SonicCochino
Killing Monsters
Mal eine Zwischenfrage:
Warum ist es so schwierig eine Konsole Abwärtskompatibel zu machen? Die erste Xbox konnte SNES-, N64-, PSX- und was weiss ich alles für Titel emulieren. Warum kriegen es dann nicht auch die Hersteller hin, ihre eigenen Konsolen kompatibel zu machen?
Ich versuch das mal zu erklären, allerdings stecke ich wie gesagt nicht 100% in der vollen Tiefe der Materie um jetzt jedes Detail zu beleuchten. An die Vollfreaks daher die Bitte nicht sofort bei jeder kleinen Ungenauigkeit auf mich einzuschlagen
Konsolen haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber eines PCs: Die Hardware ist immer gleich. Dadurch kann ein Softwareentwickler von Anfang an ganz genau sagen, auf welcher Hardware sein Spiel später läuft, und direkt daraufhin programmieren. Ein PS3 Spiel "weiss" also selbst, wie es z.B. den spezifischen Grafikchip in der PS3 "direkt" ansprechen kann, damit es funktioniert.
Bei einem PC ist das anders. Da kommt erstmal das Betriebssystem, welches die Schnittstellen zwischen Hardware und Software darstellt. Das OS muss mit der extrem unterschiedlichen und vielfältigen Hardware klarkommen, und die Anfragen der Software "übersetzen". Dann gibts da solche Dinger wie DirectX, die das Ganze schneller bewerkstelligen - sprich für die Software eine schnelle Schnittstelle bieten um die Hardware anzusprechen. Es wird also eine Hardwareabstraktionsebene benötigt, wie sie bei einer Konsole nicht (bzw. nicht in diesem Umfang und auf diese Art) nötig ist.
Wenn ich nun bei einem PC eine andere Hardware verbaue, interessiert das das Spiel nicht (bzw. wenig), da der Zugang zur Hardware über die oben genannten Zwischenebenen bewerkstelligt wird.
Ändere ich an einer Konsole stark die Hardware, dann kann ein Spiel, welches für die ursprüngliche Hardware geschrieben wurde, garnix mehr damit anfangen, weils die einzige Hardware auf die es Programmiert ist nicht findet, und die neue nicht ansprechen kann.
Jetzt gibts drei Möglichkeiten um alte Konsolentitel auf einer neuen Hardware laufen zu lassen:
1. Der Hersteller baut die neue Konsole bei der Entwicklung so (also steckt dahingehend Entwicklungskosten und ggf. auch Kompromisse mit rein), damit die alten Spiel die neue Hardware zumindest einigermaßen ansprechen können, und den letzten Rest löst er durch kleinere Emulationen, bzw. durchdachte Hard/Softwareschnittstellen. Das ist in jeder Hinsicht für den Hersteller schlecht, da teuer, aufwändig, und dazu geschäftsschädigend.
2. Der Hersteller haut nen Emulator auf seine neue Konsole - also eine Software die so tut, als wäre sie die alte Hardware, und dann das Spiel für die neue Hardware übersetzt. Die Faustregel die ich mal gelernt habe heisst dafür: mind. 10x die Hardwareleistung des ursprünglichen Geräts, um so einen Emulator betreiben zu können. ...das bringt z.B. die PS4 im Verhältnis zur PS3 nicht.
3. Der Spielehersteller portiert seine Spiele. In diesem Fall nimmt der Spielehersteller seine alten PS3 Titel her, und baut sie so um, dass sie mit der neuen Hardware kommunizieren können. Das wird ja auch gemacht, nur ist das natürlich auch mit Aufwand verbunden, das Spiel muss in seiner veränderten Form dann auch irgendwie zum Kunden - sprich man verkauft dem Kunden das Spiel einfach nochmal.
Wie gesagt: Ganz und grob und ins unreine gesprochen. Im Kern sollte es aber so passen, auch wenns nem studierten IT-ler bei der Beschreibung wahrscheinlich die Fußnägel aufrollt.
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