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Ausländer und Integration?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Cloud Strife schrieb:
Da kann man sich mal überlegen, ob es eben doch an einer gescheiterten Integration BEIDERSEITS liegt. Wenn "du" perspektivlos in irgendeiner Hintergasse aufwächst unter deinesgleichen, ist es schließlich auch sehr unwahrscheinlich, dass "du" schon im Kindesalter allein die Idee oder Möglichkeit hast, aus diesem Kreis auszubrechen.

Tja..."Ghetto"-Bildung vs tatsächlicher Integration.

Integration ist es sich an ein Land, seine Gegebenheiten und vor allem seine Menschen anzupassen und nicht eine "Schattengesellschaft" zu etablieren.
Der Fehler ist dabei, wie du schon erwähntest, klar auf beiden Seiten zu sehen.
 
Also ich wohne in Duisburg und vielleicht ca 10 KM vom berühmten Marxloh weg. Das ist ein ganzer Stadtteil mit einem Ausländeranteil von nahezu 100 Prozent. Dort ist es relativ schwierig als deutscher von einem Ende zum anderen Ende zu gelangen. Dort findet man ausschließlich türkische Läden. Das ist für mich ein gelungenes Beispiel für gänzlich verfehlte Integration. Das Problem ist hier sicherlich das diese auch von den Ausländern so gewollt ist und eine langsame Ausbreitung in alle anderen Stadteile statt findet. Man könnte als eigenen türkischen Staat in Deutschland bezeichnen.
Anders empfinde ich das in Berlin. Noch vor 3 Wochen da gewesen im tiefsten Kreuzberg. Auch hier ist der Ausländeranteil sehr hoch aber hier passiert dir als deutscher nichts. Da gehörst du einfach dazu. Das finde ich genial.
 
Ich persönlich bin froh, dass ich nicht das Schicksal habe, in einer Kultur zu leben und eine andere als die meine anerzogen bekommen zu haben. Mein Vater ist Grieche, aber mich bindet nichts an die griechische Gesellschaft. Oft höre ich, wie schade es ist, dass ich kein Griechisch könne und auch mit meinen dortigen Verwandten keine Verbindung habe. Doch ich empfinde das nicht als Defizit. Ich empfinde mich als 100% Deutsch und die dazugehörige Kultur empfinde ich als die meine. Trotz meines Nachnamens und meines eventuell nicht unbedingt arischen Aussehens, habe ich hier nie Nachteile erfahren oder mich diskriminiert gefühlt. Ich denke, das hat sicherlich auch mit meiner kompletten Assimliation zutun, wenn man das so nennen will. Und das empfinde ich als Vorteil.
 
silent breath schrieb:
Also ich wohne in Duisburg und vielleicht ca 10 KM vom berühmten Marxloh weg. Das ist ein ganzer Stadtteil mit einem Ausländeranteil von nahezu 100 Prozent. Dort ist es relativ schwierig als deutscher von einem Ende zum anderen Ende zu gelangen. Dort findet man ausschließlich türkische Läden. Das ist für mich ein gelungenes Beispiel für gänzlich verfehlte Integration.

Gibt es überhaupt irgendein NICHT radikales Konzept, so eine Situation noch zu "retten"?
 
Naja bei uns im Viertel gibts solche und solche .
Also viele hier sind integriert ... also sie sprechen unsere Sprache und akzeptieren unsere Lebensweise, suchen allerdings nur den Kontakt zu den eigenen Landsleuten.
Und genau das find ich z.B total falsch , denn so kann man zwar mehr oder weniger miteinander auskommen , aber ein Austausch wird SO nie stattfinden.
Und da wären wir schon bei der 2. Gruppe von Nachbarn hier im Haus und in den restlichen Häusern. Die total unzufrieden sind mit der deutschen Kultur und diese verachten , die nichtmal die Sprache beherrschen obwohl sie seid mehreren Generationen hier wohnen und die auch sonst nie grüßen oder ähnliches... was mich auch ziemlich aufregt , da die selbiges von uns erwarten würden wenn wir in deren Land ziehen würden.
Was ich ebenfalls als "Lücke" in der Integration ansehe ist das reden mit den Landsleuten in der Muttersprache ... Ich find wenn man hier lebt sollte man auch auf der Straße miteinander deutsch sprechen, hinter geschlossenen Türen is mir das Wumpe aber doch nicht in der Öffentlichkeit.
Und wo ich grad bei Muttersprache bin , viele von den (bsp. Türken) sprechen gar kein richtiges türkisch mehr, aber auch kein richtiges deutsch und da frag ich mich : Ist das vll eine Lücke die von der Politik geschlossen werden müsste?

Aber zur integration von Ausländern müssen natürlich auch wir was zu beitragen. Und ich find genau da hapert es zunehmend.. denn immer öfter hört man bei uns Sätze wie : Boah ey scheiss Ausländer nehmen uns die Arbeit weg.
Und da fängt z.B der Hass an. Oder auch so Kleinigkeiten wie banale Vorurteile tragen doch dazu bei dass die Menschen nie wirklich in unserem Land integriert werden können. Natürlich ist das nicht immer so , aber doch der Regelfall , weil sich die Kulturen und Religionen doch zu sehr unterscheiden und der Kontakt auch nich wirklich hergestellt wird. Ich kann von mir aus sagen ich habe viele gut integrierte Kollegen mit Migrationshintergrund. Das liegt aber daran weil die Eltern und die Kinder dafür sorgen dass der Kontakt zu Einheimischen da ist.. andersrum kenn ich viele Leute bei denen es nicht so ist und bei denen es auch nie so sein wird, weil die Erziehung nach dem Motto : Die sind böse die wollen wir nicht .. geschieht..

Man kann also abschliessend zusammenfassen dass es doch immer 2 Seiten der Medaille gibt ;)

Edit:
Die Situation von Silent haben wir in Dortmund auch .. schrecklich aber wahr .. schade eigentlich.. aber wie erwähnt suchen viele nur den Kontakt zu Landsleuten.

Und zu Urgs: Ich hab selbst z.B viele Jahre im Ausland gelebt und durfte eine andere Kultur kennenlernen und ich find sich zu integrieren ist echt gar nicht so einfach.
 
Ja. Und darüber hinaus sollten sie aufhören, bestimmten Klischees zu entsprechen und sich vom Gruppenzwang "ausländischer" Freunde lösen. Ich freue mich über jeden "Ausländer", der sich gegen alle Klischees stemmt und die Möglichkeit dieser Gesellschaft nutzt, sich selbst zu definieren, sich selbst kennenzulernen und nach seinen wirklichen Bedürfnissen zu leben. Ich will Türken, die Hip Hop hassen und auf Metal oder Britpop stehen und das auch zeigen. Ich will Araber, die für Gleichberechtigung demonstrieren und den Einkauf nachhause schleppen. Ich will Schwarzköppe, die den Kanakenslang verachten und ganz bewusst auf eine vernünftige Aussprache achten und ihre deutschen Mitschülern Nachhilfe geben. Ich will selbstbewusste junge "Ausländer", die sich nicht mit dem Bild zufriedengeben, das sie momentan abgeben und die sich mit ganzer Kraft, Humor und Kreativität daran machen, dieses Bild zu ändern. Ich will, dass diese Menschen sich endlich selbst befreien!
 
Urgs schrieb:
Ja. Und darüber hinaus sollten sie aufhören, bestimmten Klischees zu entsprechen und sich vom Gruppenzwang "ausländischer" Freunde lösen. Ich freue mich über jeden "Ausländer", der sich gegen alle Klischees stemmt und die Möglichkeit dieser Gesellschaft nutzt, sich selbst zu definieren, sich selbst kennenzulernen und nach seinen wirklichen Bedürfnissen zu leben. Ich will Türken, die Hip Hop hassen und auf Metal oder Britpop stehen und das auch zeigen. Ich will Araber, die für Gleichberechtigung demonstrieren und den Einkauf nachhause schleppen. Ich will Schwarzköppe, die den Kanakenslang verachten und ganz bewusst auf eine vernünftige Aussprache achten und ihre deutschen Mitschülern Nachhilfe geben. Ich will selbstbewusste junge "Ausländer", die sich nicht mit dem Bild zufriedengeben, das sie momentan abgeben und die sich mit ganzer Kraft, Humor und Kreativität daran machen, dieses Bild zu ändern. Ich will, dass diese Menschen sich endlich selbst befreien!

+1 Meine Rede ! :)
 
Muuhh schrieb:
und ich will weltfrieden und das ende der hungersnot.......

Das wäre zu leicht! :D

Im übrigen, wir reden hier ja nicht über Kapitalimus, sondern über Jugendliche, die den natürlichen Willen zur Veränderung ja eigentlich im Herzen tragen sollten.
 
Das was Urgs schreibt wäre natürlich toll, aber sowas scheitert echt daran, dass die Jugendlichen schon von kleinauf anders erzogen werden. Man müsste also eher bei den Eltern ansetzen, denn egal was man macht, die Kinder sind doch schon in frühen Jahren geprägt durch ihr Umfeld.
 
AryloN schrieb:
Das was Urgs schreibt wäre natürlich toll, aber sowas scheitert echt daran, dass die Jugendlichen schon von kleinauf anders erzogen werden. Man müsste also eher bei den Eltern ansetzen, denn egal was man macht, die Kinder sind doch schon in frühen Jahren geprägt durch ihr Umfeld.

In welcher Hinsicht erziehen denn die türkischen Vaddis in den Cafés oder an der Bande vom türkischen Provinzclub "Variable-x-spor" ihre Jungs? Ich denke eher gar nicht! Die Erziehung übernehmen die Jungs teilweise selbst und suchen sich ihre älteren Cousins/Brüder als Vorbild, wenn sonst keiner da ist.
 
ich hab mir den fred nicht durchgelesen, aber ich frag mich mitterweile echt, ob wir überhaupt nen integrationsproblem haben, oder ob wir im grunde die jetzige situation eben doch insgeheim so gewollt haben.

ich lebe in einer stadt mit vielen ausländern, man lebt so nebeneinander, nicht wirklich gemeinsam, aber es gibt auch keine größeren probleme. wenn jetzt mal nen paar jugendliche trouble machen, ja mei, man kanns auf die fehlende integration schieben. nur mag ich nicht glauben, dass mit 100%iger integration plötzlich trouble der vergangenheit angehört. nen grund dafür findet sich immer.
 
Urgs schrieb:
Ja. Und darüber hinaus sollten sie aufhören, bestimmten Klischees zu entsprechen und sich vom Gruppenzwang "ausländischer" Freunde lösen. Ich freue mich über jeden "Ausländer", der sich gegen alle Klischees stemmt und die Möglichkeit dieser Gesellschaft nutzt, sich selbst zu definieren, sich selbst kennenzulernen und nach seinen wirklichen Bedürfnissen zu leben. Ich will Türken, die Hip Hop hassen und auf Metal oder Britpop stehen und das auch zeigen. Ich will Araber, die für Gleichberechtigung demonstrieren und den Einkauf nachhause schleppen. Ich will Schwarzköppe, die den Kanakenslang verachten und ganz bewusst auf eine vernünftige Aussprache achten und ihre deutschen Mitschülern Nachhilfe geben. Ich will selbstbewusste junge "Ausländer", die sich nicht mit dem Bild zufriedengeben, das sie momentan abgeben und die sich mit ganzer Kraft, Humor und Kreativität daran machen, dieses Bild zu ändern. Ich will, dass diese Menschen sich endlich selbst befreien!

:dhoch:
Top Beitrag. Diesem Plädoyer ist eigentlich nix hinzuzufügen.
 
Urgs schrieb:
Ja. Und darüber hinaus sollten sie aufhören, bestimmten Klischees zu entsprechen und sich vom Gruppenzwang "ausländischer" Freunde lösen. Ich freue mich über jeden "Ausländer", der sich gegen alle Klischees stemmt und die Möglichkeit dieser Gesellschaft nutzt, sich selbst zu definieren, sich selbst kennenzulernen und nach seinen wirklichen Bedürfnissen zu leben. Ich will Türken, die Hip Hop hassen und auf Metal oder Britpop stehen und das auch zeigen. Ich will Araber, die für Gleichberechtigung demonstrieren und den Einkauf nachhause schleppen. Ich will Schwarzköppe, die den Kanakenslang verachten und ganz bewusst auf eine vernünftige Aussprache achten und ihre deutschen Mitschülern Nachhilfe geben. Ich will selbstbewusste junge "Ausländer", die sich nicht mit dem Bild zufriedengeben, das sie momentan abgeben und die sich mit ganzer Kraft, Humor und Kreativität daran machen, dieses Bild zu ändern. Ich will, dass diese Menschen sich endlich selbst befreien!

Eine Musikrichtung zu hassen ist natürlich wünschenswert. :dhoch:
 
@Urgs

:D

Hier an der Uni hab ich schon genug Muslima mit Kopftuch und Nasen-/Augenbrauenpiercing gesehen.
Ob sie aber Deutschen hinterherpfeifen, weiß ich nicht.
 
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