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XS/PC Beyond: Two Souls

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich habs nicht gespielt, nur Reviews gesehen, aber wenn das ähnlich viel Spielinhalt wie HR seinerzeit hat, kann ich viele der Wertungen durchaus verstehen. Ein Spiel lebt primär vom Gameplay, nicht von der Story, so wie ein Film von der Story lebt und nicht vom Boxcover. Die Kombination von Spiel und Film gab es schließlich schonmal vor 15 Jahren, genauso wie es 3D in den 50ern schonmal gab und ich hoffe, beides verschwindet recht schnell wieder... :/

Allerdings würd ich auch vermutlich noch ne Ecke weniger Freude dran haben, denn ich mag die Page absolut gar nicht, finde die ziemlich fürchterlich...was mich zu ner anderen Sache bringt - ich finde es ist keine gute Idee, echte Schauspieler für sowas herzunehmen, also ihre Optik.
 
Oxblood schrieb:
Ein Spiel lebt primär vom Gameplay, nicht von der Story

Invalides Argument. Ein Point & Click Adventure z.B. hat genauso viel Gameplay wie HR oder Beyond, nur das selbige weitaus cineastischer präsentiert werden. Und niemand würde auf die Idee kommen, einem Adventure das Gameplay abzusprechen.
 
"Früher" hab ich mich immer in elendig lange Diskussionen verwickeln lassen bei solchen Themen.

Heute ist es mir schlicht scheissegal und ich erfreue mich an diesem geilen Spiel. Ich hoffe nur, dass das Feedback aus der Community besser ist, damit Cage/QD nicht auf die beschissene Idee kommt in Zukunft "gute" Spiele zu machen. Da dürfen sie gerne den eingeschlagenen Weg weiter bestreiten, denn das können sie definitiv.
 
Oxblood schrieb:
Ich habs nicht gespielt, nur Reviews gesehen, aber wenn das ähnlich viel Spielinhalt wie HR seinerzeit hat, kann ich viele der Wertungen durchaus verstehen. Ein Spiel lebt primär vom Gameplay, nicht von der Story, so wie ein Film von der Story lebt und nicht vom Boxcover. Die Kombination von Spiel und Film gab es schließlich schonmal vor 15 Jahren, genauso wie es 3D in den 50ern schonmal gab und ich hoffe, beides verschwindet recht schnell wieder... :/


sehe ich komplett anders.

Beyond hat sicherlich nicht wegen dem Heavy-Rain ähnlichen Spielinhalt diese Wertung erhalten. Heavy Rain ist ein mehrfach ausgezeichnetes Videospiel mit 90er Wertungsschnitt. Man muss es nicht mögen, aber auch die Leute, die mit dem Genre nichts anfangen können, müssten das immerhin akzeptieren.

Ein Spiel muss nicht grundsätzlich vom Gameplay leben, wie es der Name andeutet. Zum Glück, würde ich meinen. Viele Meisterwerke der letzten Jahre lebten eben gerade nicht vom Gameplay, oder nicht vom Gameplay alleine. man muss diese Spiele nicht mögen, aber es gibt sie.

Ein Film muss auch nicht von der Story leben. sonst würde der aktuelle Oscar Favorit Gravity vermutlich kaum diese Beachtung finden. die Story passt auf eine Serviette. Darum geht es aber nicht. Es ist ein Audiovisuelles Meisterwerk.
Eine Komödie bspw lebt auch nicht von der Geschichte

Heavy Rain hat Gameplay. Die Reduzierung auf die Spiele vor 15 Jahren wird dem Erlebnis in keinster Weise gerecht. Es fühlt sich komplett anders an. Man schaut keinen Film und drückt dann in einer Pause einen Knopf. So funktioniert HR nicht. Es ist weitaus interaktiver.
Diese Art von Entertainment wird längst nicht von jedem geschätzt, aber das trifft ja auf jede Form von Entertainment zu. Eine Berechtigung hat sie dennoch, solange Games wie HR und TDW zu den bestbewerteten Spielen des Jahres gehören und auch finanziell erfolgreich sind.

Was bei Beyond falsch gelaufen ist, weiss ich natürlich nicht
 
Glod schrieb:
Oxblood schrieb:
Ein Spiel lebt primär vom Gameplay, nicht von der Story

Invalides Argument. Ein Point & Click Adventure z.B. hat genauso viel Gameplay wie HR oder Beyond, nur das selbige weitaus cineastischer präsentiert werden. Und niemand würde auf die Idee kommen, einem Adventure das Gameplay abzusprechen.

Meh, Adventures sind ähnlich. Gute Erlebnisse, aber nicht zwingend gute Spiele.

Wem´s Spass macht, ansehen tu ich mir Beyond bestimmt irgendwann mal, hab ich mit HR ja auch gemacht (fands okay, hätte schlimmer sein können).
 
Oxblood schrieb:
Allerdings würd ich auch vermutlich noch ne Ecke weniger Freude dran haben, denn ich mag die Page absolut gar nicht, finde die ziemlich fürchterlich...was mich zu ner anderen Sache bringt - ich finde es ist keine gute Idee, echte Schauspieler für sowas herzunehmen, also ihre Optik.

Ich mochte sie auch nicht, aber das Spiel hat mich etwas mit ihr versöhnt :)
 
Zimtzicke schrieb:
"Früher" hab ich mich immer in elendig lange Diskussionen verwickeln lassen bei solchen Themen.

Heute ist es mir schlicht scheissegal und ich erfreue mich an diesem geilen Spiel. Ich hoffe nur, dass das Feedback aus der Community besser ist, damit Cage/QD nicht auf die beschissene Idee kommt in Zukunft "gute" Spiele zu machen. Da dürfen sie gerne den eingeschlagenen Weg weiter bestreiten, denn das können sie definitiv.


+1 :dhoch:

Von mir aus könnte alle 6 Monate so ein game rauskommen, es wäre immer ein Release-Kauf.
 
Bin gerade durch...dürften insgesamt so um die 10 Stunden gewesen sein. Es ist für sich nicht das perfekte Spiel geworden, aber eines, das ich in der Form unbedingt weiter sehen möchte.

Grafisch ist das Ding ein absolutes Brett: Meiner Meinung nach die besten Facial Animations aller Zeiten, tolle Lichteffekte, viele Details und zum Teil Partikeleffekte, die ich auf der PS3 gar nicht mehr erwartet hätte.
Der Sound schließt qualitativ problemlos an: Musik top, deutsche Synchro dank Original-Sprechern ebenfalls gut gelungen - wenn auch mit vereinzelten Aussetzern.

Beim Gameplay bin ich mir unschlüssig: Die Idee mit den weißen Punkten sowie "Stick wie den Charakter bewegen" zieht einen zwar besser in die Szene rein und wirkt weniger wie QTE aufgeklebt, allerdings hatte ich hier und da meine Probleme. Zum einen habe ich die weißen Punkte in der Welt nicht immer gesehen, zum anderen sind die Charakter-Bewegungen teilweise unverständlich gewesen.
Aiden wiederum fand' ich klasse: Das "Fliegen" durch die Szenen sowie die Aktionen haben intuitiv und sehr gut funktioniert.
Insgesamt finde ich da das Prinzip von Heavy Rain (wo jeder Button ein Körperteil darstellte und beibehalten wurde) aber besser.

Kommen wir aber zum Hauptpunkt, der Story, die für den größten Missmut bei den Reviews im Vorfeld gesorgt hat und die auch mich nicht in Gänze überzeugt hat.
Meine Gedanken im Spoiler und damit am besten erst lesen, wenn man ebenfalls durch ist.

Dass die Handlung übernatürlich wird, war dieses Mal ohnehin klar (womit ein Fahrenheit schon einmal nicht in Frage kam). Die Story wartet ja auch nicht lange und wirft einen relativ fix in eine Welt voll von Existenzen, anderen Welten und Kondensatoren.
Mir persönlich war das Ganze trotz der "Klarheit" dennoch etwas zu viel, gerade zum Ende hin. Zum einen bin ich nicht unbedingt Fan von spirituellem Zeug (Jenseits oder Leben, etc.), zum anderen wurde mir die Anderswelt zu plakativ vorgestellt.
Ein Riss? "Böse" Geister, die aussehen, wie aus einem Comic? Dinosaurier, die aus dem Riss kommen? Ne, sorry: Mit dem Übergang ins Jenseits hätte ich mich vielleicht noch anfreunden können, aber alles andere wirkt fremd gegenüber dem restlichen realistischen Ansatz.

Hinzu kommt die unnötige Problematik der Zeitsprünge: Ich kann im Ansatz die Idee von Cage erkennen: Wenn beispielsweise in die Kindheit gesprungen wird, um zu zeigen, wie Nathan seine Familie verloren hat, und dann zurück ins Finale, wodurch Nathan's Bestreben klar wird, "kann" man ein solches Stilmittel in der Erzählung anwenden.
Ansonsten kann ich Kritiker verstehen, weil ein Großteil der Sprünge in keinem Zusammenhang zueinander steht. Wenn vom Training der CIA in die Kindheit für 'ne Schneeballschlacht gesprungen wird, stört mich (!) das persönlich nicht krass, aber es schadet der Handlung mehr, als das es ihr was bringen würde.
Seltsam sind auch die Längen der einzelnen Kapitel. Da gibt's das australische Kapitel, was fast eine Stunde dauert. Und dann gibt's wiederum ein Kindheitskapitel, bei dem man ein Buch aus der Garage holt - Dauer: Zwei Minuten.

Ein weiteres Problem: Dadurch, dass man Ereignisse in der Vergangenheit spielt, hat man a) wenig Entscheidungseinfluss und b) weniger Spannung. Denn wenn Cole am Ende noch lebt, wird er wohl kaum in dem Vergangenheits-Event in Gefahr sein, indem ich mich gerade befinde.
HR große Stärke war noch, dass die Charaktere jederzeit sterben konnten. Das fällt hier komplett weg, weil Cage einen anderen Ansatz verfolgt.

Dieses Mal ist es mehr ein "Nachspielen" eines Menschen und das Miterleben von 15 Jahren. Bis auf kleinere Sachen (z.B. was ich kochen soll oder ob ich Ryan küssen will) wurde ich leider erst in den letzten 30 Minuten mit 2-3 knallharten Entscheidungen konfrontiert.
Und auch hier: Am Ende soll man sich entscheiden, mit wem man zusammen bleiben will. Man darf wählen, ob man Ryan nimmt, der einen 70% des Spiels verdammt nahe steht oder jemanden wie Jay, den man ein (!) Kapitel auf 'ner Farm kennenlernt? Ich weiß nicht...
Und ich gehe soweit zu behaupten, dass einzig die 2-3 Entscheidungen am Ende und deren unterschiedliche Auswahl die "verschiedenen" Enden erklären.

Die große Stärke der Story ist aber zum Glück das, was es sein will: Die Entwicklung von Jodie. Die Performance von Ellen Page sowie die Ereignisse, die sie erlebt, finde ich nämlich ganz hervorragend! Auch wenn viele Klischees dabei sind, habe ich zumindest mit ihr das ganze Spiel über mitgefiebert und sie Lieben gelernt.
Aiden wurde auch klasse ausgearbeitet: Ich hatte das Gefühl, nicht Aiden, sondern mich selbst zu spielen, wenn ich z.B. wütend "meine" Jodie vor Bösem gerettet habe oder meinen Gefühlen wie Wut freien Lauf gelassen habe.
Denn Emotionen hat das Spiel auf jeden Fall geweckt, wenngleich auch nur über einzelne Szenen und nicht über das komplette Spiel hinweg.

Für mich war's ein wenig eine "Achterbahn der Gefühle": Das Spiel schafft situative Emotion, es hat einen starken Charakter, mit dem ich mitfühle und bei dem ich wissen will, wie es mit ihm weitergeht.
Gleichzeitig ist das Übernatürliche zu plakativ, die Ereignisse stehen zudem alle zu sehr für sich allein. Das Kapitel in Australien z.B. ist nett, steht aber etwas im leeren Raum.


Ich kann die polarisierenden Meinungen jetzt absolut nachvollziehen. Entweder man nimmt die Story an, kann mit dem Charakter Jodie mitfühlen und stört sich nicht am Stilmittel der Zeitsprünge oder aber man kann mit der "One-Woman-Show" und dem Übernatürlichen nichts anfangen.
Ich kann dem Spiel nicht wirklich böse sein: Es trifft genau den Nerv Spiel, den ich so gern mag, sieht absolut fantastisch aus und weckt mehr Emotionen in mir, als viele andere Spiele. Und es hat mich 10 Stunden auf hohem Niveau unterhalten ohne für mich je langweilig zu werden. Wenn ich mich zwingen muss aufzuhören, ist das das beste, was ein Spiel mir geben kann.

Nach dem Ende lässt sich etwas Ernüchterung aber nicht verleugnen: Heavy Rain ist für mich das bessere Spiel, weil es die für mich bessere Steuerung hat, mir mehr Entscheidungseinfluss vorgaukelt und mir trotz Logiklöchern eine bodenständigere (statt übernatürliche - Geschmackssache) Geschichte bietet.

In Zahlen klingt sowas wie 8 oder 9 also fair für mich. Ich gebe aber gern eine 10 für das Konzept des Spiels: Von solchen cineastischen Geschichten mit superben Gesichtsanimationen will ich unbedingt mehr sehen!
Und das Spiel werde ich mit Sicherheit noch ein zweites Mal spielen: Genau wie HR ist das Spiel prädestiniert dafür, manche Situation anders anzugehen und sich dem Ganzen noch einmal hinzugeben.

An die unter euch, die es auch durchhaben: Wie denkt ihr über die Story und den Aufbau? Stimmt ihr meinen Gedanken zu?
 
Ohne das Spiel gezockt zu haben, könnte ich mir vorstellen, dass ich ähnlich denken werde. Mir machen solche Spiele auch total viel Spaß, obwohl ich einiges kritisieren kann.
denke, ich werde Sonntag Abend anfangen zu zocken. :)
 
ASH schrieb:
Zimtzicke schrieb:
"Früher" hab ich mich immer in elendig lange Diskussionen verwickeln lassen bei solchen Themen.

Heute ist es mir schlicht scheissegal und ich erfreue mich an diesem geilen Spiel. Ich hoffe nur, dass das Feedback aus der Community besser ist, damit Cage/QD nicht auf die beschissene Idee kommt in Zukunft "gute" Spiele zu machen. Da dürfen sie gerne den eingeschlagenen Weg weiter bestreiten, denn das können sie definitiv.


+1 :dhoch:

Von mir aus könnte alle 6 Monate so ein game rauskommen, es wäre immer ein Release-Kauf.


Ich glaube viele haben Probleme mit den Zeitsprüngen in der Story, es sind auch recht viele und ich weiß bisher nur, ich kann mit einem Geist reden und der führt teilweise meine Befehle aus hat aber anscheinend auch ein Eigenleben. Also wäre es ein Buch hätte ich schon zu lesen aufgehört, einmal ist man ein Kleinkind dann wieder ein Teenager und dann wieder erwachsen und dann wieder ein Teenager usw. Und ich habe keine Ahnung auf was es hinausläuft, nur eines weiß ich ganz sicher hätte er die Story linear erzählt also von der Kindheit bis zum erwachsen werden hätte ich wahrscheinlich nicht lange gespielt, denn da hätte am Anfang die Action gefehlt.
Also bisher wirkt das Spiel wie eine Einander Reihung von Szenen wo ich ein bisschen interagieren kann, aber auch nichts falsch machen kann und es hat anscheinend keine Konsequenzen wenn ich was falsch mache und genau das ist der Haken den dann müsste sich der Charakter/ Story in eine andere Richtung entwickeln, wäre genial aber der Programmieraufwand wäre riesig. Bei HR hatte ich ein paar mal das Gefühl meine Entscheidung oder Versagen bei einer QTE hätte Konsequenzen, war aber nicht wirklich so ;)Aber auch so wurde ich bisher großartig unterhalten und wenn es nicht viel schlechter wird und die Story auch zu Ende geführt wird dann habe ich sicher noch viel Spaß mit dem Spielfilm ;)
Ich hoffe die Entwickler machen wieder sowas ähnliches aber dann will ich wieder zielen und schießen können und nicht nur R1 oder ähnliches drücken.
 
Vorhin noch eine Mail von Amazon bekommen: Beim Steelbook ist nicht der komplette OST dabei, sondern nur 4 Tracks. Als Entschädigung gibt's einen 5 Euro Gutschein.
 
xJayFox schrieb:
Bin gerade durch...dürften insgesamt so um die 10 Stunden gewesen sein. Es ist für sich nicht das perfekte Spiel geworden, aber eines, das ich in der Form unbedingt weiter sehen möchte.

Grafisch ist das Ding ein absolutes Brett: Meiner Meinung nach die besten Facial Animations aller Zeiten, tolle Lichteffekte, viele Details und zum Teil Partikeleffekte, die ich auf der PS3 gar nicht mehr erwartet hätte.
Der Sound schließt qualitativ problemlos an: Musik top, deutsche Synchro dank Original-Sprechern ebenfalls gut gelungen - wenn auch mit vereinzelten Aussetzern.

Beim Gameplay bin ich mir unschlüssig: Die Idee mit den weißen Punkten sowie "Stick wie den Charakter bewegen" zieht einen zwar besser in die Szene rein und wirkt weniger wie QTE aufgeklebt, allerdings hatte ich hier und da meine Probleme. Zum einen habe ich die weißen Punkte in der Welt nicht immer gesehen, zum anderen sind die Charakter-Bewegungen teilweise unverständlich gewesen.
Aiden wiederum fand' ich klasse: Das "Fliegen" durch die Szenen sowie die Aktionen haben intuitiv und sehr gut funktioniert.
Insgesamt finde ich da das Prinzip von Heavy Rain (wo jeder Button ein Körperteil darstellte und beibehalten wurde) aber besser.

Kommen wir aber zum Hauptpunkt, der Story, die für den größten Missmut bei den Reviews im Vorfeld gesorgt hat und die auch mich nicht in Gänze überzeugt hat.
Meine Gedanken im Spoiler und damit am besten erst lesen, wenn man ebenfalls durch ist.

Dass die Handlung übernatürlich wird, war dieses Mal ohnehin klar (womit ein Fahrenheit schon einmal nicht in Frage kam). Die Story wartet ja auch nicht lange und wirft einen relativ fix in eine Welt voll von Existenzen, anderen Welten und Kondensatoren.
Mir persönlich war das Ganze trotz der "Klarheit" dennoch etwas zu viel, gerade zum Ende hin. Zum einen bin ich nicht unbedingt Fan von spirituellem Zeug (Jenseits oder Leben, etc.), zum anderen wurde mir die Anderswelt zu plakativ vorgestellt.
Ein Riss? "Böse" Geister, die aussehen, wie aus einem Comic? Dinosaurier, die aus dem Riss kommen? Ne, sorry: Mit dem Übergang ins Jenseits hätte ich mich vielleicht noch anfreunden können, aber alles andere wirkt fremd gegenüber dem restlichen realistischen Ansatz.

Hinzu kommt die unnötige Problematik der Zeitsprünge: Ich kann im Ansatz die Idee von Cage erkennen: Wenn beispielsweise in die Kindheit gesprungen wird, um zu zeigen, wie Nathan seine Familie verloren hat, und dann zurück ins Finale, wodurch Nathan's Bestreben klar wird, "kann" man ein solches Stilmittel in der Erzählung anwenden.
Ansonsten kann ich Kritiker verstehen, weil ein Großteil der Sprünge in keinem Zusammenhang zueinander steht. Wenn vom Training der CIA in die Kindheit für 'ne Schneeballschlacht gesprungen wird, stört mich (!) das persönlich nicht krass, aber es schadet der Handlung mehr, als das es ihr was bringen würde.
Seltsam sind auch die Längen der einzelnen Kapitel. Da gibt's das australische Kapitel, was fast eine Stunde dauert. Und dann gibt's wiederum ein Kindheitskapitel, bei dem man ein Buch aus der Garage holt - Dauer: Zwei Minuten.

Ein weiteres Problem: Dadurch, dass man Ereignisse in der Vergangenheit spielt, hat man a) wenig Entscheidungseinfluss und b) weniger Spannung. Denn wenn Cole am Ende noch lebt, wird er wohl kaum in dem Vergangenheits-Event in Gefahr sein, indem ich mich gerade befinde.
HR große Stärke war noch, dass die Charaktere jederzeit sterben konnten. Das fällt hier komplett weg, weil Cage einen anderen Ansatz verfolgt.

Dieses Mal ist es mehr ein "Nachspielen" eines Menschen und das Miterleben von 15 Jahren. Bis auf kleinere Sachen (z.B. was ich kochen soll oder ob ich Ryan küssen will) wurde ich leider erst in den letzten 30 Minuten mit 2-3 knallharten Entscheidungen konfrontiert.
Und auch hier: Am Ende soll man sich entscheiden, mit wem man zusammen bleiben will. Man darf wählen, ob man Ryan nimmt, der einen 70% des Spiels verdammt nahe steht oder jemanden wie Jay, den man ein (!) Kapitel auf 'ner Farm kennenlernt? Ich weiß nicht...
Und ich gehe soweit zu behaupten, dass einzig die 2-3 Entscheidungen am Ende und deren unterschiedliche Auswahl die "verschiedenen" Enden erklären.

Die große Stärke der Story ist aber zum Glück das, was es sein will: Die Entwicklung von Jodie. Die Performance von Ellen Page sowie die Ereignisse, die sie erlebt, finde ich nämlich ganz hervorragend! Auch wenn viele Klischees dabei sind, habe ich zumindest mit ihr das ganze Spiel über mitgefiebert und sie Lieben gelernt.
Aiden wurde auch klasse ausgearbeitet: Ich hatte das Gefühl, nicht Aiden, sondern mich selbst zu spielen, wenn ich z.B. wütend "meine" Jodie vor Bösem gerettet habe oder meinen Gefühlen wie Wut freien Lauf gelassen habe.
Denn Emotionen hat das Spiel auf jeden Fall geweckt, wenngleich auch nur über einzelne Szenen und nicht über das komplette Spiel hinweg.

Für mich war's ein wenig eine "Achterbahn der Gefühle": Das Spiel schafft situative Emotion, es hat einen starken Charakter, mit dem ich mitfühle und bei dem ich wissen will, wie es mit ihm weitergeht.
Gleichzeitig ist das Übernatürliche zu plakativ, die Ereignisse stehen zudem alle zu sehr für sich allein. Das Kapitel in Australien z.B. ist nett, steht aber etwas im leeren Raum.


Ich kann die polarisierenden Meinungen jetzt absolut nachvollziehen. Entweder man nimmt die Story an, kann mit dem Charakter Jodie mitfühlen und stört sich nicht am Stilmittel der Zeitsprünge oder aber man kann mit der "One-Woman-Show" und dem Übernatürlichen nichts anfangen.
Ich kann dem Spiel nicht wirklich böse sein: Es trifft genau den Nerv Spiel, den ich so gern mag, sieht absolut fantastisch aus und weckt mehr Emotionen in mir, als viele andere Spiele. Und es hat mich 10 Stunden auf hohem Niveau unterhalten ohne für mich je langweilig zu werden. Wenn ich mich zwingen muss aufzuhören, ist das das beste, was ein Spiel mir geben kann.

Nach dem Ende lässt sich etwas Ernüchterung aber nicht verleugnen: Heavy Rain ist für mich das bessere Spiel, weil es die für mich bessere Steuerung hat, mir mehr Entscheidungseinfluss vorgaukelt und mir trotz Logiklöchern eine bodenständigere (statt übernatürliche - Geschmackssache) Geschichte bietet.

In Zahlen klingt sowas wie 8 oder 9 also fair für mich. Ich gebe aber gern eine 10 für das Konzept des Spiels: Von solchen cineastischen Geschichten mit superben Gesichtsanimationen will ich unbedingt mehr sehen!
Und das Spiel werde ich mit Sicherheit noch ein zweites Mal spielen: Genau wie HR ist das Spiel prädestiniert dafür, manche Situation anders anzugehen und sich dem Ganzen noch einmal hinzugeben.

An die unter euch, die es auch durchhaben: Wie denkt ihr über die Story und den Aufbau? Stimmt ihr meinen Gedanken zu?
Ich bin auch durch und schliesse mich im Großen und Ganzen dem Urteil an.
Den Plot am Ende fand ich ganz gut gelöst auch wenn das Ende an sich etwas seltsam war.
Ich gebe 8 Punkte weil ich die Steuerung nicht ganz rund fand,insbesondere als Aiden irrte man doch teilweise durch die Räume,auch das ich als Jodie keinen Rundblick hatte fand ich schwach.
Mir hat es im ganzen gut gefallen auch wenn ich so wie xJayFox nicht so ganz warm werden konnte mit dem Übersinnlichem da hat mir HR mehr gefallen.
Insgesamt fand ich HR insgesamt doch besser.
 
Stimme JayFox zu. Kann es kaum besser schreiben, obwohl ich bei Beyond einfach mehr drin war als in Heavy Rain. Ist halt so gewesen, dass ich keinen Charakter wirklich leiden konnte, obwohl das Erlebnis intensiv war, habe ich um keinen wirklich Angst gehabt.
Da finde ich dieses Zusammenspiel Jodie-Aiden einfach geiler und für mich deutlich näher, dass ich damit sehr gut connecten kann.

Bis auf einige Logiklöcher, bin ich aber ganz klar bei einer 9 von 10, da es einfach mal wieder etwas anderes war und das auch ziemlich gut.
 
Habe jetzt knapp 5 Stunden am Stück gesuchtet und das Spiel lässt mich nicht los. Gerade die zerstückelten Episoden machen immer noch mehr Lust auf das nächste Kapitel. Die Grafik ist sowieso der Wahnsinn. Was mir an heavy Rain allerdings besser gefallen hat, war das gesamte Gameplay, das war alles etwas abwechslungsreicher und auch spannender gelöst.
 
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