Kleine Spoilerwarnung: Es wird ALLES verraten. Alles. Wirklich alles. Einfach alles. Viel Spaß.
Ich liebe TV Serien. Das einzige Problem ist halt, dass viele nur eine gute Idee haben, die sich irgendwann, oft nach Folge 15, abnutzt. Mann bricht mit Bruder aus Gefängnis aus. Das macht Sinn, solange die Charaktere im Gefängnis sind, aber sobald die Jungs draußen sind, macht der Titel Prison Break nicht mehr den meisten Sinn. Insofern war Staffel 1 schon das Highlight der Show. Mit John Abbruzzi und Brad Bellick hatte es auch noch einige der besten Charaktere. Über Staffel 3 breiten mir mal gleich das Mäntelchen des Verdreschens aus während Staffel 4 mit den diversen Charakterturns, Twists und politischem Verschwörungswirrwarr eher in Richtung "24" ging.
Im Übrigen möchte ich gerne einmal selbst für einige Zeit ins Gefängnis. Aus keinem anderem Grund als den, dass ich einmal sehen möchte, WIE realistisch die Darstellung von Knast im TV wirklich ist. ALLE Wärter sind Arschlöcher, oft korrupt, zumindest aber sadistisch, die Gefängnisse werden IMMER von reichen Mafiosi geführt, die die halbe Belegschaft in der Tasche haben, der Direktor ist entweder ein Unmensch oder der nette Onkel von nebenan, der Doktor ist IMMER heiß, egal welches Geschlecht er hat und NIEMALS, JEMALS wird ein Insasse einen anderen verpfeifen, was bedeutet, dass die vielen, vielen Verbrechen im Gefängnis niemals aufgeklärt werden können.
Was Prison Break wie keine andere Serie zuvor gemacht hat, ist die Gesinnung der Charaktere zu wechseln.
Brad Bellick: Das größte Arschloch in Staffel 1 und 2, foltert einen Mann mit notdürftig angenähter Hand, opfert sich in Staffel 4 selbst für den guten Zweck und wird zum Helden. Ich war traurig als er starb, wer hätte das gedacht?
Alex Mahone, drogensüchtiger, fanatischer Fed, tötet Vater Scofield, wird zum treuesten Freund der Truppe. Und endlich weiß ich, woher ich den Kerl aus der Anfangsszene aus The Dark Knight kenne. Schön auch sein Versuch, Lincoln von einem Mord abzuhalten: "We're not like them." Nein, okay, aber wie du einige Folgen vorher Wyatt gefoltert und getötet hast, das war auch eine Nummer für sich. Selbst Jack Bauer hätte da das kalte Kotzen gekriegt.
Und mein persönlicher Liebling, Paul Kellermann. Die coolste Sau in der ganzen Serie. "Nine. One. One. Send. You really think, you get to push four buttons before I get to push one?" "You... NAMED me???" Eiskalter Killer und Henker in Staffel 1, leicht zwiegespalten in Staffel 2, der größte Held der Nation in Staffel 4. Brilliant gespielt von Paul Adelstein, ein Hitman, wie er im Buche steht und immer lässig, immer souverän, immer cool. So müssen Antagonisten aussehen.
Zum Glück bleibt T-Bag die große Konstante. Trotz leichter Identitätsprobleme in Staffel 4 ist der Kerl einfach herrlich eklig. Allein die Stimme reicht aus, um den Mann zu lieben. Dennoch ist kein Charakter so wandlungsfähig und so vielseitig einsetzbar wie T-Bag. Psychopathisch, fanatisch, böse, hinterhältig, verschlagen, auf nichts achtend außer auf sich und seinen Vorteil, immer stehend auf der Seite der Gewinner. Ein Wiesel, ein Überlebenskünstler, ein Lebemann, immer auf der Höhe der Zeit, immer knapp vor dem Übergau, aber immer bereit, sich aus allem heraus zu winden. Unkaputtbar, unsterblich, unnahbar, unglaublich, T-Bag. Nicht zuletzt dank Robert Knepper, dem vermutlich besten Darsteller des gesamten Cast.
Immer gleich und aus diesem Grund sterbenslangweilig: Michael Scofield. "Hey, Michael, Linc ist angeschossen worden, Sara ist entführt, LJ steht in Flammen, 600 Feds stürmen in 15 Sekunden den Raum, die Atombombe, auf der wir sitzen, explodiert in 10 und du hast bei diesem Sturz grad beide Arme und Beine gebrochen." Michael: "Gut, dann läuft ja alles nach Plan! Gib mir deine Schnürsenkel!"
So brilliant und perfekt wie der Kerl ist, macht es einfach keinen Spaß mehr, ihm zuzusehen. Man kann sich nur als Vollidiot vorkommen angesichts seiner detaillierten Pläne, mit denen er sämtliche Organisationen dieser Welt lächerlich aussehen lässt. Und dann auch noch diese Edelmut. Im Vergleich lässt er Jesus aussehen wie einen Zuhälter und Einstein wie einen Affen, der moderne McGyver/Ghandi Hybrid. Alles oder nichts heißt es für ihn. Meistens kriegt er alles. Und wofür das Ganze?
Im Kern für seinen Bruder Lincoln, seines Zeichen der größte Affe in der TV Geschichte, nirgends besser präsentiert als in Staffel 3, wo der Dummbatz auf freiem Fuß ungelogen zu blöde ist, auch nur irgendwas hinzukriegen. Michael ist im Grunde die gesamte Serie nur damit beschäftigt, die Scheiße anderer Leute auszuräumen und die seines "Brudes" an vorderer Front. Es ist schwer zu sagen, ob Schauspieler Dominic Purcell, der seltsamerweise immer als erster in den Credits genannt wird oder die Autoren für diese Misere verantwortlich sind, jedenfalls ist Purcell im Alleingang dafür verantwortlich, dass ich die gesamten vier Staffeln nur mit Untertiteln sehen konnte. Das Genuschel ist nahe an der absoluten Unverständlichkeit und der dämliche Gesichtsausdruck tut seinesgleichen dazu. Recht hat der kurzlebige Anwalt aus Staffel 1, wenn er Veronica Donovan, Gott hab sie selig, sagt: "Your boy is just a punk who so happens to be in prison for the one crime he didn't commit."
Was die Frauen angeht, so ist der Geschmack des Verantwortlichen gut auszumachen. Zwischen Robin Tunney, Jodi Lyn O'Keefe und Sara Wayne Callies scheint klar, dass der Mann auf tiefe Stimmen bei Frauen steht. Warum nicht, gibt schlimmeres. Insbesondere dürfte Jodi mich gerne mal entführen und auspeitschen. Weiß gar nicht, worüber Sara sich beschwert?
Trotzen Staffeln 1 und 2 noch vor Spannung, wird es in Staffel 3 endgültig lächerlich. Panama'sches Drecksgefängnis mit Regeln aus einer Parrallelwelt, ein australischer Geheimagent, der in einer Woche befreit werden muss, ein Pimp-Drogen-König, Lincoln Burrows als Garant für "dumm gelaufen" und der Off-Screen Tod eines Hauptcharakters. Was soll das Gegabbo?
Der Beginn von Staffel 4 erscheint geradezu eine Entschuldigung für Staffel 3 zu sein. Allen noch in Sona inhaftierten (Bellick, T-Bag, Sucre) sind frei, der Ausbruch wird erwähnt, aber nie gezeigt, alle nervigen Charaktere aus Staffel 3 werden im Piloten zu Staffel 4 getötet und die guten wieder belebt. Wie sind Sucre und Bellick aus Panama raus gekommen? Wie hat T-Bag das Feuer gelegt? Wen juckt's? Zuviel Zeit wurde in dieser grässlichen Location verschwendet.
Keinen juckt es wohl auch, dass die Charaktere schlicht ohne einander können. Von wegen Zweckgemeinschaft. Der Planet ist zu klein, als dass man sich dauerhaft aus dem Weg gehen könnte. Ausgerechnet den Schwarzen allerdings haben sie außen vor gelassen, würde mir zu denken geben. Wahrscheinlich hat der Latino gereicht, um die Quote zu erfüllen, eh, papi?
Ach ja, eins noch: Ich mag meine Toten tot. Nicht, dass ich was dagegen hätte, meinen alten Kater noch mal zu knuddeln oder meiner Oma noch was von meinem Tag erzählen zu können, aber wann fällt Drehbuchautoren mal was anderes ein, als Totgelaubte aufzuwecken, wenn sie einen Ciffhanger brauchen? Zugegeben, ganz so pervers wie in Alias läuft es in Prison Break nicht, aber auch hier tauchen tote Mütter plötzlich aus Feinde auf.
Wenigstens scheint Michael Scofield selbst unter der Erde zu bleiben. Anstatt jedoch das tragische Ende der vierten Staffel als brilliantes Ausrufezeichen am Schluss zu lassen, musste man die Show mit einem grottenschlechten Fernsehfilm zu Tode ficken.
Sara wird in ein Frauengefängnis gesteckt wegen des Mordes an Mama Scofield. "Aber sie war doch böse?" Nein, sie hat ihre Identität so gut versteckt. "Aber sie haben doch den General auch geschnappt?" Ja, aber Christina war klüger. "Aber es war doch Notwehr?" Nein, sieht man nicht, man sieht nur Sara schießen. "Aber woher weiß man dann, wen sie erschossen hat?"... "Und wieso setzt Paul Kellermann nicht einfach ein Schreiben auf und die Party kann weiter gehen?" ... "Und wieso sitzen T-Bag und Krantz direkt im Knast neben dem Trakt, wo Sara gehalten wird?" ... "Und wieso sitzt Gretchen plötzlich auf in genau diesem Knast?"... "Und wieso zieht Michael nicht seinen ersten Plan mit der Kamera durch anstatt den Fed in Sicherheit zu wiegen und den Selbstmordplan vorzuziehen?" ... "Und wieso reichen hier für einen Ausbruch 90 Minuten, wo vorher 22 Folgen gebraucht wurden?" ... "Und wieso muss Michael sterben wie Wile E. Coyote? Ein solches Genie und der beste Plan ist, zwei Stromkabel mit nackten Händen zu verbinden?" ... "Und wieso wird unsere Gurkentruppe im Anschluss nicht verfolgt, sondern kann sich in Ruhe absetzen?"... "Noch mal darauf zurück kommend, sind wir nicht im Grunde am Anfang? Die begnadigte Truppe wieder ein Haufen Flüchtlinge?" ... "Ist das nicht irgendwie unbefriedigend und widersinnig nach dem Ende von Staffel 4?" ... "HALLO? Ich rede mit dir, Drehbuchautor!!! MACH SINN! SOFORT!"
Unmögliches SetUp, die ersten 20 Minuten nur bestehend aus sämtlichen Knastklischees, die Hollywood bringen konnte, um zu zeigen, dass Sara in den Fängen der amerikanischen Justiz keine größere Überlebenschance hat als der viel zitierte Schneeball in der Hölle. Wortwörtlich JEDER will sie dort töten. Die weiblichen Insassen, die weiblichen Wärter, die männlichen Insassen nebenan, der Doktor, der Gasmann, der Hausmeister, verdammt noch mal, die Kakerlaken in der Küche wollen die Schlampe tot sehen. Sorry, irgendwann ist einmal zuviel des Glaubhaften. Ich hab euch Staffel 3 verziehen und die gesamte Staffel 4 abgekauft, aber ihr wolltet sehen, wo ich die Grenze ziehen? Ich sag's euch: Beim dritten Gefängnisausbruch desselben Arschlochs in vier Jahren!!! Noch dazu in dieser Rekordzeit, aber gut, das kann die Erfahrung machen. Und prompt steht man auf der anderen Seite des Zauns, sind auch alle Folgeprobleme gelöst. Gut, unser Hauptcharakter ist gebrutzelt, aber sonst geht's uns supi.
Zusammenfassend, Prison Break, Staffeln 1, 2, 3, 4 und Final Break: Super, gut, au weia, ok und WHAT THE FUCK IS WRONG WITH YOU!!!oneeleven
Ich liebe TV Serien. Das einzige Problem ist halt, dass viele nur eine gute Idee haben, die sich irgendwann, oft nach Folge 15, abnutzt. Mann bricht mit Bruder aus Gefängnis aus. Das macht Sinn, solange die Charaktere im Gefängnis sind, aber sobald die Jungs draußen sind, macht der Titel Prison Break nicht mehr den meisten Sinn. Insofern war Staffel 1 schon das Highlight der Show. Mit John Abbruzzi und Brad Bellick hatte es auch noch einige der besten Charaktere. Über Staffel 3 breiten mir mal gleich das Mäntelchen des Verdreschens aus während Staffel 4 mit den diversen Charakterturns, Twists und politischem Verschwörungswirrwarr eher in Richtung "24" ging.
Im Übrigen möchte ich gerne einmal selbst für einige Zeit ins Gefängnis. Aus keinem anderem Grund als den, dass ich einmal sehen möchte, WIE realistisch die Darstellung von Knast im TV wirklich ist. ALLE Wärter sind Arschlöcher, oft korrupt, zumindest aber sadistisch, die Gefängnisse werden IMMER von reichen Mafiosi geführt, die die halbe Belegschaft in der Tasche haben, der Direktor ist entweder ein Unmensch oder der nette Onkel von nebenan, der Doktor ist IMMER heiß, egal welches Geschlecht er hat und NIEMALS, JEMALS wird ein Insasse einen anderen verpfeifen, was bedeutet, dass die vielen, vielen Verbrechen im Gefängnis niemals aufgeklärt werden können.
Was Prison Break wie keine andere Serie zuvor gemacht hat, ist die Gesinnung der Charaktere zu wechseln.
Brad Bellick: Das größte Arschloch in Staffel 1 und 2, foltert einen Mann mit notdürftig angenähter Hand, opfert sich in Staffel 4 selbst für den guten Zweck und wird zum Helden. Ich war traurig als er starb, wer hätte das gedacht?
Alex Mahone, drogensüchtiger, fanatischer Fed, tötet Vater Scofield, wird zum treuesten Freund der Truppe. Und endlich weiß ich, woher ich den Kerl aus der Anfangsszene aus The Dark Knight kenne. Schön auch sein Versuch, Lincoln von einem Mord abzuhalten: "We're not like them." Nein, okay, aber wie du einige Folgen vorher Wyatt gefoltert und getötet hast, das war auch eine Nummer für sich. Selbst Jack Bauer hätte da das kalte Kotzen gekriegt.
Und mein persönlicher Liebling, Paul Kellermann. Die coolste Sau in der ganzen Serie. "Nine. One. One. Send. You really think, you get to push four buttons before I get to push one?" "You... NAMED me???" Eiskalter Killer und Henker in Staffel 1, leicht zwiegespalten in Staffel 2, der größte Held der Nation in Staffel 4. Brilliant gespielt von Paul Adelstein, ein Hitman, wie er im Buche steht und immer lässig, immer souverän, immer cool. So müssen Antagonisten aussehen.
Zum Glück bleibt T-Bag die große Konstante. Trotz leichter Identitätsprobleme in Staffel 4 ist der Kerl einfach herrlich eklig. Allein die Stimme reicht aus, um den Mann zu lieben. Dennoch ist kein Charakter so wandlungsfähig und so vielseitig einsetzbar wie T-Bag. Psychopathisch, fanatisch, böse, hinterhältig, verschlagen, auf nichts achtend außer auf sich und seinen Vorteil, immer stehend auf der Seite der Gewinner. Ein Wiesel, ein Überlebenskünstler, ein Lebemann, immer auf der Höhe der Zeit, immer knapp vor dem Übergau, aber immer bereit, sich aus allem heraus zu winden. Unkaputtbar, unsterblich, unnahbar, unglaublich, T-Bag. Nicht zuletzt dank Robert Knepper, dem vermutlich besten Darsteller des gesamten Cast.
Immer gleich und aus diesem Grund sterbenslangweilig: Michael Scofield. "Hey, Michael, Linc ist angeschossen worden, Sara ist entführt, LJ steht in Flammen, 600 Feds stürmen in 15 Sekunden den Raum, die Atombombe, auf der wir sitzen, explodiert in 10 und du hast bei diesem Sturz grad beide Arme und Beine gebrochen." Michael: "Gut, dann läuft ja alles nach Plan! Gib mir deine Schnürsenkel!"
So brilliant und perfekt wie der Kerl ist, macht es einfach keinen Spaß mehr, ihm zuzusehen. Man kann sich nur als Vollidiot vorkommen angesichts seiner detaillierten Pläne, mit denen er sämtliche Organisationen dieser Welt lächerlich aussehen lässt. Und dann auch noch diese Edelmut. Im Vergleich lässt er Jesus aussehen wie einen Zuhälter und Einstein wie einen Affen, der moderne McGyver/Ghandi Hybrid. Alles oder nichts heißt es für ihn. Meistens kriegt er alles. Und wofür das Ganze?
Im Kern für seinen Bruder Lincoln, seines Zeichen der größte Affe in der TV Geschichte, nirgends besser präsentiert als in Staffel 3, wo der Dummbatz auf freiem Fuß ungelogen zu blöde ist, auch nur irgendwas hinzukriegen. Michael ist im Grunde die gesamte Serie nur damit beschäftigt, die Scheiße anderer Leute auszuräumen und die seines "Brudes" an vorderer Front. Es ist schwer zu sagen, ob Schauspieler Dominic Purcell, der seltsamerweise immer als erster in den Credits genannt wird oder die Autoren für diese Misere verantwortlich sind, jedenfalls ist Purcell im Alleingang dafür verantwortlich, dass ich die gesamten vier Staffeln nur mit Untertiteln sehen konnte. Das Genuschel ist nahe an der absoluten Unverständlichkeit und der dämliche Gesichtsausdruck tut seinesgleichen dazu. Recht hat der kurzlebige Anwalt aus Staffel 1, wenn er Veronica Donovan, Gott hab sie selig, sagt: "Your boy is just a punk who so happens to be in prison for the one crime he didn't commit."
Was die Frauen angeht, so ist der Geschmack des Verantwortlichen gut auszumachen. Zwischen Robin Tunney, Jodi Lyn O'Keefe und Sara Wayne Callies scheint klar, dass der Mann auf tiefe Stimmen bei Frauen steht. Warum nicht, gibt schlimmeres. Insbesondere dürfte Jodi mich gerne mal entführen und auspeitschen. Weiß gar nicht, worüber Sara sich beschwert?
Trotzen Staffeln 1 und 2 noch vor Spannung, wird es in Staffel 3 endgültig lächerlich. Panama'sches Drecksgefängnis mit Regeln aus einer Parrallelwelt, ein australischer Geheimagent, der in einer Woche befreit werden muss, ein Pimp-Drogen-König, Lincoln Burrows als Garant für "dumm gelaufen" und der Off-Screen Tod eines Hauptcharakters. Was soll das Gegabbo?
Der Beginn von Staffel 4 erscheint geradezu eine Entschuldigung für Staffel 3 zu sein. Allen noch in Sona inhaftierten (Bellick, T-Bag, Sucre) sind frei, der Ausbruch wird erwähnt, aber nie gezeigt, alle nervigen Charaktere aus Staffel 3 werden im Piloten zu Staffel 4 getötet und die guten wieder belebt. Wie sind Sucre und Bellick aus Panama raus gekommen? Wie hat T-Bag das Feuer gelegt? Wen juckt's? Zuviel Zeit wurde in dieser grässlichen Location verschwendet.
Keinen juckt es wohl auch, dass die Charaktere schlicht ohne einander können. Von wegen Zweckgemeinschaft. Der Planet ist zu klein, als dass man sich dauerhaft aus dem Weg gehen könnte. Ausgerechnet den Schwarzen allerdings haben sie außen vor gelassen, würde mir zu denken geben. Wahrscheinlich hat der Latino gereicht, um die Quote zu erfüllen, eh, papi?
Ach ja, eins noch: Ich mag meine Toten tot. Nicht, dass ich was dagegen hätte, meinen alten Kater noch mal zu knuddeln oder meiner Oma noch was von meinem Tag erzählen zu können, aber wann fällt Drehbuchautoren mal was anderes ein, als Totgelaubte aufzuwecken, wenn sie einen Ciffhanger brauchen? Zugegeben, ganz so pervers wie in Alias läuft es in Prison Break nicht, aber auch hier tauchen tote Mütter plötzlich aus Feinde auf.
Wenigstens scheint Michael Scofield selbst unter der Erde zu bleiben. Anstatt jedoch das tragische Ende der vierten Staffel als brilliantes Ausrufezeichen am Schluss zu lassen, musste man die Show mit einem grottenschlechten Fernsehfilm zu Tode ficken.
Sara wird in ein Frauengefängnis gesteckt wegen des Mordes an Mama Scofield. "Aber sie war doch böse?" Nein, sie hat ihre Identität so gut versteckt. "Aber sie haben doch den General auch geschnappt?" Ja, aber Christina war klüger. "Aber es war doch Notwehr?" Nein, sieht man nicht, man sieht nur Sara schießen. "Aber woher weiß man dann, wen sie erschossen hat?"... "Und wieso setzt Paul Kellermann nicht einfach ein Schreiben auf und die Party kann weiter gehen?" ... "Und wieso sitzen T-Bag und Krantz direkt im Knast neben dem Trakt, wo Sara gehalten wird?" ... "Und wieso sitzt Gretchen plötzlich auf in genau diesem Knast?"... "Und wieso zieht Michael nicht seinen ersten Plan mit der Kamera durch anstatt den Fed in Sicherheit zu wiegen und den Selbstmordplan vorzuziehen?" ... "Und wieso reichen hier für einen Ausbruch 90 Minuten, wo vorher 22 Folgen gebraucht wurden?" ... "Und wieso muss Michael sterben wie Wile E. Coyote? Ein solches Genie und der beste Plan ist, zwei Stromkabel mit nackten Händen zu verbinden?" ... "Und wieso wird unsere Gurkentruppe im Anschluss nicht verfolgt, sondern kann sich in Ruhe absetzen?"... "Noch mal darauf zurück kommend, sind wir nicht im Grunde am Anfang? Die begnadigte Truppe wieder ein Haufen Flüchtlinge?" ... "Ist das nicht irgendwie unbefriedigend und widersinnig nach dem Ende von Staffel 4?" ... "HALLO? Ich rede mit dir, Drehbuchautor!!! MACH SINN! SOFORT!"
Unmögliches SetUp, die ersten 20 Minuten nur bestehend aus sämtlichen Knastklischees, die Hollywood bringen konnte, um zu zeigen, dass Sara in den Fängen der amerikanischen Justiz keine größere Überlebenschance hat als der viel zitierte Schneeball in der Hölle. Wortwörtlich JEDER will sie dort töten. Die weiblichen Insassen, die weiblichen Wärter, die männlichen Insassen nebenan, der Doktor, der Gasmann, der Hausmeister, verdammt noch mal, die Kakerlaken in der Küche wollen die Schlampe tot sehen. Sorry, irgendwann ist einmal zuviel des Glaubhaften. Ich hab euch Staffel 3 verziehen und die gesamte Staffel 4 abgekauft, aber ihr wolltet sehen, wo ich die Grenze ziehen? Ich sag's euch: Beim dritten Gefängnisausbruch desselben Arschlochs in vier Jahren!!! Noch dazu in dieser Rekordzeit, aber gut, das kann die Erfahrung machen. Und prompt steht man auf der anderen Seite des Zauns, sind auch alle Folgeprobleme gelöst. Gut, unser Hauptcharakter ist gebrutzelt, aber sonst geht's uns supi.
Zusammenfassend, Prison Break, Staffeln 1, 2, 3, 4 und Final Break: Super, gut, au weia, ok und WHAT THE FUCK IS WRONG WITH YOU!!!oneeleven
Genau das hab ich bei Staffel 3 auch gedacht. Der hat echt nix auf die Reihe bekommen. 