So plant van Gaal den neuen FC Bayern
Verlegenheitstruppe, Notelf, ja sogar von der Resterampe war in den zurückliegenden Wochen die Rede, wenn Louis van Gaal seine Mannschaft auf das Feld schickte. Phasenweise waren beim FC Bayern bis zu elf Spieler gleichzeitig verletzt und der niederländische Coach immer wieder zum Improvisieren gezwungen. Jetzt kehren die Stars nach und nach zurück. Und irgendwie ist nichts mehr, wie es vorher einmal war. Van Gaals Improvisieren hat den 59-Jährigen auf gänzlich neue Ideen gebracht. Die Bayern-Mannschaft der Zukunft dürfte ein völlig neues Gesicht haben.
Im Sturm dürfte vorerst Mario Gomez gesetzt sein. Der Ex-Stuttgarter hat nach über einem Jahr beim deutschen Rekordmeister seinen Durchbruch geschafft. Der sensible Angreifer hat wettbewerbsübergreifend bereits zwölf Pflichtspieltore erzielt. "Er entwickelt sich super, hat jetzt eine Wahnsinnsquote! Und das ist für uns natürlich Gold wert", sagt Sportdirektor Christian Nerlinger.
Gomez hat alle überzeugt
Obwohl Ivica Olic (Knorpelschaden im Knie) bis zum Saisonende ausfallen wird, will der FC Bayern daher in der Winterpause personell nicht mehr nachbessern. "Nein. Daran ist nicht gedacht. Wir wollen mit unseren Angreifern so in die Rückrunde gehen", sagt Nerlinger. Zumal Miroslav Klose demnächst wieder fit wird und als Alternative bereitsteht.
Hinter der einzigen Spitze im 4-5-1-System van Gaals dürfte in Zukunft Bastian Schweinsteiger agieren, der diese Position in den vergangenen Spielen des Öfteren bekleidet und auch dort einen glänzenden Eindruck hinterlässt. In dieser neuen Rolle kann der 26-Jährige auch seine Torgefährlichkeit besser zur Geltung bringen. Sein Hammer in den Winkel entschied das DFB-Pokalspiel gegen Bremen, in Gladbach erzielte er per Hacke die zwischenzeitliche Führung. "Jetzt kann er schon zwei oder drei Positionen spielen. Das ist großartig", lobte ihn zuletzt Günther Netzer.
Tymoschtschuk nutzt Chance
Van Gaal kann Schweinsteiger ruhigen Gewissens von der Sechser-Position nach vorne ziehen, weil dort in den letzten Wochen Anatoli Tymoschtschuk für den verletzten Mark van Bommel überragende Spiele abgeliefert hat. Daher dürfte das neue defensive Mittelfeldduo van Bommel/Tymoschtschuk heißen, während Schweinsteiger als echter Zehner davor die Fäden zieht.
Auch in der Abwehr hat sich in den letzten Wochen einiges verändert. Danijel Pranjic hat seine Chance als Ersatz für den verletzten Diego Contento genutzt und in den letzten drei Bundesliga-Spielen fünf Treffer vorbereitet. Der Kroate spielt mit einer Leichtigkeit auf, die ihm keiner mehr in München zugetraut hätte. Pranjic dürfte in dieser Form gesetzt sein.
Van Buyten schaut in die Röhe
Gesetzt sind dagegen in der Innenverteidigung nicht mehr Martin Demichelis und Daniel van Buyten. Das Duo der Zukunft soll Holger Badstuber und Breno heißen. Der Brasilianer, der nach achtmonatiger Verletzungspause gegen Nürnberg sein Comeback feierte, soll nach knapp drei Jahren beim FC Bayern endlich den Durchbruch schaffen. "Er ist ein Spieler, der uns jetzt gut zu Gesicht steht. Ich bin überzeugt davon, dass er es diesmal packt", sagt Karl-Heinz Rummenigge. Und auch van Gaal hält große Stücke auf den 21-Jährigen. "Ich bin zufrieden mit ihm und hoffe, dass wir ihn noch sehr lange genießen können."
Quelle:
T-Online
Es freut mich ja, dass Pranjic jetzt langsam besser in Fahrt kommt. Allerdings bezweifel ich das van Gaal van Bommel und Tymoschtschuk zusammen spielen lässt...