Arjen Robben
Ob Erik Durm mittlerweile aufgehört hat, sich kotzend im Kreis zu drehen, wissen wir nicht. Allerdings glauben wir nicht so recht daran, denn auch uns ist von Arjen Robbens Highspeed-Tanzeinlagen mit Dortmunds Außenverteidiger noch übel und schwindelig, und wir haben ja nur zugesehen. 90 Minuten ging Robben im Topspiel zwischen Bayern und dem BVB mit Durm Gassi, netter Nebeneffekt allerdings war, dass Durm Gerüchten zufolge nach Abpfiff sämtliche Standard- und Lateinamerikanischen Tänze auf Wettkampfniveau tanzen konnte. Robben brachte sich selber hingegen spontan bei, wie man Elfmeter schießt und erzielte so den 2:1-Siegtreffer im, hüstel, deutschen Clasico. Und Neven Subotic schrie sich vor Wut selber ins Gesicht.
Marco Reus
Um ein Haar hätte Marco Reus mit seinem Tor zum 1:0 die richtige Antwort auf die seit Monaten schwelenden Gerüchte um einen etwaigen Wechsel zum FC Bayern gegeben. Allerdings drehten der Rekordmeister das Spiel, woraufhin sämtliche Sportredaktionen des Landes ihre »Ausgerechnet-Reus«-Headlines wieder verwerfen mussten, nur um sich eine noch blödere Headline auszudenken (etwa »Robb’n’Roll«). Bliebe Reus’ Ohren-zu-Jubel, und man muss kein »Mensa«-Mitglied sein, um zu verstehen, dass Reus damit seine Genervtheit ob der steten Diskussion um seine Person zum Ausdruck bringen wollte. Ob das Kalle Rummenigge davon abhielt, auf der Tribüne verliebt Liebesbriefe an Reus auf FC Bayern-Briefpapier zu schreiben und Hans-Joachim Watzke Reißzwecken auf den Sitz zu legen, wenn dieser kurz den Platz verließ, gilt es allerdings erst noch zu recherchieren.
Jimmy Briand
All unsere Kompressen und Wundverbände ziehen wir heute feierlich vor Hannovers Jimmy Briand. Der mit dem Körperbau einer Betonmischmaschine ausgestattete Franzose schlug sich in einem Zweikampf mit Frankfurts Marco Russ an dessen Knie K.o. und sollte nach langer Behandlung ausgewechselt werden. Briand aber, eben noch blutig und benommen am Boden, wollte unbedingt zurück ins Spiel und lief tatsächlich noch für ein paar Minuten aufs Feld, um seinen Turban zünftig durchzubluten, ein wenig Fußball zu spielen und eventuell den Schiri zu fragen, ob dies das WM-Finale sei. Der Mann hat größere Nehmerqualitäten als Sasha Grey. Kurz darauf wurde Briand dann aber doch ausgewechselt, wahrscheinlich weil in der Kabine ein dringender Anruf von Dieter Hoeneß wartete. Oder von Terry Butcher. Oder vom Roten Kreuz. Oder von Graf Dracula. Oder... ach, egal...
David Kinsombi
Briands Gegenspieler an diesem Tag war übrigens Bundesligadebütant David Kinsombi, den wir an dieser Stelle herzlich im Ligazirkus begrüßen wollen. Kinsombi legte ein Debüt ganz nach unserem Geschmack hin, ackerte wie ein in ein Frankfurt-Trikot gekleideter Traktor seine Seite hoch und runter und lieferte sich mit Briand Zweikämpfe, die aussahen, als würden zwei Abrissbirnen aufeinanderschlagen. Leider wurde Kinsombi nach einer knappen Stunde ausgewechselt, ansonsten hätte der Youngster seine Premiere eventuell stilsicher mit einer Gelb-Roten veredelt. Schade drum, wir freuen uns aber in jedem Falle auf mehr von Kinsombis stiernackig-gnadenloser Fußballarbeiterei.
Franco di Santo
Mit Bremens Franco di Santo ist es so eine Sache. Man ahnt irgendwie, dass der Mann eigentlich ein ziemlicher Bomber sein könnte, andererseits spielt er eben bei Bremen, und die dortige allgemeine Dümpelei der letzten Monate würde wohl in kürzester Zeit auch Cristiano Ronaldo in einen dickbäuchigen, kurzatmigen Bezirksliga-Libero verwandeln, der sich nach dem Spiel fettige Pommes und zwölf Weizen am Vereinsheim reinhaut. Wie dem auch sei, di Santo erfreute uns Traumtor-Aficionados am Samstag mit einem wundervollen Treffer, bei dem er den Ball so elegant ins Tor chippte, dass der Ball nun in Bremen Ballettunterricht gibt. Und wir haben uns angemeldet.
Felix Kroos
Di Santos Sahnebonbon von einem Tor war freilich erst möglich durch Felix Kroos’ Sensationspass, weswegen wir dem Bremer feierlich den »11FREUNDE-Uwe-Bein-Gedenk-Schnäuzer aus Wildschweinborsten« verleihen wollen. Dass der wundervolle Schnittstellenpass ausgerechnet von Kroos kam, überrascht ein wenig, schließlich hatte Kroos in seinen vorherigen 36 Bundesligaspielen noch keine einzige Torvorlage zustande gebracht. Zu können scheint er es indes, sein Traumpass auf di Santo war derart wundervoll, dass Kroos Eltern auf Partys nun immer zuerst von ihrem Sohn Felix erzählen, dann erst von dem anderen. Wie hieß er noch gleich…
Clemens Fritz
Aber es war nicht alles nur fußballerische Zuckerbäckerei an diesem Bremer Wochenende in Mainz, es gab auch hässliche Szenen. Wie etwa jene, in der Bremens Kapitän Clemens Fritz nach einem Pfiff des Schiris das Fußballspielen einstellte und für einen Moment die Augen vom Ball ließ, nur um ebenjenen umgehend vom Mainzer Junior Diaz ins Gesicht geholzt zu bekommen. Mit einer derartigen Wucht, dass irgendwo in Kiew Witali Klitschko auf der heimischen Couch K.o. ging. Fritz lag ein paar Minuten benommen auf dem Feld, wurde, wenn wir das richtig gesehen haben, vom Ringrichter ausgezählt und hat nun seinen Cruiserweight-Boxing-Championchip-Gürtel der Bremenliga an Diaz rechten Fuß verloren. Oder so. Auf jeden Fall teilt er das Schicksal mit Wolfsburgs…
Luiz Gustavo,
der im Spiel gegen Stuttgart vom eigenen Mann aus kürzester Distanz umgebolzt wurde. Und nicht von irgendwem, sondern von Naldo, dem Mann, der mit seinem rechten Huf schon Kriege beendet hat. Die eigenartige Häufung von spektakulären Gesichtsschüssen an diesem Wochenende lässt derweil nur einen logischen Schluss zu: Es sind gerade die Welt-Gesichtsschuss-Tage. Wir nehmen dann mal eben den Lederball von 54 und gehen kurz ins Nachbar-Büro.
André Hahn/Patrick Herrmann
Dass wir an dieser Stelle André Hahn und Patrick Herrmann zusammenfassen, liegt neben unserer bodenlosen Faulheit auch daran, dass Hahn und Herrmann auch im Spiel gegen Hoffenheim nicht voneinander zu trennen waren. Gegen die TSG legten sich die beiden Gladbacher die Bälle mit einer Klasse und Coolness gegenseitig auf und wirkten dabei so wunderbar kumpelhaft, dass wir uns die beiden gut in einer Achtzigerjahre-Buddy-Actionkomödie vorstellen können, in der sie knifflige Kriminalfälle lösen und sich nebenher lustige Sprüche um die Ohren hauen oder so. Den Brief an die DFB-Filmförderung haben wir bereits abgeschickt, finanzielle Unterstützung kann gerne per Post an die Redaktion geschickt werden. Wir denken derweil über den Titel nach. Vielleicht: »Die Hahn«. Nee. »Judge Andréad«? Nee, auch nicht. »Herrmann of Steel«? Mh, ja, vielleicht. Oder doch »Mortal ComPat«? »Hahnibal«? Mh. Naja, ist ja noch Zeit.
Die DFL
Bedanken wollen wir uns an dieser Stelle bei der DFL, die endlich auf unsere zahllosen Emails, Briefe und Anrufe reagierte und in einem ersten Feldversuch während des Spiels Hamburg gegen Leverkusen zusammenzuführen versuchte, was unserer Meinung nach naturgemäß zusammengehört: Fußball und Wrestling. Im Spiel am Samstag kloppten sich die beiden Mannschaften nämlich mit einer derartigen Verve ein ums andere Mal gegenseitig um, dass es nicht verwundert hätte, wenn die Zuschauer den Spielern irgendwann Klappstühle auf den Platz gereicht hätten oder der ein oder andere Spieler auf die Latte geklettert wäre, um zum Banzai Drop oder Flying Elbow anzusetzen. Das passierte dann leider nicht, aber gut, Wrestball bzw. Fußling ist ja noch eine sehr junge Sportart.