pil schrieb:
Die Kritik sollte in diesem Falle dem Täter gelten. Es gibt einfach keine Rechtfertigung für einen Amoklauf. Er spricht zwar gewisse Dinge an die manch Mensch zu solchen Taten hinreißen hat lassen, das stimmt, aber er rechtfertigt gewissenraßen die Tat und das ist falsch. Die Zielgruppe denkt jetzt wie wenn sie das hören? Die bösen Anderen oder der böse Amokläufer?
Sicher ist der Täter selbst schuld.
Aber: Niemand kommt als Mörder auf die Welt. Die äußeren Umstände, allen voran Erziehung und Sozialisation durch Eltern und Lehrer, machen einen Menschen zu dem, was man ist.
Und wie im Lied auch thematisiert wird, schauen z.B. Lehrer nur zu gerne weg, wenn Schüler gemobbt oder geschlagen werden. Durch solches Verhalten staut sich Wut und Hass auf, die sich irgendwann ihren Weg nach draußen bahnt. Wenn man dann noch dazu keine Freunde hat, die einen unterstützen, und die Eltern auch nicht zuhören, weil sie keine Zeit haben, dann kann es einen Menschen zu so einer Tat treiben.
Er ist und bleibt der Täter, aber wenn wir als Gesellschaft solche Taten irgendwie verhindern wollen, müssen wir versuchen, die grundlegenden Missstände zu beseitigen, die in Erziehung, Bildungswesen und sozialem Umfeld liegen.
Klar, ähnlich fühlende Menschen werden den Song u.U. als "Vorbildsfunktion" aufnehmen, aber nur, wenn bei ihnen schon im Vorfeld ordentlich was schiefgelaufen ist. Aber das intendiert der Song imo nicht, er will zum Nachdenken anregen und die Situation aus der Sicht eines Amokläufers erzählen. Und der differenziert halt mal nicht, für den ist die Situation einfach so wie sie ist.
Und falls dus nicht merkst, pil: Du argumentierst mit den selben Waffen, wie Pfeiffer, Beckstein und Co gegen Videogames argumentieren. Nicht das ganze Bild sehen, nicht darauf achten, dass schon eine Vorgeschichte vorliegen muss, um dadurch negativ beeinflusst zu werden usw
