Massenkarambolage auf A19: Aufräumarbeiten dauern Tage
Etwa 80 Fahrzeuge waren an der Karambolage in beiden Fahrtrichtungen auf der A19 beteiligt. Knapp 30 Fahrzeuge fingen Feuer und brannten aus.
Eine Massenkarambolage in einem Sandsturm südlich von Rostock hat am Freitag mindestens acht Menschen das Leben gekostet. 131 Personen seien verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher weiter mit. An dem Unfall auf der A19 nahe der Ortschaft Kavelstorf waren in beiden Fahrtrichtungen etwa 80 Fahrzeuge beteiligt. Etwa 30 Fahrzeuge fingen Feuer und brannten aus. Darunter war auch ein Gefahrguttransporter. Etwa 20 Stunden nach dem Unfall konnte auch der letzte brennende Lastwagen gelöscht werden.
Die Autobahnmeisterei werde versuchen, im Laufe des Tages die Fahrbahn Richtung Berlin wieder zu öffnen, sagte ein Polizeisprecher in der Früh. Dann könne dort jeweils einspurig der Verkehr an der Unfallstelle vorbeigeführt werden kann. Die Reparatur der anderen Fahrbahn könne noch mehrere Tage dauern, sagte er. Laut Autobahnmeisterei sei der Beton der Fahrbahn unter dem ausgebrannten Gefahrguttransporter bis zu fünf Zentimeter völlig zerstört, er sei "thermisch zersetzt." Das Inferno richtete einen Millionenschaden an.
Der Unfall ereignete sich am Freitag gegen 12.50 Uhr auf der A19 zwischen den Anschlussstellen Kavelstorf und Laage, südlich von Rostock. Die Autos wurden ineinandergeschoben, sie dürften mit hoher Geschwindigkeit aufeinander gerast sein. "An der Unfallstelle herrscht ein Chaos", sagte ein Augenzeuge. Die im beginnenden Wochenendverkehr stark befahrene Autobahn zwischen Rostock und Berlin wurde gesperrt.
Der Grund für den Unfall soll schlechte Sicht gewesen sein. Ein seit dem Morgen herrschender Sturm hatte vermutlich Sand von umliegenden Feldern aufgewirbelt und über die vierspurige Fahrbahn getrieben. Die Sichtweite soll zeitweise unter zehn Metern gelegen haben. Augenzeugen berichten von einer regelrechten Wand, als sie in eine leichte Senke hinter einem Waldstück hineinfuhren.
"Das ist der schlimmste Verkehrsunfall, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat", sagte Polizeisprecherin Yvonne Burand. "Man weiß nicht, wo das eine Wrack anfängt und das andere aufhört." Es ist gleichzeitig der schwerste Verkehrsunfall seit 20 Jahren in Deutschland.
Mehrere hundert Rettungskräfte waren im Einsatz, sie sind aus den Kreisen Güstrow und Bad Doberan sowie der Hansestadt Rostock zusammengezogen worden. Rettungswagen verließen im Minutentakt die Unfallstelle, insgesamt sollen sechs Hubschrauber im Einsatz gewesen sein. Die Arbeit der Retter war stundenlang durch beißenden Sand behindert.
Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in Rostock, Güstrow und Bad Doberan gebracht. "Wir haben Ärzte und Schwestern zurückgeholt, zusätzliche Betten vorbereitet", sagte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Rostock, Professor Peter Schuff-Werner. Der Landkreis Bad Doberan richtete ein Bürgertelefon für Angehörige der Unfallopfer ein.