el_barto schrieb:Das eigentliche Problem da drüben ist doch imo, dass die Schuld von einer Laien-Jury festgestellt wird, die oft sehr professionellen Anwälten gegenübersteht, die genau wissen, welche Saiten sie bei der Jury spielen müssen, um sie ein wenig (z.B. durch Theatralik) zu beeinflussen.
Und allgemein: Ob die Jury immer so detailliert die Rechtlage kennt und versteht? Jura ist kein einfaches Fach, die Konzepte versteht man teilweise nicht auf Anhieb bzw. kann sie dann in der Praxis, bei einem verworrenen Fall und Anwälten, die mit allen Mitteln versuchen, die Jury auf ihre Seite zu ziehen, nicht anwenden.
Und stellt die Jury die Schuld fest, hat der Richter afaik keine Möglichkeit als das Strafmaß zu verhängen, das bei einer Schuld gefordert wird, egal welche Ansicht er selbst von der Schuld oder Unschuld hat.
Das ist ist irgendwo eine Geschmacksfrage. Auf jeden Fall ist das angelsächsische System sehr nah am Volk und weniger abstrakt. Außerdem müssen sich sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft bei den Geschworenen einig sein und diese erzwungene Verständigung zwischen den beiden Seiten ist auf jeden Fall sehr "gesund" für einen Konflikt, wie ich finde.
Da finde ich das deutsche System, in dem man als "einfacher Bürger" schnell in Bürokratie, juristischem Kauderwelsch und Kleingedrucktem versinkt, obwohl es von außen nicht zu schwer zu sagen ist, was ein "faires" Urteil wäre, nicht unbedingt besser.


