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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Glod schrieb:
Warum muss man sich denn krampfhaft einreden, dass das eigene Leben einen höheren Sinn hat als den, den man ihm selbst gibt? Liegt hier ernsthaft einer auf der Couch, zockt Halo und denkt dabei, dass das alles einem höheren Zweck dient?

Gamerscore :deal:
 
Bart Wux schrieb:
Leben ist im Grunde: Du wirst geboren, tust nichts von Relevanz und dann stirbst du. Mir ist das wenigstens klar.

Vollkommen richtig, aber ist dein Leben oder deine Person durch diese Erkenntnis und diese Akzeptanz jetzt besser als das einer gläubigen Person? Das Leben ist öde und traurig, so wie du es darstellst, das gefällt nunmal nicht jedem.
 
Inwiefern wird es durch den Glaube an einen höheren Zweck, den man nicht kennt besser? Mal angenommen, dieser höhere Zweck besteht darin, unzählige Individuen in einem anderen Universum, welches von einem anderen Gott geschaffen wurde, zu vernichten. Würdest du dich dann besser fühlen?
 
Glod schrieb:
Inwiefern wird es durch den Glaube an einen höheren Zweck, den man nicht kennt besser? Mal angenommen, dieser höhere Zweck besteht darin, unzählige Individuen in einem anderen Universum, welches von einem anderen Gott geschaffen wurde, zu vernichten. Würdest du dich dann besser fühlen?
Ganz ehrlich, das fänd ich geil :dhoch:
 
Glod schrieb:
Inwiefern wird es durch den Glaube an einen höheren Zweck, den man nicht kennt besser? Mal angenommen, dieser höhere Zweck besteht darin, unzählige Individuen in einem anderen Universum, welches von einem anderen Gott geschaffen wurde, zu vernichten. Würdest du dich dann besser fühlen?

Der Mensch braucht ne Aufgabe, etwas, was nicht direkt aus ihm kommt (zumindest muss er sich einreden, daß es nicht direkt aus ihm kommt).

Allerdings verstehe ich dein Beispiel nicht. Soll das so laufen, daß mir jetzt hier ein Ding erscheint, daß mir sagt, ich soll irgendwo anders Andersgläubige umlatten? Oder was meinst du genau? Das wäre nämlich einfach bloss radikaler Imam zu seiner Gemeinde / Papst während der Kreuzzüge.
 
Glod schrieb:
Inwiefern wird es durch den Glaube an einen höheren Zweck, den man nicht kennt besser? Mal angenommen, dieser höhere Zweck besteht darin, unzählige Individuen in einem anderen Universum, welches von einem anderen Gott geschaffen wurde, zu vernichten. Würdest du dich dann besser fühlen?

Ein gesund ausgelegter Glaube schenkt vielen Leuten Hoffnung und bewegt Leute dazu gutes zu tuen.

Reicht das nicht?



Jetzt warte ich auf die Taliban- und Märtyrervergleiche
 
Oxblood schrieb:
Allerdings verstehe ich dein Beispiel nicht. Soll das so laufen, daß mir jetzt hier ein Ding erscheint, daß mir sagt, ich soll irgendwo anders Andersgläubige umlatten?

Nein. Das wäre ja dann auf unsere Welt bezogen. Du sagtest aber vorhin, dass der Glaube u.a. auf dem Wunsch beruht, mehr zu sein. Nun..."mehr sein" kann man in unserer Welt nur durch Eigenaktivität. Man kann sich für ein Ziel engagieren und versuchen, etwas zu bewegen. Wenn man es richtig macht und wichtig genug wird, setzt man sich in den Köpfen der Menschen und vielleicht auch in den Geschichtsbüchern weg und überdauert so gewissermaßen den eigenen Tod.
Allerdings ist nichts davon ein höherer Zweck. Ist alles vom jeweiligen Menschen abhängig und jeder hat es in der Hand, so etwas zu tun, wenn ihm danach ist. So geben wir unserem Leben möglichweise einen größeren Sinn als einfach nur die Rasse zu erhalten.

Wenn also jetzt jemand den dringlichen Wunsch verspürt, über diese Weise hinaus "mehr zu sein", dann kommen wir zwangsläufig zu einem Zweck, der uns unbekannt ist. Und da kickt dann das Göttliche ein. Wir sind hier zu einem bestimmten Zweck unsere ganze Existenz folgt einem höheren Ziel. Schön und gut. Nur wer sagt denn, dass dieses höhere Zeil ein Gutes ist? Möglichweise steht der Gott unseres Universums mit dem eines anderen Universums im Krieg. Und wir sind nur dazu da, damit die Energie unserer Seelen, die Waffen unseres Gottes antreibt, mit denen er im anderen Universum unzählige Geschöpfe des anderen Gottes tötet? Wir wären dann quasi die Munition der Massenvernichtung. Wäre das jetzt irgendwie ein tröstlicher Gedanke, der dem Glauben Kraft gibt? Sicher, wir HÄTTEN GERN, dass es ein guter und nobler Zweck ist. Aber wirklich sicher sein, kann man sich da nicht. Also muss man glauben, dass das eigene Leben einem höheren Zweck dient und man muss obendrein glauben, dass es ein guter Zweck ist. Denn nichts Genaues weiß man nicht. Das vom Leben nach dem Tod ist bislang auch nur unbewiesener Schwurbel, denn noch nie hat jemand von da eine Postkarte erhalten. Also muss man das auch noch glauben. Und natürlich ist das eine tolle Sache, wenn man dann in den...hm...Himmel (?) eingeht. Auch das ist unbewiesen. Wer sagt, dass wir dann nicht augenblicklich für den Krieg gegen den anderen Gott eingezogen werden und man uns die Waffen in die Hand drückt, die mit oben erwähnter Energie funktionieren? Ich meine, man stirbt und dann fährt man in den Himmel und hat dann Friede, Freude Eierkuchen bis in alle Ewigkeit? Warum nicht gleich so? Warum der Umweg über dieses Jammertal hier?

Ziemlich viel, was da so im Schnitt von einem Gläubigen verlangt wird. Da halte ich es mir einfacher: Ich glaube aufgrund meiner Erfahrungen, dass ich es nicht mitkriegen werde, wenn ich sterbe und mir anschließend 'eh alles wurscht sein kann. Ist wesentlich tröstlicher.
 
Nach Glods Beitrag hab ich beschlossen, dass ich mich umbringe, wenns mit Bund nich klappt :deal:

Du glaubst doch auch nur das, was du schreibst. Vielleicht isses ja anders & die Mormonen haben mit ihrer Religion Recht... Weiß keiner, soll jeder machen, wie er will. Ich red da keinem rein.
Und wie kann man sich überhaupt über etwas aufregen, dass anderen Leuten trost spendet? Meine Oma wäre eingegangen, wenn sie ihren Glauben nicht gehabt hätte, als mein Großvater gestorben ist.
Klar, kann man auch Saufen...
Wenn es jemandem besser geht, wenn er in der Kirche ne handvoll Jesuschips snackt, dann ist die Sache dadurch schon gerechtfertigt.
 
Ich rede da auch keinem rein. Ich weiße nur darauf hin, was diese ganzen Glaubenskonzepte wirklich bedeuten, wenn man sie mal etwas weiterspinnt. Zum Beispiel wird im Zusammenhang mit dem höheren Zweck Gott auch als Mörder gehuldigt. :deal:
 
Interessanter Ansatz und sicherlich ein spannender 80er-Actionfilm, das muss ich zugeben :D

Du vermischt hier Religion und Glauben, die beiden Dinge musst du getrennt betrachten.
Glaube ist ein Konzept, daß der geistigen Gesundheit dient, Religion ist eine Form der Volkskontrolle, die sich bestimmte Varianten von Glaube zunutze machen, das sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Und man könnte sich NICHT direkt die Kugel geben, wieso auch? Der Mensch hat bloss eine Aufgabe: Am Leben bleiben und sich vermehren. Überleben ist unsere Grundaufgabe und beinahe jeder Mensch wird so gut wie alles tun, um diese Aufgabe zu erfüllen. Wir können das aber nur bis zu einem bestimmten Punkt beeinflussen, denn sterben tun wir auf jeden Fall, egal, was wir veranstalten. Damit ist der Körper schonmal im Eimer.
Da wird aber Kreaturen des Geistes sind (nicht alle von uns ;)), liegt uns auch etwas daran, diese zusätzliche Ebene des Lebens, nämlich das geistige Bewusstsein zu erhalten, aber das können wir im Rahmen unserer Möglichkeiten nicht in einer physisch messbaren Form, also überlegen wir uns Konzepte, mit denen es geht und schmücken die Rahmenbedingungen gleich noch etwas aus, so, daß es etwas angenehmer ist.

Glaube hat eine sehr rationale Komponente und einen Sinn für den einzelnen Menschen.

Oh und Glod? Es geht IM Leben um einen höheren Zweck für viele aber am Ende kann man es hierrauf runterbrechen: Weiterexistieren. Mit oder ohne Sinn, völlig egal.
 
Nicht Sinn des Lebens, die Beschaffenheit des Glaubens und welchen Einfluss er auf den Menschen ausübt, während er ihn selbst formt. Ein tragikomisches Charakterstück in 5 Akten.

Aber nu reichts auch, Religionsdiskussionen haben noch nie jemanden irgendwohin gebracht...
 
Oxblood schrieb:
Oh und Glod? Es geht IM Leben um einen höheren Zweck für viele aber am Ende kann man es hierrauf runterbrechen: Weiterexistieren. Mit oder ohne Sinn, völlig egal.

Jo, auf den höheren Zweck im Leben habe ich mich auch bezogen. Und da haben wir halt zu einen den Zweck, den wir selbst unserem Leben geben können. Und dann - wenn das nicht reicht - einen noch höheren Zweck, den wir dann aber nicht kennen und der womöglich so ziemlich das Gegenteil dessen ist, was wir uns davon erhoffen.
Tja...und das mit dem sinnlosen Weiterexistieren (überleben um jeden Preis) - das ist dummerweise genau das, was uns die Natur jeden Tag vorlebt. Und warum sollten ausgerechnet wir da anders sein?
 
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