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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Dow Jones schrieb:

Ja, nothing but religion for a little entertainment. :lol:

Der Typ hat aber auch wirklich drum gebettelt. Und in Anbetracht dessen, was er mit seiner Tat bezweckt hat, geschieht im das völlig Recht. Extrem lustig finde ich nur die Geldstrafe. Lebenslang UND 1500 Euro. Uiuiui...da hat er bestimmt fett dran zu knabbern. Was machen sie denn, wenn er die Strafe nicht zahlen kann? :gerri:
 
http://www.spiegel.de/kultur/tv/catch-the-millionaire-startet-auf-prosieben-a-911857.html

Den Inhalt des Artikels habe ich mir nicht gegeben, aber der Titel ist grandios. :lol:
 
Bizarre Auswüchse des Strafrechts in Florida

Kein Wunder, dass in den USA prozentual mehr Menschen im Knast sitzen als in jedem anderen Teil der Welt.

Mehrfach hat ihr damaliger Ehemann Rico Gray sie bereits geschlagen und gewürgt, wie er später vor Gericht einräumen wird. [...]Gray soll seine Frau dort erneut bedroht haben, also drückt Alexander ab: Die Kugel knallt gegen die Zimmerwand, prallt ab und bleibt in der Decke stecken. Verletzt wird niemand. Ein Warnschuss, wie die Frau bis heute sagt. Mit seinen beiden Söhnen rennt Gray aus dem Haus und ruft die Polizei. Marissa Alexander wird verhaftet und angeklagt. 435 Tage später fällt eine Jury ihr Urteil: Schuldig des Angriffs mit einer tödlichen Waffe, Strafmaß: 20 Jahre.


Orville Lee Wollard, ehemaliger Hilfspolizist, schoss in eine Wand, um den gewalttätigen Freund seiner Tochter zu vertreiben: 20 Jahre Haft.

Erik Weyant, 22, schoss in die Luft, um eine Gruppe Betrunkener in Schach zu halten, die ihn angepöbelt hatte: 20 Jahre Haft.

Ronald Thompson, 62, schoss in den Boden, um eine ältere Dame vor einem jugendlichen Angreifer zu retten: 20 Jahre Haft.

Das ist geradezu absurd.
 
Mondknallschlumpf schrieb:
Bizarre Auswüchse des Strafrechts in Florida

Kein Wunder, dass in den USA prozentual mehr Menschen im Knast sitzen als in jedem anderen Teil der Welt.

Mehrfach hat ihr damaliger Ehemann Rico Gray sie bereits geschlagen und gewürgt, wie er später vor Gericht einräumen wird. [...]Gray soll seine Frau dort erneut bedroht haben, also drückt Alexander ab: Die Kugel knallt gegen die Zimmerwand, prallt ab und bleibt in der Decke stecken. Verletzt wird niemand. Ein Warnschuss, wie die Frau bis heute sagt. Mit seinen beiden Söhnen rennt Gray aus dem Haus und ruft die Polizei. Marissa Alexander wird verhaftet und angeklagt. 435 Tage später fällt eine Jury ihr Urteil: Schuldig des Angriffs mit einer tödlichen Waffe, Strafmaß: 20 Jahre.

Hoppla, da hast du wohl vergessen den wichtigsten Teil der Story zu zitieren.

Aber kein Problem, ich helfe gerne:

Als es im Haus des Paars erneut zum Streit kommt, flüchtet Alexander in die Garage. Im Handschuhfach ihres Autos liegt eine Pistole. Bewaffnet kehrt die dreifache Mutter zurück ins Haus.

:gerri:

Dass 10-20-Life eine vom Strafmaß her völlig überzogene Regelung ist, darin sind wir uns wohl einig, aber dass die Frau eine Straftat begangen hat scheint nach der Schilderung des Falls ziemlich klar zu sein.

Tipp: Wenn man bereits außer Gefahr ist, sich eine Waffe besorgt und damit wieder zum vorherigen Angreifer zurück geht, handelt es sich nicht mehr um eine Notwehrsituation. ;)

Mondknallschlumpf schrieb:
Orville Lee Wollard, ehemaliger Hilfspolizist, schoss in eine Wand, um den gewalttätigen Freund seiner Tochter zu vertreiben: 20 Jahre Haft.

Erik Weyant, 22, schoss in die Luft, um eine Gruppe Betrunkener in Schach zu halten, die ihn angepöbelt hatte: 20 Jahre Haft.

Ronald Thompson, 62, schoss in den Boden, um eine ältere Dame vor einem jugendlichen Angreifer zu retten: 20 Jahre Haft.

Das ist geradezu absurd.

In all den genannten Fällen wissen wir nicht, wie die Feststellungen des Gerichts gelautet haben. Keiner der Fälle scheint (nach den Feststellungen der jeweiligen Gerichte) ein Fall von Notwehr/Nothilfe gewesen zu sein, sondern es muss sich (nach Ansicht der Gerichte) um Straftaten der Schützen gehandelt haben, die unter Verwendung einer Schusswaffe passiert sind.

Man sehe sich zum Beispiel den zweiten Fall an: "[...] schoss in die Luft, um eine Gruppe Betrunkener in Schach zu halten die ihn angepöbelt hatte [...] ": Wenn mich jemand nur anpöbelt und kein konkreter rechtswidriger Angriff vorliegt, kann ich nicht einfach eine Knarre ziehen und in die Luft ballern. Das ist nicht nur in den USA problematisch.... ;)

Wie gesagt, dass die Strafen völlig überzogen sind, das steht glaube ich außer Frage...
 
Osa-chan schrieb:
Hoppla, da hast du wohl vergessen den wichtigsten Teil der Story zu zitieren.

Aber kein Problem, ich helfe gerne:

Als es im Haus des Paars erneut zum Streit kommt, flüchtet Alexander in die Garage. Im Handschuhfach ihres Autos liegt eine Pistole. Bewaffnet kehrt die dreifache Mutter zurück ins Haus.

:gerri:

Dass 10-20-Life eine vom Strafmaß her völlig überzogene Regelung ist, darin sind wir uns wohl einig, aber dass die Frau eine Straftat begangen hat scheint nach der Schilderung des Falls ziemlich klar zu sein.

Tipp: Wenn man bereits außer Gefahr ist, sich eine Waffe besorgt und damit wieder zum vorherigen Angreifer zurück geht, handelt es sich nicht mehr um eine Notwehrsituation. ;)

Absurd und schizophren ist es dennoch, wenn man den Fall von Zimmerman dem gegenüberstellt. Zimmermans vermeintliches Glück war, dass es keine Zeugen gab und somit niemand seine Notwehr-These widerlegen kann. Hätte die gute Frau ihren Mann erschossen hätte auch dort niemand beweisen können, dass es sich nicht um Notwehr gehandelt hat.
 
Osa-chan schrieb:
Man sehe sich zum Beispiel den zweiten Fall an: "[...] schoss in die Luft, um eine Gruppe Betrunkener in Schach zu halten die ihn angepöbelt hatte [...] ": Wenn mich jemand nur anpöbelt und kein konkreter rechtswidriger Angriff vorliegt, kann ich nicht einfach eine Knarre ziehen und in die Luft ballern. Das ist nicht nur in den USA problematisch.... ;)

Du bist der Jurist, aber ich meine das genau so etwas in Florida unter dem "stand your ground"-act eben doch legal ist.
Wenn du nur das Gefühl hast, dein Leben wäre bedroht, darfst du abdrücken.
 
eMKay schrieb:
Osa-chan schrieb:
Man sehe sich zum Beispiel den zweiten Fall an: "[...] schoss in die Luft, um eine Gruppe Betrunkener in Schach zu halten die ihn angepöbelt hatte [...] ": Wenn mich jemand nur anpöbelt und kein konkreter rechtswidriger Angriff vorliegt, kann ich nicht einfach eine Knarre ziehen und in die Luft ballern. Das ist nicht nur in den USA problematisch.... ;)

Du bist der Jurist, aber ich meine das genau so etwas in Florida unter dem "stand your ground"-act eben doch legal ist.
Wenn du nur das Gefühl hast, dein Leben wäre bedroht, darfst du abdrücken.

"Stand-your-ground" ist im Grunde nichts wesentlich anderes als das auch im kontinentaleuropäischen Recht weit verbreitete Notwehrrecht. Auch in Deutschland oder Österreich besteht keine Pflicht vor einem rechtswidrigen Angriff zurück zu weichen ("Recht muss Unrecht nicht weichen" = "Stand your ground").

Auch in Österreich oder Deutschland darf ich, wenn ich mich bedroht fühle, im Extremfall straflos jemanden töten, selbst wenn sich später herausstellt, dass keine Notwehrsituation vorlag (=Putativnotwehr).

Daher finde ich es immer wieder amüsant, wenn sich im deutschen Sprachraum Medien und Bürger über die "verrückten" Stand-your-ground Gesetze in den USA ereifern, mit der eigenen, im Prinzip gleichen Rechtslage aber gleichzeitig sehr zufrieden sind. :D
 
Mir ging es auch hauptsächlich um das Strafmaß. Das ist vollkommen lächerlich. Ich weiß jetzt nicht, ob es in Florida erlaubt ist, eine Waffe auf der Straße mit sich zu führen. Aber eine empfindliche Geldstrafe und Einzug der Waffenbesitzerlaubnis wäre eine nachvollziehbare Strafe. 20 Jahre Knast? Lol.
 
Das eigentliche Problem da drüben ist doch imo, dass die Schuld von einer Laien-Jury festgestellt wird, die oft sehr professionellen Anwälten gegenübersteht, die genau wissen, welche Saiten sie bei der Jury spielen müssen, um sie ein wenig (z.B. durch Theatralik) zu beeinflussen.
Und allgemein: Ob die Jury immer so detailliert die Rechtlage kennt und versteht? Jura ist kein einfaches Fach, die Konzepte versteht man teilweise nicht auf Anhieb bzw. kann sie dann in der Praxis, bei einem verworrenen Fall und Anwälten, die mit allen Mitteln versuchen, die Jury auf ihre Seite zu ziehen, nicht anwenden.

Und stellt die Jury die Schuld fest, hat der Richter afaik keine Möglichkeit als das Strafmaß zu verhängen, das bei einer Schuld gefordert wird, egal welche Ansicht er selbst von der Schuld oder Unschuld hat.
 
Osa-chan schrieb:
Auch in Österreich oder Deutschland darf ich, wenn ich mich bedroht fühle, im Extremfall straflos jemanden töten, selbst wenn sich später herausstellt, dass keine Notwehrsituation vorlag (=Putativnotwehr).

Das Problem ist doch nur, dass in diesem Fall nicht klar sein soll, was hier genau Notwehr ausgelöst haben soll. So bedroht scheint er (Zimmerman) sich ja erst nicht gefühlt zu haben, wenn er dem Typen (Martin) auch noch hinterher rennt. Dann kriegt er auf die Fresse und knallt den Bengel ab. Das ist doch der ganze Witz.

Mondknallschlumpf schrieb:
Ich weiß jetzt nicht, ob es in Florida erlaubt ist, eine Waffe auf der Straße mit sich zu führen.

Er hat damit nicht gegen das Gesetz verstoßen.
 
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