So, mein Review zu BioShock 2:
Nein, natürlich kein Review. Ich hab's gestern gut anderthalb Stunden gespielt, und wer den ersten Teil gespielt hat, da könnte man geneigt sein, nach dieser kurzen Spielzeit bereits ein Review verfassen zu können. Aber der Reihe nach.
Das Spiel beginnt mit einer Videosequenz. Das Filmchen läuft und ich denke "WTF"??? Deutlich sichtbare Artefakte überall.

Das sieht ja schlechter aus als Teil 1. Dann aber beginnt das Spiel und die Ingame-Grafik kommt zum Vorschein. Und die ist dann deutlich besser. Es ist schon seltsam, dass ein Video soviel schlechter aussieht als die Ingame-Grafik.

Egal. Die Spielgrafik ist IMO leicht besser als die aus Teil 1. Verwaschene Texturen wie das von okst gepostete Bild konnte ich so nicht ausmachen bei der PS3-Version. Technisch feuert BioShock 2 allerdings im Jahr 2010 kein Feuerwerk ab.
Als erster aller Big Daddies stapfe ich durch das sichtlich zerrüttete Rapture. Überall liegt Schutt, Balken und Steine versperren den Weg. Aber es ist Rapture, ohne Zweifel. Man fühlt sich sofort wieder "wie zu Hause", alles kommt einem vertraut und bekannt vor.
Die Big Daddies aus Teil 1 waren Kolosse aus Stahl. Langsam, behäbig, jeder ihrer Schritte liess den Boden zittern. In Teil 2 spielt man ja als Big Daddy, und man ist doch erstaunt, wie flink man als Stahlkoloss ist. Es ist langsamer als Teil 1, aber immernoch halbwegs flink. Nur das Umdrehen, wenn ein Splicer von der Seite kommt, geht spürbar gemächlicher von Statten. Man hat aber nie das Gefühl, wirklich ein Big Daddy zu sein, es ist einfach zu schnell. Ulkig wird es, wenn man als Big Daddy springt. Man hört seine massiven Füsse auf den Beton knallen, das Geräusch dazu lässt erahnen, dass man es mit einem Big Daddy zu tun hat. Nur passt gerade das eigentlich nicht zum normalen Gehen oder Laufen, da hier
nichts zu hören ist. Auch gibt es bei BioShock 2 keine "Geh"- oder "Lauf"-Animation. Das Sichtfeld bleibt immer unerschütterlich, kein Auf und Ab. Aber das gibt es nur bei den wenigsten Shootern, was eigentlich schade ist.
Als erste Waffe hat man seinen Bohrer. Effektiv, aber langsam. Und man muss wirklich nach Treibstoff dafür suchen. Der ist aber quasi an jeder Ecke zu finden. Die blutige Animation, wenn man einen Splicer zerbohrt, wirkt auf mich... na ja. Hauptsache bloody. Als zweite Waffe bekommt man die Nieten-Pistole. Effektiv, gegen Splicer. Neu in BioShock 2 ist, dass auch der Big Daddy Plasmide nutzen kann. Einige kennt man auch aus Teil 1.
Es ist eigentlich fast dreist, wie sehr BioShock 2 als 1:1-Kopie von Teil 1 durchgehen könnte. Wenn man sich aber überlegt, dass beide Teile in Rapture, also in der gleichen Unterwasserstadt spielen, blieb den Entwicklern fast nicht Anderes übrig. Man könnte sicherlich kritisieren, dass Teil 2 nicht zur Blütezeit von Rapture spielt, als alles noch heil und schön war (das wünsche ich mir dann für Teil 3, wenn es den geben wird).
Mich persönlich (!) hat BioShock 2 gestern Abend wieder direkt in seinen Bann gezogen. Man kann förmlich mit Rapture in eine versunkene Stadt abtauchen. Ich fand BioShock damals nicht so genial, weil es spielerisch vor Innovationen oder Ideen strotzte. Es war das Setting und das Art Design, welches BioShock so einzigartig machte. Jetzt, fast drei Jahre danach, ist es immernoch einzigartig im Shooter-Einerlei. In Zeiten von düsteren grau-braun-Tönen ist BioShock (2) einfach bunt und frisch. Es ist eigentlich erstaunlich, dass kein anderes Spiel, ausser vielleicht Uncharted (2) so konsequent mit Farben spielt. Es ist eine andere Welt...
Abschliessend muss ich sagen, dass jeder für sich entscheiden muss, ob das einem 60€ Wert ist. Neuerungen und Innovationen sucht man vergebens, Setting und Grafik wirken vertraut, können aber immernoch überzeugen.
Nachdem ich selbst so zögerlich mit dem Kauf war, freue ich mich heute Abend wieder nach Rapture abtauchen zu können.
