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Amokläufe - Wieso, weshalb, warum?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Da kann man sich doch echt an den Kopf langen dass so etwas überhaupt verbreitet wurde dass der Junge das überhaupt hätte machen können, es gibt dort kein Cafe dass um die Uhrzeit offen hätte, da weiß sogar ich ohne dort zu sein aber Hauptsache so etwas ist Stand der Ermittlung, peinlich. Er wird also immer noch in Erwägung gezogen dass das so gewesen ist.
 
Dann wäre das Internet dran Schuld, bei Zensur in einer Demokratie muss ja für gute Gründe des kommenden Verbotes gesucht werden, um nix anderes geht es dort.
 
Mit einer Freundin von mir hatte ich am Wochenende ein Erlebnis, sie ist angehende Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin und arbeitet auch bereits aktiv mit Jugendlichen, die Lernschwächen oder ähnliche Probleme haben.

Die "bösen" Spiele kennt sie nur von Vorführungen auf dem Rechner ihres Bruders. Und sie ist der festen Überzeugung dass IMMER (und von diesem "immer" war sie auch nicht abzubringen) bei Jugendlichen ein Drang oder Verlangen nach solchen Szenen mitschwingt, wenn sie solche Spiele spielen.
Wir haben bestimmt eine Stunde über das Thema diskutiert, und ich hab bestimmt ne Menge, wenn auch nicht alle Register gezogen, aber sie blieb bei ihrer Meinung ... zwar ist sie auch der Überzeugung, dass Spiele nicht für diesen Amoklauf verantwortlich gemacht werden können, dennoch find ich diese Grundeinstellung einfach traurig und schade, und hätte nicht gedacht dass ich jemanden im Freundeskreis habe, der so eine Einstellung vertritt.

Ich hab mir am Tag darauf Gedanken gemacht, was ich ihr für ein Spiel zeigen könnte, das am besten demonstriert, dass es (zumindest mir) mehr um die Atmosphäre und das Szenario in diesen Spiele geht.
Ich lande immer wieder bei Halflife 2 ... aber ich fürchte selbst bei diesem würde sie abblocken, so unabrückbar vertrat sie ihre Ansicht.

So über meine Spielebibliothek schauend kam ich dann aber zu dem erschreckenden Ergebnis dass es wenige Spiele gibt die man wirklich unvermittelt jemandem zeigen könnte, der nicht durch die Jahrelange Entwicklung von Computerspielen in Punkte Grafik und Gameplay gegangen ist. Würde ich Sie mit einem Gears of War konfrontieren, einem Dead Space oder FEAR, wären direkt die Abwehr auf Volldampf ... und ich glaube sogar zurecht. Isoliert ist ein GoW einfach sehr brutal.
Selbst bei einem Darkness, das ich immernoch für ein Paradebeispiel in Punkte Atmosphäre halte (z.B. Apartmentszene mit der Freundin), würde die Frage kommen "Ja aber warum müssen denn da jetzt so viele Leute kommen ... und warum muss man die alle erschießen?" und spätestens beim ersten Biss der Darkness nach dem Herz würde ein lautes "ÜBERFLÜSSIG!" durch den Raum schallen. Würde ich ihr mit einem Call of Duty kommen würde die Frage kommen "Ja warum muss man denn den Weltkrieg nachspielen wollen?" und ganz ehrlich: Ich hätte keine passende Antwort darauf, die mich selbst zufrieden stellen würde. Mit Antikriegs-Argumenten wie bei einem "Full Metal Jacket" kann man nicht anfangen, dazu ist CoD zu reißerisch, zu überzogen und zu patriotistisch, und mit einem simplen "Weil das ein spannendes Szenario ist" würde zumindest ich auch nicht sehr weit kommen, weil ich mir genau die Frage des "Warums" bei Weltkriegsspielen selber stelle. Ich blende das historische Szenario bei CoD ehrlichgesagt beim zocken unterbewusst aus und kümmere mich eigentlich nur noch um die Gameplaymechaniken aus Zielen und Schießen.

Jetzt erweitere ich mal etwas das Eingangsthema:
Diese ganze Überlegung hat mich zu dem Punkt gebracht dass der Jahrelange Konsum von Spielen zumindest innerhalb dieses Mediums die Toleranzgrenze gegenüber Gewaltdarstellung sinken lässt, retrospektiv bemerke ich diese Entwicklung zumindest bei mir ... das Kettensägenevent eines GoW kratzt mich tatsächlich nicht mehr, und das schön länger nicht, bisher habe ich mir nur nie die Frage gestellt ob das so ist, weil ich seit Jahren diese Szenen in Spielen sehe und so oder so "alles" an Spielszenen schonmal gesehen habe, oder ob es einfach das fortschreitende Alter ist, das einen "über solchen Dingen" stehen lässt ... ich tendiere, um ehrlich sein ehr zu Ersterem.

Der wichtigste Punkt daran ist aber trotzdem, und das kann man gar nicht deutlich genug sagen, dass meine Einstellung gegenüber realer Gewalt und mein Einfühlvermögen gegenüber dem Leid anderer nicht, und auch wirklich KEIN STÜCK in der "realen" Welt gelitten hat.

/edit: Rechtschreibfehler behoben
 
Sicherlich stehen die Männlein im Spiel in keinem wirklichen Verhältnis zu ihrem realen Vorbild. Ich töte keine Menschen abends, ich schieße höchstens Pixel über den Haufen, mache aus ein paar Einsen ein paar Nullen.

Ob sich dadurch mein Standpunkt zu Gewalt in der realen Welt gegen Lebewesen verändert hat, kann ich nicht sagen, da ich mit praktischer Gewalt nicht in Berührung komme.
Dennoch stehe ich dazu, daß mir die Videospielgewalt bis zu einem gewissen Punkt Spaß macht und Befriedigung verschafft und ich denke nicht, daß das etwas ist, dessen man sich schämen müsste.
Ich kann mir sogar kaum ein besseres Mittel vorstellen, den Drang andere zu übertrumpfen, zu besiegen, seinen Willen durchzusetzen oder zu dominieren zu befriedigen. Sicher, diesen Drang hat nicht jeder und nicht jeder hat ihn in derselben Ausprägung, aber dennoch ist er keine Seltenheit bei Menschen.
 
Spunkie schrieb:
Die "bösen" Spiele kennt sie nur von Vorführungen auf dem Rechner ihres Bruders. Und sie ist der festen Überzeugung dass IMMER (und von diesem "immer" war sie auch nicht abzubringen) bei Jugendlichen ein Drang oder Verlangen nach solchen Szenen mitschwingt, wenn sie solche Spiele spielen.

Stimmt doch . Zumindest ich wollte als jugendlicher genau solche szenen wo das Blut sprizt .
Bei Männlichen Jugendlichen ist das aber IMO normal und das schadet auch nicht .

Wer hat sich früher nicht über die fatalatyis bei Mortal Kombat gefreut ? Das lässt ( bei mir zumindest ) im Alter wieder nach , ist aber nichts ungewöhnliches .
 
Zu Spunkie, natürlich könnte man ihr ein Rennspiel zeigen oder Oblivion und ein bisschen mit Zauber spielen. :D Auch Skate kann man zeigen. Natürlich kann man keinen Ego Shooter zeigen ohne, dass Geballert wird. Zeig mir ein Tennisspiel wo ich kein Tennis sehen muss. Und ich kann es total nachvollziehen dass ein Fremder beim Anblick eines Shooters ins Grübel kommt und es geschmacklos findet. Aber zeig einem Urwald Einwohner einen Spiegel. Der sieht auch erst den Teufel. Und natürlich härtet einen die Gewalt in Spielen ab. Gow einen zersägen? Eigentlich gerne wenns nicht so noobig wäre. :ugly: Wenn ich einen Horrorfilm sehe dann werd ich bei der Szene wie einer zersägt wird wegschauen, ich kann das nicht abhaben, das ist doch immer noch nach wie vor eklig, alleine die Vorstellung tut weh. Ich will damit sagen, ein Spieler kann Realität und Spiel weit besser unterscheiden als ein Außenstehender der das Gesehene für bare Münze nimmt. Blinde sollen nicht von der Farbe reden bitte. Ich geb auch keine Ratschläge zur Finanzkrise oder Kleinkind Erziehung.

Geballer ist nur mittel zum Zweck. Es geht um Reaktion und Zielen, Urinstinkte des Menschen das vom Jagen kommt, die Menschen haben ein ausgeprägten Spieltrieb. Wie der sich letztendlich äußert ist auch Wurscht, man schießt auch lieber ins Kreuzeck als direkt in die Mitte. Es geht in allem um Skill und nicht um die Gewalt im Falle eines Shooters. Manchen vielleicht. Aber wenns die Spiele nicht sind, prügeln sie sich halt oder was weiß ich, ärgern Katzen. Menschen die echte Gewalt anwenden wirds immer geben, egal was sie für ein Spiel spielen oder sie gegessen haben.
 
DaMeep schrieb:
Stimmt doch . Zumindest ich wollte als jugendlicher genau solche szenen wo das Blut sprizt .
Bei Männlichen Jugendlichen ist das aber IMO normal und das schadet auch nicht .

Stimmt schon irgendwo, aber sie konnte sich auch nicht wirklich vorstellen, dass es Jugendliche gibt, die Monatelang CounterStrike oder Gears oder was auch immer im Multiplayer spielen, weil es NUR um den Wettkampfgedanken geht, so normal und nicht-gewaltgeil wie in jedem Schachclub ...

pil schrieb:
Ich will damit sagen, ein Spieler kann Realität und Spiel weit besser unterscheiden als ein Außenstehender der das Gesehene für bare Münze nimmt.

Guter Satz.
 
pil schrieb:
Wenn ich einen Horrorfilm sehe dann werd ich bei der Szene wie einer zersägt wird wegschauen, ich kann das nicht abhaben, das ist doch immer noch nach wie vor eklig, alleine die Vorstellung tut weh. Ich will damit sagen, ein Spieler kann Realität und Spiel weit besser unterscheiden als ein Außenstehender der das Gesehene für bare Münze nimmt. Blinde sollen nicht von der Farbe reden bitte. Ich geb auch keine Ratschläge zur Finanzkrise oder Kleinkind Erziehung.

Ich finde die Gewaltdarstellung in Filmen und Serien viel schlimmer als in Spielen. Und selbst wenn die Körper platzen wie Luftballons ist das kein Vergleich zu Filmen wie SAW. Den 3.Teil hab ich nach 10 Minuten ausgemacht weil ich das gezeigte einfach nur abstossend und menschenverachtend empfand. Neulich hat sich in Nip/Tuck eine Frau die Brust mit einem elektrischen Messer abgeschnitten, wer da hinguckt ist selber schuld.
Auf einen Aussenstehenden kann es natürlich befremdlich wirken wenn man voller Genuss Kopfschüsse verteilt und beim zersägen lauthals am jubeln ist. :D
 
Spunkie schrieb:
pil schrieb:
Ich will damit sagen, ein Spieler kann Realität und Spiel weit besser unterscheiden als ein Außenstehender der das Gesehene für bare Münze nimmt.

Guter Satz.

Quoted for truth!


Und deshalb sollte in jede öffentliche Diskussion ein Teilnehmer eingebunden werden, der aktiv spielt, und nciht nur ein best of der grausamsten Szenen auf Video gezeigt bekommen hat, die komplett aus dem Zusammenhang gerissen wurde.
Wäre ja so, als würde man sich eine Meinung über "Soldat James Ryan" bilden, nachdem man einen Zusammenschnitt der Splatterszenen vom Anfang gesehen hat...
 
el_barto schrieb:
Spunkie schrieb:
pil schrieb:
Ich will damit sagen, ein Spieler kann Realität und Spiel weit besser unterscheiden als ein Außenstehender der das Gesehene für bare Münze nimmt.

Guter Satz.

Quoted for truth!


Und deshalb sollte in jede öffentliche Diskussion ein Teilnehmer eingebunden werden, der aktiv spielt, und nciht nur ein best of der grausamsten Szenen auf Video gezeigt bekommen hat, die komplett aus dem Zusammenhang gerissen wurde.
Wäre ja so, als würde man sich eine Meinung über "Soldat James Ryan" bilden, nachdem man einen Zusammenschnitt der Splatterszenen vom Anfang gesehen hat...
Mein Vater ist genauso , nur das er nach den ersten 5min umgeschaltet hat :lol:
Und als ich meinte das man dann viele Actionfilme ja auch verbieten müßte , meinte er das er das gut finden würde :roll:
Übrigens hat er dann am selben Tag noch ertält das man sich in seiner Jugend noch mit Luftdruckgewehren beschossen hat :lol:
 
Genau, was meinste was wir mit den Locusten machen würden wenn die uns angreifen, da seh ich Pfeiffer persönlich, wie er per Fußstampf den Kopf des Locust zum Platzen bringt. :D

Saw 3 hab ich auch ausgemacht und James Ryan fand ich zu widerlich, ich will das nicht sehen.
 
Irgendwie versucht man da IMO auch gegen die Natur des Menschen zu arbeiten .
Früher haben Jugendliche ganz selbstvertändlich mit Luftdruck gewehren gespielt und heute sind sogar Erbsenpistolen verboten . Die gabs früher für 5DM bei woolworth :lol:
Und wir haben uns auch Ktschies gebaut ( kA wie man das schreibt , das ist so eine Art steinschleuder ) .
Das gehört einfach dazu , das ist nicht neues wogegen man ankämpfen müßte .
Und Shooter sind da sogar noch weit ungefährlicher als das was man früher so getrieben hatte .
 
Das Problem ist, daß heute vielerorts scheinbar schon das allgemeine Gekebbele, daß kleine Jungs seit tausenden von Jahren betreiben, als rotschrillendes Alarmsignal für latente Gewalttätigkeit angesehen wird. Ich kann es nur immer wiederholen: Wir sind keine rein pazifistischen Lebewesen, sowas ist vollkommen normal für uns, nur daß das eben viele mittlerweile vergessen zu haben scheinen.
 
pil schrieb:
Und zwar als ich mit voller Wucht mit meiner Fußspitze den Fußball schießen wollte aber den aufgerauhten Beton traff und ich keine Schuhe anhatte. :ugly:

Ich meinte damit eigentlich eher die ganzen "spielzeug waffen" , aber gut ich hab vom Fussball auch ein Kaputtes Knie :tip:

btw.
Was mir grade einfällt . Mein Vater hatte mir als 14 Jähriger damals Doom besorgt und mir auch zugesehen .
Aber heute ist er ( IMO dank der Medien ) gegen solche spiele .
Er fand auch Counterstrike mal interessant , es war ihm nur zu schnell und hektisch . Heute heisst es nur Counterstike ist doch so ein Killerspiel oder ? :skep: ( <-das ist sein blick dabei ) .
Und mein Vater ist eigentlich ein Intelligenter Mensch , der nicht leicht beeinflussbar ist .
 
Spunkies Text ist super geschrieben und könnte auch fast 1:1 von mir stammen. Nur dann wäre es sicher nicht so stilvoll geschrieben ;)
Ich finde es toll wie er sein eigenes Hobby so kritisch betrachtet --> Bewertung
 
Ich gucke grade die Phönix runde .
Und da holt doch tatsächlich Armin Laschet, NRW-Familienminister (CDU) die eisen aus dem Feuer .
Herr Pfeifer hat sene meinung übrigens wieder geändert die die Spiele sind doch schuld :lol:
 
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