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Ausländer und Integration?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

@masterman

yo homie bin ganz deiner meinung :deal:

@urgs
ich glaube meine frühere version entspricht dem integrierten südländer den du gerne hättest.
bin damals mit drei deutschen, einem polen, einem russen und ein türke aufgewachsen. als ich dann mit meinen deutschen freunden aufs gymnasium versetzt wurde und meine türkischen freunde leider auf die hauptschule mussten war ich oft nur noch mit meinen deutschen freunden und dem polen unterwegs. wir gingen öfters skaten, hörten limp bizkit und eben so wie es später ist metal und gingen auf festivals wie rock am ring oder hurricane. waren also eigentlich eine "typisch" deutsche truppe.
im abi habe ich dann viele neue freundschaften in meiner theaterklasse geknüpft und hab dann schließlich mit meiner damaligen freundin beschlossen gemeinsam in hamburg theater zu studieren.

mit ca. 18 hat mich dann mein türkischer freund aus meiner kindheit zum hobby bodybuilding überredet und ich habe immer mehr zeit mit ihm und seiner truppe verbracht. ich habe mich in dieser truppe trotz meines nicht türkenkonformes(lange mähne, sehr hellhäutig) aussehens sehr aufgenommen gefühlt und mich mit den jungs immer besser verstanden. irgendwann kam es eben soweit dass ich fast nur noch mit diesen jungs unterwegs war, die später meine besten freunde wurden.
mit der zeit habe ich mich eben immer mehr geändert.meine damalige freundin hat mir damals immer gesagt ich würde "langsam zum kanacken mutieren" womit sie auch recht behielt: die langen haare kamen ab und die hellweiße haut wurde durch solariumbräume ersetzt. die metalkonzerte und festivals wurden durch diskobesuche ersetzt und die musikrichtung durch black/rnb und türkischem rock.

was aus der schauspielkarriere geworden ist? als ich meinem vater damals von den plänen erzählt habe gabs erstmal mächtig ärger weil er wollte dass ich einen anständigen beruf erlerne und er nicht die ganze zeit seinen arsch hier abgerackert hat damit er irgendwann mitererlebt wie sein sohn vllt. in der gosse landet.
ich habe es dann schließlich eingesehen...

tja, heute studiere ich wirtschaftswissenschaften und von meiner damaligen freundin habe ich nachdem ich mich von ihr getrennt habe(die ganze rumheulerei ihrerseits wurde mir irgendwann zuviel und ich hatte mich in eine komplett andere richtung entwickelt) nichts mehr gehört.
mein freundeskreis besteht mittlerweile zu 80% aus ausländern mit einer südländischen herkunft und ich fühle mich in meiner truppe pudelwohl und nachdem ich nun einige male etwas längere zeit in der türkei verbrachte habe, möchte ich wenn möglich nach meinem studium und einigen jahren berufserfahrung in die türkei auswandern.

ob ich finde dass ich gut integriert bin?
ja, obwohl ich heutzutage nicht mehr so viel mit der typisch deutschen kultur zu tun habe wie damals seh ich mich dennoch als einen gut integrierten türken denn schließlich habe ich von beide seiten kennengelernt und von beiden kulturen etwas mitgenommen.
 
Urgs schrieb:
Bei den sozial schwachen Ausländern schiebt man es zurecht auf ihre mangelnde Bildung, dem sozialen Millieu UND auf ihre Herkunft, einfach, weil sie dadurch eine weitere Komponente ins Spiel bringen, sei es auf der religiösen oder der traditionellen Schiene. Etwas, das deutschen sozial Schwachen auf ähnlichen Niveau meistens abgeht. Es sei denn, sie sind Neonazis und dann schiebt man es natürlich auch irgendwie auf die Herkunft.

Das du ein Mindestmaß an jugendkultureller und individueller Bandbreite in Deutschland grundsätzlich nur auf Gymnasien und Universitäten vermutest, erstaunt mich.

Das letzte HipHop-Konzert (eigentlich fühle ich mich dafür schon zu alt), war übrigens das Marteria-Konzert in der Columbiahalle. Überwiegend deutsche Jugendliche, kaum ausländische. Ich kann mich eigentlich an gar keine erinnern, habe aber auch nicht gezielt drauf geachtet. Zufall? Wenn man beachtet, wie sich Marteria inhaltlich positioniert? Betont tolerant gegenüber Frauen- und Homosexualität. Ein Mann der Gefühle zeigt und über sich selbst lachen kann und der sich bewusst gegen das vorherrschende Ideal des Gangster-Rappers entscheidet.
Meine Vermutung ist ja, dass viele von den kleinen Gangsta-Türken in meinem Kiez heimlich Marteria unter der Bettdecke hören, aber nie zum Konzert kommen würden, weil sie dann von ihren Freunden ausgelacht würden! :D Deswegen sage ich, steht auf und kauft euch ein Ticket!

Ich habe nicht grundsätzlich, sondern hauptsächlich geschrieben. Und ich betonte mehrmals, dass ich deine Individualität meine. Meiner Meinung nach mangelt es auch den Asi-Gangsta-Türken-Prolls nicht an Indivudualität, aber den Indie-alles-locker-alles-cool-Lifestyle findest du nun mal überwiegend auf Gymnasien und Universitäten.
Und ich bin mir sicher, dass du an Hauptschulen die Individualität, die du von Ausländern/Türken erwartest auch bei Deutschen selten finden wirst.

Und deine ganze Marteria-Argumentation finde ich sehr weit hergeholt. Die meisten Türken werden auch bestimmte Deutschrapper nicht hören, die frauenfeindlich sind.
Aber da du schon das Video vom Splash 2011 postest. Ich war da. Es fällt immer wieder auf wie wenig Ausländer, Araber/Schwarze, auf dieses HipHop-Festival gehen, obwohl gerade diese Kulturen einen erheblichen Beitrag zum Genre leisten.
Und wie sind die Leute da so? Nun ja, sie sind nett und gut drauf. Und ich habe in meinem Leben noch nie so viele Heil Hitlers gehört. Unter anderem von deutschen Artists. Natürlich nicht ernst gemeint, aber mich schreckt das schon ab. Ach, und ich schätze, dass der absolute Großteil zu den äußerst toleranten, respektvollen Marteria-Hörern gehört. :)
 
Kali schrieb:
ob ich finde dass ich gut integriert bin?
ja, obwohl ich heutzutage nicht mehr so viel mit der typisch deutschen kultur zu tun habe wie damals seh ich mich dennoch als einen gut integrierten türken denn schließlich habe ich von beide seiten kennengelernt und von beiden kulturen etwas mitgenommen.

Natürlich bist du gut integriert! Niemals würde ich dir vorschreiben wollen, mit welchen Leuten du deine Freizeit verbringst. Im Gegenteil, nachdem du offenbar jahrelang in die "deutsche" Kultur abgetaucht bist und sie kennengelernt hast, finde ich es um so wichtiger, dass du nun für dich ganz allein entschieden hast, was du wirklich sein willst. Und genau mit diesem Erfahrungsschatz bist du doch, davon gehe ich mal aus, für jüngere Türken in deinem Umfeld ein positives Beispiel. Sei was du sein möchtest, probiere dich aus und finde dich selbst.
Nein, wenn ich auf solche Typen wie dich treffe, die könnte ich sofort umarmen, weil ihr nämlich ein leuchtendes Beispiel seid. Der Gegenentwurf zu dem Ausländer-Bild, das die Medien beherrscht und das leider auf den Straßen noch zu oft zu sehen ist.

Ich bin dann mal raus aus der Diskussion. 3 Tage Fahrradtour warten auf mich. Türken auf Fahrradtour, hab ich auch noch nicht gesehen! :P
 
ich finds immer so albern, wenn Türken/Russen/Sonstwer zwingend nur Landsleute für die Partnerwahl in Frage kommen lassen....natürlich auch Grund der Problematik

wenn ich jetzt meine Erlebnisse ausm Fußball hier poste, werde ich eh nur bazongt :D
 
Urgs schrieb:
Kali schrieb:
ob ich finde dass ich gut integriert bin?
ja, obwohl ich heutzutage nicht mehr so viel mit der typisch deutschen kultur zu tun habe wie damals seh ich mich dennoch als einen gut integrierten türken denn schließlich habe ich von beide seiten kennengelernt und von beiden kulturen etwas mitgenommen.

Natürlich bist du gut integriert! Niemals würde ich dir vorschreiben wollen, mit welchen Leuten du deine Freizeit verbringst. Im Gegenteil, nachdem du offenbar jahrelang in die "deutsche" Kultur abgetaucht bist und sie kennengelernt hast, finde ich es um so wichtiger, dass du nun für dich ganz allein entschieden hast, was du wirklich sein willst. Und genau mit diesem Erfahrungsschatz bist du doch, davon gehe ich mal aus, für jüngere Türken in deinem Umfeld ein positives Beispiel. Sei was du sein möchtest, probiere dich aus und finde dich selbst.
Nein, wenn ich auf solche Typen wie dich treffe, die könnte ich sofort umarmen, weil ihr nämlich ein leuchtendes Beispiel seid. Der Gegenentwurf zu dem Ausländer-Bild, das die Medien beherrscht und das leider auf den Straßen noch zu oft zu sehen ist.

Ich bin dann mal raus aus der Diskussion. 3 Tage Fahrradtour warten auf mich. Türken auf Fahrradtour, hab ich auch noch nicht gesehen! :P

Ist ja auch schwul.

scnr :D
 
Bedingt hats auch was mit dem Thema zu tun.

http://www.spiegel.tv/#/filme/brennpunkt-neukoelln2/

Eigentlich muss man sich das anschauen, es geht um Neukölln und Schulden und Menschen in Neukölln. Manch Lacher ist aber auch drin, ich sag nur "Champagner" :lol: Ich hab übrigens auch 10 Jahre in Neukölln gelebt, mir wurde es dann irgendwann zu assi und zu arm und ich wollte in der Zeit hübsche Mädchen beim Einkaufen an der Kaisersschlange sehen und keine dicken Mamas verschleiert, das kann man mir aber jetzt auch nicht übel nehmen hoff ich. :D Ist schon ein hartes Pflaster geworden, am Anfang als ich hinzog war es lange nicht so wie heute, wobei sich jetzt ja Neukölln ein wenig ändert aber ne hässliche Gegend bleibt halt hässlich. Da wird auch nichts saniert und wer hat schon Lust auf diese ganzen 1€ billig Geschäfte, Wettbüros, Telefonläden und Teestuben. Da lob ich mir aber Kreuzberg, deutlich anders als Neukölln. Jetzt wohn ich in Friedrichshain, viel Touris, eigentlich nur junge Leute und Linke und wenn ich im Kaisers stehe dann macht das alles wieder Sinn. :grins: Und der Türke bei mit im Kiosk ist integriert, es gibt ja auch Türken die kein Bock auf die Neukölln Türken haben.
 
Ich hab mir 70 Minuten davon angeschaut. Teilweise richtig heftig. Überhaupt wurde das Bild in mir bestätigt, dass Lehrer die ärmsten Schweine sind. Mein damaliger Klassenvorstand erzählte uns beim Klassentreffen, dass die letzten Jahre der reinste Horror für die Lehrer waren und es noch immer ist. Wenn man 6-8 verschiedene Nationen in einer Klasse sitzen hat und Deutsch eine Fremdsprache ist, ist lehren nicht möglich. Ich frage mich auch, woher kommt diese Respektlosigkeit gegenüber den Lehrern? Hat das wirklich mit der Kultur zu tun? Das kann ich mir nicht vorstellen, weil es immer wieder Einheimische gab, die auch null Respekt gezeigt haben. Aber es waren Ausnahmen und bei Schulklassen mit höhere Immigranten-Anteil scheint dies häufiger der Fall zu sein. Ist es wirklich die Sprache die hier Aggressionen schafft, das Umfeld, die unterschiedlichen Kulturen oder etwas ganz anderes? Wäre es Neukölln "auch so", wenn es statt armen Ausländer, arme Deutsche dort leben würden?
 
Die älterem Türken wollen sich nicht integrieren weil sie die Sprache nicht sprechen lernen wollen. Wenn ein Türke gutes Deutsch spricht erkennt man eig. ob er sich integriert hat oder nicht. Das hat nichtmal was mit seinem Veralten zutun.
 
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Die älteren Türken? Interessant zu lesen. Sonst hört man immer wieder, dass die zweite, dritte Generation etc. sich nicht gut integriert, wobei dass den älteren besser gelungen sei. Als ein Grund wird unter anderem genannt, dass der Ausländeranteil viel höher ist als noch vor 20 Jahren und dadurch eine kulturelle oder sprache Integration nicht mehr erforderlich ist, was für mich auch irgendwie logisch klingt.

@frisell

:lol:
 
@Alle

Ich wollte den Leuten danken, die hier super mitgepostet haben! Heute hatte ich mein Referat und obwohl der von mir genannte Titel mehr als fragwürdig ist, konnte ich dank eurer Hilfe anscheinend ziemlich gut überzeugen :deal:

Ich danke der besten Community :dhoch: :grins:
 
"Warum sich Ausländer nicht integrieren wollen"

Mit meinem ersten Satz habe ich gleich gesagt, dass ich mit Absicht einen sehr provokativen Titel genommen habe, aber im Nachhinein ihn für absolut idiotisch halte. Sei's drum...

Alleine für die Idee mit meinen Konsolentreffbuddys dieses Thema anzugehen, wurde ich gelobt :headbang:
 
Ich hab da auch mal eine Frage vorrangig an all diejenigen unter euch, die in irgendeiner Weise einen Migrationshintergrund haben:

Ich bin, was Kultur und verschiedene Völker angeht, immer sehr interessiert und erweitere meinen Horizont am liebsten dadurch, dass ich mit den Menschen selbst spreche. Gerade dadurch, dass ich bei der Bundeswehr arbeite, treffe ich öfter auf Kameraden, die z.B. aus den ehemaligen Ostblockstaaten kommen, aus Russland oder Vorderasien.

Meine Frage ist nun:

Findet ihr es unhöflich, wenn man euch direkt fragt, wo ihr herkommt (oder eure Familien)? Ich muss sagen, dass ich oft nicht weiß, wie ich nach dem Migrationshintergrund fragen soll, weil ich immer befürchte, mein Gegenüber fühlt sich gleich beleidigt oder "anders". Mir persönlich kommt es auch einfach plump vor zu fragen "ey, aus welchem Land kommst denn du?" denn diejenigen sind ja in der Regel auch Deutsche, haben nen deutschen Pass, sind teilweise sogar hier geboren. Ich will ihnen natürlich nicht das Gefühl geben, dass ich sie nicht als Teil Deutschlands oder der Gesellschaft ansehe...ach ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Versteht wer, was ich meine?
 
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