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Der Boulevardpresse Thread (1 Betrachter)

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Nochmal zum Thema Abschiebung

NRW schiebt Türken wegen Terror-Verdachts ab
Tobias Blasius

10.01.2018 - 19:04 Uhr

DÜSSELDORF. Aus Nordrhein-Westfalen wurde erstmals ein Mensch abgeschoben, der keine Straftat begangen hat, aber polizeilich als Gefährder eingestuft war.


https://www.waz.de/politik/nrw-schiebt-tuerken-wegen-terror-verdachts-ab-id213074377.html

Da einige ja der Meinung waren, man dürfe Terrorverdächtige vom Gesetz her schon nicht abschieben.
Scheinbar darf man es doch.
 
Wie gesagt: Ich verstehe, dass Rassismus ein Problem ist. Ich verstehe, dass man darüber aufklären muss. Ich verstehe welche historischen Auswirkungen der Rassismus der Vergangenheit hatte aber ich will auch die Anti-Rassimus-Fraktion kritisch hinterfragen, ob wirklich jeder Sachverhalt dieser Art zwingend rassistisch motiviert ist. Das sehe ich nämlich auch nicht.
Hatte und immer noch hat, wenn ich das ergänzen darf.

Dass Rassismus nicht immer wissentlich reproduziert wird, habe ich ja zu genüge betont. Das ist nicht der Punkt.
Die tatsächlichen rassistischen Muster und Denkweisen treten ja dann auch erst in der Debatte zu Tage, die sich anhand der Werbung entfacht hat. Ohne diesen Diskurs wäre gar nicht zu verstehen, wie rassistische Muster wirken, welche Machtpositionen bestehen, von wem wann welche Argumente ins Feld geführt werden, welche Meinungen als legitim und welche als illegitim erachtet werden, usw. usf.
In dem Kontext ist auch ganz interessant, wie das Thema z.B. hier im Thread eingeführt wurde.
Hier wurde schnell impliziert, dass dem Ganzen eine zu große Bedeutung beigemessen wird und der Aufschrei übertrieben sei. Es wurde direkt versucht die Deutungshoheit darüber zu erlangen, wie sehr diese Werbung schwarze Menschen betroffen machen darf und in welchem Rahmen eine Empörung angemessen erscheint. Dass das Thema aber gerade durch ihren eigenen reflexartigen Widerspruch zu diesem Thema wurde, das es nun ist, verschwindet dahinter und ist eine typische Strategie wie bestimmten Anliegen Legitimität entzogen wird.

Und du fragst...
Noch mal: Welcher Fauxpass denn?
Na, der Fauxpass, den @Lord EKKA für mich hier am eindrücklichsten geschildert hat; dass diese Werbebotschaft bei schwarzen Menschen leidvolle Erfahrungen spiegelt, die sie aufgrund ihrer Hautfarbe in ihrem Leben machen mussten.
Oder würdest du nicht sagen, dass es für ein Unternehmen wie H&M ein Fauxpass ist, wenn eine ihrer Werbungen eine solche Reaktion bei (potentiellen) Kund*innen auslöst?
Und auf einer größeren Ebene wirkt eine solche Werbung und die verschiedenen Reaktionen darauf zusätzlich wie ein Knüppel vor die Beine all jener, die zurecht darauf hoffen, dass "wir" nicht-schwarze Menschen uns empathisch zeigen für die Diskriminierungserfahrungen unserer schwarzen Mitmenschen und diese nicht als etwas betrachten, das "uns" nichts angeht und womit "wir" nichts zu tun hätten.
 
Ich glaube nicht, dass von allen "Gleichviel" eingestellt werden sollte, sondern, dass es GAR KEINE ROLLE mehr spielen sollte, wer welches Geschlecht hat.
Nichts anderes habe ich doch behauptet?
Denn wenn wir davon ausgehen, dass nicht das Geschlecht ausschlaggebend dafür ist, wie kompetent eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ist dann wird es früher oder später zwangsläufig dazu kommen, dass die Belegschaft und die Machtstrukturen von Unternehmen ein Abbild der Gesellschaft sind. Also auch dazu, dass in etwa gleich viele Männer wie Frauen beschäftigt sein werden.
 
Hatte und immer noch hat, wenn ich das ergänzen darf.

Die tatsächlichen rassistischen Muster und Denkweisen treten ja dann auch erst in der Debatte zu Tage, die sich anhand der Werbung entfacht hat. Ohne diesen Diskurs wäre gar nicht zu verstehen, wie rassistische Muster wirken, welche Machtpositionen bestehen, von wem wann welche Argumente ins Feld geführt werden, welche Meinungen als legitim und welche als illegitim erachtet werden, usw. usf.

Ja, aber das ist doch, merkwürdig, oder nicht? Dein Absatz liest sich so, als wäre jetzt gar nicht das Bild bzw. die Werbung das Problem, sondern die Debatte, die sich daran entfacht. Wo ist denn dann der Rassismus? Scheinbar nicht im Bild. Und deshalb noch mal die Frage: Wann habe ich Rassismus überwunden, und wann habe ich ihn ignoriert? Wenn das Bild keinen Aufschrei mehr auslöst, ist dass dann ein Zeichen dafür, dass er überwunden ist? Oder wenn es keine solchen Bilder mehr gibt, damit sich die Debatte nicht entfacht? Ich finde, Du und auch Alex vermischen diesen beiden Sachverhalte stetig.

Versteh mich nicht falsch: Ich bin genauso gegen Rassismus, wie du auch. Ich glaube aber, wir sind uns über die Fälle und den Umgang vielleicht nicht immer einig. Was ja auch nicht schlimm ist.

Na, der Fauxpass, den @Lord EKKA für mich hier am eindrücklichsten geschildert hat; dass diese Werbebotschaft bei schwarzen Menschen leidvolle Erfahrungen spiegelt, die sie aufgrund ihrer Hautfarbe in ihrem Leben machen mussten.

Ich möchte Ekka sein Gefühl auch nicht absprechen und das als wichtigen Faktor berücksichten . Aber auch hier, so scheint mir (!) ist nicht das Bild das eigentliche Problem, sondern die leidvollen Erfahrungen, die er im Leben aufgrund seiner Hautfarbe hat machen müssen! HIER kann man dann nachfragen, wie @Lord EKKA Rassismus erfahren hat und in welchen Bereichen man ihm einen gleichgestellten Status verwehrt hat. Kam er mal irgendwo nicht rein, nur weil er schwarz ist, haben ihn weiße Familien und Bekannte mal auf eine bestimmte Art behandelt, nur weil er schwarz ist, etc.. HIER sind für mich die Ansatzpunkte sehr viel näherliegend.

Oder würdest du nicht sagen, dass es für ein Unternehmen wie H&M ein Fauxpass ist, wenn eine ihrer Werbungen eine solche Reaktion bei (potentiellen) Kund*innen auslöst?

Ein wirtschaftlicher Fauxpass sicherlich. Bleibt für mich die Frage, ob es ein rassistischer motivierter ist.

Und auf einer größeren Ebene wirkt eine solche Werbung und die verschiedenen Reaktionen darauf zusätzlich wie ein Knüppel vor die Beine all jener, die zurecht darauf hoffen, dass "wir" nicht-schwarze Menschen uns empathisch zeigen für die Diskriminierungserfahrungen unserer schwarzen Mitmenschen und diese nicht als etwas betrachten, das "uns" nichts angeht und womit "wir" nichts zu tun hätten.

Auch hier würde ich UNSER Versagen nicht anhand der Werbung festmachen, sondern an den schmerzlichen Erfahrungen im Alltag, wo jemand wegen seiner Hautfarbe auch wirklich anders behandelt worden ist. Ich sage auch nicht, dass es uns nichts angeht, und das wir damit nichts zu tun hätten. Ich sage, für mich ist diese Werbung keine Form von Rassismus. Dieser findet woanders und auf andere Art statt. Und dagegen sollte man dann auch vorgehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nichts anderes habe ich doch behauptet?
Denn wenn wir davon ausgehen, dass nicht das Geschlecht ausschlaggebend dafür ist, wie kompetent eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ist dann wird es früher oder später zwangsläufig dazu kommen, dass die Belegschaft und die Machtstrukturen von Unternehmen ein Abbild der Gesellschaft sind. Also auch dazu, dass in etwa gleich viele Männer wie Frauen beschäftigt sein werden.

Dann habe ich dich missverstanden. Dein, "man sorgt dafür", hatte ich als "Man schafft gesetzliche Strukturen, die die Zusammensetzung eines Unternemhens vorschreiben", gelesen. Wenn das Unternehmen irgendwann einfach nur ein Abbild des integrierten Gesellschaftswandels ist (für den man hart Kämpfen muss), dann gibt es hier ja keine Differenz zwischen uns.
 
Vielleicht aber haben die Beteiligten das Wort monkey nicht als rassistisch konnotiert angesehen? Wer weiß? Das ist alles Spekulation. Aber gut, bei Unternehmen geht man ja immer vom schlimmsten Fall aus, denn Kapitalismus = schlecht. Ich möchte hier nicht H&M verteidigen. Nur sagen, dass es mehr Erklärungen dazu geben kann als Dummheit und Vorsatz.
Es sind aber mehr Menschen beteiligt als ein Fotograf, eine Grafikerin und der Junge mit dem Pulli. Das war ja kein privates Fotoshooting, wo sich die Familie das Bild ihres Jungens danach über den Kamin gehängt hat, sondern der Junge wurde zum Testemonial für ein Produkt eines Unternehmens, dass damit in aller Öffentlichkeit geworben hat.
Daher ist es nicht relevant, wie die private Meinung der unmittelbar am Prozess der Fotoentstehung beteiligten Menschen ist, sondern welche Wirkung diese Werbung mit seiner ganz eigenen Komposition und Assoziationen in der Öffentlichkeit entfaltet.

Dass hier so oft Nazi Vergleiche kommen, stimmt mich bedenklich. Die Swastika steht für Genozid, das Wort monkey nicht. Da hätte schon das N-Wort fallen müssen, damit man den Vergleich mit der Swastika heranziehen könnte.
Ich weiß nicht, wer hier wen mit einem Nazi verglichen hat, aber aus deinen Worten lese ich vielmehr heraus, dass darauf hingewiesen werden wollte, dass Dinge und Worte über ihre ureigene Bedeutung hinaus symbolisch aufgeladen sein können und somit Sinnträger für ganz vieles sein können, die sich in je anderen Kontexten vielleicht sogar je anders darstellt. So kann die Swastika in einem Kontext für Genozid stehen, in einem anderen aber als religiöses Symbol dienen. Genauso kann das Wort Affe lediglich ein Tier bezeichnen, allerdings kann es auch als rassistische Beleidigung verwendet werden.

(Kurzer Einschub: Aber protestieren unter dem Banner des Hammer und Sichels ist voll ok. Sind ja nur ca. 100 Mio. Menschen darunter draufgegangen. Oder die Romantisierung eines Che Guevara. Marx macht auch ein Revival. Was nicht überraschend ist, da der Postmodernismus dem Marxismus entsprungen ist).
Ebenso kurzer Einschub von mir: was du hier machst ist ein ziemlich billiges und unlauteres rhetorische Taktik anzuwenden. Du suggerierst hier, als gäbe es hier tatsächlich User, die auf der einen Seite das Hakenkreuz als Symbol unmenschlichen Horrors verurteilen, während sie sich auf der anderen Seite mit Hammer und Sichel schmücken und damit den stalinistischen Terror verharmlosen würden. Ich lese sehr viel im KT, aber dass sich hier jemand mit Hammer und Sichel schmücken würde ist mir noch nicht untergekommen. Deinen Che schenke ich dir,
aber dass du in dieser Aufzählung auch noch Marx und seine Rezipient*innen nennst und damit in diese Ecke stellst ist dann doch wieder ein starkes Stück.
Marx kann man auch ohne irgendeinen anrüchigen politischen Marxismus lesen und als Soziologe erfährt Marx ganz gewiss aus ganz anderen Gründen eine neue Wertschätzung als die, die du gerade suggerierst.

Aber das ist ja ein Modus Operandi der intellektuellen Postmodernisten. Alle, die nicht ihrer Auffassung sind, mit Nazis gleichzustellen und sich über diese damit zu erheben. Nach dem Motto "Ihr widert mich mit eurem rechten Gedankengut an!" Selbst, wenn es ein wenig konservativere Meinungen sind. In deren Augen sind Konservative = Rechts und deren Meinungen natürlich nicht beachtenswert. Das hat was von religiösen Fundamentalisten. Nebenbei: Es gibt hervorragende Arbeit von Jonathan Haidt zur Emotion Disgust im Menschen. Schau dir das mal an.
Dafür, dass andere Meinungen gar nicht aufkommen sollen und gegen anderes Gedankengut sogar gewalttätig (!) vorgegangen wird, gibt es genügend Beispiele in der jüngsten Vergangenheit in den USA (man kann einwenden, dass es hierzulande nicht so ist, aber wenn es in den USA, welche die gleuchen Werte vertreten wie wir, möglich ist, wieso nicht hier?) und was dort in den Universitäten abgeht, ist kaum in Worte zu fassen. Es scheint fast, als gäbe es keine gemäßigte Linke mehr. Dabei braucht man mMn für einen gesunden Staat liberales UND konservatives Gedankengut. Ein Diskurs zwischen beiden Seiten.
Du prangerst an, dass man nicht zwischen Konservativ und rechts(extrem) unterscheiden würde und leugnest im nächsten Absatz die Existenz einer gemäßigten Linken? Ich meine... wtf, dude!
 
Was ändert sich dadurch an meiner Argumentation? Richtig, nichts.
Welche Argumentation, welches Argument?
"Frauen sind biologisch und psychologisch gesehen unterschiedlich", und das ist jetzt ein Argument gegen (gesetzliche) Gleichberechtigung? Sorry, ich kapiere es nicht so wirklich was du da irgendwie argumentiert haben sollst.
Aber ich bin natürlich interessiert:
Schau dir mal an, was in den skandinavischen Ländern passiert ist, nachdem die Geschlechtergleichheit vollzogen wurde. Der Unterschied in den Interessen zwischen Mann und Frau wurde nur größer.
Was soll ich genau anschauen? Auf welches skandinavische Land soll ich wie schauen? Meine Freundin hat ein halbes Jahr in Finnland gelebt und fand es toll. Ich war zweimal da und fands auch ganz cool da. Was genau habe ich verpasst?
Und was meinst du mit "Geschlechtergleichheit vollzogen"? Ich stelle mir da irgendwie so eine Zeremonie vor, wo mit einer großen Schere ein breites Band durchschnitten wird und gegen irgendwas eine Sektflasche geschwungen wird die zerplatzt, dann spielt eine Blaskapelle und schließlich verliert noch irgendein bedeutender Politikermensch ein paar warme Worte.
Ne, mal im Ernst... wie wurde Geschlechtergleichheit vollzogen?
 
«Beruhigt euch mal wieder!» (www.20min.ch)
Die Mutter des Jungen kann die ganze Aufregung um die H&M Werbung auch nicht verstehen.

"P. Diddy: Combs besitzt eine eigene Modemarke und schlug dem Jungen einen Werbevertrag
von über einer Million Dollar vor."


Diese Aktion finde ich ja ziemlich fragwürdig von P. Diddy, Crombs oder wie auch immer er sich gerade nennt.
http://www.20min.ch/panorama/news/story/-Beruhigt-euch-mal-wieder---28165519
er heisst so.. wirklich.. Sean Combs
 
Unfassbar. Wie kann man so grausam sein?? Schlimm genug, dass es überhaupt so Leute gibt, die Kinder vergewaltigen, aber als eigene Mutter das noch aktiv fördern? Das Kind ist doch geschädigt auf Lebenszeit
 
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