auf die Menschheit gelassen zu werden .

Leider sieht man ja ,dass es sehr viele Unschuldige gibt , die zum Tode verurteilt worden sind ( Beispiel USA etc. ).
Außerdem könnte ( und wird ) die Todesstrafe auch von einigen Staaten (China etc.) für ihre Zwecke ausgenutzt werden.
Zur Abschreckung ist die Todesstrafe auch nichts . Nur als Rache .
Ist ein zweischneidiges Schwert.
 
Wobei man aber auch sagen muss, dass das Rechtssystem in den USA ein Witz ist :D. Schwerwiegende Urteile im schlimmsten Falle ohne eindeutige Beweise einfach nur dadurch zu fällen, wessen Anwalt die Jury eher überzeugen kann :roll:.
 
Urgs schrieb:
Das Problem mit der Todesstrafe ist doch auch, dass es letztlich immer auch ein politisches Mittel ist. Das sieht man doch auch in den USA, wie Politiker sich daran profilieren können.
Hier in Deutschland wurde sie damals nur aus einem Grund abgeschafft, nämlich um hochrangige Nazis davor zu schützen. Wenige Jahre später wollte afaik die CSU sie wieder einführen. Zum Glück hat es nicht geklappt.


Da die ganzen hochrangigen Nazis allesamt in den Nürnberger Prozessen abgeurteilt wurden halte ich das für eher unwahrscheinlich.
 
Steffko schrieb:
Urgs schrieb:
Das Problem mit der Todesstrafe ist doch auch, dass es letztlich immer auch ein politisches Mittel ist. Das sieht man doch auch in den USA, wie Politiker sich daran profilieren können.
Hier in Deutschland wurde sie damals nur aus einem Grund abgeschafft, nämlich um hochrangige Nazis davor zu schützen. Wenige Jahre später wollte afaik die CSU sie wieder einführen. Zum Glück hat es nicht geklappt.


Da die ganzen hochrangigen Nazis allesamt in den Nürnberger Prozessen abgeurteilt wurden halte ich das für eher unwahrscheinlich.

Hast Recht, es ging nicht nur um hochrangige NS-Verbrecher, sondern auch um gewöhnliche:

Bei Beratungen zum Grundgesetz im Parlamentarischen Rat schlug Hans-Christoph Seebohm, Vertreter der rechtsgerichteten Deutschen Partei, am 6. Dezember 1948 überraschend ein Verbot der Todesstrafe vor. Er wollte damit auch Todesurteile für NS-Kriegsverbrecher aussetzen lassen.[45] Abgeordnete der SPD und CDU schlossen sich dem Antrag an. Friedrich Wilhelm Wagner (SPD) beantragte erfolgreich, die Abschaffung der Todesstrafe in das Grundgesetz aufzunehmen.


Am 27. März 1950 befasste sich der Bundestag mit einem ersten Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Todesstrafe, den Hermann Etzel für die rechtskonservative Bayernpartei wie folgt begründete:[49]

„Wie kann eine Gesellschaft solchen Untieren gegenüber von der Todesstrafe absehen? Hier ist der Verzicht auf sie die Äußerung einer falsch verstandenen Humanität.“

Gemeint waren am Holocaust beteiligte Nationalsozialisten, deren Verbrechen mit dem Tod vergolten werden sollten. Dafür fand sich damals weder eine einfache noch die erforderliche verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit.


Quelle: Wikipedia
 
Der eine Hansel mag das als Ziel gehabt haben, CDU/CSU und vor allem SPD aber sicherlich nicht.
Die, die ernsthaft in Gefahr waren am Ende die Todesstrafe zu kriegen wurden sowieso in den Nürnberger Prozessen abgeurteilt, und dort haben sich die Alliierten herzlich wenig für zukünftige oder aktuelle deutsche Gesetze interessiert.
Der Rest wäre ohnehin nicht so hart bestraft worden, ansonsten hätten sie ja das halbe Land verklagen müssen :D
 
Steffko schrieb:
Der eine Hansel mag das als Ziel gehabt haben, CDU/CSU und vor allem SPD aber sicherlich nicht.
Die, die ernsthaft in Gefahr waren am Ende die Todesstrafe zu kriegen wurden sowieso in den Nürnberger Prozessen abgeurteilt, und dort haben sich die Alliierten herzlich wenig für zukünftige oder aktuelle deutsche Gesetze interessiert.
Der Rest wäre ohnehin nicht so hart bestraft worden, ansonsten hätten sie ja das halbe Land verklagen müssen :D

Bitte schön:

Sozial- und Christdemokraten wiesen die Seebohm-Initiative zunächst zurück. Doch nach und nach witterten sie deren Vorteile. Die Sozialdemokraten bekamen plötzlich rechtsextreme Fürsprecher für eine Idee, die sie alleine kaum hätten propagieren können. Und mehr als die Hälfte der Christdemokraten fand es richtig, Nazi-Kriegsverbrecher vor der Hinrichtung zu bewahren. Nachdem am 24. Mai 1949 das Grundgesetz in Kraft getreten worden war, bombardierten die Deutschen – darunter Konrad Adenauer und Kurt Schumacher – den US-Hochkommissar John J. McCloy mit Gnadengesuchen, die auf Artikel 102 fußten…
 
Da kann in dem Artikel viel stehen. Es macht schlicht überhaupt keinen Sinn (wirklich 0,0), dass eine Partei wie die SPD, die gegen Ende der 1940er herum noch eine halb-dreiviertel kommunistische Wirtschafts- Gesellschaftsordnung in Westdeutschland etablieren wollte, versucht sich irgendwelche Rechten als Wähler anzulachen.
Und was die damaligen Kollegen von der SPD von den Nazigrößen so halten, kann man sich wohl ausrechnen - sprich: auch rein auf der persönlichen Ebene macht es überhaupt keinen Sinn, als SPD Mann die Todesstrafe abzuschaffen, damit die Nazis lebendig davon kommen.
 
Das spielt dabei doch keine große Rolle, aus welchen Gründen die SPD sich für die Abschaffung der Todesstrafe aussprach. In dieser Konstellation, in der eine Mehrheit im Parlament und auch im Volk dafür nur dadurch zustande kam, weil man eben die Hinrichtungen von NS-Verbrechern zu verhindern versuchte, stellt sich auch die SPD damit demokratisch hinter diese Logik. Ansonsten hätte sie ja auch dagegen stimmen können. Doch genau damit hätte man sich im Volk sicherlich unbeliebt gemacht und damit Wählerstimmen verloren.
 
Er wäre auch so frei aber er ist halt Schweizer und kein Deutscher, großer Unterschied. Als Deutscher wäre er keine Sekunde im Knast gewesen.
 
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