pil schrieb:
Die Kritik sollte in diesem Falle dem Täter gelten. Es gibt einfach keine Rechtfertigung für einen Amoklauf. Er spricht zwar gewisse Dinge an die manch Mensch zu solchen Taten hinreißen hat lassen, das stimmt, aber er rechtfertigt gewissenraßen die Tat und das ist falsch. Die Zielgruppe denkt jetzt wie wenn sie das hören? Die bösen Anderen oder der böse Amokläufer? Insich gekehrte Menschen ohne sozialen Austausch verrennen sich oft da es keine Kritik gibt. Soll er ein Lied über selbstreflektion machen, das wäre goil.
100% Zustimmung!
Das Nennen solcher Defizite im gesellschaftlichen Umfeld des (im Falle des Liedes: fiktionalen) Täters bewirkt, dass die Verantwortung der Täter für ihre furchtbaren Taten relativiert wird. Letztlich liegt der Fehler in den Tätern(verstörte Persönlichkeit, defizitäre Identitätsarbeit, Normen für friedlichen Konfliktaustrag wurden nicht gelernt etc.).
Andererseits müssen gesellschaftliche Probleme, wie frustrierende Sozialbeziehungen an Schulen(und anderswo), mangelnde Fürsorge der Eltern, Vereinsamung etc., irgendwo analysiert und angegangen werden, jedoch glaube ich nicht, dass Kaas dafür die Kompetenzen hat und sein Song das dafür passende Instrument ist.