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Ich wusste nicht, das du es als normales verhalten ansehen würdest, wenn jemand meint, einen anderen Menschen besitzen zu können.
Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass die "Ossis" durch die frühere Abschottung Menschen, die nicht "deutsch" aussehen, schlicht nicht gewohnt sind.
Es geht viel eher um das Statement, welches ein Konzern wie H&M damit setzt. Es geht nicht primär um den bösen weißen Mann, der dem armen schwarzen Kind einen rassistischen Pulli gegen seinen Willen anzieht. Das Problem ist, dass man damit ein Jahrhunderte altes und sehr weit verbreitetes, rassistisches Klischee bedient und es auf die öffentliche Bühne stellt (in H&Ms Fall auf eine ziemlich große, öffentliche Bühne). Entweder die Beteiligten an dieser Aktion (die mit Sicherheit keine Amateure sind) waren saudämlich, dass ihnen dieses Missgeschick unterlief (was ich mir nicht vorstellen kann, bei einem Konzern wie H&M, die Unmengen für professionelle Fotoshootings und Marketing aus dem Fenster werfen) oder es wurde gezielt mit diesem Klischee gespielt, um Aufmerksamkeit zu generieren - was ihnen im Endeffekt ja auch geglückt ist.
Du lieferst dir die Antwort ja bereits selbst. Wenn Minderheiten über sich selbst herziehen ja, gut...ist zwar entweder dumm, Ironie, Marketing oder sonst was in der Richtung aber es ist etwas anderes, wenn selbst jemand, der nicht Teil dieser Minderheit ist, über jene herzieht. Stichwort Machtgefälle.
...oder dem (Alltags)Rassismus völlig die Bühne freiräumen. Natürlich wäre es das Ideal, wenn wir darüber nicht nachdenken müssten, weil diese Konnotationen nicht in den Köpfen der Menschen verbreitet sind und wir beim Affen, bezogen auf einen schwarzen Menschen, overall denselben Kontext haben wie wenn wir einen weißen Menschen als Affen bezeichnen aber von dem Punkt sind wir leider noch weit entfernt, wie unzählige Beispiele immer wieder aufzeigen.
Da braucht es keine harten, in Stein gemeißelten Sprachgesetze, da braucht es nur etwas Sensibilität. Wenn ich zu meinem schwarzen Freund, salopp aus dem Ärmel geschüttelt, du Affe sage, dann denken wir kein zweites Mal darüber nach, er weiß wie ich das gemeint habe. Sage ich das aber zu einem Fremden selber Hautfarbe, mit derselbe, naiven, nicht rassistischen Intention, kann das eventuell richtig nach hinten los gehen. Das ist ein klassischer Fall von Äquivokation, sprich wir haben es mit einem Wort zu tun, welches für unterschiedliche Dinge steht und hier sogar in einen rassistischen Kontext gebracht werden kann. Drücke ich mich missverständlich aus, kann es zu Problemen kommen und dabei muss ich mich nicht einmal zwingend missverständlich ausdrücken, es reicht bereits, wenn es aus irgendeinem Grund anders beim Empfänger ankommt. So ganz theoretisch gesprochen, sondern wir ja nur irgendwelche Laute von uns ab, im blinden Vertrauen auf irgendwelche vorhandenen oder nicht vorhandenen Konventionen, dass diese vom anderen genauso verstanden werden, wie wir uns das gedacht haben aber etwas skeptischer betrachtet, können wir uns da nicht einmal zu 100% sicher sein, ob der andere unter diesen Lauten dasselbe versteht wie wir. Eigentlich ja nicht einmal eine Überlegung theoretischer Natur, sondern im Alltag immer wieder zu beobachten.
Das impliziert, dass derartiger Minderheitenschutz ja gar nicht nötig oder sogar unangebracht ist, weil es dessen ja gar nicht (mehr) bedarf, da unterschiedliche Hautfarben mittlerweile eh von jedem akzeptiert und als völlig normal und gleichwertig betrachtet werden. Dies einem der vielen Rassismus Opfer gegenüber zu bringen wäre überaus zynisch.
Nein, er basiert auf demselben Prinzip, nur in Form eines Symbols, statt eines Wortes und beide sind Bedeutungsträger. Wir kennen es vorrangig als Symbol einer bestimmten Ideologie und es ist damit so derart negativ aufgeladen, dass es in manchen Ländern sogar verboten wurde. Ganesha (dieser "Glücks Elefant"), als einer der wichtigsten hinduistischen Götter, trägt sie auch auf der Innenseite seiner rechten Handfläche und das nicht in der spiegelverkehrten Variante, sondern ident mit dem Hakenkreuz der Nazis. Ein Bedeutungsträger, der zwei völlig unterschiedliche Vorstellungen liefern kann.
Ich hab mich aus der Diskussion bewusst rausgehalten, da ich mir selbst nicht ganz im klaren bin wie ich das ganze sehe. Aber ich bin nach etwas nachdenken zu einer ähnlichen Ansicht gekommen, hatte aber keine Bock auf elendslange Diskussionen hier.Noch mal zum Thema Rassimus:
Ich frage mich langsam, wie man diesen eigentlich überwinden will, solange man nur versucht ihn zu vermeiden. Irgendwann muss ja der Schritt von "Bloß nichts falsch machen, es könnte rassistisch sein" hin zu "es ist wirklich EGAL welche Hautfarbe dort zu sehen ist", gemacht werden. Ansonsten aktualisiere ich in den Debatten doch nur irgendwelche Klischees.
Etwas verbieten/unterlassen und etwas als Problem überwinden sind zwei unterschiedliche Dinge.
On a Sidenote: ich will dem kleinen schwarzen Jungen nicht erzählen müssen, dass er einen Pullover nicht anziehen darf, nur weil das nach Ansicht der Gesellschaft rassistisch ist. Das wäre ja auch wieder rassistisch. Anyway. Ich hab da nicht so viel drüber nachgedacht, schließlich ist das im Gegenstandsbereich der Ethik. Und das ist blanke Konfusion.
Aber vielleicht können da User wie @Mingo und @Alexicious mehr dazu sagen. Die kennen sich da ja aus.
Noch mal zum Thema Rassimus:
Ich frage mich langsam, wie man diesen eigentlich überwinden will, solange man nur versucht ihn zu vermeiden. Irgendwann muss ja der Schritt von "Bloß nichts falsch machen, es könnte rassistisch sein" hin zu "es ist wirklich EGAL welche Hautfarbe dort zu sehen ist", gemacht werden. Ansonsten aktualisiere ich in den Debatten doch nur irgendwelche Klischees.
Etwas verbieten/unterlassen und etwas als Problem überwinden sind zwei unterschiedliche Dinge.
On a Sidenote: ich will dem kleinen schwarzen Jungen nicht erzählen müssen, dass er einen Pullover nicht anziehen darf, nur weil das nach Ansicht der Gesellschaft rassistisch ist. Das wäre ja auch wieder rassistisch. Anyway. Ich hab da nicht so viel drüber nachgedacht, schließlich ist das im Gegenstandsbereich der Ethik. Und das ist blanke Konfusion.
Aber vielleicht können da User wie @Mingo und @Alexicious mehr dazu sagen. Die kennen sich da ja aus.
für mich ist genau das der punkt. solange menschen mit schwarzer (oder dunkler) hautfarbe eben auf grund dieser hautfarbe weiter benachteiligt werden (und das werden sie. auch in deutschland), ist die diskussion über "ich sehe keine hautfarbe" völlig absurd. erst wenn diese menschen wirklich "gleichwertig" sind, ist es auch egal, ob da monkey auf dem pulli steht.Ich darf mir nicht anmaßen, jemandes Geschichte zu eliminieren, zu vergessen, nicht zu sehen ("Ich sehe keine Hautfarbe"), wenn diese nach wie vor für die Person Konsequenzen hat. (Siehe Affenrufe und Banenenwerfen gegen Schwarze Prominente)
Das Gefährliche am Rassismus ist, dass er im Alltag stattfindet. Dass Gefährliche am Rassismus ist, dass er nicht laut „Rassismus“ schreit, wenn er um die Ecke kommt. Nach der Definition von Rasche gibt es entweder keinen Alltagsrassismus, oder er ist weiter kein Problem: Jeder, der nicht „in ekligen, braunen Kreisen“ verkehrt, ist fein raus. Das ist ein Freibrief für den täglichen Rassismus, weil er die, die sich gegen ihn wehren, zu Simulanten erklärt.
Was wäre denn passiert wenn es keinen typischen Aufschrei im Netz gegeben hätte? Was wäre denn die Konsequenz daraus?
… das liest sich schlimmstenfalls so, als würdest du das bloße Totschweigen von Rassismus zum Aktivismus gegen selbigen verklären und damit die Arbeit all jener, die wirklich aktiv gegen Rassismus vorgehen (z.B. auch durch Sensibilisierungskampagnen) als Mitgrund für das Fortbestehen für Rassismus brandmarken. Was – mit Verlaub – schon ziemlich starker Tobak wäre.Es wird sich eh nie was ändern, weil niemand bereit ist sich selbst zu ändern, um damit nachfolgenden Generation die Möglichkeit zu geben es anders zu machen.
Noch mal zum Thema Rassimus:
Ich frage mich langsam, wie man diesen eigentlich überwinden will, solange man nur versucht ihn zu vermeiden. Irgendwann muss ja der Schritt von "Bloß nichts falsch machen, es könnte rassistisch sein" hin zu "es ist wirklich EGAL welche Hautfarbe dort zu sehen ist", gemacht werden. Ansonsten aktualisiere ich in den Debatten doch nur irgendwelche Klischees.
Etwas verbieten/unterlassen und etwas als Problem überwinden sind zwei unterschiedliche Dinge.
On a Sidenote: ich will dem kleinen schwarzen Jungen nicht erzählen müssen, dass er einen Pullover nicht anziehen darf, nur weil das nach Ansicht der Gesellschaft rassistisch ist. Das wäre ja auch wieder rassistisch. Anyway. Ich hab da nicht so viel drüber nachgedacht, schließlich ist das im Gegenstandsbereich der Ethik. Und das ist blanke Konfusion.
Aber vielleicht können da User wie @Mingo und @Alexicious mehr dazu sagen. Die kennen sich da ja aus.
Ich versuche es mal. Mir fällt es ehrlich gesagt (noch) etwas schwer, meinen 1x1 Erstsemester-Stoff, der mich selbst aktuell zwar bereichert, aber noch nicht gänzlich bearbeitet wurde, verständlich einzubringen, ohne hier Foucaults Ordnung des Diskurses nochmal nachzukauen.![]()
Naja, aber genau das ist doch das Problem: dass so etwas in einem Unternehmen wie H&M tatsächlich durch Unwissenheit passieren kann. Heutzutage! Wie vermeidet man sexistische Unternehmenspraktiken? Man sorgt dafür, dass im Unternehmen in etwa so viele Frauen wie Männer beschäftigt sind, und zwar auf allen Führungsebenen! Wie vermeidet man rassistische Unternehmenspraktiken? Man sorgt dafür, dass im Unternehmen Menschen aller Hautfarben und Ethnien beschäftigt und im Falle der Werbebranche achtet man darauf, dass die eigenen Mitarbeiter*innen sensibel für gesellschaftliche Missstände sind und sich der Wirkung ihrer Werbung bewusst sind.Vielleicht aber haben die Beteiligten das Wort monkey nicht als rassistisch konnotiert angesehen? Wer weiß? Das ist alles Spekulation. Aber gut, bei Unternehmen geht man ja immer vom schlimmsten Fall aus, denn Kapitalismus = schlecht. Ich möchte hier nicht H&M verteidigen. Nur sagen, dass es mehr Erklärungen dazu geben kann als Dummheit und Vorsatz.
Du hast in meinen Augen mindestens zwei Denkfehler in deiner Überlegung.
Der erste besteht darin, dass du anzunehmen scheinst, es würde versucht Rassismus oder rassistische Darstellungen bzw. Äußerungen zu vermeiden und das liest sich in etwa so, als wäre das Ganze ein Selbstzweck. Vermeidung von Rassismus der Vermeidung von Rassismus wegen, wenn man so will.
Daher sollte es auf einer persönlichen Ebene vielmehr unser aller Ziel sein, mit unseren Worten und Taten keine Menschen zu verletzen oder gar zu unterdrücken – und zwar weder wissentlich noch unwissentlich.
Und gegen unwissentliche Verletzung (oder auf einer höheren Ebene auch Unterdrückung) kann man eben nur durch Aufklärung und Sensibilisierung vorgehen. Es soll gerade niemand denken müssen „Bloß nichts falsch machen, es könnte rassistisch sein“ sondern es sollte genau darum gehen diese Unsicherheit zu beseitigen und aufklärerisch und sensibilisierend darauf hinzuweisen, wie konkret und letztlich auch einfach es ist in Wort und Tat nicht rassistisch zu handeln und zu sprechen.
Und neben der Aufklärung auf der einen Seite gehört dazu auch die Bereitschaft auf der anderen Seite seinen Teil dazu beizutragen. Und das erfordert in der Tat dann auch ein aktives Einlassen auf Veränderungen, das erfordert das Hinterfragen alltäglicher und zunächst unproblematischer Handlungsweisen, das bedeutet vielleicht auch mal die Vermeidung bestimmter Wörter und einen entsprechenden Gewöhnungsprozess.
Aber wenn man dazu nicht bereit ist, dann ist einem vielleicht auch gar nicht so viel daran gelegen eine gleichberechtigte Gesellschaft zu erwirken.
Und das ist im übrigen ja auch das, was H&M zum Vorwurf gemacht werden muss. Es handelt sich hier eben nicht um eine Privatperson, die aus Unwissenheit sich einen Fauxpas geleistet hat.
Der zweite Fehler besteht darin, dass du die beiden Zustände (Unsicherheit darüber, was rassistisch sein könnte und was nicht vs. Absolute Selbstsicherheit den Rassismus überwunden zu haben und somit auch nicht mehr unwissentlich reproduzieren zu können) als so nah beieinander zu beschreiben, dass es von der einen zur anderen Seite nur ein „Schritt“ wäre.
Vielmehr handelt es sich aber um einen sehr langen Prozess, in dem viele kleine Schritte gegangen werden müssen, um das angestrebte Ziel zu überwinden.
Und das Problem, dass sich mir auch anhand der Diskussion der letzten Seiten offenbart ist, dass viele Leute zwar gerne den letzten Schritt gehen würden, aber nicht bereit sind die vielen, vielen kleinen und teilweise vielleicht auch unangenehmen Schritte davor zu gehen.
Naja, aber genau das ist doch das Problem: dass so etwas in einem Unternehmen wie H&M tatsächlich durch Unwissenheit passieren kann. Heutzutage! Wie vermeidet man sexistische Unternehmenspraktiken? Man sorgt dafür, dass im Unternehmen in etwa so viele Frauen wie Männer beschäftigt sind, und zwar auf allen Führungsebenen! Wie vermeidet man rassistische Unternehmenspraktiken? Man sorgt dafür, dass im Unternehmen Menschen aller Hautfarben und Ethnien beschäftigt und im Falle der Werbebranche achtet man darauf, dass die eigenen Mitarbeiter*innen sensibel für gesellschaftliche Missstände sind und sich der Wirkung ihrer Werbung bewusst sind.
Wenn das die Botschaft ist, die am Ende bei H&M ankommt, dann kann ich auch mit seiner Entschuldigung leben und sagen "Schwamm drüber, immerhin haben wir alle etwas daraus gelernt".
You don't say? Ich habe deshalb auch von gleichberechtigt gesprochen.Frauen und Männer sind nicht gleich.
nein.Wäre es möglich, dass einer für dieses diskussionswürdige Thema einen eigenen Fred erstellt?
Dann könnte man die Gesprächsfetzen gebündelt dorthin auslagern.

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