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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ja ist so ähnlich wie das vergleichen einer Vergewaltigung mit das ansehen von geleakten Bildern. Und da sind wir auch schon wieder bei der Doppelmoral.
Ich glaube ich weiß was du meinst. Man hat halt bei dem Wort Vergewaltigung immer noch das klassische Bild im Kopf, dass eine Frau körperlich sexuell gewalttätig missbraucht wird. Aber mach das Gedankenexperiment mal mit. Du hast Kinder, oder? Stell dir mal vor von einem deiner Kinder kommen solche Bilder ins Netz und das wird groß an der Schule/im Kaff an die Glocke gehängt. Wie würdest du dich dabei fühlen und wie dein Kind? Würdest du nicht jeden Blickkontakt in den künftigen Wochen so interpretieren, dass die anderen sich ihren Teil denken? Was spricht dagegen, das eine psychische Vergewaltigung zu nennen? - Das ist definitiv eine Gewalt, die da einwirkt und gegen die man sich nicht wehren kann.
 
@Cloud Strife Das wäre natürlich eine furchtbare Situation. Die psychische Vergewaltigung würde ich aber denjenigen anlasten, der die Bilder gesohlen hat und niemanden anders.

Weiteres Gedankenexperiment...

Wenn jeder oder zumindest ein weit überwiegender Großteil ausreichend “Integrität“ hätte und sich diese Bilder nicht ansehen, dementsprechend nicht weiter kommentieren würde, dann wäre die Veröffentlichung durch den Hacker keine so große Sache mehr und der psychische Druck auf das Opfer geringer. Man könnte es nun natürlich so sehen, dass der einzelne alleine das Kraut nicht fett macht aber die Masse, geformt wiederum aus den Einzelnen schon.

Oder andere Analogie: Du schaust dir ja auch nicht selbstverständlich Raubkopien per Stream an (zumindest meine ich dich als Raubkopie Gegner im Kopf zu haben).
 
@Trayal Das hatten wir doch ein paar Seiten zuvor schon mal. Wir drehen uns hier im Kreis.

Ich habe auch gar keine Lust mehr darüber zu schreiben.

Grundsätzlich sind wir uns ja eigentlich einig. Wir verurteilen alle die Hacker, fordern harte Strafen und haben Mitleid mit den Opfern. Nur das ich z.B. der Meinung bin, jeder sollte sich besser schützen und mehr Eigenverantwortung tragen. Was daran so falsch sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.
 
Schön wie hier alle eine harte Bestrafung der Hacker fordern. Wenn dann aber wieder gewalttätige Linksexteme durch eine Stadt ziehen, sucht man dann mit der Lupe nach Fehlern bei den Gesetzeshütern...

Auch wenn die Überleitung holprig war... endlich sind wir wieder bei dem Thema. :gerri:
 
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:lol: so oder so ähnlich ist es tatsächlich irgendwo im tiefsten Münsterland passiert :D
 
Haben sie auch nicht. Guck dir doch einfach mal die gängigen Theorien über Kausalität an, bevor du hier Müll schreibst.

Kausalität zu verstehen, ist einer der Bestandteile meiner Ausbildung. Im Gegensatz zu dir verstehe ich sie auch.

Übrigens habe ich den in diesem Fall präziseren Begriff "Ursache/Wirkung Prinzip" verwendet, den du dann mit dem (vieldeutigeren) Begriff "Kausalität" in deinem Antwortposting ersetzt hast.

Wenn ich von "Kausalität" schreibe, ist also nur das "Ursache/Wirkung Prinzip" und eine Kausalkette darunter zu verstehen, nicht irgendwelche Theorien, ab wann der Mensch für "Kausalität verantwortlich" sei, oder ähnlicher Quatsch.

Und dann sind es natürlich die anderen, die das nicht verstehen.

Du verstehst Kausalität auch ganz offensichtlich nicht, oder du tust zumindest so.

Es gibt viele Faktoren, die man im Rahmen der Kausalität betrachten kann. Die Frage ist nur, ob sie auch Kausal wirksam sind. Die Bilder hätten sich ohne den Eingriff des Hackers nicht verbreitet, oder?

Und ohne das Hochladen in die Cloud auch nicht, oder?

Wobei: Streng genommen "kann man das nicht sagen", denn eventuell hätte ohne den Hackereingriff vielleicht ein Einbrecher die physischen Geräte geklaut und entschlüsselt, bzw. ein Räuber die Geräte geraubt und Vonn gezwungen sie zu entsperren, oder Vonn hätte sich entschieden, die Fotos freiwillig ins Internet hochzuladen. Das ist aber eben nicht die Welt in der wir leben, wir leben in der Welt mit der Kausalkette (vereinfacht) -> "Urknall, Planet Erde, Erfindung Smartphone, Nacktfotos machen, Nacktfotos in die Cloud laden, Hackerangriff, Verbreitung Fotos im Internet".

DAS ist der entscheidende Faktor, der die Kausalgeschichte startet.

Nope, das ist genau der Teil am Thema Kausalkette, den du noch nicht verstanden hast. Eine Kausalkette im Sinne des Ursache/Wirkung Prinzips startet nicht einfach "irgendwann" einfach so mitten in der Menschheitsgeschichte.

Davor gibt es natürlich auch einNarrativ, das ist aber nicht relevant. Wenn die für dich doch relevant ist, dann bekommst du ein ziemlich großes Problem. Dann ist nämlich nicht nur das Hochladen der Bilder relevant, sondern auch, dass jemand die Infrastruktur gebaut hat, ein paar Steps weiter landet man bei dem, der den PC erfunden hat und schließlich beim Urknall und dem Postulat Gottes oder wir geben unser Kausalitätsverständnis auf. Theoretisch lässt sich die Verkettung der Ereignisse nicht trennen.

Na sieh mal einer an, ein bisschen was von dem Thema hast du ja doch schon verstanden, wenn man es aus dir rauskitzelt. :D
Genau wie von dir beschrieben ist es nämlich, ein "großes Problem" bekomme ich dadurch jedoch nicht.

Pragmatisch nimmt man deshalb den letzen entscheidenen Faktor: Hier, den Häcker.

Nein, den Hacker nimmst du als "entscheidenden Faktor", damit du in der Diskussion "Recht behalten" kannst. Das ist nicht "pragmatisch", sondern schlicht und ergreifend "arbiträr".

Sinnvoll in Bezug auf die von mir aufgeworfene Frage, ist es, dort anzusetzen, wo ein Mensch die Möglichkeit hatte, den (möglichen) Ablauf der Kausalkette zumindest im Groben vorherzusehen, und entsprechend zu handeln.

Option 2: Der Hacker entscheidet sich, die Bilder nicht zu kopieren und ins Netz zu stellen -> Die Verbreitung ist verhindert.

Option 1 (zeitlich davor): Lindsey Vonn entscheidet sich, dass die Bilder sicherer verwahrt werden müssen und handelt entsprechend, sie läd die Bilder nicht in die Cloud hoch, oder verschlüsselt sie -> Die Verbreitung ist verhindert.

Beide Handlungen hätten die oben beschriebene Kausalkette, wie sie tatsächlich stattgefunden hat, unterbrochen! Und zwar jede einzelne der beiden Optionen hätte sie durchbrochen, nicht etwa nur beide in Kombination.

Alternativ kannst du auch Kausal-Skeptiker werden, aber das ist eine gänzlich andere Debatte.

Nachdem die Idee von Ursache/Wirkung meine Argumente stützt und auch in unserer physikalischen Welt (zumindest makroskopisch) zu funktionieren scheint, gibt es dazu keinen Grund.

Das willst du aber nicht, weil du einfach den Promis die Schuld geben willst. Kann ich auch nachvollziehen, aber dann sag das doch gleich.

Ich habe bereits in meinen vorherigen Postings explizit geschrieben, dass ich bewusst die Worte "Schuld" und "Verantwortung" nicht in dieser Diskussion benutzen will, weil diese Begriffe zu mehrdeutig sind. Bevor wir sie in dieser Diskussion benutzen, müssten wir sie passend und bis ins Detail für die Zwecke dieser Diskussion definieren.

Dass du mir dennoch unterstellst, einem "Promi" die "Schuld" für etwas geben zu wollen, spricht Bände über deine Ehrlichkeit in dieser Diskussion.

Klar, ist der Schritt vom Dach, oder besser gesagt, der Entschluss vom Dach zu springen (es handelt sich ja um eine menschliche Handlung) der entscheidende Faktor, dass ich vom Dach falle und sterbe. DIES ist der zu letzt entscheidende Faktor. Nicht, dass jemand das Haus gebaut hat, die Erfindung des Betons..oder das Postulat Gottes.

Das stimmt eben nicht, natürlich ist in dieser Kausalkette der Bau des Hauses ebenso ursächlich für die Tatsache, dass ich gerade von diesem Haus fallen und sterben konnte.

Wie gesagt: Verständnis von Kausalität ist wichtig.

Im Fall von den Bildern war es aber leider der Hacker, der sich unrechtmäßig Zugang verschafft hat.

Ja, aber die unsichere Aufbewahrung der Bilder, die den unberechtigten Zugriff durch den Hacker erst möglich gemacht hat, ebenso. Siehe oben.

Ja, aber was sind das denn für Aussagen? Die sagen doch alle das gleiche: Wir, die Polizei/der Staat, können nicht für deine Sicherheit garantieren. Weil das so ist, raten wir dir, gewisse Tätigkeiten/Handlungen nicht auszuführen. Tut uns leid, wir sind loser. Das einzige, was wir machen können, ist dich zu informieren.

Deswegen ist der Staat ja noch kein "loser". Wir könnten Kriminalität wesentlich effektiver bekämpfen als wir es momentan tun, wären dann aber in einer Art Überwachungsstaat bzw. müssten mehr Ressourcen investieren, als wir das momentan für sinnvoll halten. Und ja, in manchen Fällen können Staaten auch nicht so viel Sicherheit bieten, wie sie möchten, weil ihnen die Möglichkeiten fehlen. Dann sind sie in deinen Augen vielleicht "loser".

Aber nochmal die Frage: Was soll es dann bringen, den Bürgern oder Touristen die Information über die daraus resultierenden Gefahren zu verschweigen?

Jetzt kommst du (arroganterweise) daher und sagt, die Frau, die einen kurzen Rock trägt und trotzdem im öffentlichen Raum operiert, ist einfach gefährdet, weil sie da in kurzem Rock existiert.

Ich verstehe nicht, was eine logische und faktisch korrekte Feststellung mit "Arroganz" zu tun hat. Außerdem ist deine Darstellung so verkürzt, dass sie dadurch schon falsch wird.

Nehmen wir an eine Frau wird im öffentlichen Raum von einem Mann sexuell belästigt, die Belästigung kommt (u.a.) zu Stande weil:

1.) Der Mann ein moralisch verwerfliches Subjekt ist, der Frauen belästigt, wobei Miniröcke ihn besonders anziehen.

2.) Die Frau geht im Minirock in den öffentlichen Raum, wo sie diesem Mann begegnet.

Dann kommt es zur Belästigung, die nicht passiert wäre (nehmen wir das auf Grund der Präferenzen des Täters als gegeben an), wenn sie eine Hose getragen hätte.

Deine Aussage, meine Aussage wäre, die Frau wäre "einfach gefährdet, weil sie da in kurzem Rock existiert", stimmt also nicht.
Meine Aussage ist: "Die Frau ist gefährdet, weil sie da in kurzem Rock existiert und es moralisch verwerfliche Subjekte gibt, welche sie u.a. deswegen sexuell belästigen."

Punkt 1 und Punkt 2 müssen beide zusammentreffen, damit die Belästigung zusammenkommt (Kausalitätskette!- Wie die funktioniert haben wir weiter oben gelernt!) und damit treffe ich keine moralische Wertung über die Entscheidung der Frau, mit Minirock in die Öffentlichkeit zu gehen.

Ich erkläre es dir anhand eines weiteren Beispiels:

1.) Ein Verrückter, der eine Schusswaffe hat und blonde Männer hasst, will in der Innenstadt einen Amoklauf starten.

2.) Ich bin blond, entscheide mich an diesem Tag das neue Modern Warfare in der Innenstadt zu kaufen.

Ich laufen dem Typen über den Weg, er beginnt seinen Amoklauf mit mir, schießt mir in den Kopf, ich bin tot.

Natürlich hat meine Entscheidung, genau zu dem Zeitpunkt in die Stadt zu gehen, genauso meinen Tod ausgelöst, wie die Entscheidung des Täters, zu diesem Zeitpunkt einen Amoklauf gegen blonde Männer zu starten. -> Kausalkette.

Dies bedeutet jetzt aber natürlich nicht, dass ich eine moralische oder strafrechtliche "Schuld" an meinem eigenen Tod gehabt hätte!

Und nun stellt sich eben die Frage, ob man in einem Fall, in dem man eine mögliche Kausalkette, die z.B. über die Lagerung eigener Promi-Nacktbilder in einer bekanntermaßen unsicheren Cloud zu einer weltweiten Verbreitung über das Internet führt, nicht vielleicht von einer gewissen Eigenverantwortung sprechen kann, Maßnahmen zu ergreifen, einer derartigen Kausalkette vorzubeugen.

Das kommt aber eben ganz darauf an, wie man das Wort "Verantwortung" definiert, weswegen ich diese Baustelle eben explizit nicht aufmachen will.

In meinem oben genannten Beispiel mit dem Amoklauf ist diese Kausalkette so unwahrscheinlich, dass es sich für mich rational nicht lohnt, wegen einer solchen möglichen aber extrem unwahrscheinlichen Kausalkette, nicht in die Stadt zu gehen.

Wenn ich aber als Promi Nacktbilder in einer unsicheren Cloud lagere, könnte es sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dies ein Glied einer Kausalkette ist, die zu deren Verbreitung im Internet führt, vielleicht so hoch ist, dass es sich gelohnt hätte, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Ebenso wird es sich für eine Frau, die sich in westlichen Staaten durch ganz normale urbane Gebiete bewegt, kaum lohnen, wegen einer möglichen Belästigung auf Grund eines Minirocks, diesen nicht anzuziehen. Die Chance, dass der Minirock zum Teil einer Kausalkette wird, die zu einer Belästigung führt, ist so gering, dass die Vorteile des Tragens des Minirocks die Wahrscheinlichkeit einer so unglücklichen Kausalkette so stark überwiegen, dass es rational keine Sinn macht, auf das Tragen des Minirocks deswegen zu verzichten.

Anders wäre es vielleicht, wenn diese Frau vorhat, sich als Gefängnispsychologin mit einem verurteilten Sexualstraftäter in einem Raum zu treffen ohne physische Barriere, wenn dieser Sexualstraftäter einen Fetisch für die Vergewaltigung von Psychologinnen in Miniröcken hat. Eventuell ist nämlich in diesem Fall eine mögliche Kausalkette vorhersehbar, in der das Tragen des Minirocks ein Element ist, das schlussendlich zu einem Übergriff führt. In diesem Fall könnte man argumentieren, dass der Verzicht auf das Tragen des Minirocks vielleicht eine intelligente Vorgehensweise sei. Hier ist nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass der Minirock zum Teil einer verhängnisvollen Kausalkette wird, einfach wesentlich höher.


Deshalb trägt sie auf jeden Fall auch eine Mitschuld.

Wieder diese infame Unterstellung, ich würde von einer "Mitschuld" reden, obwohl ich bereits am Anfang dieser Diskussion klargestellt habe, dass das eben gerade nicht der Fall ist. Wie bereits oben geschrieben, spricht dieser "Diskussionsstil" Bände. Hat man keine vernünftigen Argumente, muss man eben den Diskussionsgegner mit unberechtigten Vorwürfen "anpatzen".

Denn sie war ja einfach viel zu sexy angezogen für den gemeinem Mann aus dem, was weiß ich, Saarland! Das ist doch ABSURD. Hier wird ein Versagen/Verschulden der anderen Teilnehmer der Gesellschaft und des Staates (Polizei, Täter) legitimiert, weil es sich jemand - in diesem schönen freien Land - erbost hat zu Kleiden, wie der Staat es ihm rechtlich zugesteht.

Es steht mir auch rechtlich zu, Nachts allein ohne jemanden in der Nähe als Nichtschwimmer mit meiner Luftmatratze mitten auf meinen Privatsee zu paddeln und dann die Luft aus der Luftmatratze zu lassen, auch wenn ich eigentlich weiterleben will.

Die Frage ist nur, ob das besonders intelligent ist.

Deshalb ist das kein sinnvoller Hinweis, sondern ein Eingeständnis in die eigene Machtlosigkeit. Und am Ende ist die Frau schuld, oder wie? Und das ist nicht nur dein Verständnis von Opfer-Umkehr, sondern auch die, die @M4rius93 und @Mondknallschlumpf haben.

Und wieder, zum dritten Mal, der infame und widerliche implizierte Vorwurf, ich wolle hier einer Frau wegen ihres Kleidungsstils eine "Mitschuld" an einer Vergewaltigung oder Belästigung geben. Was ich von solchen Methoden halte, ist ja oben bereits zu lesen.
 
Kausalität zu verstehen, ist einer der Bestandteile meiner Ausbildung. Im Gegensatz zu dir verstehe ich sie auch.

:lol:

Ich hab im Studium alle Kausalitätstheorien seit Hume bis zum Erbrechen durchgekaut. Dein Verständnis von Kausalität ist viel zu einseitig und die Probleme, die damit verbunden sind, sind viel komplexer, als deine einfache lineare Verkettung von Ereignissen. Ich beschränke mich jetzt auch darauf. Zum Rest habe ich schon alles gesagt, was ich sagen konnte, take it or leave it.

Wenn ich von "Kausalität" schreibe, ist also nur das "Ursache/Wirkung Prinzip" und eine Kausalkette darunter zu verstehen, nicht irgendwelche Theorien, ab wann der Mensch für "Kausalität verantwortlich" sei, oder ähnlicher Quatsch.

Dann würde ich streng genommen vorschlagen, du fängst damit an. Deine deterministische Auffassung schrammt nämlich MASSIV an unserer Lebenswelt vorbei. Aber dazu gleich mehr.

Das ist aber eben nicht die Welt in der wir leben, wir leben in der Welt mit der Kausalkette (vereinfacht) -> "Urknall, Planet Erde, Erfindung Smartphone, Nacktfotos machen, Nacktfotos in die Cloud laden, Hackerangriff, Verbreitung Fotos im Internet". [...] Eine Kausalkette im Sinne des Ursache/Wirkung Prinzips startet nicht einfach "irgendwann" einfach so mitten in der Menschheitsgeschichte.

Also streng genommen unterbrechen wir diese Ursache/Wirkung-Relation physikalisch schon beim Postulat des Urknalls. Dieses von uns gesetzte Phänomen, welches noch kein Physiker hat erklären können, dient ja als "unbewegter Beweger" oder als "erste Ursache". Denn per Definition hat es ja keine Ursache, sondern ist selbst die erste. Das ist ein Konflikt, aber wahrscheinlich nicht der entscheidende für diesen Fall.

Das Problem ist, dass du in deinem Kausalverständnis keinen Unterschied machst zwischen der physikalisch geschlossenen Welt und menschlichen Handlungen. Diese sind nämlich nicht auf physikalische Zustände reduzierbar. Sie sind also scheinbar nicht Teil der Kausalkette der klassischen Physik. Wichtig ist allerdings, dass diese Handlung, obwohl sie nicht zur Geschlossenheit der physikalischen Welt gehört, natürlich auf diese einwirkt. Ich kann ja einen Stein fallen lassen, der ein Autodach kaputt macht. Hier war ich die Ursache für eine Wirkung in der Welt, die wieder eine Kette von weiteren Ereignissen in Gang setzt. Ich kann natürlich auch Vorgänge aus der physikalischen Welt unterbinden. Ich kann den Stein auch wieder auffangen, der sonst aufs Autodach geprallt wäre. Ich setze also Kausalketten in Gang und beende wiederum andere. Ich werde natürlich auch von meiner Umwelt beeinflusst, vor allem die phyikalischen Kräfte, die auf meinen Körper einwirken, etc. pp. Ich reagiere auch aktiv auf meine Umwelt. Wenn es einen Stau gibt, dann umfahre ich den. Das ist die Wirkung, die durch den Stau hervorgerufen wurde. Es ist aber streng genommen, keine durchgehende physikalische Kausalitätskette vorhanden. Das ist überhaupt kein Problem (freier Wille).

Damit der Determinismus aber nicht sofort aus dem Boot ist, kann man ja mal annehmen, die würden das schaffen und es gäbe keinen freien Willen. "ich" bin teil der physikalischen Welt, weil mein Gehirn ja auch nur Materie ist. Und es gibt hier kein Bewussstein, sondern nur Gehirnaktivität. Was folgt daraus? Hat man dann eine Welt konstruiert, in der sich alles, was passiert, einschließlich menschlicher Handlungen auf eine Ursache/Wirkung - Relation aufschlüsseln lässt? Auch nicht! Denn die Ereignisse, die in Relation gestellt werden, hat man damit automatisch wegdefiniert. Es gibt in dieser Welt keine Bedeutung mehr, d.h. keine sinnhaften Ereignisse, die in Relation gestellt werden können. Ich gebe da mal ein Beispiel, weil das sehr schwer nachzuvollziehen ist, wenn man nicht in der Debatte steckt:
Ich kaufe Blumen, um mich bei meiner Frau zu entschuldigen. Ich hab eine Beule in ihr Auto gefahren. Das tut mir leid. Der Akt des Entschuldigens ist ja bekannt. Dieser Vorgang hat einen spezifischen Sinn und einen Ablauf, er hat Bedeutung, Intentionen, wird ausgedrückt durch eine Geste. So beschreiben wir unweigerlich unser menschlichen Dasein in dieser Hinsicht.
Im Determinismus gibt es das nicht mehr. Im Determinismus gibt es kein "ich", welches sich bei "meiner" "Frau" "entschuldigt", indem "er" eine "Geste" "ausführt", es gibt nur die Bewegung von Atomen, die wieder andere Atome bewegen. Es ist eine sinnentleerte Welt, voller physikalischer Abläufe. Jeder Determinist, der vor seinem PC sitzt und eine deterministische Theorie runtertippt ist ein lebender performativer Selbstwiderspruch.

Long story short: Niemand hat bisher eine Reduktion menschlicher Handlungen auf physikalische Ereignisse vollzogen, und selbst wenn man das versuchen würde, verliert man seinen Beschreibungsgegenstand. Der Determinismus ist tot.


Na sieh mal einer an, ein bisschen was von dem Thema hast du ja doch schon verstanden, wenn man es aus dir rauskitzelt. :D

ja, sure...

Nein, den Hacker nimmst du als "entscheidenden Faktor", damit du in der Diskussion "Recht behalten" kannst. Das ist nicht "pragmatisch", sondern schlicht und ergreifend "arbiträr".

Nein, ich nehme den Hacker, weil er kausal unabhängig vom hochladen der Bilder, sich dazu entschließt, den Account zu hacken und sich dann wiederum dazu entschließt (!) die Bilder zu veröffentlichen. Natürlich kannst du sagen, sie SOLLTE (!) keine Bilder machen, denn wenn keine da sind, kann man auch nichts hacken. Sicherlich. Aber das ist ein MORALISCHES Urteil, welches NICHTS mit Kausalität zu tun hat. Wir befinden uns durch diese Aussage sofort in der Ethik und in der Verurteilung dessen, was man tun und lassen sollte (!!). Ich kann es nicht deutlich genug machen. Und indem Moment, wo man sagt, wenn keine Bilder da sind, kannst du auch keine Hacken, verurteilt man automatisch auch die Handlungsweise der Aktuerin. Hier sind wir wieder bei der Umkehr.

Das, was du, auch noch fälschlicherweise, als kausalen Faktor betrachtet hast, ist kein kausaler Faktor. das KANN er nicht sein. Deine Ausbildung in allen ehren. Das, was du machst, und das ist dir ja scheinbar nicht einmal klar, ist ein moralisches Urteil fällen. Und das ist wiederum, meiner Meinung nach, unangebracht. Der Promi hat nicht einmal etwas "angestoßen", wie du es so schön sagst.


Sinnvoll in Bezug auf die von mir aufgeworfene Frage, ist es, dort anzusetzen, wo ein Mensch die Möglichkeit hatte, den (möglichen) Ablauf der Kausalkette zumindest im Groben vorherzusehen, und entsprechend zu handeln.

Option 2: Der Hacker entscheidet sich, die Bilder nicht zu kopieren und ins Netz zu stellen -> Die Verbreitung ist verhindert.

Option 1 (zeitlich davor): Lindsey Vonn entscheidet sich, dass die Bilder sicherer verwahrt werden müssen und handelt entsprechend, sie läd die Bilder nicht in die Cloud hoch, oder verschlüsselt sie -> Die Verbreitung ist verhindert.

Beide Handlungen hätten die oben beschriebene Kausalkette, wie sie tatsächlich stattgefunden hat, unterbrochen! Und zwar jede einzelne der beiden Optionen hätte sie durchbrochen, nicht etwa nur beide in Kombination.

Also eigentlich hast du dir doch gerade selbst widersprochen, oder? Du hast doch gerade selbst geschrieben, dass du nicht "irgendwann" in der Menscheitsgeschichte anfangen willst, oder? Warum machst du jetzt bei Option 1 halt? Ich sag, nimm Option 0.1 Lindsey Vonn wird nicht geboren. Dann gibt es auch keine Bilder von ihr. Oder, Tiger Woods wird nicht geboren, dann gibt es auch keine Bilder.
Deshalb ich vorgeschlagen es pragmatisch, an den letzten entscheidenen Faktor zu knüpfen, das ist in deinem Fall Option 2. Nicht ich, sondern du fängst auf einmal in der Mitte an.
Meiner Auffassung nach startet der Hacker eh eine neue Kausalkette, indem er sich dazu entscheided (!) den Account zu hacken. Deshalb hat die Vonn nichts in deinem Sinne angestoßen, oder sonstiges.



Nachdem die Idee von Ursache/Wirkung meine Argumente stützt und auch in unserer physikalischen Welt (zumindest makroskopisch) zu funktionieren scheint, gibt es dazu keinen Grund.

Ja, sie funktioniert halt nicht so.


Das stimmt eben nicht, natürlich ist in dieser Kausalkette der Bau des Hauses ebenso ursächlich für die Tatsache, dass ich gerade von diesem Haus fallen und sterben konnte.
Wie gesagt: Verständnis von Kausalität ist wichtig.

Klar ist das wichtig, aber hier vermengst du die Geschlossenheit der physikalischen Welt schon wieder mit menschlichen Handlungen.


Deine Aussage, meine Aussage wäre, die Frau wäre "einfach gefährdet, weil sie da in kurzem Rock existiert", stimmt also nicht.
Meine Aussage ist: "Die Frau ist gefährdet, weil sie da in kurzem Rock existiert und es moralisch verwerfliche Subjekte gibt, welche sie u.a. deswegen sexuell belästigen."
Also eigentlich ist meine Aussage: Es gibt moralisch verwerliche Subjekte, die verantwortlich für sexuelle Belästigungen sind. Die Frau kommt in MEINER Aussage gar nicht vor. Denn das verwerfliche Subjekt ist allein für seine Taten verantwortlich. Klar, es ist eine Frau anwesend, der er diese Bemerkung ausspricht, aber sie hat weder etwas angestoßen, noch trägt sie Verantwortung oder schuld. Sie ist einfach nur da. Aber, weil nur weil sie da ist, wird sie NICHT AUTOMATISCH zu einem kausalen Faktor, es sei denn du machst sie in deiner Erklärung dazu. Wenn überhaupt, tauchst sie in der "Wirkung" auf, nämlich als diejenige, die die Belästigung ertragen muss.


Ich erkläre es dir anhand eines weiteren Beispiels:

1.) Ein Verrückter, der eine Schusswaffe hat und blonde Männer hasst, will in der Innenstadt einen Amoklauf starten.

2.) Ich bin blond, entscheide mich an diesem Tag das neue Modern Warfare in der Innenstadt zu kaufen.

Ich laufen dem Typen über den Weg, er beginnt seinen Amoklauf mit mir, schießt mir in den Kopf, ich bin tot.

Natürlich hat meine Entscheidung, genau zu dem Zeitpunkt in die Stadt zu gehen, genauso meinen Tod ausgelöst, wie die Entscheidung des Täters, zu diesem Zeitpunkt einen Amoklauf gegen blonde Männer zu starten. -> Kausalkette.

Noch mal, du kannst natürlich viele Faktoren, die unweigerlich auftreten in Betracht ziehen. Ein Faktor führt dazu, dass du in die Stadt gehst und schlussendlich erschossen wirst. Ich versuch das mal so

1.) Ein Verrückter, der eine Schusswaffe hat und blonde Männer hasst, will in der Innenstadt einen Amoklauf starten.

2.) Dies führt dazu, dass er in er Stadt Leute abknallt

3) Es gibt 3 Tote. Einer der 3 Blonden, bist du.

Das ist die Kausalkette, die die Handlung des Verrückten (oder des Hackers) umschreibt. Diese ist allein ausschlaggebend für 3 Tote. Es gibt sicherlich einen Faktor, der dazu führt, dass du in die Stadt gegangen bist, der ist aber nicht kausal relevant für die Tat, insofern, als dass er eine Ursache wäre. Dies liegt allein am Töter.
Ich male das mal auf.

t1 (Täter) ------> t2 Schusswechsel ---------t3 Tote

p1 (Du willst in die Stadt -----> p2 (Du bist in der Stadt) ----- p3/t3 Tote (du bist einer davon).
Du bist im Wirkungsteil interessant. Und wegen meiner ist auch interessant, warum du da bist, und das kann ja auch wiederum kausal sein, aber du bist NICHT Teil der Entwicklung.


Wenn du jetzt erschossen wurdest, und einer meint, tja, wäre er mal nicht in die Stadt gegangen, dann ist das ebenfalls kein Hinweis auf eine kausale Verkettung, sondern ein moralisches Urteil. Wie blöd kann man denn sein, um in die Stadt zu gehen, man muss doch damit rechnen, dass gerade da Verrückte rumlaufen!


In ganz ganz kurz: du machst die Frau zu einem hinreichenden Faktor. Und das ist imo falsch.
 
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