Hatte und immer noch hat, wenn ich das ergänzen darf.
Die tatsächlichen rassistischen Muster und Denkweisen treten ja dann auch erst in der Debatte zu Tage, die sich anhand der Werbung entfacht hat. Ohne diesen Diskurs wäre gar nicht zu verstehen, wie rassistische Muster wirken, welche Machtpositionen bestehen, von wem wann welche Argumente ins Feld geführt werden, welche Meinungen als legitim und welche als illegitim erachtet werden, usw. usf.
Ja, aber das ist doch, merkwürdig, oder nicht? Dein Absatz liest sich so, als wäre jetzt gar nicht das Bild bzw. die Werbung das Problem, sondern die Debatte, die sich daran entfacht. Wo ist denn dann der Rassismus?
Scheinbar nicht im Bild. Und deshalb noch mal die Frage: Wann habe ich Rassismus überwunden, und wann habe ich ihn ignoriert? Wenn das Bild keinen Aufschrei mehr auslöst, ist dass dann ein Zeichen dafür, dass er überwunden ist? Oder wenn es keine solchen Bilder mehr gibt, damit sich die Debatte nicht entfacht? Ich finde, Du und auch Alex vermischen diesen beiden Sachverhalte stetig.
Versteh mich nicht falsch: Ich bin genauso gegen Rassismus, wie du auch. Ich glaube aber, wir sind uns über die Fälle und den Umgang vielleicht nicht immer einig. Was ja auch nicht schlimm ist.
Na, der Fauxpass, den
@Lord EKKA für mich hier am eindrücklichsten geschildert hat; dass diese Werbebotschaft bei schwarzen Menschen leidvolle Erfahrungen spiegelt, die sie aufgrund ihrer Hautfarbe in ihrem Leben machen mussten.
Ich möchte Ekka sein Gefühl auch nicht absprechen und das als wichtigen Faktor berücksichten . Aber auch hier, so scheint mir (!) ist nicht das Bild das eigentliche Problem, sondern die leidvollen Erfahrungen, die er im Leben aufgrund seiner Hautfarbe hat machen müssen! HIER kann man dann nachfragen, wie
@Lord EKKA Rassismus erfahren hat und in welchen Bereichen man ihm einen gleichgestellten Status verwehrt hat. Kam er mal irgendwo nicht rein, nur weil er schwarz ist, haben ihn weiße Familien und Bekannte mal auf eine bestimmte Art behandelt, nur weil er schwarz ist, etc.. HIER sind für mich die Ansatzpunkte sehr viel näherliegend.
Oder würdest du nicht sagen, dass es für ein Unternehmen wie H&M ein Fauxpass ist, wenn eine ihrer Werbungen eine solche Reaktion bei (potentiellen) Kund*innen auslöst?
Ein wirtschaftlicher Fauxpass sicherlich. Bleibt für mich die Frage, ob es ein rassistischer motivierter ist.
Und auf einer größeren Ebene wirkt eine solche Werbung und die verschiedenen Reaktionen darauf zusätzlich wie ein Knüppel vor die Beine all jener, die zurecht darauf hoffen, dass "wir" nicht-schwarze Menschen uns empathisch zeigen für die Diskriminierungserfahrungen unserer schwarzen Mitmenschen und diese nicht als etwas betrachten, das "uns" nichts angeht und womit "wir" nichts zu tun hätten.
Auch hier würde ich UNSER Versagen nicht anhand der Werbung festmachen, sondern an den schmerzlichen Erfahrungen im Alltag, wo jemand wegen seiner Hautfarbe auch wirklich anders behandelt worden ist. Ich sage auch nicht, dass es uns nichts angeht, und das wir damit nichts zu tun hätten. Ich sage, für mich ist diese Werbung keine Form von Rassismus. Dieser findet woanders und auf andere Art statt. Und dagegen sollte man dann auch vorgehen.