Akt 1 ist vorbei – und ich weiß nicht so recht, wie ich mich fühlen soll.
Da ist diese seltsame Leere. Alles wirkt vertraut, fast zu sehr. Die Welt, die mich einst mit ihrer Bedrohlichkeit, ihrer Einsamkeit und ihrer rauen Schönheit so tief gepackt hat, fühlt sich diesmal... sicher an. Fast zu sicher.
Die GDs? Die Banditen? Selbst die Natur? Sie schrecken mich nicht mehr. Ich spüre keine echte Gefahr, keinen Druck. Und dieses einzigartige Gefühl – nach einer beschwerlichen Reise endlich wieder in den Schutz eines privaten Raumes zu stolpern – das ist irgendwie verschwunden.
Grafisch? Schön, ja, keine Frage. Aber kein Sprung, kein Staunen, kein „Wow“. Nicht im Vergleich zum Vorgänger Director's Cut auf der PS5. Und was mich wirklich schmerzt: Der private Raum. Was war das bitte im ersten Teil für ein Rückzugsort? Eine Oase. Ein Ort der Stille, des Innehaltens. Jetzt fühlt er sich entwertet an. Klinisch Tod. Ich vermisse meinen Bildschirm. Ich vermisse die Musik. Ich hoffe so sehr, dass da noch was kommt
Und doch – so sehr ich manchmal hadere – dann erwischt es mich wieder. Plötzlich bin ich drin. Vollkommen versunken. Ich will den Controller nicht aus der Hand legen, weil ich wissen will, wie es weitergeht. Die Zwischensequenzen sind pures Kino. Da ist er wieder, dieser Kojima-Moment, in dem alles ineinander greift und ich einfach nur staune.
Ich habe dann doch alle Gerätschaften des Multiplayers aktiviert, wollte wissen, wie diese Welt funktioniert, wenn man sie miteinander teilt. Und ja – das ist eben das Dilemma. Ich sehne mich nach der puren, einsamen Erfahrung. Aber gleichzeitig funktioniert dieses Spiel nur durch Verbindung. Durch das Wir. Und das hat etwas unglaublich Schönes.
Nur: Dass ich am Ende von Akt 1 direkt ein Fahrzeug vorgesetzt bekomme, hinterlässt einen faden Beigeschmack. Es fühlt sich an, als würde mir das Spiel sagen wollen: Komm, wir machen’s dir jetzt leichter.

Aber will ich das überhaupt?
Vielleicht klingt das alles negativer, als ich es meine. Denn ja – ich habe Spaß. Ich bin drin. Aber dieses ganz besondere Gefühl, das Teil 1 ausgelöst hat, diese Mischung aus Furcht, Erleichterung und vom Glück des Wanderns – das bleibt bislang aus. Liegt aber wohl in der Natur der Dinge.
Freue mich aufs weiterspielen