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Amokläufe - Wieso, weshalb, warum?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Und du kannst auch bitte sachlich mit mit diskutieren, ohne mich als bekloppt zu bezeichnen, ich bleibe hier auch sachlich und greifen niemanden persönlich an...
 
Seine Familie ist anscheinend wohlhabend. Es ist irgendwie komisch, dass es meist die Kinder sind, denen es an nichts fehlt - rein materiell gesehen. Was ihm psychisch gefehlt hat, wird man wohl niemals rausfinden.
 
Keymaker schrieb:
Nicht, dass ich es beantworten könnte, aber ich stelle mir vor, dass es eben eine Verzweiflungstat ist. Hilflosigkeit gehört wohl zu den schlimmsten Zuständen, die es zu ertragen gibt. Der Amoklauf erscheint das einzige Mittel, sich Luft und Gehör zu verschaffen, auf diese "Ungerechtigkeit" erzwungenermassen hinzuweisen. Zufällige Opfer (Chaosherrschaft) ist damit auch am schlimmsten/effektivsten, da es einfach nur tragisch ist.

Nicht nachvollziehbar für mich, aber ich bin schliesslich kein Psychologe...;)

Nett, das die seinen nachnamen genannt haben. Zwei Klicks im Internet, und schon hat man die Adresse und die telefonnummer der Familie des Täters...:nein:
 
EnemyOfTheStates schrieb:
Seine Familie ist anscheinend wohlhabend. Es ist irgendwie komisch, dass es meist die Kinder sind, denen es an nichts fehlt - rein materiell gesehen. Was ihm psychisch gefehlt hat, wird man wohl niemals rausfinden.

Zuneigung!? Bestätigung!? Liebe!? Fürsorge!?
Mit Kleingeld kuscheln ist nicht wirklich prall! Für kein Kind!
 
Seo schrieb:
Keymaker schrieb:
Nicht, dass ich es beantworten könnte, aber ich stelle mir vor, dass es eben eine Verzweiflungstat ist. Hilflosigkeit gehört wohl zu den schlimmsten Zuständen, die es zu ertragen gibt. Der Amoklauf erscheint das einzige Mittel, sich Luft und Gehör zu verschaffen, auf diese "Ungerechtigkeit" erzwungenermassen hinzuweisen. Zufällige Opfer (Chaosherrschaft) ist damit auch am schlimmsten/effektivsten, da es einfach nur tragisch ist.

Nicht nachvollziehbar für mich, aber ich bin schliesslich kein Psychologe...;)

Ich auch nicht. Aber ich würde es trotzdem gerne besser verstehen ;)
 
EnemyOfTheStates schrieb:
. Es ist irgendwie komisch, dass es meist die Kinder sind, denen es an nichts fehlt - rein materiell gesehen. Was ihm psychisch gefehlt hat, wird man wohl niemals rausfinden.

Genau das ist der Punkt.
Viele wohlhabende Eltern haben für ihr Kind wenig Zeit (Arbeit hier, Arbeit da), und es verkommt zum Schlüsselkind. Dann fangen die Eltern an, ihre pädagogischen Defizite mit Geld und materiellem Reichtum überdecken zu wollen, übersehen aber, dass die Psyche des Kindes dabei arm wie ein Schluckspecht bleibt.
So entwickeln die Kinder ein mangelhaftes Bindungsgefüge zu ihren Eltern, was von klein auf Verhaltensstörungen, Minderwertigkeitsgefühle oder Einsamkeit mit sich bringen kann.
Und in so einer Tat kann das dann gipfeln.

Kinder brauchen kein Luxus, sondern das Gefühl, von den Eltern geliebt zu werden und daheim geborgen zu sein. Und das fehlt insbesondere bei wohlhabenden Eltern überdurchschnittlich oft.
 
Bexter schrieb:
Gefängnis ok, befürworte ich - dann aber bitte lebenslänglich.
Was den Tod angeht, bin ich immer noch dagegen.
Du kannst mir nicht erzählen, dass jemand, der so eine Tat vollzieht, nicht selber damit rechnet, sein Leben nun abzuschließen. Es ist psychologisch erwiesen, dass viele Amokläufer vor ihrer Tat mit dem Leben abgeschlossen haben und nur noch Leute mit in den Tod reißen möchten, bevor sie selber sterben.

Also wo ist da die Gerechtigkeit, dass jemand, der sich eh den Tod wünscht, noch Menschen mitnehmen kann und dann eh bekommt, was er sich wünscht - also den Tod.

Die Frage lautet vielleicht: Was willst du tun, um die Gerechtigkeit wiederherzustellen? Was macht den Tod eines (oder mehrer) Menschen wieder gerecht?
 
Bexter schrieb:
Gefängnis ok, befürworte ich - dann aber bitte lebenslänglich.
Was den Tod angeht, bin ich immer noch dagegen.
Du kannst mir nicht erzählen, dass jemand, der so eine Tat vollzieht, nicht selber damit rechnet, sein Leben nun abzuschließen. Es ist psychologisch erwiesen, dass viele Amokläufer vor ihrer Tat mit dem Leben abgeschlossen haben und nur noch Leute mit in den Tod reißen möchten, bevor sie selber sterben.

Also wo ist da die Gerechtigkeit, dass jemand, der sich eh den Tod wünscht, noch Menschen mitnehmen kann und dann eh bekommt, was er sich wünscht - also den Tod.

Die Gerechtigkeit kommt, auch wenn sie nicht so leicht ersichtlich ist. Ich glaube, dass sich irgendwann alles ausgleicht (Gesetz der Polarität). Erschießen, um die Gesellschaft von ihm zu befreien - ok. Ihn foltern oder ähnliches fordern nur Leute, die anscheinend noch nicht viel über so was nachgedacht haben. Ist ja schön und gut, dass ihr Gerechtigkeit fordert, aber durch Foltern wäre niemandem geholfen, im Gegenteil, man macht dadurch nur noch mehr Schaden.

Ist nur meine Meinung. Und eins noch: Dass hier manche nichts besseres zu tun haben, als darum zu fürchten, dass ihr geliebter medialer Gewaltkonsum wieder mal ein Thema sein könnte im Angesicht einer solchen Schreckenstat, finde ich überaus erschreckend und geschmacklos.
 
Du, darauf habe ich leider keine Antwort, darauf gibt es vermutlich leider auch keine Antwort.
Ich kann nur aus meiner Sicht heraus beurteilen, was in meinen Augen ungerecht ist.
Was mit so einem Menschen dann passieren sollte - ich möchte mich nicht anmaßen, darüber zu urteilen.
 
el_barto schrieb:
EnemyOfTheStates schrieb:
. Es ist irgendwie komisch, dass es meist die Kinder sind, denen es an nichts fehlt - rein materiell gesehen. Was ihm psychisch gefehlt hat, wird man wohl niemals rausfinden.

Genau das ist der Punkt.
Viele wohlhabende Eltern haben für ihr Kind wenig Zeit (Arbeit hier, Arbeit da), und es verkommt zum Schlüsselkind. Dann fangen die Eltern an, ihre pädagogischen Defizite mit Geld und materiellem Reichtum überdecken zu wollen, übersehen aber, dass die Psyche des Kindes dabei arm wie ein Schluckspecht bleibt.
So entwickeln die Kinder ein mangelhaftes Bindungsgefüge zu ihren Eltern, was von klein auf Verhaltensstörungen, Minderwertigkeitsgefühle oder Einsamkeit mit sich bringen kann.
Und in so einer Tat kann das dann gipfeln.

Kinder brauchen kein Luxus, sondern das Gefühl, von den Eltern geliebt zu werden und daheim geborgen zu sein. Und das fehlt insbesondere bei wohlhabenden Eltern überdurchschnittlich oft.

Denke, es muss nicht so sein (wie gehabt, wir sind keine Psychologen), aber es klingt auch für mich plausibel. Soweit ich weiss, geschehen die meisten grundlegenden psychischen Störungen in der Kindheit, was dann vom Kind u.U. über Jahrzehnte unterdrückt werden kann und/oder irgendwann durch einen Impuls zur Eskalation führt...
 
Wir sollten aufhören über die Gründe aus seinem Umfeld zu spekulieren. Kann doch eh keiner sagen, sollen sich erstmal die Experten drum kümmern.
 
Bexter schrieb:
Du, darauf habe ich leider keine Antwort, darauf gibt es vermutlich leider auch keine Antwort.
Ich kann nur aus meiner Sicht heraus beurteilen, was in meinen Augen ungerecht ist.
Was mit so einem Menschen dann passieren sollte - ich möchte mich nicht anmaßen, darüber zu urteilen.

Ich wollte dich damit auch nicht angreifen, ich hätte ja auch jemand anders zitieren können. Aber da explodiere ich manchmal, wenn jemand ernsthaft mittelalterliche Foltermethoden fordert, weil es doch wohl logisch ist, dass uns das auch ins Mittelalter zurückhieven würde. Gewaltverbrechen gibt es leider, aber man kann Gewalt nicht einfach mit Gegengewalt eindämmen.

In dem Punkt, dass es für den Täter wohl am besten ist, wenn er erschossen wird, geb ich dir aber Recht. Ich finde aber auch, dass das allgemein für die Gesellschaft am besten ist.
 
@Sir N: Deshalb habe ich oben auch noch mal geschrieben, dass ich mich nicht anmaßen möchte, darüber zu entscheiden, weil ich nicht das Recht dazu habe. Ich kann mich nur versuchen in solch eine Situation hinein zu versetzen, wie ich aus meiner Sicht heraus so etwas beurteile und bei mir staut sich eine enorme Wut auf, wenn ich so etwas sehe.
Ich bewerte dies für mich selber auch nicht gerade als positiv, aber meine halt eben auch, dass der Tod für so einen Täter dann zu einfach ist.

Darüber zu entscheiden, ihn wie die Kuh durchs Dorf zu treiben - nein danke, das könnte ich niemals.

Aber man sieht doch auch an dem aktuellen Fall des freigelassenen pädophilen Vergewaltigers, wie schnell der Mob aufgebracht ist und kurz vor der Selbstjustiz steht - auch nicht gerade besser, auch wenn ich die Menschen verstehen kann, nehmen sie sich ein Recht heraus, das ihnen nicht zusteht.
 
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