Muss halt noch immer den Kopf schütteln – sei es hier oder in den sozialen Medien. Ich merke, dass mir das Internet nicht guttut und meiner mentalen Gesundheit schadet. Doch müde genug, um zu schweigen, bin ich noch nicht.
Die Gefahr der Entmenschlichung ist leider sehr real. Man sieht es bei Kommentaren wie denen von
@Zerfikka , dessen geschmackloser Beitrag sogar noch Zustimmung findet. Kopfschütteln. Wahnsinn.
Sobald Menschen anfangen, ein Leben nur nach seiner politischen Haltung zu bewerten, ist ein Dammbruch eingeläutet. Genau diese Logik führt zu Extremismus und Gewalt – rechts wie links, religiös wie säkular, historisch wie aktuell. Im Kern geht es um Grundwerte. Manche unserer „moralschwingenden“ User sind in ihrem Denken erschreckend nah an einem mittelalterlichen Gesinnungszustand. Ein Menschenleben ist unantastbar – unabhängig von Meinung oder Charakter. Mord oder Gewalt dürfen niemals durch „falsche Überzeugungen“ relativiert oder gar gerechtfertigt werden.
Eine wehrhafte Demokratie lebt davon, dass wir einander widersprechen dürfen, ohne dass daraus Gewalt legitimiert wird. Wer einen Mord banalisiert, weil das Opfer aus seiner Sicht ein „schlechter Mensch“ war, zeigt nur, wie tief die Polarisierung schon reicht: Aus Gegnern werden Feindbilder, und aus Feindbildern irgendwann Unmenschen.
Die eigentliche Stärke liegt darin, Prinzipien nicht nach Sympathie oder politischer Nähe anzuwenden, sondern universell. Seid euch sicher: Ich würde einen linksorientierten Menschen genauso entschieden verteidigen – egal, ob er bei einer Kundgebung vor Andersdenkenden sich unangenehmen Meinungen stellt und hinterrücks erschossen wird oder bei einem Poetry Slam in einer kleinen Gasse. Es ist vollkommen egal. Denn am Ende bleibt es, wie oben geschrieben, eine individuelle Tragödie, schlimm genug für sich genommen. Noch schwerer wiegt für mich aber die Debatte und Banalisierung, die daraus gemacht wird. Wo führt das hin? Ernstgenommen...