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MULTI Cyberpunk 2077

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Argh, ich hätte nie einen männlichen V spielen sollen.
Jetzt habe ich mich so an die Deutsche Stimme gewöhnt, versaut es mir gerade den Film Rebel Moon :D
Aber ich wollte unbedingt einmal Panam als Romanze haben, haha.
 
Dieses Spiel, ey ...

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Gehe jetzt auf die 20 Spielstunden zu und habe Mainquest-mäßig zuletzt die ersten Missionen mit Panam gemacht.
Bis dahin war ich auch nur in der Stadt unterwegs (Corpo Background).

Ich kann meine Begeisterung kaum in Worte fassen. Wie letztens schon gesagt, keine Ahnung wie viel davon damals schon vorhanden war, aber was ich da gerade erlebe ist peak Videospielmedium.

Normalerweise gibt es da diese cineastischen Blockbuster. Filmreif durchinszenierte, geschliffene, narrative Erlebnisse. Die The Last of Uses, Alan Wakes, Hellblades oder im Open-World Bereich die Read Dead Redemptions. "Spielfilme" eben. Sehen meist brutal gut aus, aber Gameplay ist eher so meh. Ich persönlich schaue die jedenfalls lieber an, als dass ich sie spiele.

Auf der anderen Seite hast du dann die Obsidian oder Bethesda RPGs. Games mit massig Freiheiten, Mechaniken und Simulationen. Gameplay first. Da zählt das Writing, Dialogoptionen und Entscheidungen, Talentbäume, Ausrüstung, Stats usw. Dafür präsentieren sie sich halt meist wie anno 1998, wirken angestaubt und hölzern.

Ich liebe beide Arten. Die einen für ihre Präsentation, die anderen für ihr Gameplay.

Cyberpunk verbindet nun beides. Sogar noch mehr als The Witcher 3. Durch die First-Person Perspektive komme ich mir vor wie in einem bombastisch durchgeskripteten Call of Duty. Aber in einer GTA'schen Open-World. Mit packendem Sci-Fi Thriller Plot. Überraschend gutem Gunplay. Ernsthaften RPG Questverläufen und Mechaniken. Und einem unbeschreiblich beeindruckenden, interessanten und in diesem Aufwand noch nie in einem Game umgesetzten Cyberpunk Setting.

Hier veranstalten alle Elemente, die ich an Videospielen liebe zügelloses Gruppenkuscheln.

Hab verdammt viel Spaß damit. Skille gerade Richtung Katana und es ist so geil. Kugeln mit dem Katana abwehren, über die Straße sausen und Schnipp-schnapp, Arm ab. First-Person Melee Combat kriegt auch nicht jeder hin, funktioniert hier aber echt sauber.

Das Setting ist aber auch prädestiniert für ein Videospiel. Alleine, dass alles, was irgendwie "gamey" ist, wie HUD, Missionsbesprechungen mit Holo-Minimap, Questmarker, Autoaim-Waffen usw. halt einfach durch cyberknietischen Brain-Link-Schwurbel erklärt werden können, machen die Welt glaubwürdig. Das ist natürlich ein riesen Vorteil im Vergleich zu einem Pferdesimulator wie RDR.

Aber trotzdem muss man es auch erstmal so gut umsetzen wie sie es hier getan haben.

Über die Grafik muss ich leider auch noch mal kurz Schwadronieren. Es sieht einfach sooo~ fantastisch aus. Logisch, ein Hellblade 2 erscheint nahezu lebensecht. Da kommt Cyberpunk nicht mit. Aber Hellblade 2 ist auch ein vier Jahre jüngerer, wahrscheinlich sechs Stunden kurzer Walking-Simulator mit Schlauchleveln und schwarzen Balken, um weitere Ressourcen zu sparen. Was nichts schlechtes ist, ich freue mich sehr darauf. Aber Cyberpunk sieht gemessen an seinem Umfang phänomenal aus und kratzt schon erstaunlich nah an einer Rockstar Games Kulisse.

Komme auch immer noch nicht auf das Full Raytracing klar. Wie sich Licht und Farben einfach nur "real" verhalten. Wie sich die ganze Umgebung in Echtzeit in der einzelnen, verchromten Schraube des Motorrads oder der glänzenden Latexhotpants spiegelt. Ernsthaft, letztens mit Johnny am Straßenrand gequatscht als ich seine Spiegelung auf dem Arsch der vorbeilaufenden Passanten sehe. wtf. Glaube ich habe noch nie was gespielt, das aussieht wie ein geschönter Bullshot. Es ist absolut verrückt.

Wie ich in der Szene auf dem Screenshot unten echt minutenlang die beschissene Kachelnwand neben der Theke angestarrt habe, weil sich da alle reflektierten Materialien und Lichtquellen wiederfinden und ihr Licht abermals zurück auf die Dame werfen, deren metallischer Lippenstift und Ohrringe das Farbenspiel wiederum aufnehmen. Mind blown. :lol:

Ich muss es ja leider zugeben und hätte es im Vorfeld nicht geglaubt: aber das PC Gaming hat in mir ein ganz neues Feuer entfacht. :ugly: Die Spiele sind ja immer noch die selben, aber ich finde es krass, was Technik und Engines heute eigentlich schon drauf haben. Bin gespannt, was uns da demnächst mit Star Wars Outlaws, Hellblade 2, Marvel 1943 usw. noch so aufgetischt wird.

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Ich finde die Farben in deinen Screenshots zu "überdreht" und das raubt etwas den "Realismus". Ist das wirklich 1:1 auch so im Spiel bei dir?
 
Heute den Anruf bekommen, der Phantom Liberty einleitet. Die Mainquest neigt sich langsam dem Ende.
Zuletzt noch einige Sidequests abgeschlossen. Großartig. Ich liebe den Missionsaufbau. Es sind keine lineare Missionen, die du startest und dann mehr oder weniger in einem Rutsch durchspielst, sondern die Quests sind hier kleinteiliger, zeitlich versetzt und haben mehrere Abzweigungen.

Da erledigst du einen augenscheinlich simplen Auftrag für das Politikerpaar Peralez und denkst nach dessen Abschluss, dass es das jetzt war. Aufgabe beendet, Belohnung kassiert, danke für die nette Sidequest. Durch die du übrigens einen weiteren Charakter kennen lernst, der eine ganz eigene, ebenfalls super spannende Missionsreihe mit sich bringt.

Also, Mission erledigt. Denkste, denn viele in-game Tage später rufen sie sich aus heiterem Himmel an und werfen dich kopfüber in feinste Sci-Fi Storyverwirrungen, die sich gekonnt hochschaukeln, überraschen und einem schwere Entscheidungen abverlangen. perfection.

So muss das sein. Und so habe ich schon einige deftige Momente serviert bekommen, mit denen ich nicht gerechnet hatte, weil ich meistens davon ausgegangen bin, die jeweiligen Stories oder Figuren bereits "abgeschlossen" zu haben. Die Sache mit Joshua war auch so 'ne geile Nummer. Vom ersten Aufeinandertreffen, das bereits anders verlief als erwartet, bis hin zum heftigen Finale, von dem ich nicht dachte, es überhaupt zu sehen, weil dazwischen viel Zeit vergangen war, eine grandiose Nebenmission.

Hauptstory ist natürlich auch spitze. Könntest du mir genau so als Cyberpunk Serie servieren und ich wäre glücklich. Dass noch selbst zu spielen und zu beeinflussen, zeigt mir wieder wie verdammt stark das Medium Videospiel einfach ist.

Die Welt, die CDPR hier geschaffen, oder sagen wir mal in Videospielform umgesetzt hat ("geschaffen" haben die Vorlage schließlich andere), ist aber auch zu gut. Ist selten, dass ich in Open-World Games tatsächlich zum nächsten Ziel fahre und nicht schnellreise, aber hier tu ich es. Häufig gehe ich sogar zu Fuß, weil ich die Atmosphäre aufsaugen, mich am endlaser Design ergötzen oder eine der zahlreichen Side-Sidequests mitnehmen möchte.



Noch ein paar Screenshot-Impressionen. Übrigens großes Kino wie CDPR hier mit Beleuchtung und Farben spielt.
In der Nacht erwacht Night City ja eh zum bunten Neon-Leben, aber selbst tagsüber, bei Sonnenschein gibt es noch so viele Lichtspielereien, Farben und eben auch dunkle Straßenschluchten und Unterführungen, in denen die Neonreklame und Details immer noch zur Geltung kommen. Visuell ist das eine ziemlich perfekte Cyberpunk Sci-Fi Stadt. Kommt nicht häufig vor, dass ich alle Tageszeiten und Wetterlagen in einem Game ähnlich eindrucksvoll finde.

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Cyberpunk 2077 (C) 2020 by CD Projekt RED 07.04.2024 16_16_30.png

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Ich finde die Farben in deinen Screenshots zu "überdreht" und das raubt etwas den "Realismus". Ist das wirklich 1:1 auch so im Spiel bei dir?

Also "überdreht" ist es im Spiel definitiv auch, aber nicht ganz so ... kontrastreich (?) wie auf den Screenshots. Probiere gerade auch verschiedene Screenshot-Möglichkeiten aus, weil ich nicht weiß, welche die besten und authentischsten sind (In-game Fotomodus, Nvidia Overlay, Xbox Game Bar). Meistens speichern die ja auch zwei verschiedene, einen mit HDR und einen in SDR. Ich lade hier dann den Standardscreen hoch, weil der einfach die geringere Dateigröße hat. Der sieht schon was anders aus als "live" mit HDR am OLED.
 
Heute den Anruf bekommen, der Phantom Liberty einleitet. Die Mainquest neigt sich langsam dem Ende.
Zuletzt noch einige Sidequests abgeschlossen. Großartig. Ich liebe den Missionsaufbau. Es sind keine lineare Missionen, die du startest und dann mehr oder weniger in einem Rutsch durchspielst, sondern die Quests sind hier kleinteiliger, zeitlich versetzt und haben mehrere Abzweigungen.

Da erledigst du einen augenscheinlich simplen Auftrag für das Politikerpaar Peralez und denkst nach dessen Abschluss, dass es das jetzt war. Aufgabe beendet, Belohnung kassiert, danke für die nette Sidequest. Durch die du übrigens einen weiteren Charakter kennen lernst, der eine ganz eigene, ebenfalls super spannende Missionsreihe mit sich bringt.

Also, Mission erledigt. Denkste, denn viele in-game Tage später rufen sie sich aus heiterem Himmel an und werfen dich kopfüber in feinste Sci-Fi Storyverwirrungen, die sich gekonnt hochschaukeln, überraschen und einem schwere Entscheidungen abverlangen. perfection.

So muss das sein. Und so habe ich schon einige deftige Momente serviert bekommen, mit denen ich nicht gerechnet hatte, weil ich meistens davon ausgegangen bin, die jeweiligen Stories oder Figuren bereits "abgeschlossen" zu haben. Die Sache mit Joshua war auch so 'ne geile Nummer. Vom ersten Aufeinandertreffen, das bereits anders verlief als erwartet, bis hin zum heftigen Finale, von dem ich nicht dachte, es überhaupt zu sehen, weil dazwischen viel Zeit vergangen war, eine grandiose Nebenmission.

Hauptstory ist natürlich auch spitze. Könntest du mir genau so als Cyberpunk Serie servieren und ich wäre glücklich. Dass noch selbst zu spielen und zu beeinflussen, zeigt mir wieder wie verdammt stark das Medium Videospiel einfach ist.

Die Welt, die CDPR hier geschaffen, oder sagen wir mal in Videospielform umgesetzt hat ("geschaffen" haben die Vorlage schließlich andere), ist aber auch zu gut. Ist selten, dass ich in Open-World Games tatsächlich zum nächsten Ziel fahre und nicht schnellreise, aber hier tu ich es. Häufig gehe ich sogar zu Fuß, weil ich die Atmosphäre aufsaugen, mich am endlaser Design ergötzen oder eine der zahlreichen Side-Sidequests mitnehmen möchte.



Noch ein paar Screenshot-Impressionen. Übrigens großes Kino wie CDPR hier mit Beleuchtung und Farben spielt.
In der Nacht erwacht Night City ja eh zum bunten Neon-Leben, aber selbst tagsüber, bei Sonnenschein gibt es noch so viele Lichtspielereien, Farben und eben auch dunkle Straßenschluchten und Unterführungen, in denen die Neonreklame und Details immer noch zur Geltung kommen. Visuell ist das eine ziemlich perfekte Cyberpunk Sci-Fi Stadt. Kommt nicht häufig vor, dass ich alle Tageszeiten und Wetterlagen in einem Game ähnlich eindrucksvoll finde.

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Also "überdreht" ist es im Spiel definitiv auch, aber nicht ganz so ... kontrastreich (?) wie auf den Screenshots. Probiere gerade auch verschiedene Screenshot-Möglichkeiten aus, weil ich nicht weiß, welche die besten und authentischsten sind (In-game Fotomodus, Nvidia Overlay, Xbox Game Bar). Meistens speichern die ja auch zwei verschiedene, einen mit HDR und einen in SDR. Ich lade hier dann den Standardscreen hoch, weil der einfach die geringere Dateigröße hat. Der sieht schon was anders aus als "live" mit HDR am OLED.

Also bei auf mir auf - nach Norm kalibrierten - TV & Projektor sehen die Farben genau richtig aus. Intensiv aber nicht so "oversaturated" wie auf deinen Screenshots - daher die Frage.
 
Heute endlich erfolgreich Judy gedatet. Nachdem ich erst dachte, dass sie gar nichts von mir will, weil ich mit allen anderen Bekanntschaften schon Freundschaften schließen durfte und es auch dabei belassen hatte, da mein kybernetisches Herz doch für Judy schlug. Glück gehabt. Coole Missionen und Aktivitäten mit ihr und nun hängt sie in meiner Bude ab. Nett, wie sie sich nun in alle Interaktionen dort mit einbringt. Selbst wenn ich nur in den Spiegel schaue, huschst sie schon mal durchs Spiegelbild.

Dann noch einige der unbetitelten Nebenmissionen mitgenommen, die teilweise sogar ziemlich brauchbare Kurzgeschichten bieten. Wie etwa der Überfall auf den Schickimickiladen, bei dem die anrückende Polizistin aus dem Sondereinsatzkommando vielleicht ein bisschen zu geil aufs Töten ist - was das Spiel tatsächlich einige Spielstunden später wieder mit einer überraschenden Nachricht aufgreift und weiterspinnt. Bin sehr gespannt, ob ich davon demnächst noch mehr höre.

Zuletzt noch, nach einem anonymen Anruf, beim 24 Stunden Sci-Fi-Shining-Hotel angehalten und dort eine verchromte Dame kennen gelernt. Hier lässt Cyberpunk auch wieder seine Atmosphäre-Muskeln spielen. Was für ein wunderschön-ranziger Ort voller Raytracing-Glory. :liebe:

Hach, es ist fantastisch. Nach kurzer Cyberpunk-Pause über die letzten Tage, um die Fallout Serie zu suchten (wie Judy eben ernsthaft "okey dokey" sagt :lol: Fallout-Gucker werden es verstehen), bin ich nun wieder zurück und kann mich an Night City immer noch nicht sattsehen bzw. satterleben. Mittlerweile ist es auch kurz davor, den Witcher 3 abzulösen. Ist schon nah dran am subjektiv perfekten Game.

Cyberpunk 2077 (C) 2020 by CD Projekt RED 16.04.2024 20_22_11.png
 
So, gestern Phantom Liberty und gerade das Hauptspiel beendet.

Das waren fast 80 Stunden feinste Sci-Fi Unterhaltung, die sogar mit den meisten Filmen erzählerisch und inszenatorisch den Boden aufwischen. Kein Füllmaterial oder sonstwas, sondern durchweg spannende, clevere, erwachsene und schweißtreibende Science-Fiction.

Für mich persönlich (ein großer Sci-Fi Genrefan) war da alles geil. Alles? Ja, alles.

Story geil. Fängt recht klein an, bläst sich dann aber zum nervenzerreißenden Hi-Tech-Krimi auf. Das Hauptspiel gehört zum besten, was das Genre zu bieten hat und Phantom Liberty ist Die Klapperschlange meets Spionagethriller vor Cyberpunk Kulisse. Phantom Liberty ist zum Ende hin sogar so gut, dass das Finale der Mainstory dagegen fast etwas antiklimatisch wirkt, wenn man es direkt im Anschluss spielt. Zum Thema Ende: wahrscheinlich ist es genau so gewollt, aber ein so richtiges Happy End scheint es nicht zu geben. Ich habe mich jedenfalls mit jeder Entscheidung sehr schwer getan und war, trotz augenscheinlich gutem Ausgang, nicht hundertprozentig glücklich. Aber genau daran erkennt man wohl auch das tolle Writing. Es ist eben nicht alles schwarz und weiß, gut und schlecht, sondern jede Handlung hat auch ihre Konsequenzen.

Charaktere geil. Jede Figur, die ich kennen lernen dürfen, war interessant, liebens- oder hassenswert und vor allem nicht eindimensional. Beziehungen entwickelten sich, Charaktere änderten sich bzw. zeigten ihr wahres Gesicht erst im Verlauf und so macht das Spiel einem die vereinzelten Entscheidungen auch nicht einfach. Phantom Liberty hat das dann noch auf die Spitze getrieben.

Welt geil. Was für eine beeindruckende Location. Die Stadt ist ein einziger Cybergasm, aber auch das Umland ist schmutzig-schön. Die Map hat die richtige Größe und ist für das gegebene Gameplay perfekt designt. Die grandiose Designsprache und das Worldbuilding habe ich ja schon häufiger gelobt, von daher nicht mehr viel dazu, außer, dass hier wirklich alles gestimmt hat. Von der neonbeleuchteten Straßenschlucht über das versiffte Motelzimmer bis hin zur Mode (habe glaube ich noch nie so viele Screenshots von einzelnen NPCs gemacht). Vom in den 1990ern stehengebliebenen Vorstadtviertel bis hin zum gläsernen Cyber-Wolkenkratzer. Vom fast schon retro-futuristischen US Sci-Fi Musclecardesign bis hin zum glänzenden Flugtaxi. Gab selten eine originellere Kulisse in einem Videospiel. Liegt natürlich auch daran, dass sie im Gegensatz zu zeitgenössischen Großstädten (GTA) und Fantasywelten (Skyrim, Witcher) auch einfach unverbrauchter ist.

Sound geil. Deutsche Vertonung ist filmreif, die Fahrzeuge klingen nach sattem Sci-Fi V8, die Waffen wuchtig und das Cyberpunk-gedöns verspielt-technisch. Die Spielwelt wirkt nicht zuletzt durch das Sounddesign so lebendig. Einer meiner "Kritikpunkte" wäre nur der Soundtrack/Score. Die Musik fand ich erstaunlich unscheinbar. Hat hier und da sicher ihre Momente, aber einen wirklich erinnerungswürdigen Track habe ich eigentlich nie gehört. Auch das Radio ist da, bis auf ganz wenige Ausnahmen, eher Hintergrundbeschallung.

Inszenierung geil. Alle oben genannten Punkte zusammengenommen und in eine sehr immersive First-Person Perspektive gepackt und du hast Mission Impossible zum selber spielen. Bin schwer begeistert wie sie die Geschichte hier audiovisuell erzählt haben.

Gameplay geil. Und als wäre das nicht schon geil genug, passt auch noch das Gameplay. Dass First-Person Action und echte RPG Mechaniken so gut ineinander greifen, sieht man selten. Bethesda und Obsidian schreiben beispielsweise tolle Geschichten und Welten mit tiefen RPG Systemen, fühlen sich aber an wie Stock im Hintern. Während ich bei Bethesda froh bin, einen Konflikt im Dialogbaum lösen zu können und bloß nicht zur schwammigen Waffe greifen zu müssen, war es hier die perfekte Mischung. Das Gegenüber ganz RPG-like mit Worten zur Aufgabe überredet. Oder doch die Waffe gezückt. Macht beides Laune. Wobei wir hier beim zweiten "Kritikpunkt" sind: die Dialogoptionen. Es ist natürlich "schöner", wenn die eigenen Dialogoptionen "gekürzt" dargestellt werden, anstatt das gesamte Gespräch ausgeschrieben auf dem Bildschirm zu sehen (wie etwa bei Obsidian). Aber dadurch habe ich eben auch nicht immer hundertprozentig herausfiltern können, was jetzt gemeint ist. "Darüber muss ich nachdenken." und "Weiß nicht." Gibt es da einen Unterschied? Wenn ja, beeinflusst der sogar den weiteren Verlauf? Funktionierte meistens sehr gut, aber hier und da hätte ich mir eine etwas ausführlichere Antwortoption gewünscht.

Missionsaufbau geil. Hatte ich auch schon häufiger erwähnt, von daher nur kurz: großes Kino wie die Missionen hier aufgebaut sind. Ein erster, unscheinbarer Anruf mit kleiner Folgemission. Tage später spricht dich dann ein anderer Charakter auf die Handlungen an und eröffnet eine viel größere Mission über den zuerst noch unscheinbaren Anrufer. Das schaukelt sich teilweise immer weiter auf und gipfelt in großartigen, verstrickten und über viele In-game Tage verteile Missionen, auf die auch querverwiesen wird. Sehr befriedigend war es beispielsweise als ich eine ehemalige Sidequestgeberin des Hauptspiels, die halt mal ganz klein angefangen hat, plötzlich prominent in Phantom Liberty wiedersehen durfte und sogar auf unsere Vergangenheit eingegangen wurde. So muss da sein. Trotz sehr eindeutiger, linearer Missionen mit Questmarkern usw. gaukelt einem das Spiel durch seine zeitversetzten Abläufe, Anrufe und Entscheidungen eine beeindruckend lebendige Welt vor. Auch wenn es in anderen Spielen noch bessere Missionen geben mag (an Geschichten wie die mit dem Baron aus The Witcher 3 kommt hier auch nur wenig heran), aber präsentiert wurden sie nie besser.

Grafik geil. Ja, hab ich auch schon oft genug gesagt, aber zum Abschluss muss ich es einfach noch mal tun: was für ein hübsches und durchdacht designtes Spiel. Schon vier Jahre alt und (vor allem auf Konsolen) unverschämt verbuggt und unsauber gestartet, aber heute, nach unzähligen Patches und Updates, läuft das Teil auf dem PC wie 'ne eins. Hab abgesehen von vielleicht mal einem ausrastenden und clippenden NPC-Autofahrer keine Bugs erlebt und das Pathtracing ist für mich auch nach 80 Stunden immer noch absolut mindblowing. Ehrlich. Die Tage erst wieder auf der Autobahn unterwegs gewesen (also im Reallife) und ich musste blöd kichern als sich die Rücklichter im nassen Straßenbelag reflektierten. "Hihi, sieht aus wie Cyberpunk." Obwohl das viel beeindruckendere Kompliment eigentlich andersrum lauten muss: "Cyberpunk sieht aus wie die Realität." Nicht vom Design her, das ist ein bisschen drüber, aber die Beleuchtung ist der geilste Scheiß, den ich seit dem Schritt in die dritte Dimension mit Mario 64, GTA 3 usw. erleben durfte. Videospiele sind natürlich schon immer hübscher geworden, aber eine fuckin "lebensechte" Beleuchtung und Reflektionen hauen mich immer wieder aus den Socken. Hoffe, dass da zukünftig noch ganz viel passiert, denn das ist für mich "Next-Gen".


Also, ja, alles geil. Wertung: Geil/Geil. Hat zwei Spielstunden gedauert, bis ich drin war, aber dann gab es kein zurück mehr. Hab zwischenzeitlich auch nichts anderes gezockt, weil ich mir meine Wochenenden nur für Cyberpunk aufheben wollte und erfahre nun diese bekannte "Leere", nach dem Beenden einer liebgewonnenen Serie oder eines Spiels. :lol: Hätte gerne noch etwas mehr Zeit damit verbracht, wobei ich mich nach 80 Stunden erstklassiger Unterhaltung natürlich nicht beschweren kann und will. Mehr wirklich guten Inhalt sieht man selten und es ist auch besser mit einem Knall zu enden als noch dröfzig Fetchquests hinterher zu werfen.

Wie schon The Witcher 3 damals gehört nun auch Cyberpunk 2077 für mich eindeutig zu den GOTG. Wäre jetzt nur noch besser, wenn CDPR das beim nächsten mal auch out of the box hinkriegt und nicht erst vier Jahre nachpatchen muss. :D


Werde sicher noch das ein oder andere mal zurückkehren oder ein anderes Ende ausprobieren, aber eigentlich bin ich nun (leider) durch. Also, gute Nacht, Night City (welcher Ort ist besser für einen symbolischen Abschiedsscreenshot als der Point-of-no-return-Aufzug). :liebe:

Cyberpunk 2077 (C) 2020 by CD Projekt RED 20.05.2024 12_24_00.png



Gleich haue ich hier noch kommentarlos ein paar spoilerfreie Screenshot rein, um meine Reise abzuschließen. :D
 
Sehr sehr schön geschrieben, gibt exakt meine Emotionen zum Spiel wieder. Ein wahrer Meilenstein!

Ich empfehle dir unbedingt, noch alle Enden anzusehen. Teilweise völlig unterschiedlich mit ganz anderer Wirkung, die einen jeweils innerlich anders zurücklassen. Mit dem passenden Savegame geht das auch ruckzuck. Addiert aus Hautspiel und Phantom Liberty habe ich etwa 2-4 Stunden für alle Enden gebraucht. Meinen Favorit habe ich jeweils als erstes beim normalen Spielen erreicht - trotzdem war das nochmal eine tolle Erfahrung und ein schöner endgültiger Abschluss.
 
Wie gut ist dieses Spiel?
Ich habs ganz am Anfang mal kurz gespielt, da war es aber noch buggy und blurry und bei mir ist der Funke nicht übergesprungen und ich habs dann einfach zur Seite gelegt.
Weil @Kieselstein aber jetzt einen Durchgang gemacht hat und ganz voller Liebe und Euphorie von dem Spiel gesprochen hat dachte ich - naja geb ich dem noch einen Versuch. Und auch da war es dann keine Liebe auf den ersten Blick.
Das erweiterte Tutorial nenne ich es mal, also die Anfangszeit bis man dann in die Stadt kommt und dort 1-2 Missionen machen muß ist schon recht zäh.
Aber was sich dann entwickelt an Tiefgründigkeit, Immersion, Story, Atmosphäre ist einfach weltklasse.
Ich kann nichtmal unterscheiden was Haupt- und Nebenmissionen sind (sieht man mal von diesen Psychokiller-Missionen ab), so gut sind die gemacht. Die ganze Thematik und Story ist sehr erwachsen und dicht und tief und hat dabei trotzdem viel Witz ohne in irgendeiner Art und Weise deplatziert zu sein.
Die Grafik ist schick, die Entscheidungsmöglichkeiten innerhalb der Missionen ist vielfältig und fühlen sich teilweise sehr relevant an, auch die Herangehensweise ist einem dabei frei überlassen. Man kann also problemlos schleichen und so gut es geht ohne kills auskommen oder man kann zur Fronttüre reinstürmen und dann alles niederknallen. Beides fühlt sich gleich gut an, gleich schwer, sehr balanced. Das Gunplay ist okaaay, es ist halt kein Shooter aber man kommt ganz gut zurecht damit und es gibt normalerweise ein ganz gutes Feedback (Shotguns fühlen sich zb sehr schön schwer und wuchtig an, auch wie die Gegner dann wegfliegen. Bei Scharfschützengewehren vermisse ich das Feedback aber zb ein bisschen. Das ist -bis auf den Sound- dann manchmal eher ein Luftgewehrfeeling). Einziger Kritikpunkt für mich ist das Fahrverhalten der Autos. Da gibt es einige wenige die sich noch ordentlich steuern lassen. Die meisten fahren sich aber ziemlich mies.
Hab jetzt so ungefähr 20 Stunden auf der Uhr und freue mich schon sehr auf den Rest. Bin echt froh, dass ich das dann nochmal rausgekramt habe weil es wirklich richtig Eindruck auf mich macht und das ein ganz großes Highlight für mich ist.
 
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kopiers hier noch rein ausm gfn thread, hab folgendes szenario...

cyberpunk im ms store gekauft und bald fertig mit dem ersten run auf xsx.
wenn ich jetzt dann den dlc auch im ms store kaufe..kann ich bei meinem spielstand weitermachen, wenn ich über gfn spiele oder nicht?
 
kopiers hier noch rein ausm gfn thread, hab folgendes szenario...

cyberpunk im ms store gekauft und bald fertig mit dem ersten run auf xsx.
wenn ich jetzt dann den dlc auch im ms store kaufe..kann ich bei meinem spielstand weitermachen, wenn ich über gfn spiele oder nicht?

Ich kenn mich mit Geforce Now nicht so aus, aber kann es sein, dass man da gar nicht auf den MS-Store zugreifen kann? Wenn ich nach Cyberpunk gei GFN suche, zeigt er mir nur die Verfügbarkeit über GoG, EGS und Steam an...
https://www.nvidia.com/de-de/geforce-now/games/
 
shit ok, dann fällt das ganze sowieso ins wasser.
wollte cp mal in besserer quali spielen und generell gfn richtig testen.
soll über den shield pro super laufen (aber nicht >60fps)
 
shit ok, dann fällt das ganze sowieso ins wasser.
wollte cp mal in besserer quali spielen und generell gfn richtig testen.
soll über den shield pro super laufen (aber nicht >60fps)

Guck mal hier nochmal: https://nvidia.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/5462/~/microsoft-xbox-game-studios,-bethesda,-and-activision-blizzard-games-on-geforce

Edit: scheint ja doch zu gehen...obwohl halt auf der anderen Seite, wo man gezielt nach Spielen suchen kann, der MS-Store nicht aufgeführt ist...
 
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