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Vor allem, Wackelkamera über den laubbedeckten Boden und das bei der miesen Kameraqualität. Das sah auf der Leinwand echt so mies aus. Richtig anstregend.
Ich fand den damals im Kino ziemlich stark. Das war ja noch zu Zeiten, wo das Internet noch nicht diese wahnsinnige Präsenz wie heute hatte. Da hat für mich auch das virale Marketing funktioniert, weil nicht so ganz klar war, ob das echte Aufnahmen sind oder nicht. Bzw. es war schon klar, aber es blieb noch ein Restmaß an Fantasie übrig, die einen in der Überzeugung gelassen hat, dass das doch alles echt ist. Fand das sehr atmosphärisch und war danach noch ein wenig verstört.
Meine Eltern waren zu dem Zeitpunkt auch nicht zu Hause und als ich dann Abends im Bett lag, kam mein Bruder, mit dem ich im Kino war, mit einer Scream-Maske in mein Zimmer gestürmt.
Vor allem, Wackelkamera über den laubbedeckten Boden und das bei der miesen Kameraqualität. Das sah auf der Leinwand echt so mies aus. Richtig anstregend.
ach komm ganz ehrlich: Hat es dich damals so derbe genervt? bist am ende raus und hast gesagt man war das anstrengend oder bist raus und hast gesagt der film hatte was? Die Kameraführung und vorallem die vllt schlechtere Qualität hat doch den Film ausgemacht. Wenn sie das Märchen mit "Das ist alles wirklich passiert" aufrecht halten wollen war ja klar das sie da nicht mit ner Profi Kamera shooten. ICh persönlich fand den Aspekt der Kameraführung und Umsetzung sehr stark gemacht.
Muss sagen, dass ich die Kameraführung bei Blair Witch damals ebenfalls relativ anstrengend und präsent fand, weil es wirklich richtig gelebt wurde. Andererseits hat es einfach in den Mythos eingezahlt.
Kommen grad aus dem Kino. Schwer zu sagen was man von dem Film halten soll.
Der original Blair witch definierte seinen horror fast ausschließlich über die Fantasie des Zuschauers. Das ist Natürlich nicht jedermanns Sache, hat mir damals allerdings sehr gefallen. Der neue Ableger weiß nicht so genau wo er hin will. Einen schlechten horror Regisseur erkennt man an der Qualität seiner Jump scares. Nun würde man ja meinen das die in einem Blair witch eh nichts verloren haben, was soll einem da schon entgegen springen? Und natürlich lässt auch Herr Wingard nicht die Hexe aus dem Busch springen, auf dieses Stilelement verzichten will er allerdings auch nicht. So lässt er einfach jeden Charakter begleitet von einem extrem lauten Störgeräusch ins Bild springen, ihr könnt euch nicht ausmalen wie oft. Allgemein entsteht nur wenig horror aus der Story oder dem setting heraus. Viel mehr angelt man sich von Szene zu Szene, gefüllt von gezwungenen jumpscares, nachdem die gesamte Story des Films in gefühlt 20min abgehandelt wurde. Da bleiben filmtechnische inkonsequenzen (eine einzige Szene im wald mit Filmmusik woher auch immer, der Ton der plötzlich nicht mehr aus Sicht der Kamera sondern dumpf aus Sicht einer Protagonistin läuft oder Filmmaterial von Kameras die gar nicht da sind) nur irritierendes beiwerk. Da hilft auch das inhaltlich sehr absurde Ende nicht, auch wenn hier in den letzten 15 min zumindest ein bisschen horror Stimmung aufkommt.
Man muss schon zugeben, es ist kein einfaches Erbe was man dort antreten wollte und somit war man sich auch nicht einig was für einen Film man drehen wollte. Das Ergebnis ist dementsprechend enttäuschend, egal ob man das original kennt oder nicht. Schade.
Das Original war damals schon sehr cool. Der Hype, die Geschichten... Da war man als 10-jähriger Junge schon sehr beeindruckt (oder wann kam der Film schon wieder raus?). Der Nachfolger klingt nicht gerade nach einem Überhammer. Ich kann jedenfalls getrost darauf verzichten. Danke für das Review @SirHorst