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Amokläufe - Wieso, weshalb, warum?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Auf wie viele Jugendliche passt das Lied denn? 10 Millionen? Nur 5 Millionen? Sollen die sich alle mit dem Amokläufer identifizieren? Ist das wirklich klug und sinnvoll? Ich glaube nicht TIm. Genau der Part fehlt nämlich, der Text passt einfach auf viel zu viele Menschen und die Gründe müssen noch viel tiefgreifender sein als wie dort beschrieben.
 
Loomit schrieb:
Das mag sein. Aber dafür kann ein Künstler doch nix.

Kunst kommt von können. Wer massig vulgäre Wörter in einem "Reim" sprechen kann, ist alles aber sicherlich kein Künstler.

Gut, und wieder dreh ich das Argument um:
Wer Software programmiert, die sich um das Erschießen von Menschen dreht, macht sicher alles, aber kein schützenswertes Kulturgut.

Merkste was?

der Text passt einfach auf viel zu viele Menschen und die Gründe müssen noch viel tiefgreifender sein als wie dort beschrieben.
Natürlich sind die Gründe noch tiefgreifender, aber der Song ist auch keine wissenschaftliche Abhandlung ;)
Aber: Er spricht die Grundthemen an, die man untersuchen sollte, wenn man vom Aktionismus weg- und zu wahrer Problemlösung hinkommen will.
Was er NICHT macht, ist konkrete Lösungsvorschläge anzubieten, aber das wäre auch zuviel verlangt ;)
 
pil schrieb:
Die Kritik sollte in diesem Falle dem Täter gelten. Es gibt einfach keine Rechtfertigung für einen Amoklauf. Er spricht zwar gewisse Dinge an die manch Mensch zu solchen Taten hinreißen hat lassen, das stimmt, aber er rechtfertigt gewissenraßen die Tat und das ist falsch. Die Zielgruppe denkt jetzt wie wenn sie das hören? Die bösen Anderen oder der böse Amokläufer? Insich gekehrte Menschen ohne sozialen Austausch verrennen sich oft da es keine Kritik gibt. Soll er ein Lied über selbstreflektion machen, das wäre goil. :D

100% Zustimmung!
Das Nennen solcher Defizite im gesellschaftlichen Umfeld des (im Falle des Liedes: fiktionalen) Täters bewirkt, dass die Verantwortung der Täter für ihre furchtbaren Taten relativiert wird. Letztlich liegt der Fehler in den Tätern(verstörte Persönlichkeit, defizitäre Identitätsarbeit, Normen für friedlichen Konfliktaustrag wurden nicht gelernt etc.).
Andererseits müssen gesellschaftliche Probleme, wie frustrierende Sozialbeziehungen an Schulen(und anderswo), mangelnde Fürsorge der Eltern, Vereinsamung etc., irgendwo analysiert und angegangen werden, jedoch glaube ich nicht, dass Kaas dafür die Kompetenzen hat und sein Song das dafür passende Instrument ist.
 
Sicher ist die Ausdruckswiese nicht die , die wir wählen würden .
Aber IMO verherlicht dieser Song in keinster weise einen Amoklauf , er beschreibt die gefühle und gedanken eines jungen Menschen der sich ungerecht behandelt fühlt .
Der song beschreibt nicht mehr und nicht weniger und das was er beschreiben will macht er IMO gut .
 
elterrible schrieb:
pil schrieb:
Die Kritik sollte in diesem Falle dem Täter gelten. Es gibt einfach keine Rechtfertigung für einen Amoklauf. Er spricht zwar gewisse Dinge an die manch Mensch zu solchen Taten hinreißen hat lassen, das stimmt, aber er rechtfertigt gewissenraßen die Tat und das ist falsch. Die Zielgruppe denkt jetzt wie wenn sie das hören? Die bösen Anderen oder der böse Amokläufer? Insich gekehrte Menschen ohne sozialen Austausch verrennen sich oft da es keine Kritik gibt. Soll er ein Lied über selbstreflektion machen, das wäre goil. :D

100% Zustimmung!
Das Nennen solcher Defizite im gesellschaftlichen Umfeld des (im Falle des Liedes: fiktionalen) Täters bewirkt, dass die Verantwortung der Täter für ihre furchtbaren Taten relativiert wird. Letztlich liegt der Fehler in den Tätern(verstörte Persönlichkeit, defizitäre Identitätsarbeit, Normen für friedlichen Konfliktaustrag wurden nicht gelernt etc.).
Andererseits müssen gesellschaftliche Probleme, wie frustrierende Sozialbeziehungen an Schulen(und anderswo), mangelnde Fürsorge der Eltern, Vereinsamung etc., irgendwo analysiert und angegangen werden, jedoch glaube ich nicht, dass Kaas dafür die Kompetenzen hat und sein Song das dafür passende Instrument ist.

OK , dann lassen wir die gefühle dieser jungen Menschen halt einfach außen vor und zeigen mit dem Figer auf den Täter und die Spiele . :kaffee:
 
Loomit schrieb:
el_barto schrieb:

Ja, du weichst aus und möchtest nicht zwischen echter Kunst und pubertärem Gesabbel unterscheiden. ;)

Ich habe nicht gesagt das Shooter Kulturgut sind.

Ich weiche überhaupt nicht aus ;)
Ich sage nur, dass die Argumentation, das Lied schlecht zu machen, genau die Argumentation ist, die Beckstein, Pfeiffer und Co zum Verbot von gewalthaltigen Spielen einsetzen ;)


Ich will mich auch nicht drüber streiten, ob das Lied "Kunst" ist, sondern nur klarmachen, dass eine Verteufelung dieses Liedes das selbe ist wie eine Verteufelung von Spielen. Es bringt nix, ist Aktionismus und ändert nichts an den wahren Ursachen.

EDIT: Niemand behauptet, dass das Lied Hochliteratur ist. Es bringt nur die Gedanken eines Täters in rein subjektiver Form zum Ausdruck und sollte allein deswegen schon zum Nachdenken anregen, egal ob er sich vulgär ausdrückt oder nicht.

Kinners, ihr könnte doch nicht auf allen Killerspiel-Gegnern rumhacken und dann die selbe Denke wie die bei anderen Medien an den Tag legen...
 
Die Inszenierung von z.B. CoD4 ist in meinen Augen aber Kunst und somit auch Kulturgut...

offiziell isses ja schon länger:

"Wie der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen GAME gestern mitteilte, sind sie ab sofort Mitglied des Deutschen Kulturrates."
 
Warum ist es denn so schwer zu verstehen, das er einfach nur die Gedanken eines Amokläufers in das Lied packen wollte. Da kommen halt auch vulgäre Wörter vor.

Zimtzicke schrieb:
Und ich muss mich wahrscheinlich auch nicht weit aus dem Fenster lehnen wenn ich glaube, dass 90% der begeisterten Hörer dieses Liedes die angebliche Sozialkritik garnicht erkennen...

Die nächsten Kondolenz-Videos (für den Amokläufer wohlgemerkt) werden dann wohl mit KAAS hinterlegt sein. :kaffee:

Sind 90% aller Hörer also zu Dumm?
 
Na aber eben diese Personen sind es doch die zur Verrohung unserer Jugend beitragen. Deren Texte so primitiv sind das ich nicht länger als 20 sek. zuhören kann. Schau dir das Klientel an das diese Jungs auch noch unterstützt, nichts weiter als Luft im Hirn. Dazu die geballte Inkompetenz von Sendern wie RTL und Konsorten und fertig ist der nächste Amokläufer. Ich sehe die Schuld zu 80% in den Medien und 20% beim Staat. Und nein, Ego Shooter zähle ich nicht dazu. Wir alle haben Cowboy und Indianer gespielt.
 
robat schrieb:
Die Inszenierung von z.B. CoD4 ist in meinen Augen aber Kunst und somit auch Kulturgut...

offiziell isses ja schon länger:

"Wie der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen GAME gestern mitteilte, sind sie ab sofort Mitglied des Deutschen Kulturrates."

Ja im Kulturrat, aber wurde nicht als Kunst anerkannt.
 
pil schrieb:
Auf wie viele Jugendliche passt das Lied denn? 10 Millionen? Nur 5 Millionen? Sollen die sich alle mit dem Amokläufer identifizieren? Ist das wirklich klug und sinnvoll? Ich glaube nicht TIm. Genau der Part fehlt nämlich, der Text passt einfach auf viel zu viele Menschen und die Gründe müssen noch viel tiefgreifender sein als wie dort beschrieben.

Wer identifiziert sich mit dem Amokläufer?!? Das verstehe ich nicht!
Ich lese hier nur über verzweifelte Gefühle und die daraus entstehenden
Gewaltphantasien, die der ein oder andere Fehlgeleitete dann auch umsetzt!

cya
 
Loomit schrieb:
Na aber eben diese Personen sind es doch die zur Verrohung unserer Jugend beitragen.

Und Beckstein/Pfeiffer sagt, dass Spiele zur Verrohung der Jugend beitragen.
Was unterscheidet deine Meinung in der Grundsubstanz von deren Meinung? Gar nichts.

Die Schuld ist in Verwahrlosung durch Eltern, überforderte/inkompetente Lehrer und ähnlichen Faktoren zu suchen.
Wer von klein auf Medienkompetenz beigebracht bekommt, wird auch durch die ach so schlimmen Medien nicht zum Täter...
Und wer ist für Medienkompetenz zuständig? Richtig, in allererster Linie die Eltern, und danach die Lehrer durch professionelles pädagogisches Verhalten, zu dem ihnen Zeit oder Fähigkeiten fehlen.

Medien, darunter auch Spiele und Musik, können das Fass zum überlaufen bringen, aber sie können niemals Ursache für solches Verhalten sein.
 
elterrible schrieb:
DaMeep schrieb:
OK , dann lassen wir die gefühle dieser jungen Menschen halt einfach außen vor und zeigen mit dem Figer auf den Täter und die Spiele . :kaffee:

Reifer Beitrag:dhoch:

Aber schön passen zu deinem populistischen Beitrag ;)

Hier wird ständig gejammert das man den Spielen nicht die Schuld geben darf , die können ja garnichts dafür . Hier wird bei diesem lied jezt genauso reagiert wie es herr Beckstein und co. bei spielen tun . Sie sehen nur gewalt , verstehen es nicht -> gehört verboten .

Man kann natürlich über solche Lieder diskutieren und sich auch fragen ob das die richtige art und weise ist an das thema herran zu gehen . Aber so wie jezt ist das keine diskussion sonder Hetze .
Hier gilt doch wieder das selbe wie bei spielen , auch da gibt es Menschen die darin ihre tötungs fantasien ausleben . Genauso wird es bei dem Lied auch Menschen geben die damit auf kranke art und weise einen Mörder feiern . Das darf angesprochen werden , aber ist noch lange kein grund Mistgabel und Fackel aus dem Schuppen zu holen .
 
Wer von klein auf Medienkompetenz beigebracht bekommt, wird auch durch die ach so schlimmen Medien zum Täter...

Wie willst du das denn anstellen wenn sie keine Kompetenz mehr besitzen? Da wird nur noch gelogen und verdreht das sich die Balken biegen und selbst die Öffentlich-Rechtlichen sind auf diesen Zug aufgesprungen ohne es bemerkt zu haben.
 
Loomit schrieb:
Wer von klein auf Medienkompetenz beigebracht bekommt, wird auch durch die ach so schlimmen Medien nicht zum Täter...

Wie willst du das denn anstellen wenn sie keine Kompetenz mehr besitzen? Da wird nur noch gelogen und verdreht das sich die Balken biegen und selbst die Öffentlich-Rechtlichen sind auf diesen Zug aufgesprungen ohne es bemerkt zu haben.

Ich glaube, du verstehst den Begriff "Medienkompetenz" nicht

http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkompetenz

Es geht darum, Medien für sich effektiv, distanziert, kritisch und gewinnbringend zu nutzen und sich nicht ohne Reflektion davon beeinflussen zu lassen ;)
Diese Kompetenz (richtiger Umgang mit Medien und Infos daraus) muss eben von den Erziehenden gelehrt werden.

Der Begriff sagt nichts über den Inhalt oder die Qualität der Medienlandschaft aus.
 
Loomit schrieb:
Das mag sein. Aber dafür kann ein Künstler doch nix.

Kunst kommt von können. Wer massig vulgäre Wörter in einem "Reim" sprechen kann, ist alles aber sicherlich kein Künstler.
Kunst im rechtlichen Sinne und nur das ist hier relevant ist eben gerade kein Qualitätsmerkmal. Die freie schöpferische Gestaltung ist maßgeblich und dem Staat steht es gerade nicht, einseitig zu definieren, was Kunst ist und somit auch einseitig die Reichweite der Kunstfreiheit zu bestimmen.
 
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